Nicht von Pappe... Doch! "Knäppa", die verrückteste Digitalkamera der Welt

"Made in Sweden" (OK, die Ideen...)

Ich kann mich nicht an die "Knäppa" erinnern. Was sicher daran liegt, dass es diese Kamera 2012 gar nicht zu kaufen gab. Auf der Mailänder Möbelmesse wurde die Knäppa an Fachjournalisten verteilt. Ansonsten war die Papp-Kamera ein Teil der Werbekampagne für IKEAs PS-Designserie. IKEA wollte seinerzeit wissen, welche Vorstellungen Menschen von Design, Wohlfühlen und Wohnungen hatten. Dazu verloste IKEA über seine Homepage 150 Exemplare der Knäppa unter seinen Family- sowie Community-Mitgliedern.

Im Zusammenhang mit den Begriffen Kamera oder Fotografieren bedeutet (schwedisch) "knäppa" einfach knipsen. Es gibt noch eine weitere Bedeutung: "En person är knäpp." Deutsch: Jemand ist bekloppt, hat nicht alle Tassen im Schrank... Na, das passt ja auf diese Kamera ;-) Gesehen haben MUSS man das Video des Designers mit dem mehr dänisch/niederländisch klingenden Namen Jesper Kouthoofd, wo er die Papp-Kamera präsentiert. Besonders hervorzuheben sind die „Zoomfähigkeiten“ und die „Stabilisierung“ der Knäppa. Viel Spaß beim Anschauen! „Knäppa“, die einzig wahre Digital-LOMO ;-)

Knäppa Technik

Die Knäppa hat einen Sensor unbekannter Größe, Auflösung und Empfindlichkeit, der (möglicherweise von der Kamera-Firmware interpolierte) 1280 x 960 Pixel = 1,2 MP Fotodateien produziert. Der interne Speicher enthält die PDF mit der Bedienungsanleitung und fasst 40 Fotos. Über den deutlich sichtbaren USB-Anschluss werden die Fotos in den Rechner übertragen. Gelöscht werden die Fotos nach der Übertragung durch einen 5 Sekunden langen Druck auf die Löschtaste, die PDF-BA bleibt immer erhalten. Die Fotos können im Rechner nicht gelöscht werden, es geht nur über die beschriebene Löschtaste! Das Objektiv wirkt weitwinkliger als 50 mm, es dürfte auf Kleinbild berechnet eine 35 mm und vielleicht noch etwas kürzere Brennweite haben. Die Kamera wird von zwei 1,2/1,5 Volt AAA-Akkus oder Batterien mit Energie versorgt.

Zum Einschalten muss der Auslöser-Knopf ein paar Sekunden gedrückt und gehalten werden, bis das kleine grüne LED-Lämpchen auf der Rückseite aufleuchtet. Hat man dann ausgelöst, blinkt das Lämpchen bis das Foto gespeichert ist. Ist der Speicher voll, oder werden die Batterien schwach, wechselt die LED-Farbe nach Rot.

Knäppa aufgeklappt

Zum Einlegen der Batterien muss die Knäppa aufgeklappt werden...

Fotorundgang mit der IKEA Knäppa Dezember 2015 durchs schwedische, "eigene" Bullerbü ;-)

Die Bildchen wurden von 1280 Pixel Seitenlänge auf 750 Pixel runtergerechnet. Bitte einfach auf die Bildchen klicken.

Ich wüsste auf Anhieb nicht, wie ich per EBV diese malerische Weichheit, Unschärfe bekomme ;-) Die Knäppa liefert es automatisch. 1:1/750 x 750 Pixel Ausschnitt aus der 1280 x 960 Pixel Originaldatei. Wie oben schon vermutet, löst der Sensor der Knäppa möglicherweise gar keine 1280 x 960 Pixel auf, und die Auflösung eines primitiven 640 x 480 Pixel VGA-Sensors wird einfach auf die 1,2 MP hochgerechnet, was die "Qualität" erklären würde. Die aber ihren Reiz hat. Um für ausgewählte Motive "in Kunst" zu machen ;-) Fotodaten sind nicht zu ermitteln, da die Exifs leer sind.

Ralf Jannke

Der dunkle Punkt im Bild ist die Sonne... Es war aber auch gemein, mit einer Primitivkamera direkt in die Sonne zu fotografieren.

Sie finden diesen Beitrag besonders gelungen, vollkommen verunglückt oder möchten noch etwas ergänzen? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Dieser Beitrag wurde noch nicht kommentiert.

Kommentar schreiben