1000 Euro für ein Mondfoto? 150 bis 200 Euro und eine Kamera von 2012 tun's für den Hausgebrauch auch…

Für die Entfernung zum Motiv – ca. 385.000 Kilometer – doch ganz ordentlich. In diesem Fall Nachschärfung durch Photoshop-Hochpassfilterung

Oder doch ein Zoomobjektiv 24-3000 mm?

Da hat wohl jemand aus Versehen eine Null zu viel getippt…

Nein, kein Tippfehler! Das 125-fach Zoom gibt es tatsächlich, montiert als 2,8-8/4,3-539 mm Objektiv auf der diese Tage im Juli 2018 vorgestellten Nikon 16 MP Coolpix P1000. 4,3-539 mm entsprechen im Kleinbildformat einem 24-3000 mm Zoom!

Ich würde das als teuren – 1000 Euro – Overkill bezeichnen

Die Coolpix P1000 – warum eigentlich nicht "P3000(mm)" – war ein guter Grund einen Blick ins Archiv zu werfen.

Parallel zur Vollformat DSLR hatte ich 2013/2014 eine Coolpix P510 in Betrieb und in die Ferien mitgenommen. Wie die P1000 eine Bridgekamera, die auch 16 MP auflöst, aber „nur“ ein 42-fach Zoom hat – umgerechnet auf Kleinbild 3,0-5,9/24-1000 mm.

Was man mit der Coolpix P510 "anstellen" kann, zeigen die folgenden Fotos:

Nikon Coolpix P510 16 Megapixel

Nikon Coolpix P510 (16) 14 MP 3:2 Seitenverhältnis

Nikon Coolpix P510 1,5 und 2 Megapixel

Viel Geld gespart!

Alle Coolpix P510 Fotos entsprechend beschriftet und fast alle out-of-the-cam!

Die Stockrosen-Blüte wurde vermutlich durch eine Doppelglasscheibe aufgenommen! Für den Mond musste digital auf 1600 mm Brennweite verlängert werden. Für mich als Gelegenheits-"Astronom" reicht das vollkommen. Und das Segelboot wurde in Paparazzo-Manier mit maximaler Digitalzoombrennweite 2000 mm aufgenommen. Hatte ich so doch den weit draußen segelnden Schwager "erwischt". Nach dem Druck auf den Auslöser hatte ich über Smartphone gleich nachgefragt, ob er es wäre. Er war es…

Für den winzigen 1/2,3" 6,2 x 4,6 mm CMOS-Sensor eine wirklich erstaunliche Qualität zeigen die beiden ISO 800 Aufnahmen! Der Abstand der einzelnen Photozellen auf dem Sensor (Pixelpitch) beträgt nur 1,3 µm. Nach Lehrmeinung wird alles unter 3 µm immer schlechter, was das Rauschen angeht. Da leistet die Kamerasoftware (Firmware) nicht nur in der Nikon Coolpix P510 ganze Arbeit! Ohne Details zu stark zuzuschmieren…

Die Coolpix P510 kann "nur" JPEG, die P1000 JPEG und RAW (Nikon Rohdatenformt NEF). Und? Braucht es bei einer (Amateur-)Kamera mehr Qualitätsbeweise? Für 2000 mm mehr echte Brennweite, RAW-Format und WiFi-Anbindung investiere ich doch keine 1000 Euro! Nicht mal der direkte 16 MP Vorgänger der P1000, die P900 mit einem "nur" 83-fach 24-2000 mm Zoom hat es mir für 600 Euro angetan.

Aktuell liegt die Coolpix P510 bei meiner Schwester, die sie immer wieder nimmt, wenn etwas ranzuholen ist. Den 10 Megapixel Vorgänger P100 mit 26-fach 2,8-5/26-678 mm Zoom hätte ich auf einer Fotobörse für 70 Euro mitnehmen können, der 12 Megapixel Vorgänger P500 mit einem 23-810 mm 35-fach Zoom und die 16 MP Nachfolger P520, P530 gibt es je nach Modell gebraucht für Größenordnung 150 bis 200 Euro. Da lässt sich richtig Geld sparen, wenn man in solche Brennweitenbereiche vordringen möchte! Zumal sich die 1000 mm der P510 dank Stabilisierung auch wirklich verwenden lassen – die Stockrosen-Blüte und die Aufnahme in den nächtlichen Hafen!

Da ich die Coolpix P510 jetzt nicht zeigen kann, hier auf der Nikon-Seite steht alles dazu.

Die früheren Nikon Coolpix P100, P5xx, P6xx Bridegkameramodelle trotzen auch weiter dem "Konsumerdigitalkamera-Killer" Smartphone. Mit den Modellen, die über WiFi verfügen, können die Bilder via App mit Hilfe des Smartphones direkt vor Ort verschickt werden.

Und um das Ganze jetzt nicht zu Nikon-lastig werden zu lassen: Auch Canon, Fujifilm, KonicaMinolta, Panasonic, Pentax, Olympus und Sony boten/bieten tolle (gebrauchte) Bridgekameras! Man muss wirklich keine vierstellige Summe investieren…

Ralf Jannke, 2013/Sommer 2018

 

 

Sie finden diesen Beitrag besonders gelungen, vollkommen verunglückt oder möchten noch etwas ergänzen? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Dieser Beitrag wurde noch nicht kommentiert.

Kommentar schreiben