Nikon D700 Praxisbericht von Christian Zahn

Hier stelle ich eine professionelle Nikon-Spiegelreflexkamera vor. Sie kam nach Nikons erster Vollformat-dSLR, der D3, heraus. Und weil sie nicht einmal die Hälfte kostete, kauften sich viele Profis und ambitionierte Amateure „nur“ die D700 statt der D3.

Ralf Jannke: Ich kenne die Story noch etwas anders ;-) Der Kollege beim Basketball berichtete davon, dass er seinerzeit in der Tat keine D3 gekauft hat. Sondern gleich ZWEI D700-Gehäuse. Zu einem gewissen Teil hat die großartige D700 die D3 kannibalisiert!

Wer Lust hat, kann in der Photoscala den Beitrag: "Die Nikon D700 bei extremen Empfindlichkeiten (aktualisiert)" vom September 2008 studieren. Siehe oben … Gut vier Jahre habe ich mit der D700 intensiv Basketball fotografiert.

Spezifikationen

  • Die 2008 vorgestellte Nikon D700 ist 147 x 123 x 77 mm groß und wiegt mit Akku und Speicherkarte 1055 g.
  • Der Vollformat-CMOS-Sensor (36x24 mm) löst maximal 4256 x 2832 Pixel  = 12 Megapixel auf. Der Pixelpitch beträgt 8,5µm. Automatisch oder manuell sind 100 bis 25600 ASA einstellbar. Videos sind nicht möglich. Bilder werden als JPEG, TIFF oder NEF (RAWs mit 3x14 Bit Farbtiefe) auf CompactFlash-Karten (max. ca. 256 GB) gespeichert.
  • Das Objektiv-Bajonett ist das Nikon-AF-Bajonett
  • Das Motiv wird über einen Spiegelreflexsucher mit superheller Mattscheibe angezeigt, zusätzlich ist ein 3“ TFT LCD Monitor mit 920.000 Subpixeln vorhanden, der auch die Menüsteuerung übernimmt. Außerdem gibt es ein SW-LCD-Schulterdisplay zur Anzeige wichtiger Aufnahme- und Kameraparameter. Live-View mit Kontrast-AF auf dem Bildsensor ist möglich.
  • Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S), kontinuierlicher Autofokus (AF-C) oder manuelle Scharfstellung, Ermittlung durch Phasenkontrastsensor im Spiegelkasten, mittels teildurchlässigem Hauptspiegel und Hilfsspiegel abgegriffen. 51 Linien. bzw. Kreuzsensoren, aktives AF-Feld im Sucher dauerhaft schwarz markiert, bei Dunkelheit kurz rot aufleuchtend
  • Belichtungssteuerung durch Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik oder manuelle Nachführmessung, 1005 Zonen-3D-Matrixmessung, mittenbetont integrale oder an aktiven AF-Punkt gekoppelte Spotmessung. Belichtungszeiten 30s bis 1/8000 sek., Belichtungskorrektur +/-5 Blenden, Selbstauslöser mit 2 oder 10 s Vorlaufzeit
  • ausklappbarer Blitz mit Leitzahl 12, der auch als Master für drahtlos gesteuerte Systemblitze dienen kann. Zusätzlich Norm-Blitzschuh mit TTL-Zusatzkontakten und abgedeckte Buchse für Studioblitze
  • Weißabgleich automatisch oder manuell
  • Bildstabilisierung nicht im Gehäuse, Objektive mit eingebauter eigener Bildstabilisation werden unterstützt
  • Energieversorgung durch Lithium-Akku
  • 6 Aufnahmen pro Sekunde
  • optionaler Batteriegriff mit Hochformatauslöser (damit sind 8 Aufnahmen pro Sekunde möglich)
  • Anschluß für externen GPS-Empfänger

Besonderheiten

Die Stromversorgung erfolgt durch einen Lithium-Akku EN-EL 3e. Er wird auch in etlichen anderen Nikon-dSLRs benutzt, z. B. der D200, der D300 oder der D80. Die alten schwarzen EN-EL 3 Akkus aus der D70 bzw. D50 hingegen passen nicht, sie haben keinen eingebauten Speicherchip und eine etwas andere Form.

Unter die Kamera kann ein (auch an der D300/D300s verwendbarer) Batteriegriff mit Hochformatauslöser geschraubt werden. Im Gegensatz zu früheren Nikon-Griffen dieser Art (z. B. bei der D200) verbleibt der Kamera-Akku an seinem Platz, der Griff nimmt nur einen weiteren Akku auf bzw. einen mit 8 Mignonzellen bestückbaren Batteriehalter. Im Systemmenü kann der Ladezustand beider Akkus getrennt eingesehen werden, auch steht dort die Zahl der mit dem jeweiligen Akku seit dessen letzter Ladung angefertigten Aufnahmen.

Der im EN-EL 3e eingebaute Chip gibt auch eine Aussage über dessen Allgemeinzustand (Skala von 0 bis 4, wobei 0 „Neu“ bedeutet und 4 „Akku nicht mehr benutzbar“). Im Laufe der Alterung sowie durch jedes Laden und Entladen sinkt bekanntlich die Kapazität von Lithium-Akkus, die Statusanzeige des im Akku eingebauten Ladecontrollers soll das widerspiegeln.

Ich benutze seit 2008 Akkus dieser Bauform und habe noch keinen gesehen (weder Original Nikon noch Nachbau), der eine andere Anzeige als „Neu“ abgibt, wobei ich den hier reichlich vorhandenen Nachbauten zutraue, sich um die Kapazität der Akkuzellen überhaupt nicht zu kümmern und den Wert immer mit „0“ an die Kamera zu melden. Mancher billige Nachbau-Akku in meinem Fundus vergißt sogar die Zahl der mit ihm gemachten Auslösungen nach dem Abschalten der Kamera, vermutlich weil darin gar kein Speicher eingebaut ist und der Kamera dessen Vorhandensein nur vorgegaukelt wird.

Bei Verwendung des Hochformatauslösers steigt die Zahl der möglichen Auslösungen von 6 auf 8 pro Sekunde. Allerdings hält die Kamera dieses Tempo nur solange durch, bis der Bildpuffer gefüllt ist, danach sinkt die tatsächliche Bildfrequenz ab, je nach benutzter Speicherkarte unterschiedlich.

Die Bedienung erfolgt über eine große Zahl von Knöpfen, Drehrädern, Hebeln, Schaltern, Steuerkreuz uvm. Die Funktion von etlichen Tasten lassen sich im Menu umdefinierten, genauso die Drehrichtung und Lage von Finger- und Daumenrad zur Einstellung von Zeit bzw. Blende.

Im Sucher befindet sich unterhalb der eigentlichen Mattscheibe eine grün hinterleuchtete LCD-Anzeige. Dort finden sich Angaben zu Blitz, Belichtungszeit, ASA-Wert, Blende, Lichtwaage, etliche Bildparameter, Fokuskontrolle uvm.

Die Mattscheibe ist sehr hell, sie wird komplett von einer vollflächigen LCD-Folie bedeckt, mit deren Hilfe der oder die aktiven AF-Felder dauerhaft schwarz markiert werden (und bei Dunkelheit sogar kurz rot aufleuchten), außerdem wird der Sucher bei der Benutzung von DX-Objektiven am Rand abgedunkelt, um das gecroppte Bildfeld zu markieren. Auch bei ausgeschalteter Kamera benötigt diese Folie immer etwas Akkustrom, ohne eingesetzten Akku dunkelt der Sucher insgesamt stark ab.

Das Okular mit Dioptrienkorrektur hat das runde Nikon-Profigewinde, Zubehör wird nicht aufgesteckt, sondern angeschraubt. Ein Olkularverschluß für den Stativeinsatz ist fest eingebaut und wird mit einem kleinen Hebel betätigt. Die Bildfeldabdeckung des Suchers beträgt ca. 95%.

Die Speicherung erfolgt auf CompactFlash-Karten. Diese Karten wurden damals nur noch in Profi-Kameras eingesetzt, in den Kameraklassen darunter hatte sich längst die wesentlich kleinere, meist etwas langsamere, dafür jedoch preiswertere SD/SDHC-Karte durchgesetzt.

Man kann entweder NEFs unkomprimiert, NEFs verlustfrei komprimiert, NEFSs leicht verlustbehaftet komprimiert, TIFFs oder JPEGs in verschiedenen Größen und Komprimierungsgraden aufnehmen. Auf Wunsch werden parallel zu den NEFs auch zusätzlich JPEGs gespeichert.

Die Sensor-Grundempfindlichkeit beträgt 200 ASA, manuell läßt sie sich auf 100 ASA absenken. Die ISO-Automatik geht bis 6400 ASA, bis 25600 kann manuell eingestellt werden.

Der Gehäuseblitz ist fest eingebaut, er klappt nach Druck auf eine Entriegelunstaste nach oben aus heraus und muß auch manuell wieder eingeklappt werden. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt TTL mittels Vorblitzen. Der Gehäuseblitz kann zum drahtlosen Ansteuern von Systemblitzen benutzt werden, vor der eigentlichen Auslösung werden dann codierte Blitzabfolgen ausgesendet, die die im Raum verteilten Blitzgeräte auswerten und sich entsprechend den Anweisungen der Kamera verhalten.

Die Vorblitze werden bei übrigens geschlossener Blende, aber noch mit heruntergeklapptem Spiegel ausgesendet, weil der Blitzsensor neben den AF-Sensoren im Spiegelkastenboden angebracht ist. Man kann die Vorblitze darum im Sucher sehen. Übrigens: je mehr der drei möglichen Gruppen der drahtlosen Blitze angesteuert werden, desto länger dauert das Vorblitz-Gewitter!

Das Bajonett nimmt fast alle Nikon-Objektive auf, allerdings kann der Blendenmitnehmer nicht abgeklappt werden, darum passen ganz alte Non-Ai-Objektive nicht. Mit manuellen Ai- und Ai-S-Objektiven ist sowohl Fokuskontrolle als auch Belichtungsmessung inkl. Zeitautomatik möglich. Im Kameramenü kann dazu Brennweite und Offenblende des benutzten Objektivs eingestellt werden, dann schreibt die Kamera diese Werte auch in die EXIFs und steuert den Zoomreflektor einen Aufsteckblitzes passend an.

AF-Objektive ohne eingebauten Motor werden unterstützt, da ein AF-Motor in der D700 eingebaut ist. AF-S-Objektive mit eingebautem Motor können ebenfalls benutzt werden, AF-G-Objektive ohne Blendenring auch, die neuen AF-P-Objektive mit Pulsmotor und elektrisch angetriebener Blende können jedoch nicht verwendet werden. Objektive mit eingebautem Bildstabilisator (VR) funktionieren.

DX-Nikkore (also Objektive mit kleinerem Bildkreis für die APS-C-Kameras) können ebenfalls benutzt werden, die D700 schaltet automatisch in einen kleineren Bildmodus um und blendet einen entsprechenden Rahmen im Sucher ein. Sowohl in JPEGs als auch in NEFs werden die nicht benötigten Bildpixel nicht aufgezeichnet, die effektive Auflösung sinkt auf etwa 5 Megapixel.

An den 10-poligen Zubehör-Anschluß wird nicht nur ein elektrischer Fernauslöser angeschlossen, sondern es kann auch ein GPS-Empfänger damit verbunden werden. Der originale Nikon GP-1 kostete etwa 250 Euro, ein fast völlig baugleiches Teil von Phottix nur die Hälfte. Wer schon einen GPS-Empfänger mit serieller Computerschnittstelle hatte, konnte von Nikon auch ein Adapterkabel 10polig-auf-Seriell erwerben, dann wurde die Sache aber aufgrund des Kabelgewirrs sehr unhandlich.

Der GP-1 hat nur eine zweifarbige LED: diese blinkt rot, solange die aktuelle Position ermittelt wird. Er blinkt grün, wenn er drei Satelliten gefunden hat, er leuchtet dauerhaft grün, wenn mindestens 4 Satelliten gefunden wurden. In Innenräumen kann der Empfänger die Satelliten nicht mehr empfangen, er blinkt dann rot, erst wenn man wieder im Freien ist, leuchtet er wieder grün. Im Schulterdisplay ist der GPS-Status auch erkennbar: das Symbol blinkt beim Positions-Suchen und leuchtet dauerhaft nach Ermitteln der Position.

Der GP-1 kann entweder im Blitzschuh der D700 eingesteckt werden oder in einem mitgelieferten Halter (der einen kleinen Blitzschuh inkl. Verriegelung nachbildet), den man am Kameragurt befestigen kann. Da durch die Benutzung des GPS-Empfängers die 10polige Buchse der Kamera belegt ist, wurde eine 2,5mm-Stereoklinkenbuchse eingebaut, in die man einen elektrischen Drahtauslöser mit passendem Stecker einstöpseln kann. Dieser war im Lieferumfang des Phottix enthalten, bei Nikon nicht. Ein Fernauslöser der Fuji-X-Systemkameras oder einer, der für viele Canon-Amateur-dSLRs gedacht ist, passt auch.

Übrigens ist die Positioniergnauigkeit mit GPS nicht metergenau, es kann durchaus vorkommen, daß man stundenlang an einer Stelle mit der Kamera verharrt (z. B. bei Intervallaufnahmen für Zeitrafferzwecke), die aufgezeichneten GPS-Koordinaten der einzelnen Aufnahmen aber trotzdem im Bereich von mehreren Metern schwanken.

Mit montiertem GPS-Empfänger werden weitere Einträge im D700-Systemmenu freigeschaltet:

  • Die Kamerauhrzeit kann auf Wunsch automatisch mit der GPS-Zeit synchronisiert werden.
  • Da der Empfänger nur mit Strom versorgt wird, solange die serielle Schnittstelle der Kamera eingeschaltet ist, kann das Standby der Kamera optional abgeschaltet werden. Daraus resultiert natürlich kürzere Akkulaufzeit, da bei einer Wanderung dann die Kamera die ganze Zeit nicht in Standby geht.
  • Im Menu kann man den GPS-Status sowie die Position sowie aktuelle Höhe über dem Meeresspiegel ablesen und die Zahl der empfangenen Satelliten ablesen.
  • Bei jeder Aufnahme wird die aktuelle GPS-Position und Höhe in die EXIFs der Bilder geschrieben.

Auf Wunsch kann auf dem rückwärtigen Monitor ein künstlicher Horizont eingeblendet werden, um die Kamera ohne extra Wasserwaage ausrichten zu können.

Der Tiefpaßfilter vor dem Sensor kann per Menu oder automatisiert bei jedem Einschalten in hochfrequente Schwingungen versetzt werden, um evtl. anhaftenden Staub abschütteln zu können.

Das Display kann weder gedreht noch geschwenkt werden. Das eigentliche Display ist durch eine Kratzschutzscheibe vor mechanischer Beschädigung geschützt. Weil eine dSLR aber bei Wanderungen die ganze Zeit vor dem Körper herumhängt und dabei mehr oder minder heftig Kontakt zu Jackenknöpfen oder Ähnlichem hat, legte Nikon eine weitere Kunststoff-Schutzscheibe bei, die einfach aufgeklipst wird. Ist diese dann verkratzt, kauft man einfach eine Neue. Alternativ kann man auch eine Schutzscheibe aus gehärtetem Glas aufkleben, die die Zubehörindustrie in passenden Größen im Angebot hat.

Alle Schnittstellen sind hinter unverlierbaren Abdeckungen verborgen, die bei den Vorgängern dauernd vermissten Schraubdeckel für die Studio-Blitzbuchse und den 10poligen Anschluß werden nicht mehr benötigt. Alle Buchsen entsprechen der jeweiligen Norm, so daß keine Spezialkabel erforderlich sind.

Über USB kann die D700 im „Tethered Shooting“-Modus betrieben werden, z. B. mit der Software Nikon Control. Die Aufnahmen werden dann nicht auf die Speicherkarte geschrieben, sondern nur auf dem angeschlossenen Computer abgelegt. Prinzipbedingt ist das nur für den Studio-Einsatz geeignet, da man immer ein Kabel hinter sich herzieht.

Die Kamera schreibt viele interessante Details in den MakerNotes-Teil der EXIFs, ich zähle hier nicht alle auf:

den Weißabgleich, die Belichtungskorrektur, die Kameraserien-Nummer, den VR-Status, alle Bildparameter, die Zahl der Verschlußauslösungen, den Objektivnamen, die RAW-Kompressionsart, den Status der Rauschreduktion, die wahre Blende und Brennweite des Objektivs (interessant vor allem bei „langem“ und „kurzem“ Ende von Zooms und bei Festbrennweiten), Daten der Blitzsteuerung inkl. allen Parametern der drahtlosen Blitzsteuerung uvm.

Daten zur Korrektur der Objektivfehler wie Vignettierung, chromatischen Aberrationen oder der Verzeichnung sind nicht in den EXIFs der RAWs enthalten, alle RAW-Konverter auf dem Computer haben dazu ihre eigene Datenbank.

Der UVP der Nikon D700 betrug etwa 2600 Euro. Ich erwarb mein Exemplar im Frühjahr 2010 für 1800 Euro, es war ein Händler-Vorführgerät mit ca. 500 „Klicks“ auf dem Zähler. Im Frühjahr 2014 gab ich die Kamera mit etwa 45.000 Auslösungen beim Kauf des Nachfolgemodells D800 in Zahlung und bekam noch 1000 Euro „gutgeschrieben“.

Beispielfotos

Alle Aufnahmen entstanden bei 200 bis 800 ASA, gespeichert als NEF, gewandet mit Nikon Capture, bearbeitet mit mit Photoshop CS4 bzw. CS5. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde bearbeitet. Da die Bildqualität stark von den verwendeten Objektiven abhängt, habe ich auf Bildparameter-Angaben verzichtet.

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Das Gehäuse der Nikon D700 ist aus Metall und teilweise mit gummiartiger Kunststoff-Belederung überzogen. Das dafür verwendete Material neigt dazu, im Laufe der Zeit klebrig zu werden, da gewisse bei der Herstellung verwendete Substanzen ausdiffundieren. Dieser Vorgang ist unumkehrbar, die Belederung schrumpft dabei etwas und löst sich.

Die Kamera ist weitgehend gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet, jedoch nicht tauchfähig. Das verwendete Zubehör wie Blitz oder Objektiv ist meist nicht spritzwasserfest, bei Regen sollte man also einen Schirm aufspannen!

Die Handhabung sowie die Menüstruktur erscheint Nikon-Fotografen vertraut, das Handbuch mußte ich selten zu Hilfe nehmen, zumal für die Menüs auf Wunsch durch Tastendruck eine Erklärung für jeden Unterpunkt eingeblendet werden kann.

Die Kamera gehört zur Klasse der professionellen digitalen Vollformat-Spiegelreflexkameras. Sie ist relativ „unkaputtbar“, die Verschlußlebensdauer ist für 100.000 Auslösungen und mehr ausgelegt.

Der Sensor schlägt sich extrem gut. Im Bereich zwischen 100 und etwa 800 ASA stellte ich kaum einen Qualitätsverlust fest, 1600 und 3200 ASA habe ich oft für blitzlose Aufnahmen von Musical-Generalproben eingesetzt. Die eigentliche Aufführung habe ich allerdings nicht mit der D700 fotografiert, der Spiegelschlag war dafür leider zu störend.

Die Farben werden von der D700 gut wiedergegeben, der Weißabgleich trifft öfter mal leicht „daneben“, was bei meinem ausschließlichen Einsatz des NEF-Formats bei der Bildbearbeitung am Computer korrigierbar blieb.

Eine betriebsbereite, komplett bestückte D700 kann zusammen mit Hochformatauslöser, Aufsteckblitz und Profi-Objektiv (z. B. dem 2,8/24-70) die 3-Kilo-Grenze locker überschreiten. Nach einen langen Fototag weiß man, was man getragen hat.

Fazit: eine digitalkamerahistorisch interessante Kamera (mindestens eine professionelle Nikon-dSLR gehört in jede Sammlung!), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen durchaus immer noch geeignet, allerdings aufgrund des Spiegelreflex-Prinzips verbunden mit Geräusch und Gewicht. 12 Megapixel reichen auch heutzutage für viele Anwendungen aus.

Christian Zahn, Frühjahr 2021

Museum für alte Kameras sowie Fotogalerie:
http://www.ChrZahn.de
Dort auch Tipps zum Entwickeln von Farb- und SW-Dias

 

 

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