Leica für Arme: Panasonic Lumix DMC LC5

Links die Lumix DMC-LC5, rechts die hier bereits vorgestellte 2 MP Lumix DMC-FZ2

2002 stellt Panasonic diese 128 x 82 x 63 mm große und 360 g schwere 4 Megapixel-Kamera vor. Der 1/1,8“ 7,2 x 5,3 mm CCD-Sensor löst maximal 2240 x 1680 Pixel = 4 Megapixel auf und hat eine (wahlweise automatische) oder in Stufen manuell wählbare Empfindlichkeit von ISO 100/200/400. Gespeichert wird als JPEG oder unkomprimiert als TIF auf SD-Speicherkarte. Videos mit Ton werden mit 30 B/s Aufnahmefrequenz in 320 x 240p (QVGA) Größe aufgenommen und als MOV gespeichert. Als Objektiv kommt ein 2-2,5/7-21 mm (33-100 mm @KB) 3-fach Zoom zum Einsatz, das digital noch verdoppelt werden kann.

Etikettenschwindel?

Bei der Bezeichnung des Lumix DMC-LC5 3-fach Zooms – Leica DC Vario-Summicron-Objektiv – habe ich allerdings Bedenken, ob es da mit rechten Dingen zugeht. Ist es Zufall, dass das nicht nur von Canon auch für die eigenen Kameras eingesetzte 2-2,5/7-21 mm zumindest äußerlich die gleichen Daten hat? Links das (vermutlich) Canon Objektiv auf der Toshiba PDR M70, rechts das Zoom auf der Casio QV 3500 X, in der Mitte das "Leitz". Nichts desto trotz liefern "Leica"-Objektiv, Sensor und interne Bildbearbeitung in der Lumix DMC-LC5 eine hohe Schärfe. Die meiner Meinung nach nicht künstlich – weil total überschärft – wirkt!

Die Entfernung kann manuell, im Einzel-Autofokus (AF-S) oder für bewegte Motive im Nachführbetrieb (AF-C) eingestellt/nachgeführt werden. Das Motiv kann auf dem 2,5" TFT LCD Monitor mit 200000 Bildpunkten erfasst oder durch den optischen Sucher (mit Dioptrienausgleich) anvisiert werden. Letzteres wie immer extrem hilfreich, wenn helles Tageslicht auf den Monitor fällt. Wobei Lumix einen äußerst nützlichen Falt-Lichtschacht beilegt!

Die Belichtung kann manuell, in Programm-, Zeit- oder Blendenautomatik gesteuert werden. Gemessen wird wahlweise mittenbetont (integral), über mehrere Felder (Matrix) oder ganz gezielt als Spot. Korrigiert wird bei Bedarf im Bereich +/- 2V n 1/4 EV-Schritten. Der Verschluss bietet Zeiten von 8 bis 1/1000 s. Selbstauslöser mit 10 s Vorlaufzeit. Weißabgleich ist möglich manuell, automatisch oder in der Vorwahl Wolken, Sonne, Leuchtstoff- und Glühlampe. Der eingebaute Blitz bietet die gewohnten Funktionen: an/aus, Automatik, Langzeitsynchronisation und Rote-Augen-Reduktion und reicht bei f/2 4,5 m weit. Die DMC-LC5 bietet einen Standard-Blitzschuh zum Einsatz externer Blitzgeräte. Der kamerainterne Rechner und Speicher ermöglicht eine Frequenz von 4 B/s für 8 4 MP Fotos.

1600 DM sollte die Lumix DMC-LC5 2002 kosten, dieses Exemplar kam für 18 Euro „aus der Bucht“ (eBay).

Ausführliche Informationen in der englischen Bedienungsanleitung zur DMC-LC5

Ralf Jannke 

Beispielfotos, aufgenommen mit der Panasonic Lumix DMC-LC5

Nachdem ich jetzt etliche alte Konsumer-Digitalkameras ausprobiert habe, fiel mir nach dem Spaziergang mit der Lumix DMC-LC5 zu Hause beim Sichten der Fotos am großen Rechner-Monitor die vergleichsweise hohe Schärfe der LC5 auf. 1:1 Ausschnitt aus der 4 MP Lumix DMC-LC5 Aufnahme

Zur "Kontrolle" wurde deshalb nochmal der hier vor Ort gemachte "Scheunenfund", eine Praktica IVb mit der Lumix DMC-LC5 abgelichtet. Die Panasonic stand dabei auf dem Stativ. Wenn man sich die Details und den Dreck, Pardon die "Patina" der Praktica ansieht, stellt man fest, dass die Abbildungsqualität der Kette bestehend aus Objektiv, Sensor und kamerainterner Bildaufbereitung so hoch ist, dass sich die 4 Megapixeldatei mit Photoshop völlig problemlos um 200 Prozent auf 15 MP hochrechnen (interpolieren) lässt. Selbst 400 Prozent Vergrößerung – das sind dann 60 MP (!) – sind noch möglich. Zumindest bei diesem Motiv... Bei keiner der bisher "getesteten" Konsumer-Digitalkameras wäre ich auf die Idee gekommen, derartige Hochrechnungen auszuprobieren! Übrigens: Die abgelichtete Praktika ist von 1964 und funktioniert noch. Selbst der Selen-Belichtungsmesser zeigt plausible Werte an!

Ohne große Nachbearbeitung: An der Farbwiedergabe ist nichts auszusetzen.

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