Pentax Optio i-10

Wurden im gleichen Jahr (2010) vorgestellt: Die Pentax Optio i-10 und (klein einmontiert) die Optio H90. Mit letzterer kann man noch fotografieren - blind... Der Monitor ist defekt. Nach der H90, der digitalkamera.de ein "eigenwilliges Design" attestierte, "das eher an einen Ziegelstein erinnert", stand mir nicht der Sinn, sie war "Beifang". Technisch der i-10 sehr ähnlich, aber abgespeckt - hat sie H90 beispielsweise keinen Sensor-Shift. Wirklich scharf war ich dagegen auf die i-10, die einen berühmten analogen Vorgänger hat, der heute durchaus wieder gesucht wird.

So wie Olympus seine legendäre Halbformat (18x24 mm) Spiegelreflexkamera PEN F erfolgreich als digitale PEN wiederbelebte, versuchte es auch Pentax. Die Optio i-10 ist der kleinsten, jemals gebauten Spiegelreflexkamera der Welt nachempfunden, der analogen Pentax A110, genauer auto110. Dass die auto110 so klein war, lag an ihrem Filmformat. Sie wurde mit Pocketfilm (Format 13x17 mm) geladen.

Die Design-Vorlage der Optio i-10, die Pentax auto110

Geschätzt dürfte 99 % dessen, was mit diesem kleinen Pocket-Filmformat so zusammengeknipst wurde, technisch qualitativ für den Mülleimer gewesen sein.

Es gab aber auch ernsthafte Versuche, das Maximum aus dem kleinen Filmformat rauszuholen. Es gab sogar eine superscharfe Kodachrome-Diafilm-110-Variante. Eine bessere bis sehr gute Kamera für Pocketfilm vorausgesetzt – zum Beispiel die Minolta Weathermatic, die Minolta 110 Zoom SLR MK I/II oder eben die Pentax A 110, ging mit Kodachrome dann auch das:

110er Pocketfilm, Filmfläche 13 x 17 mm

Das 1978 präsentierte Pentax auto110-System bestand aus der Kamera, (später insgesamt) 6 Objektiven, einem Soligor 1,7-fach Telekonverter, dem Filmtransportmotor Pentax 110 Winder und dem Blitzgerät AF130P. 1985 folge der Nachfolger Pentax auto110 SUPER.

Übrigens…

Haben Sie auf das Pocket-Filmformat geachtet? 13x17 mm. Genau das, was heute FourThirds bzw. der Nachfolger microFourThirds an Sensorfläche aufweisen.

Genug der analogen Vorgeschichte, jetzt wird's digital!

Steckbrief der Pentax Optio i-10

Die 2010 vorgestellte Pentax Optio i-10 ist  95 x 57 x 25 mm groß und wiegt betriebsbereit 153 g (betriebsbereit). Der 6,2 x 4,6 mm 1/2,3" CCD-Sensor (Pixelpitch 1,5 µm) löst maximal  4.000 x 3.000 Bildpunkte = 12 Megapixel auf und kann HD-Videos in 1.280 x 720 Pixel Auflösung erfassen. Sensorempfindlichkeit ISO-Automatik oder ISO 80, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200 (5 MP), 6400 (5 MP). Der Sensor ist beweglich aufgehängt und sorgt durch diese mechanische Bildstabilisierung dafür, dass längere Verschlusszeiten verwacklungsfrei aus der Hand gemacht werden können. Gespeichert wird als JPEG in den Qualitätsstufen oder AVI (Video) auf SD-Karte.

Motiverfassung und Menüsteuerung/Bildanzeige über 2,7" TFT LCD Monitor mit 230.000 Bildpunkten. Objektiv ist ein 3,5-5,9/28 bis 140 mm (@KB) 5-fach Zoom. Entfernungseinstellung manuell oder Einzel-Autofokus (AF-S), kontinuierlicher Autofokus (AF-C). Die Belichtung wird mittenbetont/integral, über mehrere Felder (Matrix) oder punktförmig als Spot gemessen. Belichtungssteuerung per Programmautomatik oder diverse Motivautomatiken. Belichtungszeiten 4 bis 1/2.000 s. Serienaufnahmen mit maximal 2,6 B/s. Selbstauslöser mit 2 oder 10 s Vorlaufzeit. Belichtungskorrektur +/-2 EV in 1/3 EV-Schritten. Eingebauter Blitz mit maximal 4 m Reichweite und den üblichen Funktionen an/aus, Automatik, Rote-Augen-Reduktion. Weißabgleich manuell oder automatisch oder mit Voreinstellungen Sonne, Schatten, Leuchtstofflampe, Glühlampenlicht. Stromversorgung über D-LI88 Lithiumionen-Akku.

Nettes Spielzeug – und unbrauchbar :-(

Eindruck

"Eine nette Kamera, der zum Überleben dieser Kameraklasse aber etwas Entscheidendes fehlt(e): Der sofortige Versand per Email oder in die sozialen Netze." lautete mein optimistischer Eingangstext.

Selbst der nachträgliche E-Mail Versand verbietet sich! In meiner Sammlung an Konsumer-Digitalameras hat sich die Pentax Optio I-10 als die Kamera mit der schlechtesten Qualität erwiesen! Was nützt eine funktionierende ISO-Automatik, die bereits bei ISO 400 nichts Überzeugendes liefert.

ISO 3200?

Trotz automatischer Reduzierung auf 5 MP Auflösung eine einzige Katastrophe!

Ich war so verrückt, die Pentax mit zur Abschlussveranstaltung der Schule meines Sohns mitzunehmen… Für die einen bedeutete das Beginn einer Ausbildung oder Wechsel auf ein Berufskolleg, für die anderen, die zum Abitur weitermachen, Beginn der Sommerferien. Die beiden Moderatorinnen auf der Bühne musste ich natürlich unkenntlich machen. Aber auch so war es eine Schande die beiden hübschen jungen Damen mit ISO 3200 derart zu verunstalten! Und die kleine Pentax bietet sogar noch ISO 6400. Wie mögen die aussehen? Will ich gar nicht wissen…

Und der unverfängliche Schuss an die Decke der Mensa? 12 Megapixel (1:1 Crop) und ISO 400 = Matsch. Der viel zu kleine 6,2 x 4,6 mm 1/2,3" CCD-Sensor (Pixelpitch 1,5 µm) ist mit den 12 MP offensichtlich völlig überfordert. Die in der Schulaula mit der Optio I-10 aufgenommenen 1.280 x 720 Pixel HD-Videos gingen direkt in den virtuellen Mülleimer.

Ich war schockiert, als ich immer wieder einen Blick auf die zahlreichen Smartphone-Monitore warf. Denn da wurde hemmungslos (digital) gezoomt, ohne dass einem die Augen tränten! Perfekte Belichtung, perfekter Weißabgleich, kein Bildmatsch. Und die Smartphones bieten bei 1:1 Ausschnitt 1920 x 1080 Pixel Full-HD =2 Megapixel) und mehr. Und von der netten Pentax restlos bedient… 2 Megapixel mit der I-10? 640 x 480 Pixel VGA…

Last Chance…

Einen kurzer Gang zum Schmetterlingsbaum im Garten mache ich noch mit der Pentax Optio I-10. Dann aber mit festen ISO 80 bis maximal 200 und 5 MP

Pentax Optio I-10, 5 Megapixel, ISO 80 bis 200

Finale

Mit 5 Megapixel und ISO 80 wird es erträglich. Aber gut? Dem Schmetterling erste Reihe rechts fehlt die letzte Schärfe. Vielleicht aufgrund der ISO 80 bereits erste Verwacklung? Aber wo war dann die "SR" – Shake Reduction?! Beim ISO 200 Pfauenauge fangen die besuchten Blüten an zu rauschen… Das letzte Foto mit ISO 200 zeigt Hortensienblüten in einem wirklich wunderbaren Blattgrün. Einfach so, ohne jegliche Korrektur in der Kamera, Nachbearbeitung im Rechner.

Aber alles zu wenig!

So wurde die kompakte Pentax Optio I-10 unverzüglich aus dem Urlaubsgepäck entfernt. Auch wenn die winzige Kamera kaum Platz einnimmt, sie geht zurück ins "Depot". Schade um die mit der Pentax vertane (Urlaubs-/Frei-) Zeit…

27,77 Euro habe ich mich die Pentax Optio I-10 kosten lassen. In Anbetracht der Qualität gefühlt 20 Euro zu viel. Eine interssante Sammel-Digitalkamera bleibt die Optio I-10.

Ralf Jannke, Sommer 2018

 

 

Sie finden diesen Beitrag besonders gelungen, vollkommen verunglückt oder möchten noch etwas ergänzen? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Dieser Beitrag wurde noch nicht kommentiert.

Kommentar schreiben