Sanyo Xacti VPC-E6EX: die Nervensäge

Ich will nicht ausschließen, dass es nach intensivem Studium der Bedienungsanleitung möglich ist, herauszufinden, wie die von mir gewünschte Grundeinstellung der Kamera  auch nach einem Akkuwechsel erhalten bleibt. Dazu hatte ich zugegeben keine Lust.

Resultat: Statt bei der VPC-E6EX VPC den Schwerpunkt auf Design (?) zu legen, wäre es besser gewesen, wenigstens einen kleinen Puffer zu spendieren, damit nicht bei jedem Akkuwechsel Datum und Uhrzeit neu eingestellt werden müssen. Und wenn das bei einer Kamera aus 2005 nicht schon genug nervt, geht nach einem sinnlosen Startgeklingel das Gequake der weiblichen Stimme von Neuem los: „Please set the image date, still image mode". Ganz prima für unauffälliges Fotografieren :-( „Klasse“, dass auch jedes Mal die gewollte leichte Unterbelichtung von - 1/3 EV neu eingegeben werden muss. Diese nervtötende "Geschwätzigkeit" scheint eine Sanyo-"Krankheit" zu sein, denn im Bericht zur Sanyo VPCJ1 hieß es: "Die Kamera, die zu dir spricht ;-)"

Ich hatte die Sanyo Xacti VPC-E6EX mit in einem Spieleland, sorgsam bedacht KEIN (fremdes) Kind mit ins Bild zu bekommen. Das besorgen viele verantwortungslose Eltern selbst, in dem sie ihren Nachwuchs in die sozialen Netzte posten, ohne zu wissen was sie da tun. Aber auch so und später gab es noch ein paar Motive.

Was mir beim Anblick der zum Fotografieren überwiegend eingesetzten Smartphones anderer (Groß)Eltern aber so durch den Kopf ging: Sehen die wie ich auf meiner Sanyo auch nichts, oder sind die Monitore aktueller Smartphones auch unter Sonnenlicht besser zu erkennen. 

Smartphones haben dazu geführt, dass Kompaktkameras wie diese Sanyo achtlos verramscht werden. Was einige Anbieter aber nicht davon abhält, Mondpreise zu fordern... Eine Sache fehlt dem Smartphone aber noch, um der Kompaktkameraklasse wirklich den Rest zu geben: ein echtes optisches 3-fach Zoom in Miniatur-Periskopbauweise, wie das der VPC-E6EX.

Ich gehe eine Wette ein, dass ein Smartphone mit optischem Zoom längst fertig entwickelt ist. Aber wie in der kränkelnden Kameraindustrie darf man sein Zeug ja höchstens scheibchenweise auf den Markt werfen. Also auch da in Ruhe abwarten und einfach ein paar Generationen überspringen!

Zurück zur Sanyo Xacti VPC-E6EX

Vermutlich elektronisch durch die Firmware nachgeholfen, bietet die Sanyo im 6 Megapixelmodus gute Bildschärfe. Nicht zu übersehen aber die tonnenförmige Verzeichnung bei kürzester Brennweite, die sich per EBV natürlich rauskorrigieren ließe...

Vermeiden sollte man den unsinnigen 10 Megapixelmodus, wo durch die kamerainterne Interpolation Details bereits vermatscht werden. Im besten Modus ist ein 2816 x 2112 = 6 MP Foto 1,5 - 2 MB groß, was einer Komprimierung von Größenordnung 10:1 entspricht. Das 3680 x 2760 = 10 MP Foto ist rund 10:1 auf 2,5 bis 3 MB komprimiert.

Englische Bedienungsanleitung zur Sanyo Xacti VPV-E6EX

In der in der Bedienungsanlweitungen genannten Modellen VPC-E6, VPC-E6EX und VPC-E6GX geht nicht wirklich zwingend hervor, was denn der entscheidende Unterschied der Modelle ist.

Ralf Jannke

Beispielfotos, aufgenommen mit der Sanyo Xacti VPC-E6EX

Kamerainterne Interpolation von 6 auf 10 Megapixel: Finger weg davon!

High (?) ISO

Die Sanyo Xacti geht nur sehr zaghaft zur Sache, wenn es um das Hochfahren der Empfindlichkeit in der ISO-Automatik geht. Obwohl im Innenraum, wären ISO 200 statt nur ISO 100 möglicherweise besser gewesen. Ab es hat auch so hingehauen.

Bei zu vielen Fotos sind es nur Zufallstreffer, was das Einpassen eines Motivs angeht. Mit so einem Monitor macht das Fotografieren einfach keinen Spaß. Trotz ordentlicher Bildschärfe bekommt die Sanyo Xacti VPC-E6EX deshalb KEINEN Eintrag in die Liste "Auch heute (ab 2015) zum Fotografieren brauchbare Digitalkameras".

Sie finden diesen Beitrag besonders gelungen, vollkommen verunglückt oder möchten noch etwas ergänzen? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Dieser Beitrag wurde noch nicht kommentiert.

Kommentar schreiben