Sony Alpha 3000 mit dem NIKKOR-NC Auto 1:1.4 f=35mm

hieß es im ersten Beitrag. Das alles lässt sich natürlich auch 1:1 auf diesen Praxisbericht übertragen…

Der Technik-Part: Regalfotos ;-)

Diese Testbilder wurden mit der Nikon D4 aufgenommen, gespeichert wurde im Nikon Rohformat NEF. Entwickelt wurde in Lightroom Classic, Schärfung bewusst Null! Montiert und entsprechend beschriftet wurde mit Photoshop 2020. 1:1 Crops aus den 16 MP der D4

  1. Reihe "Regal oben" von links nach rechts: Blende 1,4 - 2,0 - 2,8
  2. Reihe "Regal Mitte" von links nach rechts: Blende 1,4 - 2,0 - 2,8

Für meinen Eindruck ist die bläuliche Überstrahlung ab Blende f/2 weg!

Petri 2.8 – die Nikon SP des armen Mannes…

Für die Vergleichsreihe der "Nikon SP des armen Manns", die Petri 2.8 wurde das 1,4/35 auf die spiegellose 24 MP Fuji X-T20 adaptiert. Hochgerechnet aufs Kleinbildformat die Pixeldichte eines 60 MP-Sensors! Gespeichert wurden die Aufnahmen als JPEG. Selbst bei einer derartigen Pixeldichte streckte der fast 50-jährige Oldie nicht die Waffen. Bei Offenblende das gleiche Bild wie beim "Regal-Test", ab Blende 2 wirklich brauchbar! Um bei überreichlich Licht mit Offenblende f/1,4 fotografieren zu können, wurde der Verschluss von der Betriebsart mechanisch auf elektronisch umgestellt. Dann sind Belichtungszeiten bis 1/32.000 s möglich!

1:1 Crops. Von links nach rechts: Blende 1,4 - 2,0 - 2,8

2.000 x 2.000 1:1 Crop aus einer Nahaufnahme mit dem 1,4/35 mm MF Nikkor

Im Motivabstand Größenordnung 30 cm schafft selbst Blende 16 nicht mehr Schärfentiefe. Und doch halte ich die Gesamtschärfe für gut, wenn man auf Details achtet. Für ein Größenordnung 50 Jahre altes Analog-Objektiv eine tolle Leistung.

Aufnahmen mit dem 1,4/35 mm MF Nikkor, 4 Megapixel

Aus dem Analog SW-Papierabzug Archiv aus ca. 1985

Ich weiß nicht mehr, was der Grund des Polizeieinsatzes Mitte der 1980er war. Es sah nicht gut aus. Verbrechen oder Verkehrsunfall. Fotografiert wurde mit der Nikon F2 und dem NIKKOR-NC Auto 1:1.4 f=35mm. Offenblende? Vermutlich etwas abgeblendet. Mangels Exif ist natürlich auch nicht mehr feststellbar, welcher SW-Film da wie stark gepusht zum Einsatz kam. 2020 von 35 Jahre alten Papierabzügen digitalisiert und aufgefrischt. Mit Staub- und Fusselentfernung habe ich mich nicht aufgehalten.

Unter dem Polizeiainsatz die heute aus dem Stadtbild verschwundenen Panflötenspieler aus den Anden – „El Condor Pasa“…

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Bei Offenblende ist das 1,4/35 mm sehr weich und Fotos werden von einer bläulichen Überstrahlung überlagert. Aber nicht komplett unscharf! Wenn ich von der Verschlusszeit bei Fotos aus der Hand und schon hohen ISO-Werten in den Bereich der Verwacklung käme, würde ich keine Sekunde zögern, auch beim uralten 1,4/35 mm die Offenblende zu wählen! Sicher geht Blende 2!

Ich wurde an anderer Stelle drauf hingewiesen, dass die Mehrzahl der Beispielfotos doch profan sei. Ja was denn sonst?

Das erworbene Wissen, dass sich die alten Objektivschätze wie das vierlinsige GN AUTO NIKKOR 1:2.8 f=45mm (1969) und dem NIKKOR-HC AUTO 1:1.8 f=85mm (1972) nicht nur zum Ablichten für Ziegelwände, sonstiger Gebäudefassaden und Blümchen eignen, gibt Gewissheit. Die Sicherheit nicht ein ungeeignetes Objektiv auf der Kamera zu haben, wenn es mit der Kombination auf die Suche ernsthafterer Motive geht. Wenn kein Autofokus gefordert ist. Es zeigt auf jeden Fall, wie alte Objektiv digital regelrecht aufblühen können. 

Können moderne Systemkameras vielleicht wirklich zaubern?

Ralf Jannke, Frühjahr 2020

 

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