Sony DSC-TX1

Sonys DSC-T-Familie besteht aus ultraflachen Kameras mit Periskop-Optik. Als gemeinsames Stilelement haben sie eine riesige Objektivabdeckung in Form eines rechteckigen Schiebers, der drei Viertel der Frontseite bedeckt. Der Schieber dient gleichzeitig als Einschalter der Kamera. Funktional hält es die Kamera wie die meisten „Edelkompakten“ und verzichtet auf umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Sie geht sogar noch weiter und verzichtet auf fast alle Bedienelemente. Geblieben sind nur noch der Auslöser, der Einschalter, eine Play-Taste und ein winziges Knubbelchen als Zoomwippe. Alle anderen Funktionen werden über den Touchscreen gesteuert, der folgerichtig die gesamte Rückseite der Kamera bedeckt. Das Design der Kamera ist daher näher an einem etwas moppelig geratenen Smartphone als an einer klassischen Kompaktkamera.

Technisch hat Sony der DSC-TX1 (und der zeitgleich erschienenen DSC-WX1) eine Neuheit spendiert, nämlich den mit 10 Megapixeln auflösenden Exmor-R-Sensor. Dabei handelt es sich um einen CMOS-Sensor, wie man ihn bis dahin vor allem in Spiegelreflexkameras angetroffen hat. Es gab zwar auch billige Kompaktkameras mit CMOS-Sensor, die waren allerdings entsetzlich lichtschwach und damit rauschfreudig.

Das hat damit zu tun, dass bis dahin bei CMOS-Sensoren die elektrischen Verbindungen zwischen der Sensoroberfläche und den lichtempfindlichen Photodioden lagen. Sie waren somit im Lichtweg und absorbierten etwa die Hälfte des einfallenden Lichtes. Beim Exmor-R-Sensor war es Sony gelungen, die Leitungen unter die Photodioden zu verlegen und die Lichtausbeute so erheblich zu erhöhen. Den Sensor verkaufte Sony auch an andere Hersteller. Er war z.B. auch in der Ricoh CX3 eingebaut.

Party-Shot

Auf den Abbildungen ist die Kamera auf einer Art „UFO“ zu sehen. Auf den ersten Blick könnte es eine etwas zu groß geratene Dockingstation sein, mit der man diese aufladen und Daten übertragen kann.

Irrtum! Es handelt sich um das separat zu erwerbende IPT-DS1 Party Shot. Sony hat sich hier etwas ganz Neues ausgedacht. Unter Fotografen wird ja schon seit Generationen über die „Motivklingel“ als wünschenswertes und eigentlich nicht realisierbares Feature gespottet. Das IPT-DS1 Party-Shot ist tatsächlich bereits einen Schritt weiter und übernimmt nicht nur die Motivsuche, sondern rationalisiert den menschlichen Fotografen sogar ganz weg.

Die Idee besteht darin, die Kamera auf die Vorrichtung zu stecken und beides einzuschalten. Das IPT-DS1 beginnt daraufhin, sich langsam hin und her zu drehen und die Kamera dabei auf und ab zu neigen. Wenn die Kamera dabei mittels ihrer Gesichtserkennung lohnende Ziele erkennt, wird ein passender Bildausschnitt gesucht und dazu sogar gezoomt. Wenn die so anvisierten Personen nun auch noch lächeln, werden sie sofort fotografisch festgehalten. Man kann die Kamera mit Party-Shot also auf den Tisch stellen und hat nach einer Weile viele Bilder gut gelaunter oder zumindest mehr oder weniger dämlich grinsender Gäste.

Im Selbstversuch hat mich das Party-Shot mit aufgesetzter DSC-TX1 nach etwas Gedrehe und Geschwenke tatsächlich gefunden. Ein zaghaftes Grinsen später war auch ein Bild von mir im Kasten. Leider scheint das bei Menschengruppen nicht ganz so gut zu klappen. Erstens werden wohl meist nur Portraits fotografiert und dabei manche Personen gänzlich ignoriert, weil sie dem Algorithmus nicht in den Kram passen. Das setzt auch noch eine anständige Beleuchtung voraus, so dass der behaglich schummrige Partykeller wohl als Einsatzort ausscheidet.

Fotografen, die sich bereits durch ein 150-Euro-Spielzeug mit zwei Motorchen ersetzt sahen, können also wieder aufatmen. Das IPT-DS1 bekam zwar mit dem IPT-DS2 noch einen Nachfolger, der deutlich mehr unterschiedliche Kameras unterstützte, danach war aber Schluss. Offenbar knipsten die meisten Kamerakäufer doch lieber selbst.

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