Leaf Systems Lumina

     

Diese Kamera ist ein ziemlich wuchtiger Klotz und der Hersteller hat ihr ein kurioses Gehäuse verpasst – jede Seite ist anders schräg und gekrümmt, die Oberseite ist seltsam gestuft und dort befinden sich auch die beiden einzigen Bedienelemente, die man mit etwas Phantasie als Einschalter und Auslöser identifizieren kann.

Das ganze Gebilde ist erkennbar nicht als Kamera zum in der Hand halten gedacht – dafür wäre sie auch schon deswegen kaum zu gebrauchen, da sie weder über einen Akku noch über einen Speicher verfügt und somit nur in Verbindung mit einem Netzteil und einem per SCSI verbundenen Computer funktioniert. Es ist also eine reine Studiokamera und wurde in den 90er Jahren beispielsweise zum Anfertigen hochwertiger Produktbilder genutzt.

Technisch arbeitet die Leaf Lumina ähnlich wie ein Flachbettscanner. Der Zeilensensor wird dabei über die Bildebene bewegt. Das Motiv darf sich währenddessen nicht bewegen, was den Einsatzbereich auf unbelebte Objekte reduziert. Diese werden dann allerdings mit für die damalige Zeit ziemlich imposanten 9 Megapixeln eingefangen. Diese entstehen durch je einen Zeilensensor pro Grundfarbe, so dass jedes einzelne Pixel aus drei Scanwerten zusammengesetzt wird. Von der Theorie her spielt die Kamera somit eher in der 12-Megapixel-Klasse.

Vorn an der Kamera befindet sich ein Nikon-F-Bajonett, im Lieferumfang war normalerweise eine dazu passende Festbrennweite von Sigma (50mm/F2,8). Fokus und Blende muss man allerdings von Hand am Objektiv einstellen, die Kamera kann das Objektiv nicht ansteuern. Um das Motiv anzuvisieren und die Schärfe einzustellen gibt es auf der Kamerarückseite einen Sucher, der in einer Linie mit dem Objektiv angebracht ist. Dadurch sind keine Umlenkspiegel oder Prismen erforderlich. Der Zeilensensor ist vor der Aufnahme außerhalb des Bildbereichs.

Was die Bildqualität angeht, gehen die Meinungen bei der Lumina weit auseinander. Schwächen bei der Farbwiedergabe kann man in der Nachbearbeitung korrigieren, viele Defizite durch optimale Beleuchtung ausgleichen. Problematisch sind eigentlich nur Bildstörungen, die auftreten können, wenn der Sensor "übersteuert", z.B. bei reflektierenden Oberflächen.

Für die Leaf Lumina gab es ein Photoshop-Plugin für den Mac und eine Scan-Software für PCs. Beides liegt uns vor. Da der Betrieb am Mac für mich unkomplizierter war, habe ich die nachstehenden Bilder mit diesem aufgenommen. Die Software erwies sich als leicht zickig. Für beste Bildqualität empfiehlt es sich, für das abzulichtende Setup eine automatische Kalibrierung durchzuführen, was schon mal eine Viertelstunde dauern kann. Die eigentliche Aufnahme dauert danach nochmal etwa genauso lange. Danach habe ich das Schuhpärchen ausgetauscht und ohne erneute Kalibrierung aufgenommen. Das hat offenbar nicht richtig geklappt, aber Photoshop konnte den verunglückten Weißabgleich reparieren. Bei dem Bild der Rechenmaschine wurde dann wieder kalibriert, aber die Lumina war jetzt aus unerfindlichen Gründen viel schneller fertig. Das Ergebnis überzeugt aber nicht so richtig. Ich werde gelegentlich weitere Experimente machen.

Beispielbilder

rote Schuhe, unbearbeitet, 09.12.2018
rote Schuhe, bearbeitet, 09.12.2018
Mignon Schreibmaschine, unbearbeitet, 09.12.2018
bunte Schuhe, unbearbeitet, 09.12.2018
bunte Schuhe, bearbeitet, 09.12.2018
Schubert Rechenmashcine, unbearbeitet, 09.12.2018
Schubert Rechenmaschine, bearbeitet, 09.12.2018

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