„Biogon“ gegen „Biogon“ auf der 24 Megapixel Vollformat Nikon Z6

Exakter Jupiter-12 2,8/35 mit Leica M39 Schraubanschluss gegen Jupiter-12 2,8/35 mit Contax Messsucherkamera-Bajonett

Beides russische Nachbauten des deutschen 35 mm Zeiss Biogons. Das nach der M39 Schraubversion erworbene Jupiter-12 2,8/35 mit Contax Messsucherkamera-Bajonett zeigte beim Fokussieren merkwürdige Punkte, die sich beim Fokussieren um die optische Achse drehten. Je mehr die Blende geschlossen wurde. OK, f/22 ist kein Maßstab, aber bei Blende f/11-16 sollte eine derartige Störung nicht zu sehen sein.

Also blieb dieses 35er erstmal im Depot. Entsprechend wurde zum ersten Versuch mit der M39-Schraubversion losgezogen. Selbst in dieser kleinen 4 MP Abbildung ist die „Links-Schwäche“ dieses M39-Exemplars nicht zu übersehen.

Jupiter-12 2,8/35 mit Leica M39 Schraubanschluss

Also nochmal der Griff zur Version mit Contax-Bajonett und den merkwürdigen „Drehpunkten“. Trotz intensiver Suche mit einer starken LED-Leuchte ins Objektiv, ließ sich der Fehler nicht erkennen. Konsequenz: Zerlegen des 35ers, was mit vorhandenem Spezialwerkzeug überraschend gut gelang. Alle zugänglichen Linsenoberflächen wurden mit Geschirrspülmittel gereinigt. Nach Abtrocknen mit weichem Papier und Mikrofaser wanderten die drei Linsen 1 Stunde bei 90 Grad in den Umluftbackofen. Nach der finalen Montage des Jupiter-12 2,8/35 mit Contax Messsucherkamera-Bajonett Kontrolle im Sucher. Ja, die rotierenden Punkte sind noch da. Aber deutlich weniger sichtbar. Exakter erst ab Blende 16. Damit kann ich leben!

Danach mussten die beiden Russen-Biogone gegeneinander antreten. Testobjekt im trockenen, warmen Zuhause war mein bewährtes Buchregal. Vorweg, das M39-„Biogon“ verschwindet im Depot, das Contax-Bajonett „Biogon“ geht in den Gebrauch.

Sehen Sie selbst:

Blendenreihe

Volle Auflösung: 24 Megapixel, Blende f/5.6

Ganz schnell, bevor er wieder weggeschmolzen war … Jupiter 12 auf der Nikon Z50

Nikon Z50?

Aus einem ganz simplen Grund. Es musste schnell gehen, und die Z50 hat den von vielen Leuten belächelten Miniblitz zum Ausklappen! Der beim trüben Wetter genau das winzige bisschen "Sonne" lieferte, das ich wollte. Ich hatte keine Lust die Z6 mit dem vergleichsweise riesigen Nissin Blitz mitzunehmen …

Das war so nicht geplant …

Ich hatte mich beim schnellen Rundgang durch den abendlichen Stadtteil so auf die Motive konzentriert, dass ich gar nicht bemerkte, dass die Nikon Z6 noch im 1:1 Seitenverhältnis stand – vom Spaziergang mit dem Industar-69 2,8/28. Egal. Das Jupiter-12 überzeugt auch bei Blende f/2,8-4 und ISO 6400 auf der Nikon Z6. Natürlich gibt es auch noch einen Gang im vollen 24 x 36 mm Kleinbildformat!

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Unübersehbar fordert die moderne Vollformatkamera das ab 1950 produzierte Jupiter-12. Was mich nicht daran hindern wird, damit weiter auf Bilderjagd zu gehen! Und nur damit – fast. Alternativ kommen noch weitere 35er zum Einsatz. Als da wären:

  • 1,4/35 mm MF Nikkor
  • 1,8/35 mm AF-S DX Nikkor
  • 2,8/35 mm MF Nikkor
  • 2,8/35 mm Minolta MC Rokkor
  • 2,8/35 mm MF Tokina

Hier ist schon einiges probiert und gelistet.

Ganz sicher werde ich nicht in diese nur als Silhouette dargestellten 35 mm Objektive investieren:

Größenvergleich

Das war jetzt wie beim Eiskunstlauf nur die Pflicht, das langweilige Bücheregal. Die Kür – "anständige" – Fotos gibt es weiter in 2021. Dann auch im 24 x 36 mm Vollformat! Wer sich für diese wirklich interessanten russischen Nachbauten interessiert, sollte unbedingt die Homapge von Guido Studer besuchen. Hier ist alles zu den russischen Objektiv-Nachbauten in Abbildungen, optischen Daten, Linsenschnitten und so weiter nachzulesen!

Ralf Jannke, Jahreswechsel 2020/2021

Wird fortgesetzt! Mit "anständigen" ;-) Fotos. Und die Z6 bekommt noch einen kompakten Nissin i400.

Kommentare (1)

  • Christian Zahn
    Christian Zahn
    am 29.01.2021
    Den preiswerten Nissin i400 kann ich empfehlen! Ich nutze ihn an der Fuji X-E2.
    Klein, leicht und lichtstark für die Nicht-Größe (wie haben die Konstrukteure neben den 4 Mignonzellen noch die Elektronik in den Fuß bekommen? Gefaltet? Der Metz 400 war erheblich größer).
    Ein wundervoll einfaches Benutzer-Interface: An/Aus, Auto-Manuell-TTL-Drehschalter und ein Drehrad für die Belichtungskorrektur bzw. den manuellen Teillichtungswert. Zum Aufhellblitzen mit Korrektur nur ein bisserl am Rad drehen, nicht irgendwelche Knöpfe an der Kamera drücken und was anderes drehen. Und man sieht es sofort, was man eingestellt hat, auch nach einer längere Fotopause. Aber Obacht: Das Modusrad muß auf TTL stehen, nicht auf "A". Nur dann wirkt die Korrektur (erkennbar an der weißen LED neben dem Rad als Indexmarke).
    Einziger Nachteil: Das Drehrad rastet in der 0-Stellung nicht anders als bei den anderen Werten, verstellt sich also zu leicht aus der Null-Lage.

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