Aus einer Laune und dem durchschaubaren Versuch bestimmte und völlig überteuerte Kompakt-Digitalkameras zu "hypen", obwohl eBay und Flohmärkte vor nicht mehr gewollten Kompakt-Digitalkameras fast überquellen, entwickelte sich bei mir im Frühjahr die Idee der „Black Beauties“.
Voraussetzung
- Kompaktkamera
- Gehäusefarbe profischwarz oder zumindest überwiegend schwarz.
- Auflösung </= 12 Megapixel
- Idealerweise zum Monitor (=LiveView) einen optischen Sucher
Und ein Hintergedanke zu diesen Beiträgen war sicher auch, dass die Kompaktkameraklasse von Systemkameras ohne und mit Spiegel doch extrem in die Ecke gedrängt wurde. So dass es erst jetzt im Herbst weitergeht …
Nachdem sich schnell gezeigt hatte, dass sich 16 Megapixel zwar toll anhören, qualitativ auf einem zu kleinen Bildsensor aber so kontraproduktiv sind, dass die Gesamtschärfe tatsächlich unter der von "nur" 10 Megapixel Kameras liegt.
Um zu dem Thema bei Korrespondenz mit Sammlerkollegen und Mit-Author Christian Zahn von Christian dann auch folgendes zu lesen:
Ja, die Nikon Coolpix (P310) mit 16 Megapixeln. Da habe ich ein paar von "durch" und der Satz mit "10 bis 12 Megapixel sind bei einer Kompaktkamera mit Minisensor die Grenze" stimmt auch bei ihr.
Im Kompaktkamera Testbericht: Nikon Coolpix P310 schreibt Digitalkamera.de auch unmissverständlich:
>>Immer wieder wird behauptet, dass höher auflösende Kameras gegenüber ihren Vorgängern eine schlechtere Bildqualität hätten. Da sich P300 und P310 genau hier unterscheiden, waren wir gespannt auf den ultimativen Test der 310 in Bezug zur Vorgängerin P300. (…) Erstaunt hat uns der Vergleich der Auflösung der P300 und P310. Obwohl die P310 über 30 Prozent mehr Pixel besitzt, maßen wir eine um etwa 20 Prozent geringere Auflösung. (…) Fazit Konnte das Vorgängermodell P300 noch mit einer ordentlichen Bildqualität überzeugen, patzt die P310 hier. Obwohl der Bildsensor 30 Prozent mehr Pixel besitzt, löst sie 20 Prozent weniger auf! Während die P300 bis ISO 400 Texturen gut auflöste, schafft die P310 dies nur bis ISO 200. Die zwölf Megapixel der P300 gewinnen also eindeutig gegen die 16 Megapixel der P310. Im Anschluss an den Bericht folgen die MTF-Charts. <<
Und zur Canon PowerShot G11 schrieb digitalkamera.de:
>> Canon hat die Auflösung des 1/1,7"-Sensors im Vergleich zur Vorgängerin der G11 um rund ein Drittel auf 10 Megapixel reduziert. Die Vorgängerin G10 hat 14,7 Megapixel! Damit wächst die lichtempfindliche Fläche pro Pixel deutlich. Davon profitiert das Rauschverhalten sicht- und messbar: Bis ISO 800 ist es auf einem niedrigen Niveau, erst bei höheren ISO-Werten steigt es gemächlich an. Zwar zeigt auch die G10 ein ähnlich gutmütiges Rauschverhalten (…), im direkten Vergleich machen die Aufnahmen der G11 allerdings eine wesentlich bessere Figur (…) So darf sich die G11 mit einer der besten Noten fürs Bildrauschen schmücken, die unser Testlabor je für Kompaktkameras vergeben hat! In der Praxis heißt das: Bis ISO 200 ist das Rauschen exzellent niedrig, und bei ISO 400 ist die Bildqualität mehr als brauchbar. Noch höhere ISO-Stufen können ambitionierte Ansprüche dann aber nicht mehr erfüllen, eignen sich jedoch prima fürs heimische Fotoalbum. <<
Dem Letzteren muss ich widersprechen! Sowohl die ISO 800, 1.600 und 3.200 sind beherrschbar. O.K. 2012 gab es noch nicht die sensationell gute Rauschreduzierung durch die Adobe Lightroom KI.
Mit dem Wissen sollten nach der
- OLYMPUS STYLUS XZ-10 (12 MP)
- Nikon COOLPIX P310 (16 MP)
- Canon PowerShot G11 (10 MP)
- Canon PowerShot SX210 IS (14 MP)
- OLYMPUS µ-9000 (12 MP)
noch zwei Vertreter kommen.
Nach den oben genannten, verlinkten Kandidaten habe ich zunächst noch zwei Kompaktkameras "gefunden", die noch mit in die Reihe der "Black Beauties" sollen
Das ist nach der kernigen 7 Megapixel Canon PowerShot S70, die 2017 (!) das letzte Mal im Einsatz war die 2005 vorgestellte 9 Megapixel FUJIFILM FinePix E900. Die nur ein Jahr später, 2018 in Aktion war und seitdem nicht mehr. Auch sie weicht von der extremen Kompaktform ab, ist aber schwarz ;-) Gesucht, gefunden, die E900. Akkus und Speicherkarte eingeschoben, eingeschaltet, Datum und Uhrzeit eingegeben: LÄUFT!
Spezifikation – die wichtigsten Parameter
- Vorstellungsjahr 2005
- Abmessungen/Gewicht: 102 x 63 x 34 mm, 200 g
- 1/1,6" 8,1 x 6 mm Super-CCD-Sensor, Cropfaktor 4,3, Pixelpitch 2,3 µm
- Empfindlichkeit je nach Speicher- und Betriebsart Auto-ISO oder ISO 80 - 800
- Maximale Auflösung 3.488 x 2.616 Bildpunkte, 9 Megapixel, Video 640 x 480, 30p
- Speicherung als JPEG in verschiedenen Qualitäten und RAW, Video AVI
- Speichermedium xD-Karte
- Objektiv ist ein 2,8-5,6/32-128 mm (@KB) 4-fach Zoom
- Die Entfernung kann manuell eingestellt werden oder automatisch. Im Einzel-AF-Betrieb (AF-S), Nachführ-AF (AF-C)
- Serienbilder mit 1,5 B/s, Selbstauslöser mit 2 oder 10 s Vorlaufzeit
- Das Motiv kann stromsparend über einen optischen Sucher oder über einen 2“ TFT LCD Monitor erfasst werden
- Belichtungsmessung mittenbetont, integral, über mehrere Felder (Matrix) oder punktförmig als Spot gemessen
- Belichtungssteuerung manuell oder durch Programm-, Zeit- oder Blendenautomatik, die Belichtungszeiten bewegen sich zwischen 15 bis 1/2000 s
- Der eingebaute Blitz reicht im Weitwinkelbetrieb 3,7 m weit und bietet die üblichen Einstellungen: An/Aus, Automatik, Aufhellblitz, Langzeitsynchronisation, Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang, Rote-Augen-Reduktion
- Der Weißabgleich erfolgt wahlweise automatisch, mit den Voreinstellungen Wolken, Sonne, Glühlampen-, Blitzlicht, Leuchtstofflampe mit 2 Voreinstellungen
- Energieversorgung über zwei 1,2/1,5 Volt Akkus oder Batterien der Größe AA
Einziger Nachteil ist Fujis Speicherwahl — xD-Karte. Meine größeren xD-Karten mit 512 MB, 1 und 2 GB liegen alle 1000 km weg im Norden … So muss ich mich hier mit drei 256 MB und mehreren 128 MB xD-Karten behelfen. Speichervolumen je Karte 13 bzw. 6 RAW-Dateien. Zur Not wird auf JPEG-Speicherung umgeschaltet. Dann passen auf die 256 MB Karte 56 JPEG Fine Fotos, auf die 128 MB Karte 28 Bilder. Das reicht dann allemal. Und Fuji kann gute JEPGs!
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Farblich habe ich möglicherweise etwas übertrieben, aber das ist reine Geschmackssache und ganz nach Wunsch einstellbar.
Zum "einstellbar"
Ich habe nicht lange gefackelt und für den zweiten — übrigens ergiebigen — Flohmarktrundgang am Wochenende die Fuji gleich im JPEG-Modus speichern lassen. Also statt mickriger 13 RAWs pro 256 MB xD-Speicherkarte 56 JPEGs! Um die dann weiter nach meinem Geschmack in Lightroom dramatisch nach SW zu konvertieren oder nach Geschmack farblich "fein-zu-tunen". Alle Aufnahmen mit ISO- und Programmautomatik.
So wie zuvor die Canon PowerShot S70 werde ich auch die FUJIFILM FinePix E900 nicht in den Untiefen meiner Digitalkamerasammlung versenken. Diese über 20 Jahre alten Digitalkameras haben auch heute Charme und Stil. Die Auflösung reicht immer für mein Fotojahrbuch und den Kalender!
Ralf Jannke, Mai/September 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 16.09.2026 |




















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