CANOMATIC M 70: Mit ihr wurde der erste Film des heute ausgestorbenen quadratischen Kodak Instamatic Filmformats belichtet.
Ich hatte von Sammlerkollegen und Mitautor Christian Zahn zwei AGFA HDC plus 200/24 PAK geschenkt bekommen, die er jahrelang in der Tiefkühlbox gelagert hatte. Ein Film hatte irgendwie "gefressen", war verklebt, er ließ sich nicht transportieren. Der andere war verwendbar.
Was es mit dem blauen Aufkleber auf der vor der CANOMATIC M 70 liegenden Kassette auf sich hat, wird im Folgebeitrag erklärt!
Ausgeguckt als Kameras für das quadratische 28,6x28,6 mm Instamaticnegativformat waren die im Vergleich zu den primitiven Kodak Plastik-Instamatics diese Sucherkameras mit mehrlinsigen Objektiven:
- Canon CANOMATIC C30
- Canon CANOMATIC M 70
- Minolta AUTOPAK 700
Die (englischen) Manuals zu den Kameras:
Die CANOMATIC C30 erwies sich beim genauen Hinsehen auch nach Einlegen der exotischen Knopfzelle als defekt, die CANOMATIC M 70 lief. Sogar mit batterieloser Programm-Selen-Belichtungsautomatik. Die zwei einzulegenden 1,5 Volt AAA Batterien sind für den motorischen M 70 Filmtransport. Der zwar furchtbar jaulte, aber seinen Job nach jeder Aufnahme erledigte. Mit dieser Canon wurde der AGFA HDC plus 200/24 PAK Farbfilm belichtet, selbst entwickelt und digitalisiert.
Die "schrägen" Trash-/Grunge-/Junk-Fotos sind unten zu bewundern ;-)
Wie die Instamatic-Filmkassetten gefahrlos zu öffnen waren, um an den zu entwickelnden Film zu kommen, war zügig gegoogelt. Dabei wurde auch die Kassette mit dem verklebten Film geknackt. Im lichtlichten Wechselsack etwas fummelig, aber erfolgreich.
Und die jetzt leeren Kassetten?
Die werden nach Internetanleitung befüllt — mit ISO 200 SchwarzWeiss Negativfilm! Diese Kassetten gehen dann in die Minolta AUTOPAK 700. Deren Selenprogrammautomatik ist zwar leider defekt, aber dann wird eben mit dem Sekonic-Belichtungsmesser gemessen und manuell belichtet.
Was die Neubefüllung der Instamatic-Kassetten angeht
Nach Studium etlicher YouTube-Videos zu diesem Thema scheint es einfacher zu sein, die Original Instamatic-Kassette neu zu befüllen als die per 3D-Druck erzeugten Nachbauten!
Ich werde beides probieren, da der Nachbau im Bestand ist!
Zwei Dinge müssen bei Einsatz der mit gewöhnlichem Kleinbildfilm wieder befüllten Instamatic-Kassette unbedingt bedacht werdem.
Das Filmfenster in der Rückseite der Instamatic-Kamera muss lichtdicht abgeklebt werden! Der Original Kodak Instamaticfilm und die Nachbauten haben eine lichtdiche dünne Pappfolie, die durchnummeriert ist. Die fehlt natürlich bei der Neubefüllung!
Was die Nummerierung betrifft
Der gewöhnliche Kleinbildfilm hat eine völlig andere Perforierung als der Instamatic-Film. Konsequenz: Nach jeder Aufnahme müssen zwei Leeraufnahmen folgen.
Gezeigt im YouTube-Video "FakMatic 35mm To 126 Film Adapter!" In diesem Video geht es um den wiederbefüllbaren Instamatic-Kassetten-Adapter aber das Gesagte/Gezeigte triff auch auf wiederbefüllte Instamatc-Kassetten zu! Die entscheidende Passage kommt ab Laufminute 8. Nach jeder Aufnahme müssen 2-3 Blindschüsse mit ABGEDECKTEM Objektiv gemacht werden.
Brennweitenfrage
Rechnet man die Formatdiagonalen vom 24x36 mm Kleinbild- und vom quadratischen 28,6x28,6 mm PAK-Film, bekommt man fast gleiche Zahlen: 43,3 mm bzw. 40,4 mm. Die 43,3 mm des Kleinbildformats wurden über die Jahrzehnte großzügig zum 50 mm Normalobjektiv hochgerundet. Das kann man auch fürs Instamaticformat gelten lassen. Das Normalobjektiv in diversen Kameras für Instamatic-Film liegt um 40 mm Brennweite.
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Den Begriff "Qualität" lassen wir in Anbetracht des trotz kühler Lagerung 23 Jahre überlagerten Uralt-Films wir mal weg. Die Freude an der Grunge-/Trash-/Junk-Fotogradie stand im Vordergrund!
Umso gespannter bin ich auf die mögliche Qualität der mit frischem SchwarzWeiss-Negativfilm geladenen Minolta AUTOPAK 400.
Ralf Jannke, August 2026
Neuen Kommentar schreiben
| Autor: | Ralf Jannke |
| Mail senden | |
| Erstellt: | 6.08.2026 |










Kommentare (0)
Keine Kommentare gefunden!