Canon PowerShot G2 und G5 Funktionstest 2025-2026 von Christian Zahn
Beide Kameras hatte ich hier vor längerer Zeit vorgestellt, zum Jahreswechsel 2025/2026 habe ich sie kurz in Betrieb genommen.
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/canon-powershot-g2-c-zahn/
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/canon-powershot-g5-mit-brennweitenkonvertern-christian-zahn
Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Die G-Serie hat bei vielen ambitionierten Fotografen erstmals die analoge Kamera verdrängen können, da sowohl Handhabung, Bildergebnisse, Bildspeicherzeiten und Bildfolgezeiten damaligen gehobenen Ansprüchen durchaus genügen konnten. Der Neupreis von ca. 1200 bzw. 900 Euro war marktgerecht. Einen ähnlich durchschlagenden Erfolg hatte wenige Jahre später die Massen-dSLR EOS 300D.
Die Bilder können als JPEG oder im Canon-RAW-Format CRW aufgezeichnet werden. Als Speichermedium dienen CompactFlash-Karten Typ I oder II. Die maximale Kartengröße für die G2 ist 2 GB, Microdrive lassen sich benutzen. Die G5 versteht Karten bis mindestens 4 GB, möglicherweise auch größere, das hatte ich aber nicht probiert.
Die Stromversorgung beider Modelle erfolgt mit einem LiIon-Akku BP-511, dieser wurde auch in vielen Canon-dSLRs verwendet, beispielsweise der 30D/60D, 10D bis 50D oder auch der 5D.
Es gibt keine PowerShot G4, nach der G3 kam direkt die G5, das ist bei etlichen japanischen Kameralinien so, weil in Fernost die „4“ eine Unglückszahl ist, ähnlich wie hierzulande die „13“. Panasonic hat keine Lumix G4 produziert, Olympus keine Pen E-P4. Nikon hingegen glaubte nicht ans Schicksal, sondern baute eine F4 bzw. D4.
Der Autofokus beider Kameras hat nur drei Felder, diese sind in der G3/ G5 verschiebbar, noch nicht in der G2.
Das Gehäuse beider Kameras ist sehr ähnlich, wobei die G3 nur in Silber zu kaufen war, die G5 hingegen in „Profischwarz“.
Das Objektiv hat kein Filtergewinde, aber der Zierring um das Objektiv kann abgeschraubt werden und mittels eines Tubus-Adapters ein Filter vor das Objektiv gesetzt werden, Außerdem gibt es Brennweiten-Konverter, die mehr Weitwinkel oder mehr Telebrennweiter erzeugen. Durch die Adapterkonstruktiom belasten diese schweren Vorsätze das labile Objektiv nicht, sondern sind direkt am stabilen Kameragehäuse befestigt.
Canon fertigte das Objektiv der G2 in großen Stückzahlen, denn es wurde nicht nur im Vorgänger G1 eingebaut, sondern auch in der Sony DSC-S75/85 sowie der Casio QV-3000/3500/4000. Sony titulierte es verschämt als „Carl Zeiss Vario Sonnar“, Casio hingegen ließ „Canon Lens AF-Zoom“ auf das Objektiv aufdrucken und verschleierte den wahren Hersteller nicht.
Die G2 bekam die aus den Spiegelreflexkameras her bekannte Mehrfeld- oder Matrix-Belichtungsmessung sowie eine E-TTL-Blitzbelichtungsmessung und einen voll TTL-fähigen Blitzschuh. In die Nachfolgemodelle wurden diese Features auch eingebaut.
Das Kameradisplay ist beweglich montiert, es kann geschwenkt und verdreht werden. Es kann sogar um 180° gedreht werden, so daß es geschützt einklappbar ist und dabei automatisch abgeschaltet wird. Bis Canon dieses Feature in seine dSLRs übernahm, dauerte es viele Jahre, erst mit der 600D von 2011 bekamen es die Amateur-Spiegelreflexkameras.
Da ein optischer Realbildsucher vorhanden ist, kann die Akkulaufzeit durch Abschalten des Displays erheblich verlängert werden. Allerdings zeigt der Sucher systembedingt aufgrund der Parallaxenfehler nicht das gesamte aufgenommene Bild, sondern deutlich weniger. Neben dem Sucher sind zwei Kontroll-LEDs für Blitz und AF vorhanden, in Verbindung mit dem Statusdisplay auf der Oberseite kann die Kamera gut stromsparend ohne Monitoreinsatz bedient werden.
Zum Herstellzeitpunkt waren Lithiumakkus noch sehr teuer und kaum von „Drittanbietern“ zu bekommen, inzwischen sind die Preise für Fremdakkus stark gesunken, so daß man heutzutage lieber das Display für die Bildausschnittswahl nimmt als den doch recht klein geratenen Suchereinblick.
Die UVP der PowerShot G2 betrug ca. 2300 DM (umgerechnet etwa 1200 Euro), der aktuelle Zeitwert ist auf 10 bis 20 Euro je nach Zustand und Lieferumfang gefallen.
Die UVP der PowerShot G5 betrug ca. 900 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei etwa 25-50 Euro je nach Zustand und Lieferumfang. Dabei muß beachtet werden, daß es seit 2015 eine PowerShot G5X und seit 2019 eine PowerShot G5X Mark II gibt, die aktuell gebraucht erheblich teurer sind.
Die Beispielaufnahmenentstanden bei 50 bzw. 100 ASA, gespeichert als JPG bzw. RAW, konvertiert mit dcRAW, bearbeitet mit Photoshop CS3. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In alle Beispiele ist ein 100%-Ausschnitt einmontiert.
Fazit 2025-2026
Beide Kameras sind inzwischen deutlich „angejahrt“, sie ließen sich zwar problemlos in Betrieb nehmen, aber Einschaltzeit, Autofokusgeschwindigkeit, Serienbildrate, Auflösung und Schreib-Geschwindigkeit sind 2001 bzw. 2003 durchaus auf der Höhe der Zeit gewesen, aber 2026 eher nicht mehr sinnvoll. Schnelle bewegte Motive sind weg, bevor die G5 scharfgestellt hat, ihr liegen statische Szenen besser. Aber auch für dokumentarische Aufnahmen nutze ich lieber jüngere Kameras, 5 Megapixel sind arg wenig. Darum habe ich auch keinen Fotoausflug gemacht, sondern die Testbilder am heimischen Tisch erstellt.
Nun kommen beide Kameras wieder in die Sammelbox und dürfen dort ihren Ruhestand genießen. Vielleicht hole ich sie in mehreren Jahren nochmals hervor und probiere, ob sie 30 Jahre nach der Produktion noch funktionieren, auch wenn sich die internen Kalender auf das Jahr 2031 bzw. 2033 gar nicht mehr stellen lassen werden.
Christian Zahn, Januar 2026
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 8.01.2026 |







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