HP Photosmart 320 Kurzbericht

Hier stelle ich eine digitale Kamera vor, die möglicherweise nicht von HP gebaut wurde, sondern nur (mit-)entwickelt und vertrieben. Da mein Exemplar defekt ist, kann ich keine Beispielaufnahmen zeigen.

Spezifikationen

  • Die Sommer 2002 vorgestellte Hewlett Packard Photosmart 320 ist 118 x 75 x 53 mm groß und wiegt ohne Akkus und Speicherkarte 160 g.
  • Der 1/2,7“ CCD-Sensor (5,4 x 4,0 mm) löst maximal 1.632 x 1.232 Pixel  auf (2,1 Megapixel Rohdaten). Die Sensorempfindlichkeit ist mir nicht bekannt. Videos sind mit 320x240 Pixeln möglich. Bilder werden als JPEG auf SD-Karten (max. 2 GB) gespeichert.
  • Das Motiv wird über einen abschaltbaren 1,5“ TFT LCD Monitor angezeigt, zusätzlich ist ein optischer Sucher vorhanden.
  • Das Objektiv ist eine 1:4,5/5,9mm (38mm @KB) Festbrennweite
  • Entfernungseinstellung entfällt, das Fixfokus
  • Belichtungssteuerung Vollautomatik, Belichtungszeiten 2 bis 1/1000 sek.. Selbstauslöser mit 10 s Vorlaufzeit
  • eingebauter Blitz mit ca. Leitzahl 6
  • Weißabgleich automatisch oder manuell
  • keine Bildstabilisierung
  • Energieversorgung über 4 Mignonzellen

Besonderheiten

Hewlett Packard wurde bereits 1939 in einer Garage im heutigen Silicon Valley in Palo Alto, Kalifornien, USA, gegründet. William Hewlett und David Packard bauten als erstes Produkt einen Tonfrequenzgenerator, zu den ersten Kunden zählte Walt Disney. Später baute HP elektronische Messgeräte, 1972 den ersten wissenschaftlichen Taschenrechner mit umgekehrter polnischer Notation HP35. Diese ist für den Menschen ungewöhnlich (statt „33 + 44 =„ tippt man an einem HP-Taschenrechner „33 (Enter) 44 (Enter) +“ und bekommt sofort das Ergebnis angezeigt.

HP stellte im Lauf der Jahre auch etliche Computer her, darunter Mainframes für Rechenzentren, aber auch „Kleincomputer“ für das Büro. Nachdem der IBM-PC erfolgreich war, stellte HP ebenfalls Computer mit MS-DOS und später Windows her, darunter auch „Workstations“ mit überdurchschnittlicher Rechen- und Grafikleistung zu gehobenen Preisen. Die HP-Laserdrucker und HP-Tintenstrahldrucker stellten für längere Zeit den Standard dieser Klassen, der Laserwriter 6 oder der Deskjet 500C waren zwar recht teuer, aber dank enorm überdimensioniertem mechanischem Aufbau fast unverwüstlich. Viele Drucker anderer Hersteller „emulierten“ die Funktionen dieser Geräte und ließen sich mit HP-Treibern benutzen.

Von etwa 1997 bis 2007 vertrieb HP auch digitale Kameras, die sie sich zu Anfang von Konica bauen ließen, spätere Modelle scheinen von HP selbst (mit-)entwickelt worden zu sein, aber wohl immer als Auftragsfertigung von einem anderen Hersteller gebaut worden zu sein. So ist z.B. die HP C912 eine Pentax El-2000.

Photosmart hießen alle HP-Digitalkameras, die allererste noch ohne Zahl dahinter, die späteren bekamen auch einen Buchstaben und eine dreistellige Zahl als Typbezeichnung.

Die Photosmart 320 ist eine sehr einfache Kamera, die nur ein Fixfokus-Objektiv fester Brennweite eingebaut hat.

Die Stromversorgung erfolgt mit vier fast überall erhältlichen Migonzellen.

Das Objektiv liegt frei, somit ist keine Streulichtblende erforderlich bzw. möglich, ein mechanischer Objektivschutz ist ebenfalls nicht vorhanden.

Das abschaltbare Display ist sehr klein, es dürfte nicht sehr hochauflösend sein. Zusätzlich ist ein optischer Durchsichtsucher vorhanden, der wie allgemein üblich weniger zeigt, als auf den Aufnahmen zu sehen sein wird.

Für die Schnittstellen sind Spezialkabel erforderlich, USB- und Netzteilbuchse- und Videobuchse sind zu einer Kombibuchse zusammengefaßt, die in eine optionale Dockingstation paßt, an der Norm-Buchsen angebracht sind. In der Kamera kann für jedes Bild festgelegt werden, was nach Anschluß der Kamera an einem Computer bei aktiver Internet-Verbindung gemacht werden soll, es kann dann automatisch gedruckt werden oder an eine festgelegte eMail-Adresse versendet werden uvm.

Als Speichermedium dienen SD-Karten bis ca. 2GB.

Der Gehäuseblitz ist fest eingebaut. Die Blitzbelichtung erfolgt mit ziemlicher Sicherheit nicht TTL, sondern durch eine klassische Blitzmessung mit eigener Meßzelle oder vielleicht völlig ohne Belichtungsmessung mit immer „Vollast“ abfeuernder Blitzleuchte.

Die UVP der Photosmart 320 betrug ca. 250 DM (125 Euro). Dafür gab es 2002 nur einfachste Technik. Ich bekam das gezeigte Exemplar 2018 geschenkt.

Beispielaufnahmen

Da mein Exemplar leider einen Totalschaden hat (es lädt sich nicht einschalten), kann ich keine Beispielbilder zeigen.

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Das Gehäuse der Photosmart 320 besteht aus billigen Plastikteilen. Alles, was metallisch schimmert, ist lediglich silber lackierter grauer oder schwarzer Kunststoff.

Ein Urteil über die Bildqualität kann ich aufgrund des Defekts meines Exemplars nicht abgeben.

Fazit: eine digitalkamerahistorisch uninteressante Kamera (weil Dutzendware), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen vermutlich ungeeignet.

Christian Zahn

 

Kommentare (1)

  • Siyar Ali Scheuerer
    Siyar Ali Scheuerer
    am 31.07.2021
    Sehr interessanter Artikel!

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