Zum Abschluss mal keine Adaption, sondern einfach ein Objektiv mit Nikon F-Bajonett auf eine Nikon DSLR
2024 lief mir ein sichtlich gebrauchtes AUTO REVUENON MC ZOOM 1:4.0-5.6 f=28-200mm mit Nikon F-Anschluss für 10 Euro beim Flohmarktrundgang über den Weg. Entfernungs- und Zoomring funktionierten, einwandfreie Blendenfunktion! Was ich da nicht bemerkt hatte, war der Belag auf einer der hinteren Linse. Was natürlich zu reichlich flauen Fotos führte. Dennoch ging Zoom versuchsweise auf die 24 Megapixel Vollformat Nikon Z6. Erster Eindruck: Kontrastarm, flauer, weicher, noch unschärfer, am "matschigsten" … Wobei mit Adobe Lightroom per Kontraststeigerung das meiste tatsächlich zu retten war. Denn unscharf war/ist dieses 7-fach Zoom trotz des großen Brennweitenbereichs nicht!
Die Erklärung des "Weichzeichners" war einfach
Jetzt zwei Jahre später wurde endlich mal genauer hingeschaut, woran die schlechte Abbilddungsleistung des REVUE-Zooms liegt. Im Beitrag "ENNA PORST REVUE M42 Teleobjektive mit Linsenbelag" die Erklärung. Billige Kunststoffe, die ausdünsten und dessen Dämpfe sich auf den Linsen niederschlagen. Oder Beläge durch Schmiermittel, die auf Linsenoberflächen landen. Problem: Die Linsen liegen natürlich im Inneren des Objektivs. Um die Linsen zu reinigen, muss das jeweilige Objektiv zerlegt werden.
Im Fall des AUTO REVUENON MC ZOOM 1:4.0-5.6 f=28-200mm war zu sehen, dass der Belag auf einer der Linsen in der hinteren Linsengruppe auf der Bajonettseite lag. An den Linsenblock war nach Demontage des Bajonettrings relativ leicht zu kommen. Um den Block dann weiter zu zerlegen. Mit Hilfe von zwei kleinen Rohrzangen. Ziemlich brachial und so vorsichtig wie möglich. Aber nur so waren die fest sitzenden Einzelteile auseinanderzudrehen. Um dann Linse für Linse zu kontrollieren und zu reinigen.
Der Erfolg der Linsenreinigung war gleich bei den ersten Fotos zu erkennen!
Sicher stellt die bewusst gewählte Nikon D1 mit ihrem 15 x 23 mm APS-C Sensor und 2,7 Megapixel Auflösung keine große Herausforderung an das Zoom. Aber die D1 sollte nach 2025 auch erneut auf Funktion getestet werden. Ist die Nikon D1 neben der etwas eleganteren und leichter zu bedienenden aber defekten D1H – Sensor-Tod, alle aufgenommenen Fotos sind schwarz – und mittlerweile auch defekten D1X meine letzte funktionierende D1! Da die D2Hs und D2X 2026 bereits erfolgreich benutzt wurden, kam die D1 dran. Zumal die auch den Mitnehmer für den Blendenring des Objektivs bietet. Der beispielsweise der höherauflösenden 6 MP Nikon D70/s und D100 fehlt.
Spezifikation
- Herstellungsjahr 1980er
- Hersteller vermutlich Sirius, Korea
- Abmessungen/Gewicht: Ø 75 mm, Ø-Filter 72 mm l 145/165 mm (Brennweite 28/200mm) 812 g
- Optischer Aufbau 15 Linsen in 14 Gruppen
- Die Blende besteht aus 6 Lamellen, kleinste Blende f/22
- Nahdistanz 28-50mm Brennweite 2,5 m, ab 75 mm 1,8 m, 50 mm Makro-Einstellung 1:7 - 1:4
- Verfügbar mit diesen Anschlüssen C/Y (contax/yashica), Canon FD, FDn, Nikon F (FX, DX), Olympus OM, Pentax K, Minolta SR (MD, MC)
- Auch als Hanimex. Kalimar, REVUNON (QUELLE). Samyang
Auf der Crop 1,5 Halbformat DSLR ist das 28-200 mm Zoom ein KB-äquivalentes 42-300 mm Objektiv!
Das halte ich für ausbaufähig! Das erste Foto noch mit dem ungereinigten 28-200. Durch das Banding (Streifenbildung) hönnte das Foto der noch geünen Hortensie glatt als Leinenuntergrund eines Öl-Gemäldes durchgehen ;-) Bei Originalgröße muss man schon ganz genau hinschauen. Trotz Entrauschung ist der Rest Banding Tribut an die jetzt 27 Jahre alte Nikon D1. Die man besser nicht über ISO 400 "fährt" und nicht unterbelichtet, um die Tiefen dann hochzuziehen. Das zweite Foto nach Reinigung des Zooms. Wobei in diesem Fall erstmal das Fenster gereinigt werden müsste ;-) Aber mir gefiel das Licht …
Zwei Fliegen mit einer Klappe ;-)
Für eine schnelle Funktionskontrolle wurde das gereinigte (Linsenbelag) 28-200 mm REVUENON schnell auf die Nikon D100 montiert. Die auch seit Frühjahr 2025 nicht mehr in Betrieb war … Auch wenn es bei der D100 etwas fummeliger bei der Belichtungsmessung/-steuerung zugeht, weil der Blendenmitnehmer für Objektive mit Nikon AI-F-Bajonett fehlt.
Zu den beiden Kameras
Die Minolta V2 ist die zweitschnellste Messsucherkamera der Welt mit einem Zentralverschluss, der 1/2000 s bot. Übertroffen nur noch von der Minolta V3, die 1/3000 s schaffte! Und daneben die (ost)deutsche WERRA 1. Der Werra-Zentralverschluss schaffte im Unterschied zu hunderten anderen Kleinbildsucher- und Spiegelreflexkameras 1/750 s. Der japanische/westdeutsche Rest endete bei 1/500 s. Ich will mit der Werra im Urlaub versuchsweise blitzen. Natürlich mit 1/750 s.
Für das Foto wurde das 28-200 mm kurz auf die 16 Megapixel Vollformat Nikon D4 montiert …
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Ganz sicher kein Premium-Zoom, das AUTO REVUENON MC ZOOM 1:4.0-5.6 f=28-200mm. Aber ich liebe solche Objektive, denen man ansieht, dass sie benutzt wurden! Die einzige Verbesserung, die ich dem 28-200 noch spendiert habe, das ist eine Streulichtblende für die wirklich extrem weit vorne liegende Frontlinse. Natürlich ist eine Frontlinse immer vorne ;-) Aber die hier liegt ganz offen! Vielleicht liefert die Blende etwas Kontrast, wenn kein seitliches Licht auf die Frontlinse fällt. Und sie bietet ja auch einen gewissen mechanischen Schutz!
Für das aktuelle Tropenklima geht das wuchtige 28-200 mm jetzt erstmal wieder in die Box. Die Nikon D1 bekommt noch ein, zwei Runden mit "Marscherleichterung". Mit dem kompakteren, im Februar für 15 Euro mitgenommen und sichtlich gebrauchtem, technisch aber einwandfreiem Nikon Zoom-NIKKOR 35~105mm 1:3.5-4.5 AI-S.
Ralf Jannke, Juni/Juli 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 24.06.2026 |











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