Nikon D1X Kurzvorstellung/Nachtrag von Christain Zahn
Hier stelle ich eine frühe professionelle Nikon-Spiegelreflexkamera mit einer ganz speziellen Pixelanordnung auf dem Sensor vor. Sie war die Nachfolgerin der zwei Jahre älteren D1. Ralf Jannke hat sie hier bereits mehrfach präsentiert und hat den Defekt dieses Exemplares auch schon dokumentiert.
https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/nikon-dslr-d1x-d1h-d1-update/
https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/nikon-d1x-2023/
https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/nikon-d1x-funktionscheck-2025/
Spezifikation:
- Die 2001 vorgestellte Nikon D1X ist 157 x 153 x 85 mm groß und wiegt 1200 Gramm.
- Der APS-C große CCD-Sensor (23,7x15,7 mm) löst maximal 4024 x 1324 Pixel (5,47 MP) nativ auf bzw. es können 3008 x 1960 Pixel ausgegeben werden, mit Hilfe von RAW-Konvertern auch 4016 x 2616 Pixel. Der Pixelpitch beträgt 8,3µm. Automatisch oder manuell sind 125 bis 800 ASA möglich. Die Bilder werden als JPEG, TIFF oder NEF (RAW mit 12 Bit Farbtiefe) auf CompactFlash-Karten (max. 2 GB) gespeichert.
- Das Objektiv-Bajonett ist das Nikon-AF-Bajonett
- Das Motiv wird über einen Spiegelreflexsucher mit superheller Mattscheibe angezeigt. Zur Bildkontrolle ist ein 2“ TFT LCD Monitor mit 130.000 Subpixeln vorhanden, der auch die Menüsteuerung übernimmt. Außerdem gibt es ein beleuchtbares SW-LCD-Schulterdisplay sowie ein rückseitiges Statusdisplay zur Anzeige wichtiger Aufnahme- und Kameraparameter. Live-View bzw. Videos sind nicht möglich.
- Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S), kontinuierlicher Autofokus (AF-C) oder manuelle Scharfstellung, Ermittlung durch Phasenkontrastsensor im Spiegelkasten, mittels teildurchlässigem Hauptspiegel und Hilfsspiegel abgegriffen. 5 Linien- bzw. Kreuzsensoren, aktives AF-Feld im Sucher dauerhaft schwarz markiert, bei Dunkelheit kurz rot aufleuchtend
- Belichtungssteuerung durch Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik oder manuelle Nachführmessung, 3D-Matrixmessung, mittenbetont integrale oder an aktiven AF-Punkt gekoppelte Spotmessung. Belichtungszeiten 30s bis 1/16000 sek., Belichtungskorrektur +/-5 Blenden, Selbstauslöser mit 2 oder 20 s Vorlaufzeit
- Norm-Blitzschuh mit TTL-Zusatzkontakten und PC-Buchse für Studioblitze
- Weißabgleich automatisch oder manuell
- leine Bildstabilisierung, Objektive mit eingebauter eigener Bildstabilisation werden unterstützt
- Aufnahmefrequenz maximal 3 Bilder/Sekunde
- Energieversorgung durch NiMH-Akku
Besonderheiten
Die D1X erschien 2001, technisch ist sie weitgehend mit der 1999 präsentierten D1 baugleich. Zeitgleich erschien die auf Geschwindigkeit getrimmte D1H, die die Auflösung der D1 beibehielt, aber 5 Bilder pro Sekunde schaffte und das im JPEG-Modus sogar satte 8 Sekunden lang, also für 40 Fotos! Im RAW-Modus schaffte die Kamera immerhin noch etwa 25 Bilder, bis der Schreibpuffer gefüllt war.
2003 wurde die D1X leicht verbessert, der Schreibpuffer wurde vergrößert, so daß statt nur 9 nun 21 JPGs in schneller Folge aufgenommen werden konnten, bis die Serienbildrate absank. Die Typenbezeichnung wurde nicht geändert (deshalb gibt es keine D1Xs), ob die Kamera den „großen“ oder den „kleinen“ Schreibpuffer hat, kann heutzutage nur durch Ausprobieren ermittelt werden, damals klebte ein „Powered Up“-Schild auf der Kameraverpackung.
Der Sensor der D1 / D1X ist eine Nikoneigene Entwicklung, die Produktion übernahm Sony und bot ihn darum keinem anderem Kameraproduzenten an und verbaute ihn auch nicht in eigenen Kameras.
Die D1-Kameralinie basiert deutlich sichtbar auf der analogen F5, deshalb befinden sich digitale Elemente teilweise an überraschenden Stellen, denn im grundsätzlich wenig geändertem Grundchassis der F5 ist ja nur dort Platz, wo ursprünglich die Filmpatrone bzw. die Filmaufwicklung war, also weit links bzw. rechts außen.
Beispielsweise sind an der Vorderseite ganz rechts außen zwei Schnittstellen eingebaut worden oder hinten ebenfalls rechts außen die Speicherkarte. Während bei den Nachfolgekameras der Karteneinschub an dieser Stelle verblieb, weil er durchaus praxisgerecht ist, verlagerte Nikon ab der D2 die Netzteil- und die Videoschnittstelle von der Vorderseite weg, da sie dort beim Fotografieren stark stört.
Ein Hochformatauslöser ist fest eingebaut, er hat ein weiteres Daumenrad sowie eine AF-Starttaste. Auch die Kamera selbst hat viele Tasten und Bedienelemente, so finden sich z. B. sowohl ein vorderes Fingerrad als auch ein hinteres Daumenrad und eine frontseitige Funktionstaste. Alle anderen Tasten sind fest belegt, jedoch lassen sich die Bedeutung und die Drehrichtung der beiden Räder umkonfigurieren. Die Zeit- bzw. die Blendeneinstellung kann vorne oder hinten erfolgen, kleine Werte durch Drehen nach links oder rechts.
Die Bedienelemente der F5 wurden fast alle übernommen, jedoch teilweise umdefiniert. Statt der Rückspulkurbel wurde ein Aufsatz mit drei Tasten montiert, der Entsperrmechanismus der Rückhandverriegelung wich zwei Tasten, die vier Knöpfe um den Auslöser wurden auf zwei reduziert, und die selten gebrauchten Tasten hinter der Klappe neben dem rückseitigem Statusdisplay wurden umbezeichnet. Die Anzeigenelemente der beiden Statusdisplays erhielten eine umfangreiche Überarbeitung und der Wechselsucher der F5 wurde zugunsten eines fest montiertem Suchersystems weggelassen.
Die Stromversorgung erfolgt durch einen NiMH-Akku EN-4. Er wird nur in der D1-Serie verwendet, ab der D2 stellte Nikon auf Lithiumakkus um. Mit der Kamera mitgeliefert wurde ein Netzteil zur langsamen Akku-Aufladung, das Schnellladegerät MH-16 mußte getrennt erworben werden, ebenso der Netzadapter WH-4 zur stationären Dauerstromversorgung.
Im Kameragehäuse ist eine vom Benutzer nicht wechselbare Lithiumbatterie vorhanden, die Datum und Uhrzeit puffert, wenn kein Akku eingelegt ist. Laut Anleitung hält die Batterie etwa 10 Jahre, ist sie leer, blinkt nach Akkuwechsel „Clock“ auf dem oberem Statusdisplay.
Die Kamera hat ein helles und großes Pentaprisma, das Okular hat eine Dioptrienkorrektur und einen Okularverschluß, die Bildfeldabdeckung des Suchers beträgt 100%. Die Augenmuschel ist wie bei fast allen Nikon-Profi-SLRs keine rechteckige, sondern eine runde mit Schraubgewinde. Sie muß sehr fest angeschraubt werden, ansonsten löst sie sich ungewollt.
Im Sucher befindet sich unterhalb der eigentlichen Mattscheibe eine grün hinterleuchtete LCD-Anzeige. Dort finden sich Angaben zu Blitz, Belichtungszeit, ASA-Wert, Blende, Lichtwaage, etliche Bildparameter, Fokuskontrolle uvm.
Die Mattscheibe ist sehr hell, sie wird komplett von einer vollflächigen LCD-Folie bedeckt, mit deren Hilfe der oder die aktiven AF-Felder dauerhaft schwarz markiert werden (und bei Dunkelheit sogar kurz rot aufleuchten). Auch bei ausgeschalteter Kamera benötigt diese Folie immer etwas Akkustrom, ohne eingesetzten Akku dunkelt der Sucher insgesamt stark ab.
Die Mattscheibe ist vom Fotografen wechselbar, es gab z. B. eine mit Gitterlinien.
Die Speicherung erfolgt auf CompactFlash-Karten bis 2 GB, größere Karten werden nicht akzeptiert. Die Kamera kennt aufgrund ihrer Konstruktionsdatums die meisten schnellen CF-Schreibmodi nicht.
Wie in Nikons Profi-Spiegelreflexkameras üblich, ist kein Blitz eingebaut, sondern nur ein Blitzschuh mit TTL-Zusatzkontakten. Die D1-Serie und die D100 verstehen nur das kurzlebige D-TTL - Protokoll, mit der D2 wurde das bessere iTTL-eingeführt, denn D-TTL arbeitet mit schwachen Meßblitzen bei hochgeklapptem Spiegel auf den weiß mattierten Verschluss. Das funktioniert prinzipbedingt nur mittenbetont integral und das Umgebungslicht kann nicht richtig in die Messung einbezogen werden. Serienbildaufnahmen haben deshalb oft unterschiedliche Helligkeiten, auch wenn sich am Motiv und dem Umgebungslicht nichts geändert hat. iTTL arbeitet zwar auch mit Meßblitzen, aber die Auswertung erfolgt mit den Matrix-Maßsensoren im Pentaprisma, die auch das Umgebungslicht messen, darum ist die Blitzbelichtungsmessung genauer, gleichmäßiger und ausgewogener.
Warum Nikon nicht sofort auf diese Meßmethode gesetzt hat, ist heutzutage nicht mehr ermittelbar, denn sie war eigentlich schon längst bekannt und beispielsweise von Canon als E-TTL verwendet.
Das Bajonett nimmt fast alle Nikon-Objektive auf, jedoch kann der Blendenmitnehmer nicht abgeklappt werden, darum passen ganz alte Non-Ai - Objektive nicht. Mit manuellen Ai- und Ai-S-Objektiven ist sowohl Fokuskontrolle als auch Belichtungsmessung inkl. Zeitautomatik möglich.
AF-Objektive ohne eingebauten Motor werden unterstützt, da ein AF-Motor in der D1X eingebaut ist. AF-S-Objektive mit eingebautem Motor können ebenfalls benutzt werden, AF-G-Objektive ohne Blendenring auch, die neuen AF-P-Objektive mit Pulsmotor können nur ohne Autofokus verwendet werden. Objektive mit eingebautem Bildstabilisator (VR) funktionieren. E-Nikkore mit elektrisch betätigter Blende (z. B. einige Tilt-Shift-Objektive) können nicht benutzt werden.
An den 10-poligen Zubehör-Anschluß wird kann nur ein optionaler elektrischer Fernauslöser angeschlossen, ein GPS-Empfänger muß über die rückseitige serielle Klinkenbuchse verbunden werden.
Das Display kann weder gedreht noch geschwenkt werden. Das eigentliche Display ist durch eine Kratzschutzscheibe vor mechanischer Beschädigung geschützt. Weil eine dSLR aber bei Wanderungen die ganze Zeit vor dem Körper herumhängt und dabei mehr oder minder heftig Kontakt zu Jackenknöpfen oder Ähnlichem hat, legte Nikon eine weitere Kunststoff-Schutzscheibe bei, die einfach aufgeklipst wurde. War diese dann verkratzt, kaufte man einfach eine neue, die aber heutzutage nicht mehr erhältlich ist. Alternativ kann man auch eine Schutzscheibe aus gehärtetem Glas aufkleben, die die Zubehörindustrie in passenden Größen im Angebot hatte.
Die Auflösung des Farbdisplays war 2001 gut, erscheint heutzutage nur grob aufgelöst, die einzelnen Bildpunkte sind ohne Lupe erkennbar. Für die Beurteilung der Bildschärfe muß in das angezeigte Foto hineingezoomt werden.
Alle Schnittstellen sind hinter Abdeckungen verborgen, die meisten Buchsen entsprechen der jeweiligen Norm, so daß keine Spezialkabel erforderlich sind. Der Anschluß für den Fernauslöser erfordert ein Spezialkabel, das Nikon aber für viele Jahre unverändert in etlichen Kameras nutzte. Da damals USB nur in der Version 1.1 allgemein verfügbar war, was in etwa einer maximalen Datenrate von ca. 1 MB/Sek entsprach, baute Nikon die damals in Applecomputern übliche FireWire-400-Buchse ein, so daß theoretisch 40 MB/Sek von der Karte gelesen werden konnten. Zwar wurde diese Geschwindigkeit in der Praxis nicht erreicht, aber schneller als USB 1.1 war es allemal.
Die Schraubdeckel für Blitz- und Fernsteuerbuchse gehören zu den meistgekauften Ersatzteilen von Nikon; wenn sie nicht sehr fest angezogen werden, lösen sie sich beim Benutzen der Kamera und fallen irgendwann herunter und sind verloren. Die Buchse für das Netzteil ist speziell, und es passen nur Netzteile der D1-Serie.
Die Kamera wurde im japanischen Nikon-Kamerawerk hergestellt, wie bei Nikon Profikameras üblich steht die Seriennummer nicht unten auf dem Typenschild, sondern hinten auf einem eingelassenem ovalem Extraschild.
Die Bilder werden immer kräftig interpoliert, die Kamera und die ersten RAW-Konverter rechneten die Aufnahmen aus den echten 4024 x 1324 Pixeln auf 3008 x 1960 Pixel um, d. h., die Bildbreite wird reduziert, die Höhe erhöht. 2003 erschien eine neue Version des Nikoneigenen RAW-Konverters Nikon Capture, seit dem kann diese Software die Bildgröße auf 4016 x 2616 Pixel erhöhen, indem die Bildbreite unverändert bleibt und nur die Höhe hochinterpoliert wird. Bald zogen auch die Programme anderer RAW-Konverter-Hersteller nach und ermöglichten diese 10 Megapixel-Bilder.
Die Einstellung dieser Bildgröße ist teilweise gut versteckt, in der Nikonsoftware muß es beispielsweise in den Programmeinstellungen erfolgen, nicht im Exportdialog der jeweiligen Bilder.
Die Kamera schreibt viele interessante Details in den MakerNotes-Teil der EXIFs, ich zähle hier nicht alle auf:
Weißabgleich, Bildqualität, Bildschärfe-Einstellung, Fokussiermodus, Programmverschiebung, Belichtungsabweichung, Tonwertkorrektur, Objektivename und -Daten, gewählter AF-Punkt, uvm.
Die Zahl der Verschlußauslösungen steht nicht in den Dateien, das machte Nikon erst bei späteren Modellen. Wer wissen will, wieviele Auslösungen die Kamera hinter sich hat, muß den Nikon-Service bemühen.
Daten zur Korrektur der Objektivfehler wie Vignettierung, chromatischen Aberrationen oder der Verzeichnung sind nicht in den EXIFs der RAWs enthalten, alle RAW-Konverter auf dem Computer haben dazu ihre eigene Datenbank.
Der UVP der Nikon D1X betrug ca. 12.000 DM. Ich erhielt die Kamera im Frühjahr 2026 von Ralf Jannke geschenkt, weil sie zum Fotografieren nicht mehr geeignet ist, vielen Dank dafür! Der aktuelle Zeitwert ist schwer anzugeben, es handelt sich um reine Sammlerpreise, denn auch viele andere Exemplare haben inzwischen defekte Sensoren oder dürften sie bald bekommen.
Sensordefekt
2023 war das hier gezeigte Exemplar noch einwandfrei, 2025 zeigte es erste Ausfallerscheinungen, Ralf mußte ca. 1 Blende überbelichten und die Bilder farblich stark korrigieren, um halbwegs ansehnliche Bilder zu bekommen.
Inzwischen ist ein weiteres Jahr vergangen, der Sensor bzw. die nachgeschaltete Elektronik sind weiter gealtert, ich erhielt um etwa 5 bis 7 Blenden unterbelichtete Aufnahmen, so daß ich mit Belichtungskorrektur am Maximalanschlag (plus 5 Blendenstufen) gegensteuerte und mit zusätzlicher Blitzbelichtungskorrektur arbeitete. Trotzdem sind die Aufnahmen eigentlich immer noch zu dunkel und die einzelnen Farbkanäle sind unterschiedlich unterbelichtet, so daß es zu massiven Farbverschiebungen kommt. Der kräftige Grün-Gelb-Stich ergibt quasi psychedelische Aufnahmen, wie man sie aus Filmen der 1960er-Jahre her kennt, in denen Drogenrausch-Erfahrungen visualisiert werden sollten.
Die Nachbearbeitung ist aufwendig, weil die drei Farbkanäle nicht nur unterschiedlich unterbelichtet sind, sondern auch noch im Kontrastumfang stark voneinander abweichen. Die Fotoshop-Autokorrektur der Gammakurven ergab wenigstens weiße Lichterpartien, aber die Schattenfarben stimmen dann immer noch nicht.
Ich habe keinen Akku für die Kamera und auch kein Netzteil, aber an die Kontakte der Netzteilbuchse konnte ich mein Labornetzteil anschließen, das eine regelbare Spannung von 2 bis 30 Volt bei maximal 3 Ampere erzeugen kann, also genug für die Kamera. Auf 9,6 Volt eingestellt konnte ich die gezeigten Aufnahmen machen. Der Versuch, mit einer Mignonhalterung für 6 Alkalibatterien (also 9 Volt Spannung) die Kamera zu betreiben, schlug fehl, weil Batterien den nötigen Strom nicht liefern können. Ich hätte eine Halterung für 8 Zellen benötigt, um die Nennspannung von 9,6 Volt zu erhalten, so wie es im originalem Nikonakku auch gemacht wird. Leider hatte ich keine solche Halterung, und kaufen wollte ich nicht, denn die Kamera war ja auch mit Ralfs Originalakkus schon defekt gewesen, so daß ich nichts mehr investieren wollte, auch nicht in den Kauf eines Nachbau-Netzteils oder eines Nachbau-Akkus.
Also wandert die Kamera nach diesem Bericht in meine Sammelbox und darf dort ihren Ruhestand verbringen. Vermutlich wird es nicht mehr allzulange dauern, bis der Sensor völlig defekt sein wird und dann nur noch schwarze Aufnahmen machen kann, auf denen nur noch schemenhaft etwas erkennbar sein wird der auch gar nichts mehr.
Schade, aber nicht zu ändern, denn Elektronik allgemein und vor allem hochkomplexe Elektronik wie Bildsensoren und Bildprozessoren altert und wird defekt. Dieses Schicksal dürfte letztlich allen digitalen Kameras aus unseren Sammlungen bevorstehen, bei manchen passierte es bereits vor Jahren, bei anderen jetzt und beim Rest irgendwann in näherer oder hoffentlich möglichst ferner Zukunft. In unseren Kamerachecks der kommenden Jahre werden wir feststellen, welche Modelle wann ausfielen…
Kleiner Zwischenruf …
Die schnelle Nikon D1H meiner Sammlung ist auch mittlerweile den Sensortod gestorben :-( Nur noch schwarze Bilder … Jetzt funktioniert nur noch meine Ur-Nikon D1
Ralf Jannke
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Das Gehäuse der Nikon D1Xs ist größtenteils aus Metall (eine leichte und dennoch stabile Magnesium-Legierung) und teilweise mit gummiartiger Kunststoff-Belederung überzogen. Das dafür verwendete Material neigt dazu, im Laufe der Zeit klebrig zu werden, da gewisse bei der Herstellung verwendete Substanzen ausdiffundieren. Dieser Vorgang ist unumkehrbar, die Belederung schrumpft dabei etwas (oder wird teilweise auch größer) und löst sich ab. Man sieht es an den nachgeklebten oder ausgeschnittenen Stellen.
- Die Handhabung sowie die Menüstruktur erscheint Nikon-Fotografen nicht sofort vertraut, die etwas „schreienden“ Menufarb-Kombinationen und der Menüaufbau waren noch nicht „gereift“. Erst ab der D2 sehen Nikon-Kamera-Menüs in etwa so aus, wie wir es heute noch kennen.
- Die D1X galt zum Herstellzeitpunkt nicht als „High-ISO-Kamera“, auch heute erscheint die Beschränkung auf 100-800 ASA gering. Aber damals waren 800 ASA schon beeindruckend, zumal zum Umschalten ja kein „Film gewechselt“ werde mußte.
Die Kamera gehört zur Klasse der digitalen Profi-Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensor. Eine Beurteilung der Bildqualität unterlasse ich, da ich keine richtigen Bilder mehr anfertigen kann.
Fazit: eine digitalkamerahistorisch wichtige Kamera (mindestens eine der einstelligen Nikon-Profimodelle gehört in jede Digitalkamerasammlung), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen nicht mehr geeignet, die Auflösung ist zu gering und die Ausfallquote zu hoch. Wer eine funktionsfähige Kamera kaufen möchte, sollte ein mögliches spät gebautes Exemplar mit langem Rückgaberecht erwerben, eine Sicherheit, daß die D1X dann noch lange funktioniert, dürfte es aber nicht geben. Leider…
Christian Zahn, Mai 2026
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 24.05.2026 |









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