Ein Tagestrip zur südschwedischen Ostseeinsel Öland

Mit ausgewähltem "Vintage-/Altglas"

Das "jüngste" Teil des obigen Setups war die spiegellose Nikon Z6 von 2018. Das Nippon Kogaku Japan NIKKOR-S Auto 1:1.4 f=50mm ist aus den Produktionsjahren 1968-1971 und das SPIRATONE PLURACOAT 1:3.5 f=18mm ULTRA WIDEANGLE vermutlich aus 1979. In Zeiten, wo alle zwei Wochen irgend ein neues Objektiv aus fernöstlicher Produktion vorgestellt wird, benutze ich um so lieber diese (ur)alten Objektive. Solange es nicht um Action geht — Sportfotografie — bevorzuge ich den Charme dieser alten, natürlich manuell zu fokussierenden Objektive.

Durch den Fallschaden — das eingedrückte Filtergewinde — wollte außer mir keiner das historische Nikkor. Und an das Ultra Wideangle traute sich wohl auch kein weiterer Interessent …

Spezifikation 50 mm

  • Produktionsjahre lt. Seriennummer 1968 - 1971
  • Abmessungen/Gewicht Ø 67 mm, l 48 mm, Filter Ø 52 mm, 306 g
  • Optischer Aufbau 7 Linsen in 5 Gruppen
  • Die Blende besteht aus 7 Elementen, kleinste Blede f/16
  • Nahdiatanz 0,6 m

Spezifikation 18 mm, soweit bekannt

Das 18er gab es in drei Versionen:

  • Spiratone YS 18mm f/3.2
  • Spiratone YS 18mm f/3.5
  • Spiratone Pluracoat Ultra 18mm f/3.5

Die ersten beiden soll Sigma im Auftrag produziert haben, die dritte Version Tokina.

  • Vorstellungsjahr Ende der 1970er
  • Abmessungen/Gewicht: Ø 83 mm, Länge 55 mm, Filter Ø 72 mm, 364 g
  • Optischer Aufbau trotz des Brennweitenunterschieds möglicherweise wie das RMC TOKINA 17mm 1:3.5: 11 Linsen in 9 Gruppen
  • 6 Blendenlamellen, kleinste Blende f/16
  • Nahdistanz 20 cm
  • Anschlüsse: Canon FD, Konica, Minolta MD, Nikon F, Olympus, Pentax K, Praktica M42

Das preiswerte 18-mm-Objektiv von Spiratone mit Lichtstärke f/3,2 (später f/3,5) wurde von Sigma gefertigt. Das neue 18-mm-Modell stammt hingegen von Tokina und ist eigentlich das Tokina 17 mm f/3,5. Bedeutet das nun, dass man im Vergleich zum älteren Objektiv einen zusätzlichen Weitwinkelvorteil von 1 mm erhält? Tatsächliche Messungen der Brennweite ergaben einen Wert von 17,54 mm. Anschließend maßen wir unser altes, von Sigma gefertigtes Spiratone 18 mm f/3,5; hier lag der Wert bei 18,14 mm. Angesichts der zulässigen Fertigungstoleranz von ± 5 % könnte man beide Objektive sowohl als 17-mm- als auch als 18-mm-Objektiv deklarieren. Dennoch zeigt das neue Tokina-Spiratone-Objektiv – sowohl bei der tatsächlichen Aufnahme als auch bei der Betrachtung durch den Sucher – einen größeren Bildausschnitt. Warum entschied sich Spiratone dafür, das Objektiv als 18-mm-Modell zu kennzeichnen, obwohl man es ebenso gut als 17-mm-Objektiv hätte bezeichnen und vermarkten können? Wir vermuten, dass sich das ältere, von Sigma gefertigte 18-mm-Objektiv von Spiratone so gut verkauft hat, dass der Importeur bei der neuen Optik an den bewährten Werten für Lichtstärke und Brennweite festhalten wollte. Aus: Modern Photography 1979

Nun ja, nie erreichen diese frühen Superweitwinkelobjektive die heutige Abbildungsqualität. Müssen sie auch gar nicht. Mich interessiert das wahrscheinlich Unvollkommene dieses SPIRATONE PLURACOAT 1:3.5 f=18mm ULTRA WIDEANGLE viel mehr als die heutige unter Umständen sogar langweilige Perfektion.

Beispielfotos 50 mm

Beispielfotos 18 mm

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Alles gezeigt und gesagt! Ich werde auch weiterhin Ausschau nach Objektiven wie den beiden hier gezeigten halten!

Ralf Jannke, Oktober 2026

 

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