Olympus C-7070 und C-8080 Funktionstest 2026 von Christian Zahn

Beide Kameras hatte ich Ende 2020 mit allen technischen Daten vorgestellt, zum Jahreswechsel 2025/2026 habe ich sie wieder kurz in Betrieb genommen.

Was gab es hier im Digicammuseum.de noch zu diesen beiden Kameras?

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Kameralinie der C-X0X0 startete Olympus im Jahr 2020 mit der Camedia C-2020, die zwei Megapixel hatte und beendete sie 2005 mit der C-7070 mit sieben Megapixeln. Die C-8080 mit 8 Megapixeln erschien bereits 2004, so daß die höchste Zahl der Typenbezeichnung nicht die zuletzt gebaute Kamera kennzeichnet. Die Zahlen der Bezeichnung stehen immer für die Sensorauflösung, 5 steht beispielsweise für 5 Megapixel.

Die C-2020 bis C-4040 nutzen fast identische Gehäuse, ihr wichtigstes Merkmal ist ein lichtstarkes Objektiv mit größter Blendenöffnung von 1:1,8. Das Gehäuse der C-5050 wurde etwas „bulliger“, am Objektiv mit Brennweitenbereich von KB-äquvalenten 35 bis 105 mm änderte sich noch nichts. Das Model C-6060 wurde ausgelassen und mit der C-8080 erfolgte eine radikale Gehäuseänderung hin zur Bridgekamera mit weitwinkligerem Zoom (ab 28mm, darum lautet die vollständige Bezeichnung auch C-8080 Wide Zoom). Unter die beiden Kameras kann ein extra zu erwerbender Zusatzgriff für zwei Akkus mit Hochformatauslöser geschraubt werden.

Der Gehäuseblitz ist fest eingebaut. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt TTL mittels Vorblitz. Zusätzlich ist ein Blitzschuh mit TTL-Zusatzkontakten vorhanden, alle Blitze des FT- / mFT- und E-Systems lassen sich benutzen. Bei der C-7070 ist der Blitz fest eingebaut, bei der C-8080 klappt er beim Aktivieren nach Oben aus dem Gehäuse heraus.

Die C-7070 bietet neben der Aufnahme im Liveview-Modus auch die Möglichkeit, das Display stromsparend abzuschalten und das Motiv mit einem optischen Realbildsucher (mit Dioptrienkorrektur) anzuvisieren. Die wichtigsten Aufnahmeparameter inkl. Restbildanzeige werden dann auf dem LCD-Display oben auf der Kamera angezeigt. Neben dem Sucher sind zwei LEDs für Blitz- und Fokuskontrolle angebracht, so wie es früher bei filmbasierten Kompaktkameras üblich war. Der Realbildsucher hat allerdings keine Parallaxmarken und zeigt nicht den gesamten aufgenommenen Bildausschnitt. Gerade im Nahbereich ist es deswegen sinnvoller, mit dem LiveView-Modus zu arbeiten und „direkt durch das Objektiv“ zu sehen.
Bei der C-8080 ist statt des optischen Suchers ein Videosucher eingebaut, er spart deshalb nur wenig Akkustrom, hat dafür aber den Vorteil, daß man direkt durch das Objektiv sieht und somit den Bildausschnitt exakt festlegen kann.

Der Autofokus beider Kameras arbeitet hybrid: neben der üblichen Kontrastermittlung durch den Bildsensor gibt es die von den filmbasierten Kompaktkameras her bekannte aktive Infrarottechnik: Eine IR-Diode sendet einen Strahl auf das Motiv, die Laufzeit bis zum Eintreffen des reflektierten Licht in der daneben angeordneten IR-Empfangsdiode wird gemessen, daraus kann die Motiventfernung errechnet werden.

Der Sensor der C-7070 ist etwas kleiner als der in der C-8080 eingebaute Bildwandler, 1/1,8“ (7,2x5,3mm) gegenüber 2/3“ (8,8x6,6mm), deshalb ist der Abstand der Pixel in der C-8080 trotz gesteigerter Auflösung etwas größer (2,7µm statt 2,3µm).
Trotz dieser geringen Sensorabmessungen sind beide Kameras groß und schwer, die C-7070 wiegt betriebsbereit 520 Gramm, die C-8080 gar 775 Gramm! Letztere scheint fast zur Hälfte nur aus dem Objektiv zu bestehen, allerdings ist der eigentliche Tubus kleiner, als es der Augenschein vermuten läßt, um das Objektiv ist ein massives Alurohr zum Schutz angebracht.

Die Kameras speichern die Bilder als JPEG in verschiedenen Größen und Kompressionsstufen, außerdem können unkomprimierte TIFFs sowie das Olympus-RAW-Format ORF gespeichert werden. Bei den letzten beiden Formaten sind die Kameras jedoch sehr behäbig, je nach verwendeter Speicherkarte dauert es bis zu 10 Sekunden, bis die Kamera für das nächste Bild bereit ist.

Als Speichermedium dienen CompactFlash-Karten bis etwa 16 GB (wobei diese Kartengröße beim Verkaufsstart der C-7070 nur angedacht war, üblich waren maximal 256 MB-Karten bzw. Microdrives mit 340 MB). Außerdem haben die Kameras Olympus-typisch ein xD-PictureCard-Fach (kompatibel mit Karten von 16 MB bis 2 GB).

Als Energielieferant nutzen beide Kameras den mit der FT-dSLR E-1 im Jahr 2003 eingeführten Lithiumakku BLM-1, der auch in späteren Olympus-Spiegelreflexkameras bis hin zur E-520 von 2008 bzw. E-30 von 2009 verwendet wurde.

Die UVP der Olympus Camedia C-7070 Wide Zoom betrug etwa 700 Euro. Anfang 2026 ist der Gebrauchtpreis mit etwa 50 bis 100 Euro je nach Zustand und Lieferumfang anzusetzen.

Die UVP der Olympus Camedia C-8080 Wide Zoom betrug etwa 1250 Euro. Der aktuelle Gebrauchtpreis ist ähnlich wie bei der C-7070.

Die Beispielaufnahmen entstanden bei 100 ASA, gespeichert als JPEG bzw. TIFF, bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde bearbeitet.

Fazit 2026

Die Inbetriebnahme war problemlos, Akku und Speicherkarte einlegen, Datum einstellen, losfotografieren. So sollte es trotz Lagerzeit von 5 Jahren immer sein!

Die Einschalt-, Fokussier- und Speicher-Geschwindigkeit wirkt heutzutage „steinzeitlich“, alles geht sehr gemächlich vonstatten. Schnelle Actionmotive sind nicht das Metier beider Kameras, man sollte sich auf mehr oder minder statische Motive beschränken. Die Auflösung von 7 bzw. 8 Megapixeln wird von fast allen heutigen Smartphones übertroffen, die Bildqualität der „ollen Schätzchen“ ist der Auflösung mehr als angemessen.

Zwar stecke ich beide Kameras zunächst wieder zurück in die Originalverpackungen, habe mir aber vorgenommen, im Frühling oder Sommer mit ihnen wieder einmal eine Fototour zu unternehmen. Hoffentlich vergesse ich es nicht!

Christian Zahn, Januar 2026

 

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