Olympus SP800UZ und Nikon Cooplix L340 Funktionstest 2026 von Christian Zahn

Beide Exemplare sind Bridgekameras für Einsteiger mit enormem Brennweitenbereich, die ich hier vor einiger Zeit mit allen technischen Daten vorgestellt hatte. Zum Jahreswechsel 2025/2026 habe ich sie wieder einmal kurz in Betrieb genommen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Zur Stromversorgung der SP800UZ dient der in vielen Olympus-Kompaktkameras wie beispielsweise der XZ-1 eingesetzte Lithiumakku LI-50B, der aber auch von anderen Kameraherstellern verwendet wurde. Olympus legte kein Ladegerät bei, sondern lediglich einen USB-Adapter, der Akku wird in der Kamera aufgeladen. Externe Ladeschalen mußte der Kunde von der Zubehörindustrie erwerben. Der mitgelieferte Netzadapter reicht nicht aus, um die Kamera dauerhaft mit Energie zu versorgen, dafür mußte ein stärkerer Adapter zusätzlich gekauft werden.

Die Stromversorgung der Coolpix erfolgt durch fast überall erhältliche Mignonzellen, sowohl Alkaline-Batterien als auch NiMh-Akkus können verwendet werden. Im Kameramenü kann zwischen beiden Typen umgeschaltet werden, so daß die Kamera bei Akkus nicht zu früh eine Batteriewarnung ausgibt, weil deren Spannung prinzipbedingt niedriger ist.

Die Sensoren beider Kameras sind mit 6,2x4,6mm (1/2,3“) sehr klein, die Olympus hat 14 Megapixel, der Sensor der Coolpix löst 20 Megapixel auf.

Das Display der Olympus ist extrem grob gerastert, eine Beurteilung der Bildschärfe ist völlig unmöglich. Lediglich der Bildausschnitt kann sicher erfaßt werden. Somit muß man sich auf den (allerdings recht treffsicheren) Autofokus verlassen, es ist zwar manueller Fokus möglich, jedoch eigentlich sinnlos.

Das Display-Panel liegt völlig frei, der einzige Schutz gegen Beschädigung ist ein ringsum hervorstehender Rand. Wie üblich sollte das Display durch Aufbringen einer Schutzscheibe aus dem Zubehörhandel gegen Verkratzen oder gar völlige Zerstörung geschützt werden.

Das Display der Nikon ist fest eingebaut und durch eine Kratzschutzscheibe vor mechanischer Beschädigung geschützt. Diese ist aber nur aus Kunststoff und sollte durch Aufbringen einer weiteren Schutzfolie geschützt werden. Aus Kostengründen und weil ihn die Zielgruppe kaum vermißt, ist nur ein Display eingebaut und kein zusätzlicher Videosucher. Das Display ist mit 3 Zoll Diagonale zwar ziemlich groß, aber mit nur 460.000 Subpixeln löst es recht grob auf. Nur in Verbindung mit dem extrem niedrigem Verkaufspreis kann es als angemessen bezeichnet werden.

Das Objektiv der Olympus beginnt bei damals durchaus bereits „normalem“ Weitwinkel von 28mm und reicht bis zu 840 mm. In der maximalen Telestellung hat es der optische Bildstabilisator schwer, ein unverwackeltes Bild zu ermöglichen, freihand gelingen gute Bilder bei 840mm nur bei heller Sonne im Freien. Besser ist es, ein Stativ zu verwenden, dabei stört aber das weit außermittige Stativgewinde.

Das Objektiv der Nikon beginnt bei einem damals durchaus bemerkenswertem Weitwinkel von 22,5 mm und reicht bis 630mm. Auch diese Brennweite wäre ohne den eingebauten optischen Bildstabilisator nicht sinnvoll nutzbar.

Bei Gegenlichtsituationen fällt störend auf, daß die Kameras keine Möglichkeit bieten, eine Streulichtblende zu montieren, es gibt kein Filtergewinde und vom Aufklemmen einer Blende um den Tubus herum sollte Abstand genommen werden, da die Objektive komplett in die Kameras einfahren, eine montierte Blende würde beim Abschalten somit entweder herunterfallen oder das Objektiv blockieren.

Als Speichermedium dienen der Olympus SD-/SDHC-Karten bis 32 GB. Die Coolpix L340 versteht auch die neueren und größeren SDXC-Karten bis 2TB, was an der Tatsache liegt, daß sie etwa vier Jahre nach der Olympus vorgestellt wurde und sich diese großen Karten allgemein durchgesetzt hatten. 

Die UVP der Olympus SP-800UZ betrug etwa 380 Euro. Anfang 2026 ist der Zeitwert auf etwa 15 bis 50 Euro je nach Zustand und Lieferumfang gefallen. 
Die UVP der Coolpix L340 betrug 169 Euro, der aktuelle Gebrauchtpreis liegt um 30-50 Euro.

Die beiden Beispielaufnahmen entstanden bei 80 bzw 125 ASA, gespeichert als JPG, bearbeitet mit Photoshop CS4. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten sowie Schärfe wurden korrigiert, die Verzeichnung konnte aufgrund der Motive unkorrigiert bleiben, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In die Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert.

Fazit 2026

Die Inbetriebnahme erfolgte ohne Probleme, nach Einlegen von Akku(s) und Speicherkarte sowie Eingabe von Datum und Uhrzeit konnte ich sofort loslegen.

Die Bildqualität beider Kameras ist unterschiedlich, aber bei beiden nicht gut. Die 14 Megapixel der Olympus überschreiten den von mir festgestellten Grenzwert von 10 bis maximal 12 Megapixeln für Sensoren mit 1/2,3“. Hat ein Sensor mehr Megapixel, gehen die Details durch die Bildaufbereitung meist unter, das sieht man an den 20 Megapixeln der Coolpix deutlich. Hätte ich das Beispiel-Bild mit 10 Megapixeln aufgenommen und anschließend am Computer auf 20 Megapixel hochinterpoliert, sähe das Ergebnis kaum anders aus. Aber 2014 mußte eine neue Kamera einfach mehr Pixel haben, als eine von 2010, warum hätte denn sonst der potentielle Kunde den Mehrwert gesehen und Geld für einen Neukauf „lockergemacht“?

Ich mag keine Kameras ohne Sucher, die Bildergebnisse sind nichts Besonderes, sie schreiben keine RAW-Dateien und darum kommen beide Modelle zurück in die Sammelbox. Bis zum nächsten Fotoausflug werden mit Sicherheit einige Jahre vergehen!

Christian Zahn, Januar 2026

 

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