Pentax K-x mit Tokina SD 70-210 PK Christian Zahn

In diesem Bericht geht es um die Verwendung eines ca. 40 Jahre alten Manuellfokus-Telezooms an der digitalen Halbformat-Spiegelreflexkamera Pentax K-x mit 12 Megapixeln. Ich hatte es gereinigt an der Vollformatkamera Nikon Z5 bereits gezeigt und ausführlich beschrieben.

Tokina SD 70-210mm / 1:4-5,6

Hinweis:

Das Objektiv hat einen Schalter im Objektiv, der die Vorwahl der kleinsten Blende an die Kamera mitteilt; allerdings ist dieser Kontakt inkompatibel zur Pentax-Methode. Und die Position des Kontaktes befindet sich an einer ungünstigen Stelle, beim Ansetzen an eine Pentax-AF-Kamera verhakt sich der Stift in der Öffnung für den Autofokusantrieb („Schraubenzieherklinge“) der Kamera, das Objektiv läßt sich dann nur mit roher Gewalt oder durch aufwendige Zerlegung von Body und Objektiv wieder von der Kamera trennen. Die Benutzung an Kamera-Adaptern ist jedoch fast immer gefahrlos, man sollte aber darauf achten, daß sich der gefederte Stift des Objektivs nicht doch im Adapter verhaken kann.

Das SD 70-210 ist allerdings harmloser als die originalen Rikenon-P-Objektive. Während bei diesen der Pin am Objektiv ein sehr dünner Messingstift ist, der sich in der Bohrung für den AF-Mitnehmer mit 100%-Sicherheit „festhängt“, hat Tokina eine gefederte Kugel verwendet, die sich über das Loch im Pentax-AF-Bajonett durchaus bewegen läßt. Das geschieht allerdings auf eigenes Risiko, je nach Objektiv oder Kamera kann es gutgehen oder auch nicht!

Das gezeigte Objektiv konnte ich an die Pentax K-x problemlos ansetzen und abnehmen, die Kugel ist so groß, daß sie über die Bohrung im Kamerabajonett hinwegrutschen kann.

Der mit geriffeltem Gummi ausgelegte und sehr breite Entfernungs-/Zoomring läuft gut, der Einstellweg ist mit etwa 200° recht lang. Die Naheinstellgrenze ist mit 1,1 Metern recht kurz, Tokina hat sogar eine mit „Makro“ bezeichnete Skala für den Abbildungsmaßstab angebracht, bei 210mm beträgt er 1:4, d. h., das kleinste Bildfeld ist 144x96mm. Die Blende rastet halbstufig, es sind 6 Lamellen eingebaut, der Blendenring kann in kleinster Stellung für Programmautomatik verriegelt werden. Die originale Streulichtblende dürfte in einen Ring um die vordere Linsengruppe eingerastet worden sein, das Filtergewinde ist mit 52 mm überraschend klein und dreht sich beim Fokussieren mit.

Das Objektiv hat einen Durchmesser von 68 mm, eine Baulänge ab Bajonett von 88 mm und wiegt 435 Gramm. Beim Einstellen auf die Nahgrenze wird es dank Frontfokussierung nur ca. 13 mm länger, beim Zoomen ca. 28 mm. Sein optischer Aufbau ist komplex: 12 Elemente in 8 Gruppen, alle Glasflächen sind mehrschichtvergütet.

Das gesamte Objektiv macht einen relativ hochwertigen Eindruck, es ist größtenteils aus Metall und ziemlich schwer. An der Entfernungs-Skala sind sowohl Tiefenschärfemarkierungen als auch ein Index für die Infrarotfotografie vorhanden.

Das Objektiv verzeichnet nur gering sichtbar. Das Objektiv ist am Halbformatsensor der K-x und Offenblende etwas unscharf, Abblenden auf 8 steigert die Schärfe in der Bildmitte, danach kommt es bereits zu Beugungseffekten. Die bei Offenblende kaum wahrnehmbaren chromatischen Aberrationen verschwinden ab Blende 5,6-8. Hochgerechnet aufs volle Kleinbildformat entspräche die Auflösung etwa 26 Megapixel, allerdings nutzt die Kamera nur die schärfere Objektivbereiche in der Bildmitte. Der Sensor wird bei 70 mm durchaus ausgereizt, bei 100-200mm macht sich hingegen oft die Unschärfe durch nicht perfektes Scharfstellen bemerkbar. Die K-x zeigt zwar einen Schärfenindikator im Sucher an, wenn der AF-Sensor ein scharfes Motivdetail erkennt. Aber die Hysterese ist recht hoch, das Symbol leuchtet auch, wenn die Schärfe nicht maximal ist, sondern der Scharfstellpunkt etwas „davor“ oder „dahinter“ liegt, denn ansonsten würde das Symbol beim Einstellen quasi fast niemals zu sehen sein.

Die Kamera hat einen eingebauten Bildstabilisator, nach Eingabe der aktuell eingestellten Brennweite funktioniert er perfekt. Außerdem trägt die Kamera diese Brennweite auch in die EXIFs ein sowie als Objektiv „Serie A-Lens“, weil es sich um ein Objektiv handelt, daß an Pentax-Kameras mit entsprechenden Kontakten im Bajonett Zeit-, Blenden- und Programmautomatik erlaubt, beispielsweise der Super-A. Weil diese Kontakte mit der Einführung der Pentax-Autofokuskameras beibehalten wurden, können diese Objektive auch an den Autofokus-Kameras der Z- bzw. MZ-Serie benutzt werden und auch an allen digitalen Pentax-Spiegelreflexkameras.

Beispielfotos

Alle Beispielaufnahmen entstanden freihand bei ASA- und Programmautomatik, mit eingeschaltetem Bildstabilisator, gespeichert als RAW-Format, gewandelt mit Adobe Camera RAW und bearbeitet mit Photoshop CS4. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten, chromatische Aberrationen sowie Schärfe wurden korrigiert, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In alle Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert.

Fazit

Nicht nur an der Z5 und Vollformat ist das Objektiv nutzbar, sondern auch an der Halbformatkamera K-x schlägt es sich gut. Jedoch ist das manuelle Scharfstellen bei den längeren Brennweiten ab ca, 100mm aufwärts schwierig, da die Kameramattscheibe keinen klassischen Schärfenindikator hat und die elektronische Scharfstellhilfe auch bei nicht perfekt eingestellter Schärfe aufleuchtet. Ich werde das Objektiv zukünftig an meinen analogen Kameras mit Schwarzweiß-Film nutzen und nicht mehr an digitalen Kameras.

Christian Zahn, September 2026

 

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