AGFA FUTURA fixfokus 3

Was haben sich die damaligen AGFA Marketingleute bei diesem Blendwerk gedacht? Inhalt dieser albernen Möchtegern-Design-Verpackung von 1999 eine Primitivkamera, die mit dem von Anfang an dem Untergang geweihten APS Film zu laden war. Perfekt beschrieben von Jürgen M. Beckmesser: „APS: Vom Scheitern eines Format-Putsches“

Die AGFA FUTURA fixfokus 3 ist mit einem festbrennweitigen 5,6/25 mm Fixfokus-Objektiv ausgestattet. Umgerechnet vom 16,7 mm x 30,2 mm Format des APS-Films entspricht das 25er der AGFA etwa einem 32 mm Weitwinkelobjektiv auf der 24 x 36 mm Kleinbildkamera. Neben der Entfernungseinstellung entfällt auch die Änderung der Blende zwecks Belichtungssteuerung, die Blende ist fest: f/5,6. Da auch die Verschlusszeit von 1/160 s unveränderbar vorgegeben ist, nutzt die Belichtungs-"Automatik" dieser erbärmlichen Kamera nur den Belichtungsspielraum des Farbnegativfilms.

Was schrieb AGFA 1996 in seiner Hauspostille: >> Wir sollten uns (...) keine Sorgen machen. (...) Sowohl qualitativ, als auch preislich steht die digitale Fotografie mindestens für zehn, zwanzig Jahre nicht in direkter Konkurrenz zu der klassischen. << Aus: „AGFA EXPERTENTRAINIG (19)96, Nr. 4 – Die Zukunftsperspektiven“ Eine Fehleinschätzung mit katastrophalen Folgen: Am 31. Dezember 2005 ist AGFA zahlungsunfähig und stellt die Produktion von Filmen und Fotopapier ein. Nur der Markenname AGFA lebt weiter...

Mit der "FUTURA fixfokus 3" hat AGFA 1999 alles falsch gemacht, was seinerzeit falsch zu machen war: Nicht digital - zu dem Zeitpunkt gab es schon sehr gute 2 Megapixeldigitalkameras - und dann noch der größte Flop der in der Geschichte der Herstellung konventioneller Filme: APS. Siehe oben.

Warum dann diese analoge Kamera?

Trotz der deutlich kleineren Abmessungen erinnert mich die Futura FixFokus 3 mit ihrem "genoppten" Objektivschieber, der gleichzeitig Ein- und Ausschalter der Kamera ist, ein bisschen an die digitale AGFA ePhoto 307.

Ralf Jannke, Mai 2017

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