AGFA Digitalkameras, ein nachdenklich stimmendes Kapitel

>> Wir sollten uns (...) keine Sorgen machen. (...) Sowohl qualitativ, als auch preislich steht die digitale Fotografie mindestens für zehn, zwanzig Jahre nicht in direkter Konkurrenz zu der klassischen. << Aus: „AGFA EXPERTENTRAINIG (19)96, Nr. 4 – Die Zukunftsperspektiven“ Eine Fehleinschätzung mit katastrophalen Folgen: Am 31. Dezember 2005 ist AGFA zahlungsunfähig und stellt die Produktion von Filmen und Fotopapier ein. Nur der Markenname AGFA lebt weiter...

Und in den Jahren 1995 bis 2005? Aus heutiger (meiner) Sicht ließ AGFA irgendwie ohne wirklichen Elan, zu unentschlossen und halbherzig zwar eine mit 4500 x 3648 Pixel = 16,4 MP für ihre Zeit extrem hochauflösende Repro-Scannerkamera bauen – die StudioCam unter anderem mit Nikon F-Bajonett-Anschluss –, eine digitale Spiegelreflexkamera dagegen aber einfach nur umetikettieren. Ansonsten ließ man überwiegend zahlreiche Konsumerdigitalknipsen produzieren, die bis auf ganz wenige Modelle für mich keinen eigenen Charakter erkennen ließen. Und dabei war man auch nicht ehrlich. Ob es daran lag, dass man bei AGFA das Geld für höher auflösende Sensoren nicht hatte, sparen wollte (bereits musste?) oder einfach keine Sensoren bekam? Wie ein roter Faden zieht sich das "Gespenst" Interpolation durch die AGFA-Digitalkamera-Historie. Die genannten Auflösungen waren netto gar nicht vorhanden, sondern mussten durch Hochrechnen mit der AGFA-eigenen Software "PhotoWise/photoGenie" erreicht werden, um nicht zu sehr gegenüber den Mitbewerbern abzufallen. Bei einer Kamerabezeichnung, die die Zahl 1280 enthält, hätte jeder auf eine 1280 x 960 Pixel = 1,3 MP-Kamera getippt. Weit gefehlt, die 1024 x 768 Netto-Pixel des Sensors wurden per Software einfach "aufgepumpt"... Dazu griff man ohne erkennbares Konzept bei den Kameras mal zu diesem oder jenem Speichermedium und schneller USB-Datenübertragung – wenn sie funktioniert(e) – oder steinzeitlicher, unendlich langsamer Fotodatenübertragung über die serielle Schnittstelle.

Und zum Ende hin, nach 2005? Nur noch "weiße Ware", wo wie auf diverse Haushaltsgeräte fernöstlicher Produktion einfach der gewünschte deutsche Herstellernamen "geklebt" wird. Zwei Vertreter dieser Kameras ab 2005 mit "AGFA-Aufkleber" habe ich dennoch in die Sammlung mit aufgenommen.

AGFA ACTIONCAM (Minolta RD 175)

Minolta? Richtig! Die von Minolta 1995 vorgestellte 1,75 MP Digital-SLR RD175 durfte AGFA unter eigenem Herstellernamen als baugleiche ACTIONCAM vertreiben. In digitalkamera.de wird sie auch als AGFA C220 bezeichnet.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die so genannten Fachblätter seinerzeit zu einer Sache Klartext geschrieben hätten! Nämlich, dass die AGFA ActionCam bzw. die baugleiche Minolta RD 175 als AGFA-Lieferant für genau ein Fotogebiet völlig ungeeignet war/ist: ACTION!

Wie sollte sie auch? Mit einer systembedingten Licht-„Stärke“ von f/6,7 und einer maximalen Empfindlichkeit von ISO 800. Lesen Sie dazu auch den Erfahrungsbericht zur gemeinsam von Fuji und Nikon produzierten Fujix/Nikon E2N und die Textpassage zur Minolta Dimâge RD 3000 im Beitrag Kodak/Nikon DCS 315, DCS 330, Minolta Dimâge RD 3000. Nie habe ich auch vergessen, dass ein namhafter Fotoladen, der mir mit Gebraucht- wie Neupreisen auf Apotheken-Niveau in übelster Erinnerung geblieben ist, Ende der 1990er Jahre allen Ernstes neben einer saftigen Leihgebühr für dieses Minolta/AGFA-Ungetüm auf einer Kaution von 20 ausgefüllten/unterschrieben Euroschecks a 400 DM bestand... Darauf habe ich dankend verzichtet und die Minolta RD175 viele Jahre später für ein Heftprojekt gebraucht erstanden. Im Foto aus dieser Zeit habe ich den Aufdruck RD175 hier einfach per EBV weggestempelt. Denn die Bezeichnung fehlt der AGFA-Variante. Stattdessen trägt das motorähnliche Unterteil der Kamera dann die Aufschrift ACTIONCAM sowie den Schriftzug AGFA plus AGFA-Raute... Lt. digitalkamera.de trug die ACTIONCAM auch den Namen C220. Die Minolta RD-175 habe ich nicht mehr, wobei ich ihr auch keine Träne nachweine... Und neben der „umgelabelten“ Minolta "Action"? Wenig, zu wenig (?) eigene Ideen bei AGFA.

Hier können Sie einen ausführlichen Erfahrungsbericht über die Minolta RD-175 lesen.

AGFA ePhoto 1280 (1997) und 1680 (1998)

AGFA ePhoto 1680

Es hat eine Weile gedauert, diese Kameras zu finden, aber ich war nicht bereit 198 Euro für eine "wie geleckte" ePhoto 1680 zu investieren oder 50 Euro für eine ePhoto 1280 mit vermutlich Sensorschaden auszugeben... So sind es – aus den USA – 33 und 28 Euro geworden. OK, das Porto verschweigen wir mal ;-)

Für mich spielt der äußere Zustand der Digitalkamera nur eine untergeordnete Rolle. Ich will ja immer versuchen, mit den alten Schätzchen ein paar Beispielfotos zu knipsen. Um originalverpackte, völlig überteuerte und am besten unbenutzte Ware mögen sich die Sammel-Vitrinen-Freunde balgen...

Ich beginne mit der AGFA ePhoto 1680, weil die zuerst bei mir eintraf...

Größe/Gewicht der AGFA ePhoto 1680: 157 x 92 x 53 mm, 440 g.

Die 1998 vorgestellte 1680 hat einen 1280 x 960 Pixel 1,3 MP CCD-Sensor von ISO 60 Grund-Empfindlichkeit. Der anwählbare „Nachteulen-Modus“ verstärkt lediglich die Helligkeit des Sucherbilds und hat keinen Einfluss auf die Sensorempfindlichkeit! Die Exif-Einträge der ePhoto 1680 sind bis auf die Pixelzahl und die vorgegebene Auflösung leer. Bestückt ist die Kamera mit einem 2,8-3,5/38-114 mm 3-fach Zoom, das digital noch verdoppelt werden kann. AGFA hat es hier richtig gemacht und gleich die Kleinbild-äquivalente Brennweite aufs Objektiv graviert. Beim Belichten kann ich bei der ePhoto 1680 zwischen Programm-, Zeit- und Blendenautomatik wählen, sowie manuell belichten. Die manuelle Belichtung beschränkt sich allerdings auf einen Plus-/Minus-Schieberegler. Bei Blendenautomatik können keine Zahlenwerte gewählt werden, sondern stattdessen: "LARGE" (große Blendenöffnung), "MEDIUM" (mittlere Blendenöffnung) und "SMALL" (kleine Blendenöffnung). Bei Blendenautomatik kann zwischen 1/8 und 1/500 s Verschlusszeit in ganzen Stufen vorgewählt werden. Die Verschlusszeiten bewegen sich zwischen 1 und 1/500 s. Die Entfernung wird per Autofokus oder manuell in wählbaren Stufen eingestellt. Der Selbstauslöser hat eine wählbare Vorlaufzeit von 5 oder 10 s. Der eingebaute Blitz reicht 3 m weit und bietet die üblichen Funktionen: Aus, Automatik, Aufhellblitz und Rote-Augen-Reduktion. Gespeichert wird auf Smartmediakarte bis 128 MB. Was sich, und auch der Versuch eine 64 MB Karte zu nehmen, als problematisch erwies. Die großen Karten werden erkannt und auch in der Kamera formatiert. Beim Versuch des Auslesens über einen Kartenleser gab es aber Probleme. Also wurde für die wenigen Bildchen einfach eine 8 MB Smartmediakarte eingeschoben, und gut war. Über den i(nformations-)Tipp-Schalter neben dem Monitor lässt sich der Kamera-Status abrufen. Die Energie liefern vier 1,5/1,2 V Mignon-/AA-Batterien oder Akkus.

1999 erhielt die Agfa ePhoto 1680 den iF Product Design Award. OK, ich saß nicht in der Jury ;-) 

Hier ist eine sehr ausführliche Beschreibung der AGFA ePhoto 1680 in englischer Sprache zu finden

AGFA entblödete sich nicht, statt der Nettoauflösungen seiner beiden Modelle einfach die hochgerechneten Auflösungen als Kamerabezeichnung zu wählen. Bei der ePhoto 1280 werden die 1280 x 960 Pixel aus 1024 x 768 Pixeln per "Agfa PhotoGenie"-Software hochgemogelt, bei der ePhoto 1680 entstehen die 1600 x 1200 Pixel aus netto 1280 x 960 Pixeln.

Die Auflösung 1680 (exakt 1600 x 1200 Pixel) kann auf dem Monitor ausgewählt werden, was vermutlich als Interpolationsbefehl für die AGFA-Software in die Datei geschrieben wird. Aufgenommen und gespeichert wird mit 1280 x 960 Pixel. Sobald diese Datei mit der AGFA-Software geöffnet und 1:1 in 100 % Größe betrachtet wird, erkennt man die Abmessungen: 1600 x 1200 Pixel. Als Software kam PhotoWise 1.8 für Windows zum Einsatz, das den Interpolationsbefehl umsetzt. PhotoWise ließ sich problemlos unter Windwos 7 installieren und betreiben. Mehr darüber in den entsprechenden Screenshots. Im Monitorbild daneben die zahlreichen Einstellmöglichkeiten.

Ob es sich beim gezeigten Exemplar um eine Exportvariante handelt, oder ob ALLE ePhoto 1680 Modelle ausschließlich englische Menüführung boten/bieten, kann ich nicht sagen. Es fand sich jedenfalls kein Menüpunkt: Language/Sprache...

"EXPOSURE" (Belichtung) mit „Time Value“ (Zeitvorwahl = Blendenautomatik), „Aperture val.“ (Blendenvorwahl = Zeitautomatik), „Manual“ (manuelle Belichtung über +/- Schieberegler) und eben „Automatic“. Daneben unter „EXTERNAL FLASH“ (externer Blitz) mit je drei Blendeneinstellmöglichkeiten (SMALL, MED., LARGE) und zwei Verschlusszeiten, vermutlich, damit der eingebaute Blitz keine Wirkung hat. Der wird nämlich benötigt, um den externen (Studio-)Blitz über Fotozelle zu zünden. Nach einigen Probeschüssen dürfte auch mit dem Studioblitz die richtige (Blitz-)Belichtung gefunden worden sein.

Agfa bezeichnete das Hochskalieren der kleinen Fotos seinerzeit als "speziellen Prozess", in dem unter anderem JPEG-Artefakte (unter Umständen bei hoher Vergrößerung sichtbare 8x8 Blöcke) entfernt, eine gewisse Verpixelung sowie Treppenstufen an schrägen Motivkanten, -details reduziert werden.

OK, Photoshop beherrschte das Hochrechnen von zu kleinen Fotos durch bikubische Interpolation bereits ab 1991 mit Version 1, und mit Version 2.5 (1992) durfte auch die Windows-Welt an den Fähigkeiten von Photoshop teilhaben. Aber das am meisten raubkopierte Programm der Welt war eben ehrlich erworben teuer und die "Sicherheits-Kopien" nicht auf Anhieb von jedem Unbedarften beherrschbar... Insofern war AGFAs "PhotoGenie" eine Hilfe.

AGFA PhotoWise/photoGenie

Um an der von PhotoWise von 1280 x 960 auf 1600 x 1200 Pixel hochgerecheten Datei nichts an Qualität durch erneutes Speichern im komprimierten JPEG-Format zu verlieren, wurde unkomprimiert als TIF gespeichert – unterer Screenshot.

Links die Kontrolle, ob PhotoWise auch erkannt hat, dass in der ePhoto 1680 Auflösung 1680 (eigentlich korrekt 1600) angewählt war. Rechts Bearbeitungsmöglichkeiten – "Corrections".

Alles da in PhotoWise, was man so zum Bearbeiten braucht.

Bildergebnisse

An einem spannenden Kellermotiv getestet, hat der "Nachteulen-Modus" absolut keine Wirkung, was eine denkbare Steigerung der Sensorempfindlichkeit betrifft. Da wird nichts verstärkt, was man an einem zunehmenden Rauschen erkennen würde. Immerhin war das Motiv ohne den "Nachteulen-Modus" fast nicht zu erkennen. Die ePhoto 1680 schreibt bis auf die Netto-Pixelzahl und die Auflösung nichts in die Exif. 

Als weiteres Testobjekt musste ein Motiv meiner schnellen Rundgänge dienen. Von 1280 x 960 Pixel auf 750 Pixel Höhe reduziert, unbearbeitet.

AGFA ePhoto 1680 Ausgangsdatei von 1280 x 960 auf 1600 x 1200 Pixel per Photoshop Interpolation vergroßert, daneben die von AGFA PhotoWise photoGenie erzeugte 1600 x 1200 Pixel Datei.

Interpolationsvergleich: AGFA PhotoWise photoGenie gegen Photoshop

1280 x 960 Pixel von AGFA PhotoWise photoGenie auf 1600 x 1200 Pixel hochgerechnet

Mit Photoshop per Interpolationsart "Bikublisch glatter (optimal für Vergrößerungen)" von 1280 x 960 Pixel auf 1600 x 1200 Pixel hochskaliert und mit 150 % Stärke, Pixelradius 0,3 unscharfmaskiert. Wenn ich mir den Baukran ansehe, der da in den Himmel ragt, ist Photoshop für mich der Sieger. Aber zwischen Gold- und Silber-Medaille liegen nur Sekundenbruchteile ;-)

Und wir wollen nicht unfair sein, die Interpolationsart "Bikubisch glatter" gab es 1997 noch nicht, und dann schneidet AGFA mit seiner Software PhotoWise photoGenie gar nicht schlecht ab! Vor allen Dingen für Umsteiger dieser Zeit von analog auf digital, oder für die zur Analog- parallel eingesetzte Digitalkamera, die einem Kunden, der Druckerei so ohne Photoshop-Kenntnisse direkt ein größeres Foto anbieten konnten.

Aufgefallen war mir noch, dass die ePhoto 1680 Datei, die mit Auflösungseinstellung "1680" aufgenommen wurde, mit rund 500 KB rund doppelt so groß ist wie die echte 1280 x 960 Pixel in der Auflösungseinstellung "1280"! Obwohl auch sie nur 1280 x 960 Pixel hat. Wird da einfach weniger komprimiert, was der Datenqualität ja sehr gut tut? Nur noch gerundet 8:1 ist die JPEG-Datei komprimiert, was weit weg von den 16:1 ist, wo es je nach Motiv beginnt kritisch zu werden. Oben noch ein weiteres Bildbeispiel, aufgenommen mit der AGFA ePhoto 1680.

Unbearbeiteter 750 x 750 Pixel 1:1 Ausschnitt aus der 1280 x 960 Pixel-Datei.

Unbearbeiteter 1:1 Ausschnitt aus der von PhtoWise photoGenie generierten 1600 x 1200 Pixel Datei. Für die Zeit – wir schreiben das Jahr 1997 – ein gutes Ergebnis. Wie schon oben geschrieben, auch wenn Phtoshop die Nase vorn hat. Spätestens im Druck dürfte das interpolierte 1600 x 1200 Pixel Foto nicht negativ aufgefallen sein. Mit den 144 ppi, die AGFA in die Dateien seiner ePhoto 1680 schreibt, sind 28,2 x 21,2 cm Druckgröße möglich. Und das alles stand/steht, wie es sich für ein Digitalfoto gehört, unmittelbar nach der Aufnahme zur Verfügung!

AGFA ePhoto 1280

Ist dieser Objektiv-/Blitzdeckel im Tupperdosen-Design nicht entzückend?

Größe/Gewicht der ePhoto 1280: 157 x 92 x 53 mm, 380 g (ohne Batterien).

Die 1997 vorgestellte 1280 hat einen 1024 x 768 Pixel 0,8 MP 1/3“ IT-CCD Yellow/Cyan/Magenta/Green-Sensor von ISO 100 Grund-Empfindlichkeit. Bestückt ist auch die ePhoto 1280 mit einem 2,8-3,5/38-114 mm 3-fach Zoom, das digital noch verdoppelt werden kann. Wie die 1680 kann bei der ePhoto 1280 beim Belichten zwischen Programm-, Zeit- und Blendenautomatik gewählt, sowie manuell belichtet werden. Die manuelle Belichtung beschränkt sich allerdings auf einen Plus-/Minus-Schieberegler. Bei Blendenautomatik können keine Zahlenwerte gewählt werden, sondern stattdessen: "LARGE" (große Blendenöffnung), "MEDIUM" (mittlere Blendenöffnung) und "SMALL" (kleine Blendenöffnung). Bei Blendenautomatik kann zwischen 1/8 und 1/500 s Verschlusszeit in ganzen Stufen vorgewählt werden. Die Verschlusszeiten bewegen sich zwischen 1/4 und 1/500 s. Die Entfernung wird per Autofokus oder manuell in wählbaren Stufen eingestellt. Der Selbstauslöser hat eine wählbare Vorlaufzeit von 5 oder 10 s. Der eingebaute Blitz reicht 3 m weit und bietet die üblichen Funktionen: Aus, Automatik, Aufhellblitz und Rote-Augen-Reduktion. Gespeichert wird auf Smartmediakarte bis 16 MB, ich habe eine 8 MB Karte genommen. Die Energie liefern vier 1,5/1,2 V Mignon-/AA-Batterien oder Akkus. Über den i(nformations-)Tipp-Schalter neben dem Monitor lässt sich der Kamera-Status abrufen. Der 2“ LCD-Monitor löst 111000 Pixel auf. Zwischen Antippen des Auslösers, Autofokussieren und tatsächlichem Auslösen sollen 1000 ms vergehen, 1 Sekunde.

Wie die ePhoto 1680 hat auch die 1280 einen "Nachteulen-Modus" der das Sucherbild bei wenig Licht aufhellt. Bei der ePhoto 1280 signalisiert allerdings ein Kerzensymbol das Aufhellen.

Englisches AGFA ePhoto 1280 Manual mit allen technischen Details

Testbildchen mit den verschiedenen Auflösungen der ePhoto 1280

Links Auflösungseinstellung 780HI(GH -hoch), heißt 1024 x 768 Pixel schwächer komprimiert; unbearbeiteter 1:1 Ausschnitt. Rechts Auflösungseinstellung 780S(tandard), heißt 1024 x 768 Pixel stärker komprimert; unbearbeiteter 1:1 Ausschnitt

Links Auflösungseinstellung 307HI(GH -hoch), heißt 640 x 480 Pixel schwächer komprimiert; komplettes Foto. Rechtes Foto die merkwürdigen Auflösungsbezeichnungen "307" und "780" auf den Monitoren von AGFA ePhoto 1280 wie 1680. Das Rätsel klärt sich gleich auf. Offensichtlich stand zur Präsentation der 1280 und 1680 bereits fest, dass es die Modelle AGFA ePhoto 307 und 780 geben wird. Nur noch ein kleines bisschen Geduld ;-)

Unbearbeiteter 750 x 750 Pixel 1:1 Ausschnitt aus der mit AGFA PhotoWise/photoGenie von 1024 x 768 auf 1280 x 960 Pixel hochgerechneten (interpolierten) Aufnahme. Urteilen Sie selbst. Ich habe es getan und auf den Vergleich der photoGenie- gegen die Adobe Photoshop-Interpolation verzichtet... Wie schon bei der AGFA ePhoto 1680 (Ausgangsdatei 1280 x 960 Pixel) war im Fall der ePhoto 1280 die 1024 x 768 Pixel Datei, die für photoGenie den Interpolationsbefehl in sich trägt, mit rund 450 KB mehr als doppelt so groß und weniger stark komprimiert, wie die "normale" 1024 x 768 Pixel Datei mit ca. 200 KB.

Eins kam man diesen beiden AGFA-Modellen zugute halten. Für sie gibt es kein Pendant, dem AGFA einfach seine Raute aufklebte! Das sind eigenständige Kameras, wobei die ePhoto 1680 sicher für einfache Studiofotografieeinsätze brauchbar war, wenn Zeit ein Faktor war, und keine großen Drucke gefordert waren.

AGFA ePhoto 307

Vorstellung 1998

Abmessungen 140 x 80 x 47 mm, 280 g

Sieht – sagen wir – sehr gewöhnungsbedürftig aus ;-) Aber hat Charakter, die 640x480 Pixel (VGA) CCD-Sensor AGFA ePhoto 307. 2 MB interner Speicher für 36 Fotos mit 640 x 480 Pixel Auflösung oder 72 Fotos 320 x 240 Pixel. 24 bit Farbteiefe, JPEG-Format. 43 mm (Kleinbild-äquivalent) Fixfokus-Objektiv. Programmautomatik, Verschlusszeiten 1 s bis 1/10000 s. Selbstauslöser 10 s Ablaufzeit. Eingebauter Blitz, Reichweite 0,9 bis 3,0 m. Blitz An/Aus, Automatik, Rote-Augen-Reduktion. Optischer Sucher. Kleine LCD-Menü- und Statusanzeige. Datenübetragung in den Mac oder Windows PC seriell.

Bei der Suche nach einer Bedienungsanleitung wurde mir immer wieder eine ePhoto 307 präsentiert, die sich als AGFA ActionCam – siehe oben – erwies. Immerhin fand sich diese englische Broschüre zur 307.

Mangels Übertragungssoftware musste tiefer in die Trickkiste gegriffen werden, um Bilder aus der Kamera in den Rechner zu bekommen. Dahinter steckt auch eine Geschichte. Die ePhoto 307 wurde in eBay-Kleinanzeigen angeboten. Wobei „angeboten“ nicht die richtige Bezeichnung ist. Es handelte sich vielmehr um einen Hilferuf, ob noch jemand ein passendes Datenkabel hätte, um an die Fotos, die im Speicher der 307 lagerten, zu kommen. Nach Kontaktaufnahme mit dem Hilfesuchenden wurde zunächst ein uraltes Windows 98 sowie ein passendes Kabel samt COM-Anschluss-/USB-Adapter und Software verschickt. Das Windows wurde in die kostenlos zu habende VirtualBox installiert, die Windows auf diese Weise auch auf einem Linux- oder Mac OS 10 Rechner lauffähig macht. Die fehlende COM-Schnittstelle übernahm der Adapter samt Treiber. In das Windows 98/XP wurde die uralte Windows 95 Olympus Software installiert, und schon konnte der Bildtransfer beginnen. Denn der irgendwo gelesene Hinweis, die Olympus Software könne angeblich auch die Bilder einer AGFA ePhoto 307 auslesen, erwies sich als Volltreffer! Problemlos ließen sich die AGFA-Fotos in den Rechner überspielen. Möglicherweise steckt also wirklich Olympus-Technik in der ePhoto 307.

Was bei mir auf Anhieb funktionierte, wollte beim Hilfesuchenden aber einfach nicht klappen. Er hat dann aufgegeben und mir die historische AGFA freundlicherweise überlassen. Um eine weitere Alternative für den Datentransfer zu probieren, wurde die ePhoto 307 an einen extra für solche Fälle USB-losen 1 Euro eBay-Windows 98 PC angeschlossen. Glücklicherweise hat ein Programmierer sein CamWork für DOS nie aus dem Netz genommen, mit dessen Hilfe an die Fotos der ePhoto zu kommen war. CamWorks soll übrigens auch die Fotos einer ePhoto 1280/1680 von der Kamera auf den Rechner überspielen können! Der Windows 98 PC wurde in diesem Fall im DOS-Modus gestartet, um dann am sogenannten DOS-Prompt C:\> diese für heutige Verhältnisse kryptische Kommandozeile einzugeben: camworks /com1 /p all /c:\pics Mit einem Enter/Return nimmt die Software über die COM1-Schnittstelle Kontakt mit der ePhoto 307 auf, um dann alle ("all") Bilder auf die Festplatte C in den Ordner pics zu kopieren. Arbeiten vor rund 30 Jahren ;-) Und mit gaaaaanz viel Zeit!

Auch unter Linux soll es möglich sein, an Fotos aus alten Kameraspeichern zu kommen. Ich habe mich auf die noch vorhandenen DOS-Kennnisse verlassen.

Im Gegensatz zu anderen und besonders den letzten AGFA-Kameras hat die ePhoto 307 sogar Charakter. Keine Auflösungsmogeleien, für die Auflösung ordentliche Qualität und passable Blitzaufnahmen. Ein Feeling, wie 1997 mit der ebenfalls Bildmonitor-losen Olympus Camedia 400 beim Basketball!

Beispielfoto, aufgenommen 2004/2005 (vom Vorbesitzer):

Hat gut 10 Jahre in der AGFA ePhoto 307 überdauert. Eins der 2015 aus der alten 307 "geretteten" Fotos. Der frühere Besitzer ist Vinyl Fan ;-) Wie auch ich, trotz digitalisierter Welt!

Beispielfotos aus der AGFA ePhoto 307, Mai 2015 – oder: Thema Alterung von Elektronik und Sensoren?

Digital „geht“ ja prinzipiell nur: An/Aus, 0/1 oder salopp Gerät OK/Gerät defekt. Dennoch scheint es da etwas Alterung zu geben. Bei der AGFA ePhoto 307 ist mir aufgefallen, dass die 10 Jahre im Speicher gelagerten Fotos gefühlt eine bessere Qualität aufwiesen, als die frisch aufgenommenen Bilder von 2015: Weniger (2005) oder mehr (2015) „Treppchen“ an schrägen Motivkanten. Die Farberfassung ist auch 2015 gut! Um zu sehen, ob es an der Datenübertragung Kamera/Rechner liegt, wurden die Bilder nach einem weiteren Rundgang wie beschrieben via CamWorks für DOS und die Olympus Camedia-Suite übertragen. Dabei ist kein Unterscheid in den Fotos auszumachen.

AGFA ePhoto 780/c

Wie bei der ActionCam "borgt" sich AGFA die bis auf die Gehäusefarbe äußerlich sonst identische Polaroid PDC 640, um sie 1998 als grauschwarze ePhoto 780 und 1999 dann als "metallic-blaue" 780c anzubieten.

Und der Unterschied zwischen Polaroid und AGFA? Während die PDC 640 genau das auflöst, was in der Kamerabezeichnung steht: 640 x 480 Pixel VGA-Auflösung, glaubte man bei AGFA aus Marketinggründen wieder eine gemogelte, weil interpolierte 1024 x 768 Pixel XGA-Auflösung spendieren zu müssen. Deren Vertikal-Auflösung von 768 Pixel sich dann falsch hochgerundet in der Kamerabezeichnung wiederfindet: AGFA ePhoto 780... "AGFA ePhoto 1000" hätte doch noch besser geklungen und möglicherweise sogar "Megapixel" suggeriert ;-)

Die Daten der AGFA ePhoto 780 sind in der englischen Bedienungsanleitung zu finden.

Hier die Spezifikation der Polaroid PDC640 in englischer Sprache und die englische Bedienungsanleitung der PDC640.

Und ohne ein paar Testbildchen aus der Polaroid (AGFA) geht es nicht ;-). Beginnend mit vier Originalfotos, teilweise im Makro-Modus der PDC640. Die beiden 1:1 Crops sind aus 1024 x 768 Pixel hochskalierten 640 x 480 Pixel Original Polaroid-Aufnahmen. Bildreihenfolge (von oben nach unten): 1:1 mit Photoshop interpoliert, Screenshot aus dem Freewareprogramm Smilla Enlarger, 1:1 mit Smilla Enlarger fraktal interpoliert. Das Ergebnis lässt die AGFA ePhoto 780/c für mich noch fragwürdiger, unehrlicher erscheinen...

Nachtrag: Auf "echte" 1024 x 768 Pixel Bildchen aus der AGFA ePhoto 780c habe ich verzichtet, da die AGFA erst lange nach Fertigstellung dieses Erfahrungsberichts in die Sammlung kam!

AGFA ePhoto CL20 und CL30 Clik

Die AGFA CL30 Clik aus 2000 lässt etwas eigenen Stil erkennen. Wobei die 2000 vorgestellte CL20 ins Gruselkabinett gehört, vergleicht man deren angebliche 1024 x 768 Pixel XGA-“Qualität" mit der exzellenten Olympus Camedia 800L. Was AGFA nicht daran hindert per Software eine noch höhere „PhotoGenie-Auflösung“ von 1280 x 960 Pixel = 1,3 MP anzubieten und auf der Oberseite der CL20 auch noch ein "megapixel" aufzudrucken. Ist das angesichts der beiden Beispielbilder jetzt dreist oder "nur" ein verstaubter Sensor, eine defekte Kamera, ein defektes Objektiv, Lomographie oder ganz einfach Unvermögen?

AGFA ePhoto CL20

Abmessungen 95 x 65 x 35 mm, 170 g (mit Batterien und CF-Karte). CCD-Sensor, 1024 x 768 Pixel = 0,8 MP netto. Diese XGA-Aulösung kann per AGFA-Software weiter auf „PhotoGenie-Auflösung“ 1280 x 960 Pixel = 1,3 MP hochgerechnet werden. Gespeichert wird in 24 bit Farbtiefe als JPEG in den internen 1 MB Speicher, der durch eine Compactflashkarte fast beliebig erweiterbar ist. Web-Kamera-/Videokonferenz-Funktion über Software.

3,5/45 mm (Kleinbild-äquivalent) Fixfokus-Objektiv, Schärfebereich 65 cm bis Unendlich. Zeitautomatik, Verschlusszeiten von 1 s bis 1/2000 s. Selbstauslöser 10 s Ablaufzeit. Eingebauter Automatikblitz, Ein/Aus, Reichweite bis 3 m. Optischer Sucher. Energieversorgung 2 x 1,5 oder 2 x 1,2 V AA-/Mignon-Batterie oder Akku. Foto-Print-Taste zum direkten Versand von Aufnahmen an ein Fotolabor über AGFAnet Software.

Englische Bedienungsanleitung mit allen Daten

AGFA ePhoto CL30 clik

Einen derben Charme strahlt die 2000 vorgestellte CL30 Clik aus. Im Gegensatz zur CL20 versuchte AGFA hier mit dem Speichermedium IOMEGA Clik Diskette einen eigenen Weg. Was sich allerdings als Flop erwies, da die Clik Diskette mit ihren 40 MB keine Chance gegen die aufkommenden USB-Sticks und diversen Speicherkarten hatte. Und mit dem mechanisch anfälligen Laufwerk hatte man auch nichts von Dauer geschaffen. Gerne hätte ich ein paar Fotos mit der historischen CL30 Clik gemacht, aber trotz originalverpackter Clik-Disk kamen nur "üble" Geräusche aus dem Laufwerk der AGFA :-( Dabei spielte es keine Rolle, ob die ePhoto CL30 Clik an einem Windows-, Apple Mac OS 9-, Apple Mac OS 10- oder Ubuntu-Linux-Rechner mit passender Software hing. Schlicht eine Fehlentscheidung von AGFA, ein so exotisches und mechanisch empfindliches Speichermedium zu wählen. So bleibt die CL30 Clik ein seltenes und interessantes Sammel-Dekorations-Stück.

Übrigens: Als Sponsor stellte Agfa dem Goethe-Institut ePhoto CL30 Cliks zur Verfügung, mit denen anlässlich der Expo 2000 in Hannover das Thema „Wasserwelten“ dokumentiert wurde. In einer Sonderaktion gab es die ePhoto CL30 Clik mit drei 40 MB Clik-Disketten für 1074 DM. Für die Clik-Disketten gab es auch einen fast 500 DM teuren PCMCIA-Adapter, der aber nur für Notebooks mit PCMCIA-Einschub und externe Apple Mac SCSI-Lesegeräte zu benutzen war. Eine Canon Powershot 600 oder Fuji DS300, die mit PCMCIA-Speicherkarten geladen werden können, können damit nichts anfangen. Was für ein Unsinn! So war das Konzept der IOMEGA 40 MB Clik-Diskette von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die AGFA CL30 gab es auch ohne "Clik" (Laufwerk). Und die wurde ein Jahr vorher – 1999 – präsentiert. In welchem Anfall geistiger Umnachtung AGFA der CL30 mit der modernen und robusten Compactflashs-Seicherkarte bloß die CL30 Clik hinterherschob?

Restliche Daten der CL30 Clik 

Abmessungen 130 x 77 x 47 mm, 265 g 

CCD-Sensor, 1158 x 876 Pixel = 1 MP netto. ISO 100. Kann durch den Windows-TWAIN-Treiber, bzw. das Mac Photoshop Plug-in auf „PhotoGenie-Auflösung“ 1440 x 1080 Pixel = 1,5 MP hochgerechnet werden. Gespeichert wird in 24 bit Farbtiefe als JPEG auf 40 MB Clik-Diskette. 2,8/43 mm (Kleinbild-äquivalent) Objektiv. 2-fach Digitalzoom. Blendenbereich f/2,8 bis f/8, Verschlusszeiten 1/30 bis 1/700 s, Programm- und Blendenautomatik mit (lt. BA) Zeitenvorwahl: 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250 s. +/- 2 EV Belichtungskorrektur in 1/2 EV-Schritten. Selbstauslöser 10 s. Eingebauter Automatikblitz, Ein/Aus, Aufhellblitzen, Rote-Augen, Reichweite bis 2,7 m. Anschlussmöglichkeit für externen Blitz. Einzel-Autofokus (AF-S), kontinuierlicher Autofokus (AF-C), Manuell. Optischer Sucher und 1,8" TFT LCD Monitor mit 61.600 Bildpunkten. Energieversorgung 4 x 1,5 oder 4 x 1,2 V AA-/Mignon-Batterie oder Akku. Schwarz/Weiß-Textmodus zur Aufnahme von Textdokumenten zur Texterkennung (OCR).

Englische Bedienungsanleitung zur AGFA CL30 Clik

AGFA CL30

Obwohl der Compactflashkarten-Einschub weniger Platz beansprucht als das Clik-Laufwerk, ist die CL30 mit 128 (130) x 80 (77) x 37 (47) mm und 340 (265) g (in Klammern die CL30 Clik) kaum kompakter oder gar leichter als die CL30 Clik. Die restlichen technischen Daten der CL30 Clik und CL30 sind identisch. Laut digitalkamera.de kam erst die CL30 (1999) und ein Jahr später (2000) die CL30 Clik.

Fotos, aufgenommen mit der AGFA CL30 im Herbst 2015

Am letzten trüben Oktobertag 2015 aufgenommen. Um die "Stumpfheit" rauszubekommen, wurde entsprechend an der Photoshop Gradationskurve geschoben.

Für eine Digitalkamera von 1999 eine ordentliche Farbwiedergabe.

Die ersten beiden 1:1/750 x 750 Pixel-Ausschnitte stammen aus der letzten Hochformat-Aufnahme darüber. Und die unterschiedlichen Auflösungen? im vorausgegangenen Text wurde mehrfach aufs AGFAs Interpolations-"Hausmarke" photoGenie hingewiesen. Wie bei den zuvor beschriebenen Konsumer-Kameramodellen rechnet die AGFA-Software die Nennauflösung des Sensors hoch. Im Fall der AGFA CL30 von 1152 x 864 auf 1440 x 1080 Pixel. Für den (Photoshop) Ungeübten eine simple Möglichkeit ohne Interpolations-Kenntnisse aus 1 MP 1,5 MP zu generieren. Vorausgesetzt im Kameramenü wurde nach "LOW", "MEDIUM"und "HIGH" "P-GENIE" gewählt. Und die CL30-Datei mit der AGFA-Software PhotoWise geöffnet.

AGFA ePhoto CL18

Zum direkten Vergleich: AGFA ePhoto CL18 vs. ePhoto CL20

Mit der CL-Baureihe ging es munter weiter. Das "CL" soll übrigens für "Conventional-Line" stehen. Gemeint ist ein konventionelles Kameradesign im Stil einer vergleichbaren KB-Analogkamera. Das nicht unpraktische Konzept der AGFA ePhoto 1280/1680 war vielen wohl zu gewöhnungsbedürftig.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;-)

Natürlich ist die Anordnung von Sucher, Blitz, Objektiv unterschiedlich. Aber es ist sicher nicht völlig auszuschließen, dass Umax nicht nur seine eigene DC AstraPix 380 gefertigt hat, sondern auch die AGFA-Modelle CL18 und der CL20. Oder ist diese gewisse optische Ähnlichkeit purer Zufall? Wie die CL18/20 kann auch die Umax als Webcam eingesetzt werden.

Und überhaupt? Was soll(t)en zwei fast identische Kameras: CL18 und CL20? 

Auf das auf der CL18-Kameraoberseite zu lesende "PhotoGenie" reagierte ich mittlerweile allergisch... Zudem ist die CL18 programmtechnisch so unglücklich ausgelegt, dass die Kamera trotz USB-Anschluss weder von Windows 7 noch Mac OS 10 als Laufwerk erkannt wird, und ihre Bilder nicht hergibt...

Links der EeePC mit Ubuntu 15.x (Linux) als Betriebssystem mit angeschlossener AGFA ePhoto CL18. Rechts ein Screenshot aus der Linux/Ubuntu-Software Gwenview.

Die vorhandene CL20 Software erwies sich dabei als nutzlos! Rettung fand sich im nie veräußerten Subnotebook, einem EeePc, der ein Ubuntu 15.x (Linux) beherbergt. Dessen Programm Gwenview machte kein Federlesen und zog die Bilder der ePhoto CL18 umgehend auf die Festplatte.

Englische Bedienungsanleitung der AGFA ePhoto CL18

Übrigens: 1 – EIN – Cent hat die CL18 gekostet. OK, dazu kam noch "ein wenig" Porto aus Italien...

Zwei Bildchen, geknipst mit der AGFA ePhto CL18: 

AGFA CL50

Sanyo VPC-Z400 = AGFA ePhoto CL50

Äußerlich unterschiedlich, im Inneren gleich!

Weil die CL50 bis jetzt weder im "Original" noch als "Nachbau" zu haben war, wurde sie mit Photoshop-Hilfe "gebaut"...

Das AGFA ePhoto CL50 Original können Sie sich über die Google Bildersuche anschauen. An dieser Stelle darf ich auch auf die ausgezeichnete Seite der Kollegen von digitalkamera.de hinweisen. Unter dem Schnellzugriff ist fast jede je produzierte Digitalkamera abgebildet und ausführlich beschrieben! So selbstverständlich auch die AGFA ePhoto CL50!

Grundlage für den Fake der "AGFA ePhoto CL50" war die SANYO VPC-AZ3EX. Warum Sanyo?

Exakt hätte ich für die Montage die Sanyo VPC-Z400EX nehmen müssen, die mir aber nicht zur Verfügung stand. Deren Innenleben durfte AGFA für seine CL50 verwenden. Man spendierte ein eigenes Objektiv, gestaltete das Gehäuse um, fertig war die ePhoto CL50. Im Gegenzug durfte Sanyo AGFAs PhotoGenie (Interpolationssoftware) verwenden, und so prangte auf der Verpackung der Sanyo VPC-Z4000EX die Aufschrift (sinngemäß): „1600 x 1200 Pixels with Agfa PhotoGenie“. Nachzulesen unter digitalkamera.de

Schon wieder dieser unsägliche Mumpitz mit der gemogelten Auflösung! Ohne mich damals auch nur eine Minute für die AGFA ePhoto CL50 interessiert zu haben, fiel die Wahl 1999 ohnehin auf die Nikon Coolpix 950 mit echten (!) 1600 x 1200 Pixel.

Was spricht für die AGFA ePhoto CL50? Lediglich ihre Seltenheit. Die Kamera würde ich nach Abschluss meines Ausflugs in die untergegangene AGFA-Welt nur zum Flohmarktpreis kaufen...

Hier gibt es noch ein paar Fotos und englischsprachige Informationen zur AGFA CL50-Grundlage, der Sanyo VPC-/400EX.

Steve's Digicams Review der AGFA CL50

Englische Bedienungsanleitung der AGFA CL50

Englische Service- und Reparaturanleitung der Sanyo VPC-Z400EX

AGFA ePhoto CL22 CL34 CL45

 

Und das war es dann mit der Firma AGFA – fast

Zur weiteren Vervollständigung dieses Beitrags „trudelte“ im März ein Exemplar der zur Photokina 2000 vorgestellten und 2001 verfügbaren AGFA ePhoto CL34 ins Haus. Dieses Modell schlägt gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Das vom Aussehen und den Abmessungen her identische Modell CL22 wurde mangels Kundeninteresse noch vor der Photokina 2000-Präsentation von AGFA zurückgezogen und durch die CL34 ersetzt. Quelle digitalkamera.de.

Und die digitalkamera.de-Überschrift „PhotoGenie auf Urlaub“ trifft sowohl auf die CL34 zu, als auch auf die ebenfalls 2001 in den Verkauf gelangte CL45. Auch die CL 45 hat die identische Form der CL 34, löst aber höher auf! Wurden höhere Auflösungen bei den Vorgängern der AGFA ePhoto Modelle nur durch die hauseigene Pixel-Mogelei, Pardon, Interpolationssoftware „PhotoGenie“ erreicht, haben die Modelle CL 34 und CL 45 endlich Sensoren, die die angegebene Auflösung auch physikalisch bringen: 1.280 x 960 Pixel = 1,3 MP (CL34), 1600 x 1200 Pixel = 2 MP (CL45).

AGFA ePhoto CL34

Die ePhoto CL 34 119 x 75 x 51 mm groß und wiegt 280g. Ihr CCD-Sensor löst maximal 1.280 x 960 Pixel = 1,3 MP auf. Gespeichert wird mit 24 bit Farbtiefe komprimiert als JPEG in den internen 2 MB Speicher oder auf Compactflash-Speicherkarte. Die CL34 kann Videos der Auflösung 320 x 240p mit 30 B/s Frequenz aufzeichnen und als AVI speichern. Objektiv ist ein festbrennweitiges 3,5/7,1 mm (50 mm @KB) Objektiv mit 2-fach Digitalzoom-Möglichkeit durch die Kamera-Software. Belichtungssteuerung über Programmautomatik, Verschlusszeiten 1 bis 1/2000 s. Eingebauter Blitz mit 2,5 m Reichweite mit den Funktionen: Ein/Aus, Automatik. Entfernungssteuerung über Einzel-Autofokus (AF-S) und kontinuierlich (AF-C). Selbstauslöser mit 10 s Vorlaufzeit. Weißabgleich automatisch, Wolken, Sonne, Leuchtstofflampe, Glühlampenlicht. Optischer Sucher und Monitor. Energieversorgung 4 Batterien/Akkus 1,5/1,2 V, Größe Mignon/AA.

Englische Bedienungsanleitung der AGFA ePhoto CL34

AGFA ePhoto smile (CL15)

Die letzte AGFA ePhoto dürfte das primitive Modell „Smile“ sein, dessen Link zur englischen Bedienungsanleitung die vollständige Bezeichnung „AGFA ePhoto (CL15) Smile“ trägtDieser Link führt direkt zu einem Foto der AGFA ePhoto Smile.

Vier Jahre nach der CL34 und CL45 kommt AGFAs Konkurs. AGFA lebt seitdem nur noch als Markenname, der auf beliebige Kameras, digitale Bilderrahmen und anderes "geklebt" wird.

Und nach den AGFA ePhoto-Kameras?

Neben etwas besseren „AGFA“-Kameras mit optischem Zoom auch Vertreter mit Fixfokus-Objektiv und Digital-Zoom im – aus meiner Sicht – Jahrmarkt-/Kirmes-Ramsch-Niveau. Wie die hier schon vorgestellte Vivitar ViviCam 3640. Außer dem Markennamen und Schriftzug AGFA hatten diese Kameras mit AGFA nichts mehr zu tun. Lesen Sie dazu bitte auch den Nachtrag am Ende dieses Beitrags! Zwei Vertreter, die AGFA PHOTO DC-302 und die Agfa Photo Optima 147 möchte ich hier dennoch präsentieren. 

AGFAPHOTO DC-302

Sicher kann man ab einem gewissen Alter nicht ausschließen, dass eine Kamera nicht mehr zu 100 % arbeitet. Wenn das aber die Qualität bei Neuzustand war... Au weia!

Ganz bewusst habe ich mit 5 MP Auflösung fotografiert, denn schließlich bietet die DC-302 diese Pixelzahl: 2592 x 1944 Pixel = 5 MP. Ein erster Blick auf die Dateigrößen, die pro Foto zwischen 600 und 800 KB liegen, ließ Schlimmes befürchten. Unkomprimiert ist ein 5 MP Bild 14,4 MB groß. Die AGFA komprimiert über das als Limit anzusehende Verhältnis von 16:1 mit 19:1 bis 25:1 noch stärker. Killer-Argument ist aber das Verhalten, wenn die DC-302 ausgelöst wird. Man löst aus, es piept, und man lässt die Kamera sinken. Ergebnis: ein total verwackeltes Foto. Dass ältere Kameras nach dem Auslösen einen Augenblick benötigen, um das Foto zu verarbeiten und zu speichern ist kein Vorwurf. Dass sich nach dem Auslösen aber erst irgend ein Berechnungsvorgang – „Snap - Data calculating“ – gestartet wird: UNMÖGLICH! Zusammen mit der vermutlich interpolierten Auflösung von 5 MP kommt das heraus:

Die 1:1 Crops aus den 5 MP Aufnahmen wurden bewusst als 2:1/200 % Screenshot montiert, um die Fehler zu verdeutlichen. 1:1 auf dem Monitor problemlos zu erkennen, würden die miserable Leistung hier nur ungenügend darstellen. Beachten Sie auch die streifenförmigen Störungen (Banding) und die Farbfehler in der Schrift. Und überhaupt die "Schärfe". Mag sein, dass das Ergebnis bei 3 MP Auflösung gnädiger ausgefallen wäre, aber dann darf man keine 5 MP Auflösung anbieten!

Mit dieser „Qualität“ liegt die AGFA DC-302 noch unter den verachteten „Kirmes-/Jahrmarkt-Kameras“. Sehen Sie sich die Fotos der 1 Euro 11 MP Kamera an! Ironischerweise wird diese Qualität/Auflösung im Menü der AGFA auch noch als "Super" bezeichnet...

Deutsche Bedienungsanleitung zur AGFA DC-302

AGFAPHOTO Optima 147

Der Monitorschaden dürfte auf unfreiwilligen Kontakt mit einem spitzen, scharfen Gegenstand herrühren... Zum Glück der einzige Fehler dieser AGFA.

Auch wenn im Gehäuse vermutlich die übliche volkschinesische/taiwanesische Dutzendware (=Technik) steckt, dennoch (m)ein versöhnlicher Abschluss des insgesamt traurigen Kapitels „AGFA“, die Optima 147.

Obwohl beim ersten Einsatz nur im Vollautomatikmodus betrieben, hat die Optima 147 positiv überrascht. Hatte ich angesichts der hohen Auflösung von 14 MP bei einem Sensor mit 7,8 mm Diagonale zugeschmierte Details befürchtet, sah das Ganze selbst in der 1:1/100% Monitorwiedergabe annehmbar aus. Sieht man von der Programmautomatik ab, bietet die Optima noch genügend Einstellmöglichkeiten im „Manual“-Modus. Statt des dämlichen 4:3 Seitenverhältnis’ bevorzuge ich das vertraute KB-„Handtuchformat“ mit seinem gewohnten 3:2 Seitenverhältnis, was die Auflösung von 14 auf 12 MP reduziert – immer noch mehr als ausreichend. Qualität immer auf „Fine“: 40 Fotos passen dann auf die 256 MB SD-Karte, 700 auf die 4 GB SD. Selbst die 16 GB SD wird problemlos akzeptiert. ISO auf „Auto“, bei Bedarf Auswahl von 64, 100, 200, 400, 800 oder 1600. EV immer auf -0,3, was die Häufigkeit von  ausgefressenen Lichtern verringert. Realistisch gesehen ist bei ISO 400 qualitativ Schluss. ISO 800 ist Notbehelf, ISO 1600: Finger weg!

Das 3,4 - 5,7/5,9 - 41,3 mm Zoom ist mit seiner auf Kleinbild umgerechneten 32 mm Anfangsbrennweite deutlich weitwinkliger als die oft üblichen 35 mm. 41,3 mm entsprechen 230 mm KB. Auf die „Blink“ (Augenzwinkern?) and „Smile“ (Lächel) Detektion kann ich gut verzichten, Panorama könnte ganz nützlich sein. Auf die angebotenen 3D-Experimente kann ich mangels Software auch gut verzichten.  

Video ist mit 1280x720p HD nicht zu verachten. Wobei ich da meiner Sony NEX3 mit ebenfalls 1280x720p HD immer den Vorzug gebe...

Schwächen? Bei hohen Kontrasten Farbsäume an Motivkanten, und die Unmöglichkeit ein Motiv bei Tages-/Sonnenlicht auf den Monitor wirklich sicher erkennen zu können. Aber Letzteres trifft für die gesamte sucherlose Kameraklasse einschliesslich der Smartphones zu.

Die vergebliche Suche nach einem USB-Anschluss, um Fotos aus dem internen Kameraspeicher in den Rechner zu bekommen, hat AGFA elegant gelöst. Ein Zug an einem kleinen Hebel, und schon klappt ein USB-Stecker aus dem Gehäuse. Die Optima 147 wird zum externen Laufwerk.

Alle Daten, Prospekt, Bedienungsanleitung in Deutsch

Und da es nicht ohne Fotos geht, hier noch ein paar "Ergebnisse" aus der AGFA Optima 147

Unbeschwertes Knipsen mit der Optima 147 in Vollautomatik. Gute Farbwiedergabe, keine EBV!

1:1 Ausschnitt aus der 14 MP-Aufnahme (links). 1:1 Ausschnitt aus einer auf 1800 x 1350 Pixel runtergerechneten Aufnahme (rechts). Dann wird es fast exzellent...

Noch zwei 1:1 Ausschnitte aus 14 MP Aufnahmen. Rechts die einzige Schwäche der Optima 147 bei hohen Kontrasten.

Da gibt es von der Farbwiedergabe her nichts zu meckern. Bei Aufnahmen mit ISO 800!

Detailaufnahme in einem ausrangierten Linienbus. ISO 400.

Unbearbeitete 1:1 Ausschnitte des Fotos von eben. Links ISO 400, rechts ISO 800.

Mit ISO 800 erreicht die AGFA Optima 147 ihre Grenze.

1:1 Ausschnitt der ISO 800 Aufnahme. Noch brauchbar. Daneben: ISO 1600. NICHT mehr zu gebrauchen... Wenn ich nicht wüsste, dass auf dem Flohmarkt da Modell-Trucks auf dem Tisch lagen, hätte das alles Mögliche sein können. Und doch eine gute Leistung für eine Kompaktkamera!

Was bleibt – von den Filmherstellern?

Kodak

stellte 1974 die erste Digitalkamera der Welt vor, und ohne die Kodak-Sensoren in den Mitte der 1990er Jahren in professionellen SLRs wären Canon und Nikon heute nicht die unangefochtenen Premiumausstatter in der professionellen Sport-, Reportage- und Tierfotografie. Und doch existiert von Kodak nicht mehr viel.

Und Fuji?

Der einzige namhafte Filmhersteller, der immer noch Filme produziert, darunter sogar einen "hippen" Sofortbildfilm für eigene Fuji-Kameras. Außerdem produziert Fuji gute Konsumer- sowie exzellente Systemdigitalkameras.

AGFA?

Jetzt, nach fast 20 Jahren ist mir klar, warum ich die AGFA-Kameras links liegen gelassen und Olympus Camedia 4xx/8xxCanon Powershot 600 und Fuji DS300 bevorzugt habe! Denn ich glaube mich dunkel zu erinnern, mich mal für die AGFA ePhoto 1280 mit ihren Pseudo 1,3 MP interessiert zu haben... Gut, dass die Wahl auf andere Kameras fiel.

Von der schweizer Seite www.print.ch unter "Wolfs Archiv" ist eine Pressemeldung "Der erste Schritt in die Digitalfotografie und ins digitale Proofen" zu finden, der AGFAs Zukunftspläne 1995 beschreibt.

Hochprofessionell und enrmes Know How. Aber was ist davon übrig geblieben?

Ein halbes Dutzend AGFA-Sammelkameras und die nicht nur für ihre Zeit – 1996 – exzellenten AGFA-Broschüren, die ich archiviert habe:

Einführung in die digitale Farbe (4 Bände) 

Einführung in den digitalen Farbdruck

Einführung in die digitale Bildverarbeitung

Einführung in die digitale Fotografie

Die AGFA-Kamera-"Hardware" hat mit der Klasse dieser "Software" (Broschüren) kaum Schritt halten können! Als es mit der Digitalfotografie Mitte der 1990er richtig losging, waren die Skizzen und Abbildungen der AGFA-Broschürenreihe bald in jedem Fachmagazin-Magazin zu finden!

Ralf Jannke

Ganz zum Abschluss soll aber die 4500 x 3648 Pixel = 16,4 MP AGFA StudioCam Scanner-Kamera mit Nikon F-Bajonett-Anschluss für Fotografie unbewegter (Studio) Motive nochmals erwähnt werden. 2014 ging ein Exemplar für 60 Euro aus einer Auktion – NICHT eBay (!) – hervor. Ein wirklich realistischer Preis. Ob der Link ewig besteht, weiß man im Internet nie. Aber hier kann man sich die StudioCam von allen Seiten anschauen. Die StudioCam kann man vom Kameraprinzip her mit der hier schon vorgestellten Leaf Lumina vergleichen.

Englischsprachiger AGFA Prospekt zur StudioCam und ActionCam

Hier ein Foto vom AGFA-StudioCam-"Stellvertreter":

Nachtrag – Plawa ION 300

Plawa? Was ist das? Ein wenig Googlen brachte Licht ins Dunkel. Tschechisch? Mitnichten: Plawa-Feinwerktechnik GmbH & Co. KG im Württembergischen Uhingen. Bevor es an die Geschichte dieser Firma geht, der Link, in dem alle technischen Daten usw. zur PLAWA ION 300 nachzulesen sind, die ich aus reiner Neugier für 4 Euro gekauft habe.

http://www.plawa.com/de/polaroid/articles/foto.digital/plawa02/plawafoto/ion300/

Einen "Test" dieser ION 300 möchte ich mir/uns ersparen. Aber haben Sie in der ausnahmsweise jetzt mal komplett ausgeschriebenen Internetadresse auch "Polaroid" entdeckt? Na, dann will ich sie auch mal vorstellen, die Polaroid ION 300:

Dass diese ION 300 Allerweltskamera auftauchten, als der große Beitrag zu AGFA gerade noch nicht fertig war, war reiner Zufall. Bei der Kamerabezeichnung – ION – wundert mich allerdings, dass Canon nicht dagegen einschritt. Hatte man seine ersten, noch analogen Stillbild (Foto) Videokameras, wo auf ein Disketten-ähnliches Medium gespeichert wird, auch als ION bezeichnet.

Aber was haben die PLAWA-Kameras mit AGFA zu tun?

Das brauche ich noch nicht mal selbst zu schreiben ;-) Anlässlich der Insolvenz der Firma Plawa-Feinwerktechnik GmbH & Co. KG aus Uhingen hat Susann Schönfelder in den „Göppinger Kreisnachrichten“ der „Neue Württembergische Zeitung“ – NWZ – Plawas Geschichte im Februar 2014 in Kurzform zusammengetragen.

Ohne die letzten Details recherchiert zu haben, ließ PLAWA offensichtlich bis 2005 auch Digitalkameras unter eigenen Namen produzieren, wie die ION 300. 2006 konnten PLAWA und andere Bewerber die Marken-Lizenz „AgfaPhoto“ erwerben, um fortan Agfaphoto-Digitalkameras in China zusammenbauen zu lassen. Auf der Photokina 2006 wurde die erste „Agfaphoto“ vorgestellt.

Zwei dieser "AGFA"-Exemplare habe ich hier vorgestellt.

Neben AGFA hatte Plawa auch die Polaroid-Digitalkamera Vertriebsrechte für den deutschsprachigen Raum sowie weitere europäische Länder. Mit Unterstützung durch den “Polaroid-Creative Director“, US-Sängerin Lady Gaga... Wie hätte Vicco von Bülow – Pardon – Loriot das wohl kommentiert: „Aaah ja ;-)“

So wie die Agfaphoto-Digitalkameras mit dem großen Namen außer eben diesem nichts mehr zu tun hatten, hatten auch die Plawa-Polaroids nichts mehr mit dem US Sofortbildfilm-Pionier zu tun. Plawas Insolvenz 2014 dürfte diesem Treiben wohl früher oder später ein Ende bereiten oder bereits bereitet haben...

 

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