Kodak DC260 Zoom

Kodak DC260 mit Original-Zubehörhalter und 2,0x Telekonverter

Die Kodak DC260 Zoom wurde 1998 auf der Photokina vorgestellt. Gut, dass sie einen Drchsichtsucher hat, denn der hohe Stromverbrauch des Monitors entleert die Batterien/Akkus der DC260. Gespeichert werden die 1.536 x 1.024 Bildpunkte, 1,5 Megapixel-Fotos wahlweise im JPEG oder Flashpix-Format, von dem allerdings dringend abzuraten ist! Nicht nur Photoshop verweigert das Öffnen der *.fpx Dateien, die sozusagen „verschachtelt“ Bilder in mehreren Auflösungen enthalten. Auch der Mac GraphicConverter kennt dieses Format nicht (mehr). Das trifft aber nur für die Apple-Mac-Welt zu. Auch Irfanview für Windows hat sich die Zähne an Flashpix-Dateien (einer Kodak DC210) die Zähne ausgebissen! Lediglich ein uralte Adobe PhotoDeluxe Home Edition 3.1 konnte aus den *.fpx Dateien kleine 640 x 480 Pixel Fotos generieren…

Die DC260 belichtet per Programmautomatik mit Möglichkeit der Langzeitbelichtung von 0,5 bis 16 s. Anschlussmöglichkeit für einen externen Blitz.

Der oben gezeigte Original Kodak-Vorsatzlinsenadapter (Nr. 8675027) mit universellem 37 mm Gewinde zur Aufnahme diverser Nahlinsen oder Vorsatzobjektive, darunter dem bei Kauf der gebrauchten DC260 beiliegende Kodak 2,0x TELEPHOTO CONVERTER.

Obwohl nur ein Kunststoffteil, sitzt der Adapter sicher auf dem Objektiv. Da der DC260-Autofokus die Entfernung aber nicht durch das Objektiv misst, muss mit den Stufen der manuellen Entfernungseingabe experimentiert und über den LCD kontrolliert werden. Nicht wirklich praxisgerecht. So lobenswert diese Erweiterungsmöglichkeit war/ist, der hohe Stromverbrauch des Monitors macht bei langen Fotogänge die Mitnahme von reichlich Ersatzbatterien oder -akkus zwingend.

Spezialitäten

Eine Besonderheit DC260 Zoom war die Steuerung der Kamera mittels einfacher Skripte. Ein Beispiel ist das nachträglich per Skript zugefügte Bracketing, das eine Belichtungsreihe von zum Beispiel 3 Aufnahmen, beginnend mit einstellbarer +/- 1/2 EV, +/- 1 EV, +/- 1 1/2 EV oder +/- 2 EV ermöglicht. Heute nichts besonderes und serienmäßig in zahlreichen Digitalkameras vorhanden. Dazu von der Kamera automatisch nach Vorgabe ausgelöste Fotos ("Timelapse") sowie selbst editierbare Texteinblendungen (Wasserzeichen, "Watermarks"). 

Das Bracketing-Skript und andere gab es zum Download inklusive Anweisung, wie die Skripte in die Kamera überspielt werden. Oder die Erklärung, welche Möglichkeiten die Skripte bieten, gefolgt von der Anleitung zum Schreiben von Skripten. Die Möglichkeit der nachträglichen Programmierung, Anpassung der Kamera dürfte unbedarfte Normalanwender aber vermutlich überfordert bzw. nicht interessiert haben.

Zur Verwendung der Skripte musste auf der Speicherkarte ein Ordner „System“ angelegt werden, in dem die Skripte liegen. Die Speicherkarte ein Mal versehentlich formatiert, sind Systemordner und Skripte weg und mu?ssen neu aufgespielt werden.

Beispielfotos, aufgenommen mit der Kodak DC260 Zoom

Qualität?

Trotz höchster Auflösung und Qualität „Best“ kann die technische Qualität derJPEG-Dateien einfach nicht überzeugen!

Links das mit der Kodak DC260 aufgenommenen Motiv, rechts das mit einer gleichauflösenden Kamera, die etwas mehr Weitwinkel bietet. Auch ohne auf die Fotos zu klicken, ist der Unterschied sichtbar. Zur Demonstration wurde das oben beschriebene Wasserzeichen über die Kodak DC 260-Fotos gelegt.

Obwohl man bei der DC260 von der Dateigröße her noch im guten bis befriedigenden("Schulnoten") JPEG-Komprimierungsbereich von 8:1 bis 16:1 liegt, wirken die Bilder einfach schwammig.Für mich sieht es so aus, als ob die 1.536 x 1.024 Pixel der Kodak DC 260 nicht "echt", sondern durch Hochrechnen, Interpolieren eines niedriger auflösenden Sensors erzeugt werden. Dieses Bild versuchsweise auf 800 x 533 Pixel runtergerechnet, gewinnt deutlich. Diese kleine Version anschließend auf verschiedene Weise wieder aufs alte Maß hochinterpoliert, wirkt kaum weniger schwammig als die "Original" 1,5 MP Foto. Genug über das alte Schätzchen gelästert.

Boris taxiert die sehr ähnliche, aber höher auflösende (2,3 MP) Kodak DC290 Zoom auf 43 Euro Sammelwert.

Ich bin gespannt, wie sich meine beiden letzten "abzuarbeitenden" Kodaks in der Bildqualität präsentieren. Sind da noch die Modelle DC215 Zoom (1 Megapixel) und DC240 Zoom (1,3 Megapixel) "auszuführen"…

Ralf Jannke, 2015, Neufassung Frühsommer 2018 nach dem Umzug von Google ins Digicammuseum.de

 

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