Kyocera Finecam SL400R

Die 2004 vorgestellte Drehgelenk-Kamera ist 100 x 62 x 16 mm groß und wiegt ohne Akku und Speicherkarte 125 g. Der 1/2,7" 5,4 x 4,0 mm CCD-Sensor löst maximal 2304 x 1728 Pixel = 4 MP auf. Die Empfindlichkeit liegt bei ISO 100/200/400/800/Auto. Gespeichert wird als JPEG in den Qualitäten Fein und Normal auf SD-Karte. Videos mit Ton können in 640 x 480p Größe und 30 B/s aufgezeichnet und als AVI gespeichert werden. Aufnahmedauer: Bis die Speicherkarte voll ist! Objektiv ist ein 2,8-4,7/5,8-17,4 mm (38-115 mm @ KB) 3-fach Zoom. Motiv- und Kamerakontrolle/-einstellung über einen 1,5" TFT LCD Monitor mit 118.000 Bildpunkten. Neben dem „sachlichen“ Kyocera-Original gibt es die Kamera mit abgerundeten Kanten und verschieden farbigen Ziegenbelederungen (Black, Camel oder Indigo) auch als Contax U4R mit zum Zeiss deklarierten Zoom.

Eine englische Kurzvorstellung der Kyocera Finecam SL400R

Hier gibt es einen interessanten Vergleich der Kyocera SL400R und der Contax U4R

Englische Bedienungsanleitung der Kyocera Finecam SL400R

Aus dem Beitrag: "Verdrehte Nikons" – Kameras, die nach dem Drehgelenkprinzip aufgebaut sind. Von links nach rechts: Nikon Coolpix SQ (3 MP), Coolpix S4 (6 MP), Pentax Optio X (5 MP), Kyocera Finecam SL 400R (4 MP).

Mit der Kyocera Finecam SL400R ins Museum Alexander Koenig (Bonn)

Es war Tag des offenen Museums, das Wetter ungewiss, also ging es ins ehrwürdige Museum Koenig. Ein schönes Testareal, um die Kyocera Finecam SL400R, einzupacken.

Nicht nur Museum!

Wikipedia schreibt: Im Zweiten Weltkrieg blieb das Museum Koenig weitgehend unbeschädigt (...) Da sonst in Bonn keine repräsentativen Gebäude verfügbar waren, fand in der großen Halle („Lichthof“) des Museums am 1. September 1948 der Festakt zum Zusammentritt des Parlamentarischen Rates statt. (...) Kurzzeitig war das Museum Sitz des Bundeskanzleramts: Konrad Adenauer nutzte das Museum nach seiner Wahl im September 1949 zwei Monate als Dienstsitz (...).

Ein paar Teile haben sich über die Zeit gerettet, die auch gezeigt werden. Um das Foto aufzunehmen, musste die Empfindlichkeit der Finecam SL400R auf ISO 400 hochgedreht werden...

Da schließt sich der Kreis...

Bengt Berg ist Pionier in der Naturfotografie und -filmerei und Autor etlicher Bücher. Durch Referenzen des Museumskonservators von Göteborg, Gustav Kihlen, kam Berg mit Professor Alexander Koenig in Bonn in Kontakt. Von 1909 bis 1913 war er Koenigs Mitarbeiter und noch heute zählt die Bengt Berg-Vogelsammlung zu den bedeutendsten Exponaten des Alexander Koenig Museums. Die Universität Bonn verlieh Berg 1935 die Ehrendoktorwürde. (Quelle Wikipedia)

Neben diesen Ehren gibt es eine dunkle Seite Bergs, die gern unerwähnt bleibt. Berg soll sich bei den deutschen Nationalsozialisten angebiedert haben, insbesondere bei Hermann Göring in seiner Eigenschaft als Reichsforst- und -jägermeister. Was ihm die lebenslange Ächtung seiner eigenen Landsleute einbrachte. Überlebt hat aber sein Naturpark Eriksberg in der schwedischen Provinz (vergleichbar Bundesland) Blekinge. Eriksberg wurde von Bengt Berg angelegt. 2015 hatte ich beim Besuch die Panasonic Lumix DMC FZ2 mit.

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Was die Schärfe der Fotos angeht, gibt es an der Finecam SL300R nichts auszusetzen. Was ihr aber als 4 MP Kamera einen Eintrag in die Liste: "Auch heute (ab 2015) zum Fotografieren brauchbare Digitalkameras" verwehrt, ist weniger das Rauschen ab ISO 400, als die viel zu kurze Standzeit des nagelneuen, aber zu kleinen Akkus und das überdeutliche Warmwerden der Kamera, was ein Rauschen noch weiter verstärkt! Bereits während des gerade mal einstündigen Rundgangs signalisierte die Akkuanzeige ein Nachlassen der Kapazität! Ich glaube nicht, dass die Kyocera defekt ist, aber ich habe noch keine Digitalkamera eingesetzt, die derartig warm, ja fast heiß wurde. Das Rauschen ist für den kleinen Sensor OK, denn Kyocera machte nicht den Fehler alles zuzuschmieren, was Fotos mit höheren ISOs dann reif für den (virtuellen) Papierkorb macht. Die ISO-Automatik scheint bei 200 zu enden, 400 kann man noch nehmen. ISO 800 nur für den Notfall.

Ralf Jannke

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