Olympus Evolt E-300 (2004)

Größenvergleiche

Von links nach rechts: Minolta Vectis S1 plus 4-5,6/28-56 mm (35-70 mm @KB), Olympus Evolt E-300 plus 3,5-5,6/14-45 mm (28-90 @KB), Nikon Pronea S plus 3,5-5,6/20-60 mm iX-Nikkor (25-75 mm @KB

Olympus Evolt E-300 vs. Minolta Vectis S1

Warum dieser Vergleich...

... digitale Spiegelreflexkamera gegen zwei SLRs des untergegangenen APS-Film-Systems? Als Olympus 2003 mit der E-1 sein mittlerweile eingestelltes FourThirds – FT – 4:3 System präsentierte, gab es Argumentationen wie „kleiner Sensor, kompakte Kameras“, Jubel über perfekt auf das neue System zugeschnittene „telezentrische“ Objektive und so weiter und so weiter.

Was die „telezentrischen“ Objektive angeht, halte ich das immer noch für einen reinen Marketing-Gag. Möglicherweise hatte Olympus früher als andere Hersteller erkannt und umgesetzt, wie die Leistung von mäßigen wie guten Objektiven (weiter) zu steigern ist. Durch kamerainterne Software, die Verzeichnung und Randabdunklung einfach rausrechnet – „Chip-Tuning“ sozusagen. Was kein Vorwurf (mehr) ist, denn heute machen es ALLE Hersteller so!

Aber was es mit Kompaktheit auf sich hat, zeigt das obere Bildbeispiel. Da tritt der digitale 13 x 17 mm FT-Sensor gegen die deutlich größeren analogen (APS-Film) „Sensoren“ der beiden Kameras an: 16,7 x 30,2 mm. Und trotzdem ist die Olympus Evolt E-300 "riesengroß"! Die Minolta Vectis S1 arbeitet vergleichbar: Auch ihr fehlt der charakteristische SLR-Buckel, weil der Strahlengang über Spiegel oder Prismen umgelenkt wird. Die Nikon Pronea S ist dagegen eine reine Spiegelreflexkamera. Die Objektive entsprechen ganz großzügig gerundet einander: 3,5-5,6/14-45 mm Olympus Zuiko (28-90 @KB), 4-5,6/28-56 mm Minolta (35-70 mm @KB) und 3,5-5,6/20-60 mm iX-Nikkor (25-75 mm @KB).

OK, FT ist Geschichte, aber Sensor und Kamera leben weiter im 2008 präsentieren microFourThirds – mFT – Format gleicher Sensorabmessungen: 13 x 17 mm. Jetzt haben die Kameras die Größe, die sie von Anfang an hätten haben müssen! Alte FT-Objektive sind aber nur mit Klimmzügen (Adapter) und gewissen Abstrichen weiter verwendbar.

Zur Olympus Evolt E-300

Im Sommer 2008 hatte ich die Idee, im Urlaub etwas weniger Fotogepäck zu haben. Und hatte mich aus diesem Grund für die Olympus Evolt E-410 entschieden, die zu diesem Zeitpunkt samt 17,5-45 mm Kitzoom verramscht wurde, schließlich stand MicroFourThirds – mFT – in den Startlöchern. Dazu gesellte sich eine bessere E-510, ein 40-150 Zoom und das exzellente 2,8-4/12-60 mm FT Zuiko. Und? Zuvor gewohnt ohne Stativ aus der Hand mit der DSLR auch bis in die letzten Abendstunden zu fotografieren, indem die ISOs einfach auf 800 oder gleich 1600 hochgeregelt wurden, gab es mit dem 13 x 17 mm Viertelformat FT-Sensor ein böses Erwachen. Es rauschte deutlich stärker und sichtbarer. Kein Wunder, bei dem kleinen 13 x 17 mm Sensor.

Wobei ich bekenne, als „High-ISO-Junkie“ da „ein bisschen“ zu kritisch war – mit FourThirds. Was sicher auch an der gewohnten Standard-Empfindlichkeitseinstellung für die Basketballhalle lag: ISO 1600 und deutlich mehr in schlecht beleuchteten Sporthallen.

Ich kann mich noch gut an die "Prügel" erinnern, als ich mich einem Forum über die Un-Qualität der Olys bei nachlassendem Fotolicht, höheren ISOs beschwerte. In schönstem Foren-Sprech wurde ich darüber belehrt, dass das doch gar nicht so dramatisch wäre, die Olys (E410/510) hätten halt keine so gute "JPEG-Engine", ich müsse nur in "Raw arbeiten", dann ginge es... Wollte ich aber nicht - "in Raw arbeiten" – und bin gegangen – aus diesem Forum.

Trotz der damaligen Erfahrungen habe ich jetzt zugegriffen, als es die Olympus Evolt E-300 samt Zuiko 14-45 Zoom für sehr „schlanke“ 66 Euro gab ;-) Denn eins konnte/kann ich Olympus immer zugute halten: die Farbwiedergabe. So müssen Sommerferienaufnahmen sein, denn ich habe ganz bewusst mal ins Archiv geschaut und E410/510-Fotos angeschaut. Ich habe mich im Herbst 2015 wirklich darauf gefreut, mit der E-300 "zu arbeiten" ;-) Was da rausgekommen ist, gibt es wie immer am Ende des Beitrags.

Die Technik der 2004 vorgestellten Olympus Evolt E-300

17,3 x 13,0 mm 4/3“ CCD-Sensor 4/3“, der maximal 3264 x 2448 Pixel = 8 MP auflöst. Seine Empfindlichkeit liegt per Automatik im Bereich ISO 100 bis 400, oder fest als ISO 100, 200, 400, 800, 1600. Sensor-Staubschutzfilter mit Ultraschall-Selbstreinigungsfunktion. Weißabgleich automatisch oder mit der Vorwahl: Sonne, Leuchtstofflampe, Glühlampenlicht. Alternativ manueller Weißabgleich oder per Belichtungsreihe. Gespeichert wird je nach Format in 24/36 bit Farbtiefe als JPEG, RAW, TIF auf CompactFlash Typ I/II oder Microdrive. Gleichzeitiges Speichern als JPEG und RAW möglich. RAWs können in der Kamera zu JPEGs verarbeitet werden. Serienbildaufnahme mit 2,5 Bilder/s bei höchster Auflösung über 3 Fotos.

Das Motiv wird über einen Spiegelreflexsucher eingefangen, der einen Dioptrienausgleich (-3,0 bis +1,0 dpt) bietet. Der Status der Kamera, die diversen Menüs zur Steuerung, die fertigen Aufnahmen werden über einen 1,8" TFT LCD Monitor mit 134000 Bildpunkten kontrolliert und gesichtet. Die Entfernung wird per 3-Punkt-Einzel-Autofokus (AF-S), kontinuierlicher Autofokus (AF-C) oder manuell gesteuert. Das Fokussierfeld kann automatich oder manuell angewählt werden. AF-Arbeitsbereich: 3-17 EV. Der Schärfebereich lässt sich mit einem Druck auf die Abblendtaste kontrollieren.

Die Belichtung wird wahlweise per Matrix/Mehrfeld-Messung über 3 Felder, mittenbetont integral oder punktförmig als Spot (2 % des Bildfeldes) gemessen. Die Belichtung wird per Programm-, Blenden- oder Zeitautomatik oder manuell gesteuert. Belichtungskorrektur im Bereich +/- 5,0 EV. Belichtungsreihenfunktion mit maximal 3 Aufnahmen, Abstufung 1/3 bis 1 EV pro Bild. Der Verschluss bildet Zeiten von 60 bis 1/4000 s, sowie B. Selbstauslöser mit 2 oder 12 s Vorlaufzeit.

Gehäuseblitz mit Leitzahl 11 und den Funktionen: Blitz ein/aus, Automatik, Aufhellblitz, Langzeitsynchronisation, Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang, Rote-Augen-Reduktion. Blitzschuh für stärkeren Systemblitz vorhanden.

Energieversorgung über 7,4 V, 1500 mAh Lithiumionen-Akku.

Englische Bedienungsanleitung der Olympus Evolt E-300

Ralf Jannke

Bildbeispiele, aufgenommen im Herbst 2015 mit der Olympus Evolt E-300

Das kommt dabei heraus – "Kunst" –, wenn eine ISO-Automatik ihren Namen nicht verdient! Warum fuhr die Olympus Evolt E-300 Firmware nicht nur in dieser Situation (!) die Empfindlichkeit nicht mindestens auf ISO 400 hoch? Ergebnis: Ein verwackeltes Foto! Es scheint so, als ob da meine alten Vorbehalte gegen FourThirds bestätigt wurden. ISO 100 rauschen eben weniger als ISO 400 oder gar 800/1600. Und? Immer noch besser, etwas stärkeres Rauschen, als ein unscharfes Foto!

Während der Überfahrt Puttgarden (D) – Rödby (Dänemark/Vogelfluglinie) eingefangen...

Reste eines Krans aus einem aufgegebenen Steinbruch, die dort seit 1950 verrotten... ISO 400 mit der Olympus Evolt E300.

Kein Grund zur Kritik! 1:1 Ausschnitte aus 8 MP Fotos der Olympus Evolt E300. Einfach auf die Fotos klicken, um die 750 x 750 Pixel zu studieren.

"Schön", wenn die Farben aus der natürlich subjektiven Erinnerung so stimmen... Einige Fotos wurden im von mir wenig geliebten Rohformat gespeichert, um volle Kontrolle über die Nachschärfung, bzw. die Reduzierung des Rauschens zu haben. Kann man machen, war aber bei der E300 nicht zwingend. Vielleicht hatte man mit den von mir genannten Modellen E410/510 und deren 10 MP die Grenze so gerade überschritten, wo es beim 13 x 17 mm FourThirds-Sensor beginnt zu rauschen. Die Evolt E300 mit ihren "nur" 8 MP werde ich sicher  nicht in der Vitrine verstauben lassen, sondern gelegentlich auch benutzen!

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