Sony Cybershot DSC-F505V

Als ein Vertreter der Bauart „Akkuschrauber-Design“, wo es sechs vergleichbare Modelle (DSC-F505, DSC-F505V, DSC-F55, DSC-F707, DSC-F717, DSC-F828) gibt, möchte ich hier die Sony Cybershot DSC-F505V von 2000 vorstellen. Deren Kamera-Aufdruck „3.3 MEGA PIXELS“ erweist sich allerdings als Mogelpackung. Denn die 3,3 MP werden aus den vorhandenen 1856 x 1392 Pixel = 2,6 MP hochgerechnet, interpoliert.

Der Grund soll in der Verwendung des von Zeiss gerechneten 2,8/7,1 - 35,5 mm (Kleinbild-äquivalent 38 - 190 mm) liegen. Das Zoom wurde für einen etwas kleineren 1600 x 1200 Pixel = 2 MP-Sensor produziert und würde beim etwas größeren Sensor der DSC-F505V an seine Grenzen stoßen.

Eine ausführliche Erklärung der Frage „Why 2,6, why not 3,34?“ (Warum 2,6, warum nicht 3,34?) liefert Dpreview in englischer Sprache.

Handling

Als starke Einschränkung muss gleich zu Beginn das völlig überflüssige, weil praktisch wirkungslose Marketing-Feature „LCD Backlight OFF/ON“, das Ab-/Anschalten der Displayhintergrundbeleuchtung, genannt werden, was Strom sparen helfen soll. Unter gutem Tageslicht kann man die Extrabeleuchtung tatsächlich abschalten, um aber allenfalls erahnen zu können, wie das Motiv wohl ins Bild passt. Denn schirmt man den Monitor dann mit der Hand ab, weil es blendet, in der Hoffnung etwas (mehr) zu erkennen, erkennt man – NICHTS. Logisch, woher soll das Licht für die Monitorbeleuchtung dann auch noch kommen. Und zugeschaltet, kann man zwar abschirmen, was aber nicht viel hilft, weil zumindest der Monitor des ausprobierten Exemplars vermutlich stark gealtert ist. Was für eine Qual! Eigentlich eine tolle Kamera aber – OHNE - optischen Sucher! Vielleicht sollte ich einen Hilfsrahmensucher hinter den Blitz kleben ;-) So macht Fotografieren mit historischen Digitalkameras jedenfalls KEINEN Spaß! Denn Fabrikate der Mitbewerber aus vergleichbarer Zeit, haben intakte Monitore UND einen optischen Sucher. Aus dem Grund fiel der ganz große Rundgang mit der Sony auch aus :-( Schade, denn ich hätte gern gesehen, was das Zeiss-gerechnete Zoom leistet.

Zwischenruf

15 Jahre nach dem Erscheinen der DSC-F505V ist eine Riesenzahl gestaltungsfreie Kameras auf dem Markt bis hin zur sucherlosen und teuren Systemkamera. Als bekennender (D)SLR.Anhänger kaufe ich keine Kamera, die keinen Sucher hat, bzw. nur einen gewöhnlich unverschämt teuren Aufsteck-E-Sucher bietet. Der gehört serienmäßig mit in den Set!!! Denn ab und zu soll nicht nur fröhlich geknipst werden, sondern auch mal ein schönen Motiv in Szene gesetzt werden. Das Letzte, was ich da „brauche“ ist der besagte tageslicht-/sonnenbeschienene Monitor auf dem ich nichts erkenne!

Die aus den 1856 x 1392 Pixel in der DSC-505V generierten 2240 x 1680 Pixel kann ich zugunsten von Speicherplatz sparen. Im Original auf den 1:1 Vergleichen ergibt sich mit ganz, ganz viel Wohlwollen ein winziger Vorsprung für die In-Kamera-Interpoaltion gegenüber Photoshop. Für mich zu wenig, zumal ich nicht mit den verschiedenen Interpolationsarten von Photoshop oder anderen Bildbearbeitungen/Tools probiert habe. Auch wenn es hier nur verkleinert wiedergegeben werden kann: Oben der 1:1 Vergleich in 100 % Monitorwiedergabe, dadrunter ein 1:1 Verglich bei (eigentlich unsinniger) 200 % Monitorvergrößerung. Bei 50 %, was eher der zu erwartenden Druckqualität (Auflösung) entspricht, verschwindet der winzige Vorteil der Sony-Interpolation.

Abgesehen davon mag ich das 4:3 Format nicht, ich bevorzuge das Kleinbild-Seitenverhältnis von 3:2. So spare ich mit 1856 x 1232 Pixel = 2,3 MP nochmal etwas Speicherplatz. Die 1280 x 960 und 640 x 480 Pixel sind mehr Notlösung, als nützlich. Bei Bedarf kann auch unkomprimiert als TIF gespeichert werden. MPEG-Movie HQ sind mit 320 x 240p und Ton nicht mehr zeitgemäß und Spielerei. Als hätte man nichts aus der beschränkten Smartmediakarte gelernt, glaubte Sony auch den Markt mit einem weiteren exotischen Speichermedium genannt „Memorystick“ zu beglücken. Als ob es da nicht schon die robuste Compactflash-Speicherkarte gegeben hätte...

Weitere technische Daten der DSC-F505V

Abmessungen: 107 x 62 x 136 mm, 475 g

2,8/7,1 - 35,5 mm (Kleinbild-äquivalent 38 bis 190 mm) 5-fach Zoom plus 2-fach Digitalzoom, 

Filtergewinde 52 mm. Im Weitwinkelbereich 2 cm Makro, ansonsten Schärfe von 25 cm bis unendlich, im Telebereich 80 cm bis unendlich. Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, manuelles Fokussieren.

Programmautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik. Mehrfeld- (Matrix-) und Spotbelichtungsmessung. +/- 2 EV Belichtungskorrektur in 1/3 EV Schritten. Bildeffekte Solarisation. Belichtungszeiten 8 s bis 1/1000 s. Selbstauslöser 10 s Ablaufzeit. Eingebauter, aufklappbarer Blitz (aufklappbar), bei Weitwinkel 0,3 bis 2,5 m Reichweite. Automatikblitz, Blitz ein, Blitz aus, Langzeitsynchronisation, Rote-Augen-Reduktion. Automatischer Weißabgleich, Sonne, Glühlampenlicht. 2,0" TFT LCD Monitor mit 123.000 Bildpunkten

Mehrsprachige Bedienungsanleitung

Wie immer im Anschluss noch ein paar aktuelle, 2015 mit der Sony DSC-505V aufgenommene Fotos.

Ralf Jannke

Unbearbeitete 750 x 750 Pixel 1:1 Ausschnitte. Einfach aufs Bild klicken. Trotz des Zeiss Vario Sonnars kann die Sony DSC F505V nicht wirklich überzeugen. Zumindest dieses Exemplar. Irgendwie schwammig, da fehlt einfach der "Biss". Selbst wenn man "nur" mit der physikalischen Auflösung – 1856 x 1392 Pixel – fotografiert und die hochgerechnete Auflösung – 2240 x 1680 Pixel – links liegen lässt, wird es nicht wirklich knackig.

Linkes Foto: Keine Überraschung, oder: Finger weg vom Digitalzoom! 750 x 750 Pixel 1:1 Ausschnitt. Daneben ein überzeugenderes Ergebis. Auch hier 750 x 750 Pixel 1:1 Ausschnitt. Einfach drauf klicken.

Ohne aufwändige Nachbearbeitung ein ordentliches Ergebnis.

Und das war es dann. Ein zweites Exemplar dieser Sony Baureihe werde ich sicher nicht erwerben. Auch wenn dort die angegebene Pixelzahl stimmen mag. Das konnten/können andere auch in dieser Zeit besser! Und dazu noch der verblasste Monitor, der ein Fotografieren unter Tageslicht zum reinen Glücksspiel macht(e).

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