Canon EOS D60

   

Neben den Profigehäusen EOS 1D (Februar 2002, 4 MP, 19x28 mm APS-H Sensor) und EOS 1Ds (November 2002, 11 MP, Vollformat-Sensor) im März 2002 mit der EOS D60 seine zweite selbst entwickelte digitale – nennen wir sie semiprofessionelle – Spiegelreflexkamera auf den Markt.

Im Vergleich zur EOS D30 mit numerisch doppelter Auflösung von 6 MP auf dem 22,5 x 15 mm APS-C Sensor, scheinbare Brennweitenverlängerung/Cropfaktor 1,6.

Vergleicht man die Kamera mit den späteren DSLR-Generationen von Canon, ist sie sofort als Vorfahr der semiprofessionellen Modelle mit zweistelligen Nummern zu erkennen. Die Gehäusegröße und –form hat sich seither kaum verändert. Auch ein großer Teil der Bedien- und Anzeigeelemente sind nur geringfügig weiterentwickelt worden: Das Modusrad sitzt oben links, das Statusdisplay oben rechts. Daneben gibt es Tasten und ein Einstellrädchen für die wichtigsten Modi. Das winzige Display befindet sich auf der Kamerarückseite. Links daneben gibt es eine Tastenreihe für jene Funktionen, die über das Display gesteuert werden. Und rechts neben dem Display sitzt ein großes Einstellrad mit Eingabetaste in der Mitte. Wer irgendwann diese Kamera benutzt hat, findet sich bei den Modellen EOS 10D bis EOS 50D sofort zurecht. Die Ingenieure bei Canon haben hier in Sachen Ergonomie ganze Arbeit geleistet.

Auch die Bestückung des Moduswahlrades ist von anderen Canon-Modellen wohlbekannt. Neben der Voll- und der Programmautomatik kann man Zeit oder Blende vorgeben und die Kamera den jeweils anderen Wert bestimmen lassen. Komplett manuelle Einstellungen sind natürlich auch möglich. „A-DEP“ heißt ein Modus, in dem die Kamera versucht, möglichst alle Autofokus-Messpunkte in den scharfen Bereich zu legen.

Weiterhin sind fünf Motivprogramme vorhanden: Portrait (möglichst geringe Tiefenschärfe  für einen verschwommenen Hintergrund), Landschaft (möglichst große Tiefenschärfe), Makro (mittlere Tiefenschärfe), Sport (minimale Belichtungszeiten) und ein Nachtmodus.

Unterschiede zu den neueren Modellen gibt es natürlich auch. Es fehlen alle „modernen“ Funktionen wie die automatische Sensorreinigung oder Live-View, von Videos ganz zu schweigen. Der Autofokus hat nur drei Messpunkte und diese können nicht wie bei den späteren Modellen im Sucherbild aufleuchten, wenn sie bei der Scharfstellung berücksichtigt werden. Selbst die Einbeziehung des Bildschirms bei der Aufnahme oder den Einstellungen fehlt komplett. Die Bedienung ist damit weitgehend identisch mit der der analogen Vorläufer der D60.

Dies zeigt auch, dass Canon auf eine Kundschaft abzielte, die mit analogen Spiegelreflexkameras vertraut war und nun den Umstieg auf die Digitaltechnik machen wollte. Das war zwar mit über 3000€ ziemlich kostspielig, dafür konnte aber die vorhandene Objektivausstattung weitergenutzt werden – und die ist bei ambitionierten Fotografen häufig deutlich mehr Wert.

Durch den Preis blieben die D30 und D60 Produkte für professionelle Fotografen und „Early Adopter“. Als reine „Fotografiermaschine“ ohne Schnickschnack macht die D60 auch heute noch Spaß. Die Bilder sind von ordentlicher Qualität, und statt den 3 Megapixeln der D30 hat der/die FotografIn mit der D60 jetzt 6 Megapixel zur Verfügung.

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