Agfa ePhoto 1280

         

Zwei Jahre nach der professionellen Actioncam brachte Agfa auch eine Kompaktkamera auf den Markt. Sie beeindruckt bereits auf den ersten Blick durch das minimalistische und gleichzeitig futuristische Design. Ähnlich wie bei Minoltas Dimage V oder Casios QV-10 sind Kamerakorpus und Objektiveinheit gegeneinander verdrehbar. Der Blitz sitzt dabei in einem schmalen, am Objektiv befestigten Steg, so dass er immer auf das anvisierte Motiv gerichtet bleibt. Sobald die Kamera verdreht ist, sieht das sehr ungewöhnlich aus.

Einen optischen Sucher hat die Kamera ebenso wenig wie ein Statusdisplay. Sie ist daher komplett auf den Bildschirm angewiesen, der im Freien jedoch kaum ablesbar ist. Auf den ersten Blick sieht man an der ePhoto 1280 kaum Bedienelemente – seitlich gibt es ein großes Moduswahlrad, das aber nur die Positionen Aufnahme, Wiedergabe und „aus“ bereitstellt. Dazu gibt es noch eine etwas fummelige Zoomwippe, eine Infotaste und den Auslöser. Wer der Kamera nun unterstellt, sie böte nur eine schlichte Vollautomatik, tut ihr unrecht. Des Rätsels Lösung verbirgt sich hinter einem kleinen Rädchen auf der Seite, das zum Auslösen einer Funktion auch gedrückt werden kann. Damit wird durch ein Menü navigiert, das zahlreiche Einstellungen ermöglicht. Dies ermöglicht eine Belichtungskorrektur, manuellen Fokus, Weißabgleich, Zeit- und Blendenvorwahl, verschiedene Auflösungen etc. Das ist natürlich umständlicher als bei Kameras mit separaten Funktionstasten, funktioniert in der Praxis aber relativ gut.

Leider ist die Bildspeicherung und -anzeige nach heutigen Maßstäben unerträglich langsam. Die Kamera zwingt also zu einem eher relaxten Fotografierstil. Hektische Motivjagden sind ihre Sache nicht.

Ihren Namen hat die Kamera von der maximalen horizontalen Auflösung der Bilder. Nativ kommt der Sensor jedoch nur auf XGA-Auflösung, also ca. 0,8 Megapixel. Die 1280x960 Pixel, also etwa 1,2 Megapixel, erreicht sie per Interpolation. Agfa zog dafür allerdings die Bezeichnung „PhotoGenie Technologie“ vor. Angeblich stammt diese Bildoptimierung von einer durch Agfa aufgekauften Firma, die sie für den Medizinbereich entwickelt hatte. Außer einer moderaten Auflösungserhöhung soll sie auch jpg-Artefakte verschwinden lassen. In der Praxis ist davon allerdings fast nichts zu bemerken – wie Ralf in seinem Erfahrungsbericht zur den Agfa-Kameras festgestellt hat. Die Interpolation findet übrigens erst nach der Übertragung auf den PC statt. Auf der Speicherkarte landen in den Modi 1280 und 780 jeweils Bilder in XGA-Auflösung, erstere allerdings weniger stark komprimiert.

Gemessen an den Standards des Jahres 1997 schlägt sich die ePhoto 1280 recht gut. Leider verzichtete Agfa darauf, dieser ambitionierten Kamera und ihrem Schwestermodell ePhoto 1680 weiterentwickelte Modelle folgen zu lassen. Stattdessen verfolgte Agfa danach eine Billigstrategie mit simplen Einsteigerkameras. So verschwand Agfa im Einerlei der Chinacams mit ehemals klangvollen Namen auf dem Gehäuse, was 2005 sicherlich mit zum Ende der Traditionsfirma führte. Danach reihte sich auch Agfa in die Riege der Namensspender ein.

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