Jenoptik / Kontron Eyelike

         

Nähert man sich der Eyelike von der falschen Seite, könnte man sie glatt mit einem typischen Baustrahler verwechseln – Größe und Format sind ganz ähnlich, das Metallgehäuse ist nur ein wenig höher und oben mit einem Griff versehen. Von vorn betrachtet sieht man einen an ein sehr großes Objektivbajonett erinnernden Adapter und darin eine Glasscheibe mit einem riesigen Bildsensor dahinter. Auf der Rückseite gibt es ein paar Anschlüsse, dafür aber am gesamten Gerät kein einziges Bedienelement.

Es handelt sich um eine Digitalrückwand, die über Adapter mit einer Reihe populärer Mittelformatkameras und verstellbaren Fachkameras verbunden werden konnte. Es wurde Mitte der 90er Jahre von der Firma Kontron Elektronik GmbH aus München entwickelt, damals einem Teil des BMW-Konzerns. Erstmals präsentiert wurde das Gerät auf der Photokina 1996. Der Preis lag damals bei umgerechnet etwa 23000 €. Nach dem Verkauf der Kamerasparte von Kontron an Jenoptik im Juni 1997 wurde die Digitalrückwand unter deren Namen vertrieben. Bis etwa 2005 brachte Jenoptik noch mehrere Baureihen und Nachfolgegenerationen der Eyelike auf den Markt.

Als Bildaufnehmer der hier vorgestellten ersten Generation dient ein Sensor der Firma Thomson-CSF mit der Bezeichnung TH7899M, der eine Auflösung von 2048 x 2048 Pixeln auf einer quadratischen Fläche von knapp 3 x 3 cm hat. Die Bilder haben also originär etwa 4,2 Megapixel Auflösung. Mittels Piezoelementen kann der Sensor jedoch vertikal und horizontal in Schritten von einem Drittel der Pixelbreite verschoben werden. Dadurch werden Aufnahmen möglich, bei denen der Sensor vertikal drei Positionen ansteuert und dabei jeweils drei Einzelaufnahmen in verschiedenen horizontalen Positionen gemacht werden. Am Ende gibt es also neun einzelne Bilder, die zu einer Aufnahme von 6144 x 6144 Pixeln zusammengesetzt werden. Das sind fast 38 Megapixel. Man nennt das Verfahren „Microscanning“ oder auch „Microshifting“ und es wurde später auch von Consumerkameras zur Auflösungssteigerung eingesetzt.

Der Einsatzbereich der Eyelike waren vor allem professionelle Studioaufnahmen, also Produktbilder und Modefotografien (Standbilder). Außerdem kam sie im Reprobereich zum Einsatz. Die Digitalrückwand erfordert ein zusätzliches Netzgerät und liefert die Aufnahmen direkt an einen angeschlossenen Computer. Es ist also kein Speicher vorhanden.

Die Eyelike-Kameras waren nicht die ersten Digitalrückteile von Kontron. Bereits 1994 war die ProgRes 3012 erhältlich, die in den USA unter dem Namen Kanimage vertrieben wurde. Die Auflösung lag bei 7 Megapixeln, wobei die Aufzeichnung eines Bildes rund eine Minute dauerte. Die Bilder wurden zunächst mit 12 Bit pro Farbkanal digitalisiert und erst später am Computer mit Hilfe von Presets oder einstellbaren Parametern auf die üblichen 8 Bit heruntergerechnet. Heute würde man das als Raw-Entwicklung bezeichnen. Die ProgRes 3012 kam auch in der Filmproduktion zum Einsatz, beispielsweise in den Blockbustern Alien, Indiana Jones und Terminator. Dort wurden damit Einzelaufnahmen der Trickszenen gemacht und anschließend auf Silicon Graphics-Workstations weiterverarbeitet.

 

 

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