Canon PowerShot Pro90 IS

         

Ich kann mir nicht helfen, aber beim Anblick der Powershot Pro90 IS fühle ich mich immer an die Schnauze eines Bullterriers erinnert, was der Kamera offen gestanden keine Sympathiepunkte bringt. Rein optisch kann man auf jeden Fall streiten, ob es Canon gelungen ist, das kuriose Design des Vorgängermodells Pro 70 entscheidend aufzuwerten. Rein haptisch ist es auf jeden Fall ein Rückschritt von der Vollmetall-Pro70 zur rundum plastikverkleideten Pro90 IS.

Aber Schluss mit dem Genörgel über das Design, denn beim Blick unter die Haube beeindruckt die Kamera mit für ihre Zeit imposanten Daten.

Das fest eingebaute 10fach-Zoomobjektiv mit optischem Bildstabilisator hatte Canon bereits im Jahr davor vorgestellt und anderen Herstellern angeboten. Eine eigene Kamera baute Canon zunächst nicht damit. So kam es, dass die ersten Kameras mit diesem Objektiv die Olympus C-2100 Ultra Zoom und die Olympus E-100RS waren.

Es war übrigens nicht die einzige Optik, die Canon für andere Hersteller fertigte. Das ausgezeichnete 7-21mm, F2,0-2,5-Objektiv konnte man zu dieser Zeit beispielsweise in Kameras von Sony, Casio, HP und Epson finden.

Noch in einer anderen Hinsicht war die Pro90 IS keine gänzliche Neuentwicklung: Vergleicht man die Kamera mit der kurz zuvor erschienenen Bridge-Kamera Powershot G1, fallen erstaunliche Parallelen auf: Es wird der gleiche Akku verwendet, das Statusdisplay ist identisch, ebenso der dreh- und schwenkbare Bildschirm und der Blitzschuh. Selbst die diversen Knöpfchen und das Moduswahlrad sind zwar unterschiedlich angeordnet, stimmen aber in Anzahl und Belegung fast exakt überein.

Die Powershot Pro90 IS kombiniert also die Elektronik und das Bedienkonzept der sehr gelungenen G1 mit einer ausgezeichneten Ultra-Zoom-Optik samt Bildstabilisator. Auch der 3-Megapixel-Sensor der G1 wurde übernommen. Allerdings ist dieser etwas zu groß, das Objektiv wurde für etwas kleinere Sensoren (1/2“ anstelle von 1/1,8“) gerechnet. Canon behalf sich damit, dass die Pixel am Rand des Sensors nicht ausgewertet werden. So kommt es, dass die Kamera nur Bilder mit 2,6 Megapixeln erzeugt.

Angesichts des großen Zoombereichs hat Canon auf einen optischen Sucher verzichtet. An seiner Stelle sitzt nun ein elektronischer Sucher mit knapp 200000 Pixeln, der seinerzeit für seine gute Darstellung gelobt wurde. Er ist auf alle Fälle eine große Hilfe beim Fotografieren in heller Umgebung, wenn auf dem Monitor kaum mehr etwas zu erkennen ist. Kurios ist, dass der Sucher abgeschaltet ist, wenn die Kamera im Wiedergabemodus ist. Nachträglich kann man die Bilder also nur auf dem Bildschirm anschauen.

Unterm Strich ist die Pro90 IS eine imposante Kamera, die für einen stolzen Preis bemerkenswert gute Bilder und große fotografische Freiheiten lieferte. Starke Konkurrenz gab es vor allem seitens der beiden Olympus-Modelle, für die Canon das gleiche Objektiv lieferte und die bei vergleichbarer Leistung deutlich günstiger verkauft wurden.

Kommentar von NikonD1X:
"Ist die Canon Powershot Pro 90 IS wirklich sooo hässlich? Im Vergleich zur Kreuzung aus titanisierter Konservendose und EOS-SLR, als Produkt besser bekannt als Canon Pro 70, muss sich die Pro 90 IS wahrlich nicht verstecken! Gegenüber der Pro 70 hat die Pro 90 noch einen unschätzbaren Riesenvorteil: sie ist mit jederzeit für wenig Geld zu habenden Nachbau Canon Akkus zu betreiben. In die Pro 70 passt nichts, außer der exotische und auch nicht als Nachbau zu habende Original-Akku! Wenn die Pro 70 Akkus hinüber sind, muss zum Betrieb der Kamera zum Netzteil gegriffen, oder der Akku mit roher Gewalt aufgebrochen werden, um die alten Zellen zu tauschen!"

Kommentar von pischdi hufnagel:
"ich habe sie heute meinem 10 jährigen sohn geschenkt.muss aber neuen akku bestellen."

Kommentar von Fovi:
"Mit eigeschaltetem Stabilisator ist der Stromverbrauch hoch. Den Kontrast muß man oft nacharbeiten"

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