Ricoh RDC-i500

Die RDC-i500 war im Jahr 2001 eine Art Kreuzung der Vorjahresmodelle RDC-7 und RDC-i700. Von der RDC-7 hat sie die Gehäuseform und -größe geerbt, allerdings mit noch etwas mehr chromglitzernder Straßenkreuzer-Attitüde. Die RDC-i700 hat ihre Netzwerkfunktionen beigesteuert, allerdings unter Verzicht auf den Touchscreen und den separaten PCMCIA-Schacht.

Die Kamera fällt vor allem durch ihr ungewöhnliches Design auf. Kameras im Feldstecher-Format gab es damals etliche, aber nur wenige waren so gründlich gegen das von analogen Kompaktkameras gewohnte Design gebürstet wie diese. Vor allem mit hochgeklapptem Bildschirm zog die Kamera die Blicke auf sich. Auch heute noch braucht man eine ganze Weile, bis man alle Details dieser Kamera wahrgenommen hat – so viel Design hat Ricoh an das Gehäuse verschwendet.

Technisch ist die RDC-i500 eine typische 3-Megapixel-Kompaktkamera mit Dreifach-Zoom. Der dreh- und schwenkbare Bildschirm erlaubte allerdings auch ungewöhnliche Perspektiven bei der Aufnahme.

Ganz großes Augenmerk legte Ricoh auf die PC- und Netzwerkanbindung. Das wird allein schon durch die beiden recht dicken Handbücher deutlich, die allein für diese beiden Funktionen mit im Karton lagen. Die PC-Verbindung ist über ein USB-Kabel möglich. Die Kamera benötigt dafür aber einen eigenen Treiber, da sie sich nicht als Massenspeicher identifiziert. Ins Netzwerk geht es über eine Ethernet- oder eine Modem-Karte. Dabei muss es sich allerdings um bestimmte Compact-Flash-Exemplare handeln, welche schwer zu finden waren.

Die Kamera kann sich per Modem mit einem Internet-Provider verbinden oder per Ethernet in ein Netzwerk eingebunden werden. In beiden Fällen kann man nun die Daten eines E-Mail-Kontos konfigurieren und über die Kamera Bilder als Mailanhang verschicken. Alternativ kann man auch FTP-Zugangsdaten angeben und Bilder darüber hochladen. Sogar fertige HTML-Seiten zum Upload auf einen Webserver kann die Kamera erzeugen.

Der ganz große Haken an all diesen Funktionen ist, dass dafür der CF-Karten-Slot benötigt wird – und daher die CF-Speicherkarte entnommen werden muss. Die Kamera ist dann auf die ziemlich mickrigen 8 MB internen Speicher angewiesen. Um eine vollgeknipste 128 MB-Karte ins Internet zu übertragen war also einiges an Kartenjonglage und Leidensfähigkeit bei den Übertragungszeiten nötig.

Wenn man die Kamera per USB mit dem PC koppelt, dient die Treibersoftware als eine Art Netzwerkbrücke und die Kamera wird zum Webserver. Man kann über den Browser Bilder auf der Kamera anschauen, Einstellungen ändern oder die Kamera sogar fernsteuern.

Eine Kuriosität sind die Aufnahmelisten, „JOB NAVI“ genannt. Dazu muss auf dem PC Microsoft Office installiert sein. Auf einer in der Kamera formatierten CF-Karte legt die Kamera je eine Word- und eine Excel-Vorlage ab. Diese kann man dann in die jeweiligen Programme einlesen und über die enthaltenen Makros eine Aufnahmeliste anlegen. Dabei handelt es sich um einen Plan, was man bei einer anstehenden Fotosession alles aufnehmen möchte. Die Kamera kann diese Liste übernehmen und der Fotograf kann seine Aufnahmen dann den Punkten dieser Liste zuordnen. Dabei kann er pro Punkt auch mehrere Aufnahmen machen. Zurück auf dem PC können Liste und Fotos in einem Office-Dokument zusammengeführt werden.

Man merkt der Kamera an, dass Ricoh viel Energie in innovative Softwarefeatures gesteckt hat, durch die aus der Digitalkamera ein vernetztes „Image Capturing Device“ werden sollte. Es ist aber ebenso deutlich, dass die Zeit einfach noch nicht reif dafür war. Die Funktionen sind umständlich zu bedienen, nur mit erheblichen Netzwerkkenntnissen benutzbar, erfordern zusätzliche Hardware und litten an den damals noch quälend langsamen Internetverbindungen. Insbesondere wenn man vergleicht, wie kinderleicht entsprechende Funktionen bei heutigen Smartphones zu nutzen sind, wirken die Ansätze in der RDC-i500 rührend unbeholfen. Auch wenn man Ricoh zugutehalten muss, dass die Ideen in die richtige Richtung gingen.

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