2,8/20-40 mm Pentax 110 (1981) vs. 3,5-5,6/20-60 mm IX Nikkor (1996)

Ungleich, unfair? Ja, gewollt…

Auslöser zur "Battle" war das von den beiden Kanadiern Chris Nicholls und Jordan Drake für dpreview.com produzierte Video „Shoot Pentax 110 lenses on Micro Four Thirds!“

Das 1981 vorgestellte Pentax 2,8/20-40 Auto 110 samt Pentax 110 Mount-/Fuji X-Adapter fallen in die Rubrik "Spielgeld". Ganz bewusst wurde der Fuji X-Anschluss gewählt, auch wenn das fürs 13x17 mm Negativformat des Pocket 110 Films gerechnete Pentax Objektiv perfekt zum 13x17 mm des microFourThirds-Digitalformat passt.

Pentax auto 110

Pentax wurde hier im Digicammuseum.de nie vergessen. Sicher ist die Ähnlichkeit der digitalen Pentax Optio i-10 mit dem analogen Pendant Pentax auto 110 gewollt.

Auch wenn es mittlerweile wieder handabgezählt und teuer Filme fürs 110er Pocketformat gibt, tue ich mir das nicht an! Gelegentlich einen SW-Film in einer der historischen Analog-Spiegelreflexkameras wie der Minoltas SR-7 oder der ER belichten, den selbst zu entwickeln und zu digitalisieren, das werde ich auch in Zukunft tun. Aber nicht mit Pocketfilm, für den ich gar keine Entwicklungsdose und komfortable Digitalisiermöglichkeit habe…

Aber die Wechselobjektive der kleinsten analogen Systemkamera für dieses Format sind reizvoll. Eins davon, das 2,8/20-40 mm Zoom wird auf der Fuji DSLM probiert!

Überbelichtungsprobleme

Die Faustregel, dass man bei ausgefallener Belichtungsmessung an einem sonnigen Tag bei Blende 16 die ISO-Empfindlichkeit von 100 als Verschlusszeit wählen kann - wir nehmen mal 1/125 s -, funktioniert bei Lichtstärke f/2,8 schnell nicht mehr!

ISO 100

  • f/16 1/125 s 
  • f/11 1/250 s 
  • f/8 1/500 s
  • f/5,6 1/1000 s
  • f/4 1/2000 s
  • f/2,8 1/4000 s

Bei ISO 200 würde für f/2,8 dann 1/8000 s benötigt. Das bietet nicht jede Kamera! Meine Fujis enden bei 1/4000 s. Die X-T20 gestattet aber unter ISO 200 noch ISO L(ow) 100 und die X-T30 unter ISO 160 noch die L(ow)-Werte 125, 100 und 80. Wenn das nicht reicht, bleibt nur noch der Griff zum Neutral-Graufilter. Mit Faktor 8 oder variabel...

Wirklich?

Es geht viel einfacher! Jede Systemkamera, die neben dem mechanischen auch einen elektronischen Verschluss bietet, ist dazu in der Lage. Vorausgesetzt, der E-Verschluss kann entsprechend kurze Belichtungszeiten bilden, was bei den Fujis der Fall ist. 1/32.000 s ist möglich, womit das Überbelichtungsproblem auch bei hellstem Sonnenschein gelöst ist! 

Gegebenenfalls sollte man/Frau im Rohdatenformat speichern! Während ich die alten und ganz alten DSLRs/DSLMs im jeweilgen Rohdatenformat speichern lassen, mag ich dieses Format bei meinen Fujis überhaupt nicht! Um den speziellen X-Trans Bildsensor der Fujis zu dekodieren, braucht Adobe Lightroom gefühlte Ewigkeiten. Gratis-Raw-Konverter Capture One Express Fujifilm kam mir nicht schneller vor, weshalb ich den Einsatz schnell beendet habe. Deshalb speichern meine Fujis üblicherweise im JPEG-Format. Was Fuji wirklich herrvoragend beherrscht!

Pentax 110 Objektive

Die Wechselobjektive der kleinsten analogen Systemkamera für das Pocketformat 110 sind reizvoll. Zunächst eins davon, das 2,8/20-40 mm Zoom, wurde auf der Fuji DSLM probiert! Bei dunklen Ecken ohne jede Zeichnung durch den zu großen 15 x 17 mm APS-C-Sensor der Fuji, bei "nur" leichter Eckenabdunklung (Vignettierung) ist es ja kein Problem die 13x17 mm aus den 15x23 mm auszuschneiden! 18 mm ist die kürzeste Brennweite fürs Pentax 110 System. Auf dem Crop 2 mFT-Sensor ein gemäßigtes 36 mm Weitwinkel im KB-Format. Mit dem 20-40 mm bin ich dann im Bereich 40-80 mm bei Blende f/2,8.

Und nur Blende f/2,8, denn die Pentax 110 Objektive haben keine Blende! Die sitzt im Gehäuse der winzigen Pentax auto 110 SLR. Heißt, ich fotografiere adaptiert und umgerechnet auf KB immer mit einer Schärfentiefe von f/2,8 x Cropfaktor mFT/110 = 2 mit f/2,8 x 2 = f/5,6. Beziehungsweise mit f/2,8 x Crop 1,5 = Blende f/4.

1978 gab es zur Pentax auto 110 diese drei Objektive

  • 2,8/18 mm (36 mm @KB)
  • 2,8/24 mm (48 mm @KB)
  • 2,8/50 mm (100 mm @KB)

1981 folgten

  • 18 mm "Pan Focus" (Fixfokus)
  • 2,8/70 mm (140 mm @KB)
  • 2,8/20-40 mm (40-80 mm @KB)

1985 gab es noch die Auto 110 Super SLR

Die wiederentdeckten Wechselobjektive der kleinsten analogen Systemkamera für das Pocketformat 110 sind einfach reizvoll. Zunächst eins davon, das 2,8/20-40 mm Zoom, wurde auf der Fuji DSLM probiert! Auch wenn es sich dabei um das von der Abbildungsleistung schwächste Objektiv dieser Reihe handeln soll, ging mir die Universalität vor. Das Zoom fällt samt Pentax 110 Mount-/Fuji X-Adapter in die Rubrik "Spielgeld“, heisst 42 Euro (Objektiv) plus 35 Euro (Adapter) komplett mit Porto. Mit Geduld lassen sich ein Pentax 110 Objektiv plus Adapter auch für weniger Euro erstehen.

Bei dunklen Ecken ohne jede Zeichnung durch den zu großen 15 x 17 mm APS-C-Sensor der Fuji, bei "nur" leichter Eckenabdunklung (Vignettierung) ist es ja kein Problem die 13x17 mm aus den 15x23 mm auszuschneiden! 18 mm ist die kürzeste Brennweite fürs Pentax 110 System. Auf dem Crop 2 mFT-Sensor ein gemäßigtes 36 mm Weitwinkel im KB-Format. Mit dem 20-40 mm bin ich dann im Bereich 40-80 mm bei Blende f/2,8.

Und nur Blende f/2,8, denn die Pentax 110 Objektive haben keine Blende! Die sitzt im Gehäuse der winzigen Pentax auto 110 SLR. Heißt, ich fotografiere adaptiert und umgerechnet auf KB immer mit einer Schärfentiefe von f/2,8 x Cropfaktor mFT/110 = 2 mit f/2,8 x 2 = f/5,6. Beziehungsweise mit f/2,8 x Crop 1,5 = Blende f/4.

Jetzt also ein kleiner Wettkampf…

… dieser beiden Zooms völlig unterschiedlicher Bauart, aber gleicher Anfangsbrennweite von 20 mm und jeweils 40 oder 60 mm Endbrennweite. Zwei Objektive ganz unterschiedlicher Lichtstärke: einmal durchgehend f/2,8 und einmal f/3,5-5,6 und die Zooms gerechnet für sehr unterschiedliche Filmformate.

Beides Filmformate, die untergegangen sind!

Offiziell wurde die 1972 begonnene Produktion des Pocket-Kassettenfilms (Typ 110) mit 13 x 17 mm Negativgröße 2009 eingestellt. Wie bereits oben erwähnt, gibt es seit 2012 wieder Pocket-Film. Zweiter Kandidat ist das 3,5-5,6/30-60 mm IX-Nikkor für den größten Flop der Fotoindustrie 1996, das untergegangene 16,7 x 30,2 mm APS-Film-Format. Die maximale Jahres-Verkaufszahl an APS-Kameras lag bei 2,5 Millionen Exemplaren. Nach und nach stellen die Kamerahersteller die Produktion entsprechender Kameras ein. 2011 wurde die Produktion des APS-Films eingestellt.

Die beiden Analogformate entsprechen entweder exakt den 13x17 mm des microFourThirds-/-mFT-Sensorformats (Cropfaktor 2) oder dem Format der Kodak- und Canon DSLRs mit 19,1 x 28,7 mm APS-H-Sensor, Cropfaktor 1,3. APS-C hat 15 x 23 mm und Cropfaktor 1,5/1,6.

Damit stehen die theoretischen Einsatzmöglichkeiten der beiden Zoom-Objektive fest. Als Überraschung zeichnet das 2,8/20-40 mm Pentax nicht nur das kleine mFT-Sensorformat aus, sondern auch (weitgehend) den 15x23 mm APS-C-Sensor der Fuji X DSLMs!

Die Möglichkeiten der IX-Nikkore wurde im Blogbeitrag „Interessante digitale Zweitverwertung von IX-Nikkoren!“ bereits kurz angedeutet.

2,8/20-40 mm Pentax 110 bei 65 Megapixel Dichte auf dem APS-C Sensor

Leicht zu erkennen, welches Foto mit 20 mm Brennweite aufgenommen wurde…

2,8/20-40 mm Pentax 110 2 Megapixel

Definitiv unbrauchbar ist das 20-40 mm Pentax 110 bei 20 mm Brennweite

In der Bildreihe ist leicht zu erkennen, welches Foto mit 20 mm Brennweite aufgenommen wurde… Selbst wenn ich davon einen 13 x 17 mm  mFT-Ausschnitt mache, wird es kaum besser. Und wozu soll eine auf KB umgerechnete Brennweite von 40 mm mit miserabler Abbildungsleistung gut sein? Aus dem Grund ist auch ein zusätzlich gekaufter Pentax 110-/mFT-Adapter vollkommen überflüssig. Da fahre ich mit den brauchbaren 30-40 mm auf der Fuji = 45-60 mm KB deutlich besser. Was auch überraschend ist. Wenn man berücksichtigt, dass die Pixeldichte der 26 Megapixel Fuji X-T30 einem 65 MP Sensor im 24 x 36 mm Kleinbildformat entspricht!

2,8/20-40 mm Pentax @20 mm vs. 3,5-5,6/20-60 mm @20 mm

Natürlich chancenlos!

Es war nach dem ersten Kurztrip mit dem 20-40 eigentlich schon zu erwarten, dass das Pentax Zoom keine Chance gegen das IX-Nikon Zoom hat. Trotzdem habe ich den Kauf des Pentax 110 "Spielzeug-Zooms" keine Sekunde bereut! Da der Pentax 110-/Fuji X-Adapter nun schon mal da ist, habe ich mir aus der Pentax 110 Objektivreihe noch einen weiteren, interessanten Kandidaten ausgesucht und probiert. Ein kurzer Praxisbericht darüber folgt später.

3,5-5,6/20-60 mm IX Nikkor adaptiert auf die 26 MP Fuji X-T30

Während die auf 4 Megapixel reduzierten Fotos durchaus knacking sind, zeigt der 1:1 Crop, dass das 3,5-5,6/20-60 mm IX Nikkor nicht zu den Premium Kit-Zooms gehört. Das möglicherweise bessere 1:3.5-5.6 24-70mm IX-NIKKOR wird auch noch gefordert. Später, im Vollformat!

Ralf Jannke, Mai 2020

 

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