Canon EOS 550D PORST Super Tele auto 1:4.5/240mm Ganz-Schnell-Test ;-)

Bei 1 Euro für das Flohmarkt 240 mm PORST gab es nichts zu überlegen. Vor dem ersten Einsatz musste das Objektiv aber zerlegt werden. Eine Linse hat einen Belag, es schien aber kein Pilz zu sein. Nachdem die vorderseitigen Linsen unnötigerweise ausgebaut und gereinigt wurden, blieb das PORST immer noch weich. Kein Wunder, denn es war die Rücklinse, wo der Belag erfolgreich entfernt wurde. 

Ergebnis?

Bei Offenblende immer noch ein Weichzeichner, dieses Tele. Abgeblendet wenig besser.

Und der Hersteller PORST?

Natürlich nicht, das ist nur das Label! Im Auftrag produziert und beschriftet hat das Enna Werk München. Entsprechend ähnlich sehen auch meine beiden anderen Teles aus, die mit REVUENON gelabelt sind. Enna fertigte auch fürs ehemalige Versandhaus Quelle, deren Fotoprodukte den Namen REVUE trugen! Hier der dazugehörige Beitrag: "Zwei 135 mm Tele, ein 300 mm Tele, eine Gemeinsamkeit"

Optischer Aufbau

Spezifikation

  • Vorstellungsjahre 1958 - 1963
  • Abmessungen/Gewicht: Ø 65 mm, Länge 126 mm, Filter Ø 52 mm, 420 g
  • Optischer Aufbau: 5 einzeln stehende Linsen
  • Die Blende besteht aus 9 Lamellen, kleinste Blende f/22
  • Nahdistanz 4 m

Nachtrag zur Spezifikation

Abmessungen und Gewicht waren ja leicht selbst messbar. Der optische Aufbau des Frontlinsenparts ist korrekt. Ich hatte zwecks Kontrolle und Reinigung jede einzelne Linse in der Hand. Die Linse der Objektivrückseite war auch zügig demontiert, wobei mir nicht aufgefallen war, dass das zwei Linsen sind. Die ich nicht weiter zerlegt hatte, der Belag auf einer Linse war auch so zu entfernen.

Was mit den Abbildungen des Enna München Tele-Ennalyt 1:4,5/240mm im Internet überhaupt nicht übereinstimmt, das ist meine Enna/Porst-Version vom Flohmarkt. Genauer hingeschaut, zeigt das Internet unterschiedliche Enna-Versionen im "Zebra-Look". Im Unterschied zum Porst ungleich mehr Metall-/Aluminium-Einsatz, wenig Kunststoff.

Auch gut zu erkennen im Beitrag: "Zwei 135 mm Tele, ein 300 mm Tele, eine Gemeinsamkeit" Die beiden 135er haben ein völlig unterschiedliches Aussehen! Enna viel Aluminium, in diesem Fall bei der Auftragsfertigung REVUE reichlich Plastik. 

ChatGPT recherchierte zu Enna

Die letzten Kameraobjektive der Enna-Werke München wurden sehr wahrscheinlich Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre produziert. 

Nach dem Höhepunkt in den 1950er und 1960er Jahren fertigte ENNA unter den Bezeichnungen Ennalyt und Lithagon. Um 1970 begann ENNA, viele Objektive in kostengünstigen Kunststofffassungen herzustellen, um mit der japanischen Konkurrenz mithalten zu können. Für das Versandhaus Quelle Objektive der Bezeichnung Revuenon und die heute auch nicht mehr existierende Foto Porst Kette. Es waren veraltete Objektivrechnungen in billigen Plastikfassungen und insgesamt fragwürdiger Produktionsqualität.

Zwei Beispiele, 3.600 Pixel, Brennweite 240 mm x Crop 1,5 = 360 mm

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Nur bei gewünschter Weichzeichnung zu gebrauchen! Wobei der Effekt schöner sein dürfte, als der Versuch, das mit der EBV nachzustellen. Bei der kontrastlosen, weichen Abbildung ist es für mich unmöglich trotz der Hilfen wie Kantenanhebung und Sucherbildvergrößerung das PORST Super Tele auto 1:4.5/240mm sicher zu fokussieren. Wo kein Kontrast ist, können auch keine Kanten angehoben werden. Fokussierug ist mehr Intuition, Erfahrung, Glück … Also jetzt ab in die M42 Aufbewahrungsbox, das PORST Super Tele auto 1:4.5/240mm.

Ralf Jannke, Juni 2026

 

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