AUTO REVUETAR 1:2.8 f=50mm

Ich hatte das biedere Normalobjektiv nur kurz im Beitrag Nikon Z6 und M42 "Edelglas" gezeigt, ohne etwas damit zu machen, damit zu fotografieren. Bei größter Blende f/2,8 kann man bei einem Normalobjektiv kaum von Lichtstärke sprechen, das ist eher Lichtschwäche. Und so vertrömt das AUTO REVUETAR 1:2.8 f=50mm einen gewissen Mauerblümchen-Charakter. Eigentlich sollte das Revuetar auf die Okympus OM-D E-M1 adaptiert werden. Mit dem vorhandenen Adapter bleibt das Revuetar aber auch abgeblendet bei Offenblende, weil der Stift nicht betätigt wird, der in der M42 Spiegelreflexkmera den Stifft beim Auslösen drückt. Es gibt zahlreiche M42-Objektive die einen mechanischen Schalter M für manuell und A für Automatik haben. Der fehlt dem Revuetar. Auf der anderen Seite gibt es M42-/Kameraadapter, die mit einem Steg im Inneren so aufgebaut sind, dass ein Stift betätigt wird. Mein M42-/microFourThirds-Adapter kann das Revuetar nicht abblenden. Der M42-/Fuji X-Adapter blendet das Objektiv ab, also geht das Revuetar auf die Fuji X-T10!

Die manuelle Fokussierhilfe in der Fuji X-T10 per Kantenanhebung (Fokus-Peaking) bleibt unbrauchbar. Versuchen werde ich aber nach anfänglicher Ablehnung den elektronischen Schnittbildentfernungsmesser. Nach Diskussion mit einem überzeugten Fuji-Fotografen wird das E-Schnittbild mit etwas Übung doch brauchbar!

Spezifikation AUTO REVUETAR 1:2.8 f=50mm

Was den optischen Aufbau betrifft, wird ohne Gewähr auch vom Namen her — Revuetar — eine einfache, bereits 1902 entwickelte, aus vier Linsen in 3 Gruppen bestehenden Tessar-Variante vermutet. Wahrlich nicht die schlechteste Konstruktion, die dem Tessar einst das Prädikat "Adlerauge der Kamera" einbrachte. Also einfach mit dem REVUETAR fotografieren und schau'n, was rauskommt.

Abmessungen/Gewicht: ø 60 mm, Länge = 40 mm, Filtergewinde 52 mm, 170 g

1:1 Crop aus 16 MP und das ganze Foto 1.800 x 1.200 Pixel

Beispielfotos 1.800 x 1.200 Pixel

Das Kino wurde auf alt "getrimmt" ;-)

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

In analogen Filmzeiten war das Original Tessar wahrscheinlich wirklich ein "Adlerauge". Und das vermutlich nach dem vierlinsigen Tessar aufgebaute AUTO REVUETAR 1:2.8 f=50mm heute? Auf den KB-äquivalenten 40 Megapixel der 16 MP Fuji X-T10 eher keine Premiumschärfe, aber mindestens "brav", ordentlich. Ich werde es irgendwann mal auf die 24 MP Vollformat Nikon Z6 adaptieren … Spannender bleibt für mich aber das nur dreilinsige Meyer-Optik Görlitz Trioplan 1:2,9/50 V mit seinem Seifenblasen-/Bubble-Bokeh ;-)

Ralf Jannke, Februar 2024

 

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