Fujifilm X-E2 mit Minolta Manuellfokusobjektiven – Christian Zahn

In diesem Erfahrungsbericht geht es nicht um die Qualitäten der Kamera bei Verwendung von AF-Objektiven, sondern um die Benutzung von manuellen Altobjektiven an der 16-Megapixel Systemkamera. Dank preiswerten Drittanbieter-Adaptern stehen dem Anwender eine große Zahl an Objektiven zur Verfügung.

Die Fujifilm Holdings K.K. (deren Kameras anfangs unter dem Markennamen Fujica, später Fujifilm vertrieben wurden bzw. werden) ist eigentlich ein Hersteller von fotografischen Filmen gewesen, der aber auch (ähnlich Kodak und Agfa) Kameras und Objektive herstellte, damit die Fujifilm-Kunden auch eine Fuji-Kamera nutzen konnten und sollten. Fujica-Spiegelreflexkameras nutzten anfangs das weitverbreitete M42-Gewinde, das 1972 für die ST801 um eine Offenblendmessungsmöglichkeit durch Blendensimulator erweitert wurde (allerdings inkompatibel zu anderen ähnlichen Systemen). 1979 wurde das Fuji-X-Bajonett entwickelt, das für Zeit-, Blenden, und Programmautomatik ausgelegt war. Für die alten M42-Objektive gab es einen Adapter mit Unendlichkeitseinstellung.

„Fuji“ bezieht sich übrigens auf den höchsten Berg Japans, an dessen Ausläufern das Stammwerk von Fujifilm noch heute liegt.

Fuji baut seine Objektive und Gehäuse selbst und ist dabei so erfolgreich, daß viele Hasselbladkameras und-Objektive nur umgelabelte Fujifilm-Produkte waren (z. B. die Panorama-Kleinbild-Meßsucherkamera X-Pan oder die Mittelformatkameras H1 und H2).

Nach dem Auslaufen der Polaroid-Sofortbild-Patente baute Fujifilm eine sehr erfolgreiche Instax-Kameralinie auf, die auch 2020 noch gewinnbringend arbeitet, während die Filmherstellung für KB- und Mittelformatkameras kaum noch kostendeckend ist. Allerdings macht die Imaging-Sparte nur noch einen kleinen Teil des Konzernumsatzes aus, Medizintechnik und Bürotechnik machen den größten Teil aus.

Fujifilm hat sich rechtzeitig intensiv mit der Digitalkameratechnik auseinandergesetzt, 1996 entstand die DS-7, eine 640x480 Pixel-Kompaktkamera, die Apple auch als QuickTake 200 vertrieb. Bis etwa 2001 arbeitete Fuji mit Leica zusammen, deren erste Digilux-Kameras umgelabelte 1,5-Megapixel-Fujis waren.

Fujifilm hat auch früh angefangen, eigene Sensortechniken zu entwickeln, die nicht auf dem Bayer-Pattern beruhen: den Super-CCD mit wabenförmiger Pixelstruktur und verschieden großen Sensorpixeln oder den in der hier vorgestellten Kamera arbeitenden X-Trans-Sensor. Dieser hat kein Bayer-Pattern (mit 2x2-Pixel-Matrix) wie fast alle anderen Sensoren der anderen Kamerahersteller, sondern das Fuji-X-Trans-Pattern, bei dem sich die Farben in einer 6x6-Matrix wiederholen, außerdem ist in jeder Matrix ein grünempfindliches Pixel mit der vierfachen Fläche der anderen Pixel vorhanden. Moiré soll so ohne Anti-Aliasing-Filter vor dem Sensor vermieden werden, außerdem wird das Rauschen bei höheren Empfindlichkeiten verringert.

Die vorgestellte X-E2 gehört bereits zur zweiten Generation dieser Kameralinie.

Spezifikation

  • Die 2013 vorgestellte Fujifilm X-E2 ist 129 x 75 x 37 mm groß und wiegt ohne Akkus und Speicherkarte 370 g.
  • Der APS-C 23,6 x 15,8 mm CMOS-Sensor löst maximal 4896 x 3264 Bildpunkte  = 16 Megapixel auf. Mit der ISO-Automatik oder manuell sind 200 bis 25600 ASA einstellbar. Videos sind mit 1920x1080 Pixeln möglich. Bilder werden als JPEG oder RAF (RAW-Format) auf SD/SDHC/SDXC-Karte (maximal ca. 256 GB) gespeichert.
  • Das Motiv wird über einen elektronischen Sucher mit 2.360.000 Subpixeln angezeigt. Zur Bildkontrolle ist ein 3“ TFT LCD Monitor mit 1.040.000 Subpixeln vorhanden, der auch die Menüsteuerung übernimmt.
  • Das Bajonett ist das Fujifilm-X-Bajonett (nicht kompatibel zum alten Fujica-X-Bajonett)
  • Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S) oder kontinuierlicher Autofokus (AF-C) mit 49 Phasensensoren (auf dem Bildsensor zwischen den Bildpixeln angeordnet, zusätzlich Kontrast-AF mit Feldern auf dem gesamten Bildsensor).
  • Belichtungssteuerung durch Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik, oder manuellen Modus. Mittenbetont integrale, Spot oder Matrixmessung. Belichtungszeiten 30 s bis 1/4000 sek. durch mechanischen Verschluß, Selbstauslöser mit 2 oder 10 s Vorlaufzeit
  • manuell ausklappbarer Blitz mit Leitzahl 7 (bei 200 ASA); zusätzlich Norm-Blitzschuh mit Mittenkontakt und TTL-Kontakten
  • Weißabgleich automatisch oder manuell mit diversen Vorwahlen wie Sonne, Wolken, Glühlampenlicht usw.
  • optische Bildstabilisierung nicht im Gehäuse, sondern mit entsprechend ausgestatteten Objektiven.
  • Energieversorgung über Lithiumakku

Besonderheiten

  • In den EXIFs speichert die Kamera neben den üblichen Angaben wie Brennweite, Objektivtyp, aktuelle Blende, Blitzmodus, usw. auch Details wie die Anzahl der erkannten Gesichter, die Verschlußart (elektronisch/mechanisch), die Verwackelungswarnung, den Filmsimulationsmodus, die Kameraseriennummer und (vermutlich) den Tag der Kameraherstellung. In RAFs (dem Fuji-RAW-Format) werden noch viele weitere undokumentierte Parameter abgelegt, die zur Korrektur der Objektivfehler wie Verzeichnung, Vignettierung, chromatischer Aberration usw. vom Software-Raw-Konverter am Computer genutzt werden können und zum Aufnahmezeitpunkt vom Objektiv an die Kamera übermittelt werden. (Das funktioniert natürlich nicht mit Objektivadaptern und alten Manuellfokus-Objektiven!)
  • Die Kamera sollte dringend auf den aktuellen Firmwarestand gebracht werden, seit V4.0 ist das Autofokussystem entscheiden verbessert worden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen schnellen elektronischen Verschluss zu nutzen.
  • Bei der Aufnahme als JPEG kann die Kamera die Bildanmutung etlicher alter Fujifilm (Velvia = intensive Farben, Provia = neutrale Farben, Acros = Schwarzweiß, weichen Portraitnegativfilm usw.) simulieren.
  • Der Sucher schaltet auf Wunsch durch einen Näherungssensor automatisch zwischen Display und Videosucher um.
  • Die Kamera hat eine elektronische Wasserwaage, die optional eingeblendet werden kann (nur für Kameradrehung, nicht für Neigung), auf Wunsch drehen sich alle Anzeigen im Sucher bei Hochformataufnahmen mit.
  • Die Kamera hat ein sehr "klassisches" Bedienkonzept: Es gibt kein Moduswahlrad, sondern ein Zeitenrad mit der Zusatzstellung "A", die meisten Fuji-Objektive haben einen Blendenring (ebenfalls mit zusätzlicher "A"-Stellung) und hinter dem Auslöser sitzt ein Belichtungskorrekturrad.
  • Für Programmautomatik stellt man Zeitenrad und Blendenring auf "A", für Blendenautomatik wählt man die gewünschte Belichtungszeit am Zeitenrad vor und stellt den Blendenring auf "A", für Zeitautomatik umgekehrt. Diese Bedienungsweise hat etliche Tester irritiert, weil sie nur noch die bei Digitalkameras übliche Umschaltung per Moduswahlrad kannten. „Älteren Semestern“ hingegen ist dieses Konzept schon lange vertraut, es fand sich bereits 1977 an der Minolta XD7, 1978 in der Canon A1 oder 1983 an der Nikon FA.
  • Auch für die Fokussierungsart (AF-S, AF-C oder manuell) gibt es einen Drehschalter.
  • Die UVP betrug ca. 900 Euro.

Benutzung der X-E2 mit manuell zu fokussierenden alten Minolta-Objektiven

Die Kamera unterstützt die Verwendung von alten Manuellfokusobjektiven durch eine digitale Schnittbildkeil-Simulation oder durch farbliche Hervorhebung scharfer Bildkanten (Fokus-Peaking) in verschiedenen Farben. Ich persönlich komme mit dem (Schwarzweiß in der Bildmitte eingeblendetem) „Schnittbild“ der X-E2 nicht klar, die Hervorhebung von scharfen Bildkanten in starkem Rotton hingegen ist deutlich sichtbar, insbesondere wenn durch Druck auf das Daumenrad die Sucherlupe hinzugeschaltet ist.

Von Fuji gibt es einen Adapter (mit CPU) für Leica-M-Objektive, mit Hilfe dessen Objektivfehler wie Verzeichnung, chromatische Aberrationen oder Vignettierung per Menu bereits während der Aufnahme korrigiert werden können.

Adapter ohne CPU für unzählige Bajonett-Typen sind preiswert von Drittanbietern erhältlich, bei deren Benutzung die genannten Objektivfehler aber nur später in der Bildbearbeitung am Computer korrigiert werden können, weil die entsprechenden Menüpunkte von Fuji gesperrt sind, sofern nicht der Fuji-Adapter angesetzt ist.

Im Kameramenü können 6 manuelle Objektive eingegeben werden, wobei die Brennweiten von Objektiv 1 bis 4 fest vorgegeben sind (21mm, 24mm, 28mm und 35mm), lediglich bei Objektiv 5 und 6 kann die Brennweite frei eingegeben werden. Und ich vermisse die von der digitalen mFT-Olympus Pen F her bekannte Funktion, dem Objektiv sowohl einen Namen zu vergeben (der dann in die Bild-EXIFs eingetragen wird) als auch die aktuell eingestellte Blende angeben zu können. Bei der X-E2 steht lapidar „1.0“ für die Blende, nur die ausgewählte Brennweite kommt in die EXIFs und der Objektivname bleibt leer.

Ich habe einige Adapter „aus China“, die von verschiedenen Anbietern unter eigenem Namen importiert werden. Es hat mich zu Anfang gewundert, daß die Adapter alle „zu kurz“ sind, d. h., es kann „hinter“ unendlich fokussiert werden. Zum einen kann man so Objektive mit defekten Unendlichanschlag nutzen, zum anderen kann der Adapterhersteller bei den Fertigungstoleranten weniger genau (=billiger) arbeiten.

Nur stört es mich, wenn ich unterwegs ständig für Unendlich-Aufnahmen nachfokussieren muß und nicht wie bei den alten manuellen SLRs gewohnt „auf Anschlag“ arbeiten kann. Ich habe meine Adapter durch Unterlegen von dünnen Metallblechen aus dem Werkzeugbau um die entscheidenden Hundertstel ausgeglichen, so daß ich wieder bei etlichen Motiven ohne Fokussierungskontrolle in der Sucherlupe arbeiten kann.

Außerdem hat ein fehlerhaftes Auflagemaß des Adapters eine üble Nebenwirkung bei der Benutzung etlicher sehr guter Objektive: Zur Korrektur der Bildfeldwölbung im Nahbereich haben diese Objektive „Floating Elements“ oder „CRC = Close-Range Correction“. Das funktioniert aber nur, wenn eingestellte Motiventfernung und tatsächliche Motiventfernung übereinstimmen! Erfordert der Adapter eine Einstellung von 2 Metern am Objektiv bei Unendlich des Motivs, gibt es insbesondere bei großen Blendenöffnungen unscharfe Bildecken. (Als Beispiel seien das 2,8/24 AI-Nikkor, das unten beschriebene 2,0/28 MC-Rokkor oder das Olympus Auto-Macro 2/50 genannt.)

In diesem Bericht soll es um die Verwendung von Minolta-Obektiven gehen. Wobei beim Kauf des Adapters zu beachten ist, daß es zwei Minolta-Bajonette gibt: Das AF-Bajonett, das später von Sony für dSLRs übernommen wurde (Minolta MA-Bajonett bzw. Sony-alpha-A-Bajonett) und das dazu inkompatible, ältere MF-Bajonett. Dieses wurde zusammen mit der Minolta SR-1 bereits 1958 (also noch vor dem legendären Nikon F-Bajonett!) eingeführt und somit offiziell als „SR“-Bajonett bezeichnet. Es hat lediglich eine Springblendenübertragung, jedoch keine Offenblendenmessung. Diese wurde mit der SR-T 1966 eingeführt, die entsprechenden neuen Objektive trugen die Kennzeichnung „MC“ eingraviert (das steht nicht, wie oft fälschlich behauptet, für „Multi Coating“ = Mehrfachvergütung, sondern für „Meter Coupled“ = Messwerkskupplung bei Offenblende). Die Bezeichnung „MD“ wurde 1977 zusammen mit der XD-Serie mit den neuen für Programmautomatik geeigneten Objektiven eingeführt, wobei es wohl keine wirkliche Erklärung für die Buchstaben gibt.

Und als „MD“-Adapter werden von allen Importeuren die Minolta-Adapter tituliert, obwohl „SR“-Adapter eigentlich korrekt wäre. Aber da an die Adapter alle Minolta-Objektive von 1958 bis 1985 mechanisch passen, und den spiegellosen System-Kameras die Unterschiede zwischen SR, MC und MD egal sind, wollen wir das mal so hinnehmen.

Prinzipiell gilt für Minolta-Objektiv das, was auch für die anderen der „Big Five“ (Canon, Minolta, Nikon, Olympus, Pentax) gilt: die älteren Objektive haben die besseren mechanischen Eigenschaften, die jüngeren die besseren optischen. Bis etwa 1975/1978 sind die Objektive fast komplett aus Metall gefertigt, die Schneckengänge laufen seidenweich (aufgrund der idealen Materialpaarung Messing und Aluminium), der Blendenring rastet in Halbblendenstufen.

Mit der „MD“-Serie begann auch bei Minolta der Kostendruck zu wirken, die Objektive mussten billiger hergestellt werden (die Lohnkosten stiegen damals in Japan enorm an), und die Programmautomatiken der Kameras erlaubten es, den Blendenring in der „A“-Stellung zu fixieren. In der Folge stieg der Einsatz von automatisierter Fertigung an, was sich durch den Einsatz von Kunststoffen als Gehäusewerkstoff auch von außen deutlich zeigt. MD-Objektive wirken billiger, sind aber auch deutlich leichter und meist durch erneute optische Rechnung mit moderner Computertechnik schärfer.

Zum Thema gibt es bei artaphot.ch (Link:http://artaphot.ch/minolta-sr/objektive) eine äußerst detaillierte Übersicht über alle manuellen Minolta-Objektive mit der Einschätzung der Qualitätsunterschiede der unterschiedlichen Bauserien.

Qualitäts- und sonstiger Eindruck der Kamera

Das Gehäuse der Fujifilm X-E2 ist ein gehobenes Einsteigermodell, es besteht komplett aus Metall, lediglich die Deckel für die Schnittstellen und das Akku-/Kartenfach sowie der „Handgriff“ vorne ist aus Kunststoff. Die verwendeten Materialen wirken wertig, jedoch ist die aufgebrachte Lackierung nicht abriebfest, bereits nach wenigen Blitzeinsätzen ist am Blitzschuh meiner Kamera an einer Stelle „der Lack ab“.

Mein 2020 gebraucht erworbenes (und laut EXIFs möglicherweise 2014 gebautes) Exemplar hatte nur ca. 1200 Auflösungen beim Vorbesitzer machen müssen, praktisch alle Gebrauchsspuren stammen von mir. Einen externen Blitz hat er nie benutzt, vermutlich nicht mal oft den internen Miniblitz ausgeklappt.

Der oben näher beschriebenen X-Trans-Sensor hat keinen Antialiasing-Filter, somit sollten die Bilder bereits im RAW sehr scharf sein, und Farbverfälschungen bei schräg auftreffenden Randstrahlen sollten ebenfalls nicht auftreten (gerade die alten Weitwinkelobjektive sind nicht telezentrisch, d. h., die Randstrahlen treffen schräg auf den Sensor bzw. Sperrfilter und nicht senkrecht).

Nachfolgend meine für den Test verwendeten Objektive in steigender Brennweiten-Reihenfolge

Exakta 2,8/24

Exakta war ursprünglich der Name einer Kamera der Ihagee (Dresden). Nach dem zweiten Weltkrieg vertrieb die Ihagee GmbH (West) zunächst die DDR-Kameras im Westen, mußte aber 1976 Konkurs anmelden. Heinrich Manderman (dem zeitweise die Beroflex AG, Miranda GmbH, Josef Schneider AG, Rollei,  und Orwo gehörten) kaufte 1982 die Markenrechte und gründete eine Exakta GmbH, die Kameras und Objektive von Topcon bzw. Cosina importierte und mit „Exakta“ labeln ließ.

Das gezeigte 2,8/24mm „MC“ = Multicoated ist eine „MD“-Version mit entsprechender Nase am Blendenring für Programmautomatikfunktion an Minolta-Gehäusen wie der X-700. Es ist „Lens made in Japan“ und deutlich „plastifiziert“ (also alle sichtbaren Teile außer dem Bajonett aus Kunststoff) und dürfte aus der ersten Hälfte der 1980er Jahre stammen. Hersteller wird wohl Cosina gewesen sein. Das „Macro“ im Namen meint nicht, daß es ein dediziertes Makroobjektiv ist, es hat lediglich eine Naheinstellgrenze von knapp unter 0,2 Metern.

Der Entfernungsring geht zu leicht, der Einstellweg mit 120° ist jedoch erfreulich groß. Die Blende rastet halbstufig. Die kleinste Blende ist gelb markiert, es gibt aber keine Fixierung in dieser Stellung. Das Objektiv ist am APS-C-Sensor der X-E2 und Offenblende an den Bildrändern leicht unscharf, Abblenden auf 8 steigert die Schärfe, danach kommt es bereits zu Beugungseffekten. Das Objektiv ist heutzutage nicht mehr preiswert zu bekommen, je nach Zustand und Bajonett liegt es zwischen 30 und 80 Euro. Um 2010 lag es in der 5-bis-10-Euro-Klasse, aber dann kamen spiegellose Vollformat-Systemkameras auf den Markt, was die Preise für alle alten Objektive kräftig ansteigen ließ.

Das Objektiv verzeichnet leicht, aber je nach Motiv tolerabel.

In den beiden Bildbeispielen sind auch bei Blende 8 deutliche Unschärfen und chromatische Aberrationen sichtbar. Ich werde es nicht wieder einsetzen, ich habe für 24mm bessere Objektive mit anderen Bajonetten.

Beispielfotos Minolta Objektive

Alle Aufnahmen entstanden frühmorgens an einem Herbsttag bei 200 ASA und Blende 8, gespeichert als RAF, gewandelt mit Adobe Camera RAW und bearbeitet mit Photoshop CS6. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten sowie Schärfe wurden korrigiert, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In einige Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert. In allen Bildern sind die Aufnahmeparameter als Text eingefügt.

Minolta 2,0/28

Laut Artaphot.ch (Link: artaphot.ch/minolta-sr/objektive/145-minolta-28mm-f2) ist man sich uneins, ob das MC oder das MD die bessere optische Leistung hat, vermutlich liegen sie so nah beieinander, daß sich Serienstreuungen oder ein kräftiger Objektiv-Anstupser bereits auswirken.

Das gezeigte 2,0/28mm ist ein klassisches MC-Objektiv, komplett aus Metall gefertigt und wurde nur von 1975 bis 1977 gebaut, um dann bereits durch eine neugerechnete MD-Version ersetzt zu werden. Es hat Floating Elements für bessere Bildschärfe in den Bildecken im Nahbereich. (Wie oben beschrieben muß dann aber das Auflagemaß des Adapters stimmen!)

Der Entfernungsring geht seidenweich, der Einstellweg ist mit etwa 40° jedoch viel zu kurz. Die Blende rastet halbstufig. Die originale Streulichtblende wird in das Filtergewinde geschraubt. Weil sich dieses beim Fokussieren mitdreht, ist sie nicht blütenförmig.

Das Objektiv ist am APS-C-Sensor der X-E2 und Offenblende an den Bildrändern leicht unscharf, Abblenden auf 5,6-8 steigert die Schärfe, danach kommt es bereits zu Beugungseffekten. Das Objektiv ist heutzutage nicht günstig zu bekommen, je nach Zustand liegt es zwischen 150 und 250 Euro. Die verschiedenen Versionen des 2,5/28 bzw. des 2,8/28 sind erheblich billiger zu bekommen, haben aber keine Floating Elements.

Das Objektiv verzeichnet nicht sichtbar, nur messbar.

Minolta 1,7/50

Laut Artaphot.ch (Link: artaphot.ch/minolta-sr/objektive/156-minolta-50mm-f17) sind die 1,7er Normalobjektive den 1,4ern unterlegen.

Das gezeigte 1,7/50mm ist ein MD-Objektiv, größtenteils in Kunststoff gefasst und wurde nur von 1977 bis 1979 gebaut, um dann bereits durch eine Version mit Blendenverriegelung ersetzt zu werden.

Die unterschiedlichen Versionen aus meinem Fundus einmal in der Übersicht, um die Unterschiede zwischen MC,x MD und MD mit Raste zu zeigen. „PF“ am alten MC-Rokkor ist übrigens die Angabe der Linsen und Gruppen (P = Penta = 5 Gruppen, F = sechster Buchstabe im Alphabet = 6 Elemente)

Der Entfernungsring geht etwas stramm (kann auf leicht verharztes Fett zurückzuführen sein), der Einstellweg ist mit fast 180° erfreulich lang. Die Blende rastet halbstufig. Bei meinem Exemplar ist die Gummierung des Entfernungsrings ausgeleiert.

Das Objektiv ist am APS-C-Sensor der X-E2 und Offenblende an den Bildrändern wie erwartet unscharf, Abblenden auf 5,6-8 steigert die Schärfe, danach kommt es bereits zu Beugungseffekten. Das Objektiv ist heutzutage günstig zu bekommen, je nach Zustand liegt es zwischen 10 und 20 Euro. Oftmals wird es bei Gebrauchtkauf eines Minolta-Bodys mitverkauft. Ich habe keine originale Streulichtblende, eine der unzähligen „Gummisonnenblenden“ aus meinem Fundus tut es aber auch.

Das Objektiv verzeichnet nicht sichtbar, nur messbar.

Das Objektiv erzielt bei Blende 8 gute Ergebnisse. Ich werde jedoch zukünftig mit einem seidenweich zu fokussierendem MC statt dem etwas schwergängigem MC fotografieren.

Minolta 2,8/135

Von diesem Objektiv gab es bei Minolta im Laufe von ca. 30 Jahre etliche Versionen. Laut Artaphot.ch (Link: artaphot.ch/minolta-sr/objektive/171-minolta-135mm-f28) sind die älteren Versionen den neueren unterlegen.

Das gezeigte 2,8/135mm ist ein MC-Objektiv, vollständig in Metall gefasst und wurde nur von 1973 bis 1977 gebaut, um dann bereits durch eine neugerechnete Version ersetzt zu werden.

Die Streulichtblende ist ebenfalls aus Metall und fest eingebaut (aber ausziehbar). „PF“ ist übrigens die Angabe der Linsen und Gruppen (P = Penta = 5 Gruppen, F = sechster Buchstabe im Alphabet = 6 Elemente)

Der Entfernungsring geht seidenweich, der Einstellweg ist mit etwa 270° erfreulich lang. Die Blende rastet halbstufig. Die Naheinstellgrenze ist mit 1,5 Metern allerdings etwas zu lang.

Das Objektiv ist am APS-C-Sensor der X-E2 und Offenblende bis an die Bildrändern recht scharf (neigt aber zu chromatischen Aberrationen), Abblenden auf 5,6-8 steigert die Schärfe und verringert die CAs, danach kommt es bereits zu Beugungseffekten. Das Objektiv ist heutzutage noch günstig zu bekommen, je nach Zustand liegt es zwischen 40 und 60 Euro. Allerdings verwechseln Käufer und Verkäufer es gerne mit der späteren, teureren MD-Variante.

Das Objektiv verzeichnet nicht sichtbar, nur messbar.

Das Objektiv erzielt bei Blende 8 sehr gute Ergebnisse. In den Beispielaufnahmen macht sich bereits am Testtag in der Luft vorhandener leichter Dunst störend bemerkbar.

Minolta 5,6/300

Von diesem Objektiv gab es bei Minolta im Laufe von ca. 30 Jahre zwei Versionen. Laut Artaphot.ch (Link: artaphot.ch/minolta-sr/objektive/180-minolta-300mm-f56) sind jedoch alle Versionen den 4,5/300ern unterlegen.

Das gezeigte 5,6/300mm ist ein MC-Objektiv, vollständig in Metall gefasst und wurde nur von 1974 bis 1978 gebaut.

Die Streulichtblende ist ebenfalls aus Metall und fest eingebaut (aber ausziehbar). „PE“ ist die Angabe der Linsen und Gruppen (P = Penta = 5 Gruppen, E = fünfter Buchstabe im Alphabet = 5 Elemente)

Der Entfernungsring geht seidenweich, der Einstellweg ist mit etwa 300° erfreulich lang. Die Blende rastet halbstufig. Die Naheinstellgrenze ist mit 4,5 Metern allerdings deutlich zu lang. Eine Stativstelle fehlt leider, somit wird die Kombination aus Kamera, Adapter und Objektiv sehr frontlastig. Zwischen Blendenring und Blendenskala gibt es eine vertiefte Ringnut um das Objektiv, die wie für eine Stativschelle gemacht scheint, aber alle mir bekannten Exemplare wurden und werden ohne die Schelle verkauft. Möglicherweise hat Minolta die Stativschelle konstruktiv vorgesehen, aber dann doch nicht auf den Markt gebracht.

Das Objektiv ist am APS-C-Sensor der X-E2 und Offenblende nur in der Bildmitte recht scharf, Abblenden auf 8-11 steigert die Schärfe in der Bildmitte, danach kommt es bereits zu Beugungseffekten. Die Bildränder werden jedoch bei keiner Blende wirklich scharf. Das Objektiv ist für die gebotene Leistung eigentlich nur zu teuer zu bekommen, je nach Zustand liegt es zwischen 40 und 60 Euro.

Das Testen der Verzeichnung mit dem Linienblatt war aufgrund der Naheinstellgrenze von 4,5 Metern nicht aufzunehmen.

Das Objektiv erzielt bei Blende 8 keine wirklich guten Ergebnisse. In den Beispielaufnahmen macht sich bereits am Testtag in der Luft vorhandener leichter Dunst störend bemerkbar, außerdem sorgt auch die fehlende Stativschelle trotz elektrischem Fernauslöser zu Schwingungen durch den Verschluss. Ich werde es vermutlich nicht mehr einsetzen, zumal es an der Fuji APS-C-Kamera (mit 450mm äquivalenter Brennweite) dringend einen IBIS (In-Body-Image-Stabilizer) erfordert, den die X-E2 nicht hat.

Fazit

Die Fujifilm X-E2 ist zur Benutzung mit alten Manuellfokus-Objektiven sehr gut zu benutzen, die Minolta-MC-Objektive schlagen sich (bis auf das 5,6/300) sehr gut. Das 24er Exakta ist wie erwartet nur brauchbar, aber nicht gut. Das 1,7/50 MD werde ich durch das 1,7/50 MC ersetzen.

Christian Zahn, Herbst 2020

Christian Zahn betreibt auch die eigene Internetseite „Museum für alte Kameras sowie Fotogalerie“.

Dort werden unter anderem (Analog-) Kameras von AGFA bis Zeiss vorgestellt.

 

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