Kodak Easyshare V570 Kurzvorstellung von Christian Zahn
Diesmal zeige ich eine frühe Edelkompakte von Kodak. Sie ist leider nicht langzeitstabil, die meisten Exemplare sind defekt. Ralf Jannke und Seitenbetreiber Boris haben sie bereits mehrfach gezeigt und weisen auf die Störanfälligkeit hin.
Bei der Vorstellung hatte die Kodak das weitwinkligste Objektiv aller digitalen Kompaktkameras, die bis dahin gebaut worden waren. Um das zu erreichen, wurde ein Trick angewendet: zwei verschiedene Objektive für unterschiedliche Brennweiten und jeweils mit einem eigenem Bildsensor, eines mit KB-umgerechnet 23mm Brennweite und ein Zoom mit marktüblichen 39-117mm. Damit das Zoom in das flache Gehäuse paßt, wird der Strahlengang direkt hinter der Frontlinse um 90° umgelenkt.
Bisherige Erfahrungsberichte:
- Kodak V570 (5 MP)
- Kodak EasyShare V570, die zweiäugige Digitalkamera (Dual Lens – 5 MP)
- „Black Beauty oder Design-Kamera?“ Beides! Kodak EasyShare V570 (5 MP) und V705 (7 MP)
Spezifikationen:
- Die 2006 vorgestellte Kodak EasyShare V570 ist 101 x 50 x 20 mm groß und wiegt 124 Gramm.
- Der 1/2,5“ CCD-Sensoren lösen maximal 2576 x 1932 Pixel = 5 Megapixel auf. Die Empfindlichkeit beträgt 64-800 ASA. Bilder werden als JPEGs auf SD-Karten bis 2 GB gesichert. Videos sind mit 640x480 Pixel möglich.
- Die Objektive sind mit Schneider Kreuznach C-Variogon bezeichnet und haben 1:2,8/3,8 mm (23mm @KB) sowie 1:3,9-7,1/6,5-19,4 mm (39-117mm KB).
- Das Motiv wird über ein 2,5“-TFT-Display mit 230.400 Subpixeln angezeigt.
- Entfernungseinstellung durch Kontrastermittlung auf dem Bildsensor für das Zoom bzw. Fixfokus für das Weitwinkelobjektiv.
- Belichtungssteuerung durch Vollautomatik bzw. Motivprogramme, Belichtungszeit 8s bis 1/1448s.
- interner Blitz, ca. Leitzahl 5
- Weißabgleich automatisch
- ohne Bildstabilisierung
- optionales Easy-Dock
- Energieversorgung durch Lithium-Akku
Besonderheiten
EasyShare hießen etliche Kodak-Digitalkompaktkameras, sie haben alle einen DockingStation-Anschluß und eine „Share“-Taste zum Verbreiten der aufgenommenen Bilder ins Internet per eMail bzw. in sozialen Netzwerken. Dazu ist aber ein angeschlossener Computer mit Internet-Zugang erforderlich, die Kamera selbst kann es nicht, sondern die mitgelieferte Software kümmert sich um die Verbreitung der Bilder. Die Kamera kann lediglich Bilder zum Drucken und Teilen markieren.
Die V570 ist eine Edelkompaktkamera mit sehr kantigem Design, handschmeichlerisch kann sie nicht genannt werden, die Kanten sind zwar abgerundet, aber mit nur geringem Radius. Der Kontrast zwischen dem schwarz eloxiertem Gehäuse und den metallisch glänzenden Teilen wirkt jedoch gelungen, jedoch erkennt man aufgrund der Benutzung, daß etliche Teile nur chromlackierter Kunstoff sind und weil fast alle Aufschriften inzwischen „abgerubbelt“ sind, daß die Herstellung nicht allzu hochwertig war.
Die Stromversorgung erfolgt mit einem Lithium-Akku KLIC-7001, der auch in einigen anderen Kodak-Digital-Kameras verwendet wurde. Mit 3,7 Volt und 700 mAh hat er eine keine allzu große Kapazität.
Als Speichermedium dienen SD-Karten bis 2 GB oder auf einen internen Speicher von ca. 32 MB. Wie üblich ist dieser Speicher ein „Abfallprodukt“ des Speicherchips für die Kamerafirmware, die den Flachbaustein nicht völlig belegt.
Die V570 hat einen winzigen internen Blitz, vermutlich war im Gehäuse kein Platz für eine größere Blitzröhre, die zusätzlich auch einen größeren Kondensator erfordert hätte.
Der Objektivschutz ist eine Metallklappe, die automatisch geöffnet und geschlossen wird. Durch die Periskopbauweise des Zoom-Objektivs bewegt sich nach dem Einschalten nichts aus der Kamera heraus, die schlanke Linie bleibt auch eingeschaltet erhalten. In wie weit Schneider Kreuznach am Entwicklungsprozess der Objektive beteiligt war und welchen Anteil Kodak an der Gesamtkonstruktion hatte, ist heutzutage nicht mehr ermittelbar, genausowenig, wer die Kamera letztlich entworfen und gebaut hat. „Made in China“ steht auf dem Typenschild.
Als Sucher dient ein 2,5“-Display mit 230.400 Subpixeln, das Displaypanel liegt frei und sollte unbedingt mit einer Schutzfolie oder sogar einer gläsernen Schutzscheibe aus dem Zubehörhandel von Beschädigungen gesichert werden.
Als Schnittstelle gibt es wie erwähnt die Kodak-eigene Docking-Station-Buchse. An dieser Station sind eine Netzteil-, eine USB sowie diverse Video-/Audiobuchsen vorhanden. Im Lieferumfang der Kamera war eine Adapterplatte, damit die für alle EasyShare-Modelle gedachte Station die V570 sicher halten kann. Auf dem Adapter klebt ein Hinweis, daß man dieses durchsichtige Plastikteil nicht wegwerfen soll, sondern für die extra zu kaufende DockingStation benötigt. Es gab auch ein Dock mit eingebautem Thermotransfer-Drucker.
An der Kamera selbst befindet sich aus Platzgründen nur eine Netzteilbuchse.
Die Kamera schreibt nur wenige Daten in den MakerNotes-Teil der EXIFs in jedes aufgenommene Bild, darunter die genaue Modellbezeichnung, einige Bildparameter, die wahren und nicht gerundeten Werte von Brennweite, Empfindlichkeit, Blende und Belichtungszeit und einiges mehr.
Da der Kalender der Kamera nur bis zum Jahr 2025 reicht, kann heutzutage nicht mehr mit korrektem Datum fotografiert werden.
Die Kamera hat nicht viele Bedienelemente, an der Oberseite gibt es den Hauptschalter und drei per LED beleuchtete Knöpfe für Fotos, Videos und die Motivprogramme. Die Rückseite wird vom Display dominiert, links davon 5 Tasten für Blitz, Löschen, Menü, Bildwiedergabe und „Teilen“ Rechts vom Display die vertikal angebrachte Zoomwippe und ein Mini-Joystick mit Drückfunktionalität.
Die UVP der Kodak EasyShare V570 betrug 380 Euro. Im Jahr 2026 ist ihr Zeitwert auf ca. 1 bis 10 Euro gefallen. Da die meisten Exemplare defekt sind, erzielen funktionsfähige Kameras durchaus 100 Euro und mehr, dürften aber nach dem Kauf nur noch wenige Aufnahmen „durchhalten“, weil die Fehler herstellbedingt sind.
Das gezeigte Exemplar habe ich von Ralf Jannke geschenkt bekommen, weil er es doppelt in der Sammlung hatte, vielen Dank für dieses Designstück!
Kameradefekt
Boris hat mehr als 10 Exemplare dieser Kameralinie im Bestand und alle sind mehr oder minder defekt. Manche lassen sich überhaupt nicht mehr einschalten, bei anderen klemmt die automatische Klappe und viele melden den Objektivfehler.
Ich habe festgestellt, daß das Zoomobjektiv sehr empfindlich ist und äußerst filigran konstruiert wurde. Außerdem scheint das Schmiermittel für die Fokussierung im Lauf der Zeit zu altern und somit „klebriger“ zu werden, so daß sich die Linsen zum Scharfstellen nicht mehr bewegen, auch nicht beim Anfahren der Referenzposition beim Einschalten.
Ich erhielt ein als vollständig funktionsfähiges Exemplar, doch nach Anfertigen von wenigen Testbildern trat der Objektivdefekt erst vereinzelt, dann dauerhaft auf. Es half auch nicht, die Kamera Tagelang unbenutzt liegen zu lassen oder schnell ein- aus- und wieder einzuschalten.
Sollte die Kamera nach dem Einschalten nur einen schwarzen Bildschirm mit der Fehlermeldung "E45" anzeigen und ein leises surrendes Geräusch aus dem Zoomobjektiv zu hören sein, ist vermutlich das Zoomobjektiv verklemmt. Dann kann es helfen, die Kamera während des Einschaltvorgangs vorsichtig, aber nicht zu sanft gegen die der Trageschlaufe gegenüberliegende schmale Seite zu stupsen, damit der Referenzschalter des Zooms kurz betätigt wird und die Kamera „durchstartet“. Dann kann aber nur noch mit der Weitwinkelkamera fotografiert werden, das Zoom läßt sich nicht mehr scharfstellen.
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Das Gehäuse der Kodak EasyShare V570 ist größtenteils aus Metall, aufgrund des geringen Gewichts handelt es sich dabei um hauchdünnes Aluminiumblech, einige metallisch aussehende Zierelemente sind nur verchromter Kunststoff. Das Stativgewinde ist ein Metallteil.
Die Kamera gehört zur Klasse der Edelkompaktkameras. Das Design mit zwei übereinanderliegenden Objektiven war zum Herstellzeitpunkt einzigartig, auch wenn es heute nicht mehr so exotisch anmutet, viele Top-Smartphones sind inzwischen mit zwei oder noch mehr Objektiven mit je einem eigenem Sensor bestückt.
Das Objektiv verzeichnet in der Weitwinkelstellung recht deutlich, je nach Motiv bereits störend. Aber es gibt einen Menüeintrag „Verzeichnung korrigieren“, dann wird die Verzeichnung fast vollständig weggerechnet.
Fazit: eine digitalkamerahistorisch sehr interessante Kamera (weil zweiäugig), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen größtenteils ungeeignet, 5 Megapixel ist für manche Anwendungen zwar durchaus genug, aber aufgrund des extrem kleinen Sensors genügen die Aufnahmen heutigen Ansprüchen meist nicht mehr, außerdem ist die Kamera extrem empfindlich und die meisten Exemplare dürften inzwischen defekt sein.
Christian Zahn, Mai 2026
Ich glaube nicht, dass die Doppelaugen-Kodaks zwischen den beiden Modellen mit 5 und 7 Megapixel noch überarbeitet wurden. Was die Qualität der 7 Megapixel-Variante angeht, kann ich nichts Negatives finden – siehe oben! Wobei ich zugebe, beim Fotografieren nicht darauf geachtet zu haben, ob die Verzeichnungs-Korrektur aktiviert war. Muss sie wohl. Und ich habe die langweilige Zoom-Einstellung auch gar nicht probiert, sondern konsequent mit Superweitwinkel fotografiert. Den Rest an Verzeichnung muss ich schon entdecken wollen. Klar: stürzende Linien. Aber sonst: ordentliche Qualität bei 7 Megapixel!
Ralf Jannke
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 11.05.2026 |













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