Von links nach rechts: CONTAFLEX III mit montiertem Carl Zeiss Pro-Tessar 1:4 f=35 mm, liegend das Tessar 1:2.8 f=50mm Normalobjektiv, Carl Zeiss Pro-Tessar 1:4 f=85 mm, und Carl Zeiss Pro-Tessar 1:4 f=115 mm.
Das Carl Zeiss Pro-Tessar 1:4 f=35 mm wurde HIER schon erfolgreich ausprobiert! Für die CONTAFLEX III war das auch die kürzeste Brennweite: 35 mm. Kürzer gibt es nur noch für die CONTAFLEX Alpha: Dort gibt es ein Pantar 1:4 f=30 mm. Erfolgreich HIER eingesetzt!
CONTAFLEX mit Film laden ...
Beim Abziehen der Rückwand ein kurzer Schreck — die Aufnahmespule fehlt. Aber ich habe doch unlängst mit der CONTAFLEX fotografiert. Ja, aber mit der CONTAFLEX Alpha. Und da steckte die Original-Plastik-Contax-Aufnahmespule drin.
Hmmm — nur eine Spule? Könnte zu wenig sein, oder wenn die Uraltspule kaputtgeht? Ersatz wird im Internet für unverschämte 30 Euro angeboten. Es geht aber viel einfacher und preiswerter.
Ich habe etliche KB-Patronen aufgehoben, nachdem die Filme rausgezogen und entwickelt waren. Diese Patronen müssen nur mit einem gewöhnlichen Dosenöffner geknackt werden, und schon hat man die benötigte Aufnahmespule für die CONTAFLEX! Es muss nur der Filmrest entfernt werden, die Spule um 180 Grad auf den Kopf gestellt werden — fertig. Es passt genau. Damit der zu belichtende Film nicht rausrutscht, wird das Ende einfach gerade geschnitten und mit einem kleinen Streifen Testfilm an der Aufnahmespule festgeklebt.
Das kann nach dem Rückspulen des belichteten Films etwas fummelig sein, wenn sich das festgeklebte Ende zum Schluss nicht von der Aufnahmespule lösen will. CONTAFLEX einfach öffnen und das Ende dan "abfummeln". Notfalls abschneiden. Und gut, wenn man für den nächsten Film noch ein Stück Klebeband in der Tasche hat ;-)
Es gab/gibt für die Contaflexen auch entsprechende, lichtdichte Aufahmepatronen aus Metall, in denen der belichtete Film landet. Die sind aber keine Alternative zur Aufnahmespule aus einer leeren Kleinbildptrone. Die Original Contax Patrone wird zu haarsträubenden Sammlerpreisen offeriert. Ich will doch nicht (nur) sammeln, sondern gelegentlich mit den kenigen Contaflexen FOTOGRAFIEREN.
Nachdem das Entwickeln des Fomapan 200 in Amaloco AM 74 bestens geklappt hatte, kam die Digitalisierung. "Scanner" war der REFLECTA X66-Scan, der Filmformate bis 6x6/6x9 Rollfilm digitalisieren kann. Der REFLECTA tastest die Vorlage natürlich nicht zweilenweise ab, wie der Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U, der fotografiert die Vorlagen in Einem.
Beim Fomapan 200 zunächst böse Überraschung — alles unscharf. Was nicht sein konnte! Sofortige Abhilfe: Reduzierung der sicher interpolierten 22 Megapixel des REFLECTA auf die vermutlich nativen 14 MP, und schon war Ruhe.
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Am "rundesten" ist die CONTAFLEX III-/Vorsatzobjektivkombination mit dem superkompakten Tessar 1:2.8 f=50mm, dem Carl Zeiss Pro-Tessar 1:4 f=35 mm und dem Carl Zeiss Pro-Tessar 1:4 f=85 mm.
Das wuchtige Carl Zeiss Pro-Tessar 1:4 f=115 mm ist bereits ein ganz schöner Brocken, den ich mir erst im Herbst vornehmen werde.
Die Digitalisierungsqualität des REFLECTA X66-Scan ist für meine Zwecke völlig ausreichend. Das Abtasten der Filmvorlage mit dem Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U dauert mir einfach zu quälend lange. Darüberhinaus hält sich der vorhandene Qualitätsgewinn nach meinen früheren Erfahrungen in Grenzen …
Beim Rundgang mit den "Contaflexen" fühlt man sich wirklich in die Wirtschaftswunderjahre mit Tulpenlampe und Nierentisch zurückversetzt ;-) Wobei sich die ZEISS IKON CONTAFLEX Modelle vermutlich nicht viele Meschen leisten konnten.
Zu den Preisen habe ich ChatGPT befragt!
Die Zeiss Contaflex III wurde 1956 eingeführt. Ein exakter offizieller Listenpreis der Contaflex III ist heute schwer zu finden, aber aus zeitgenössischen Preisangaben der eng verwandten Modelle lässt sich der Neupreis recht gut eingrenzen:
- Die Contaflex I kostete 1955 etwa 420 DM, 1956 in den USA als Modell I und II 169-200 US Dollar
- Die Contaflex II mit eingebautem Belichtungsmesser kostete 1955 498 DM
- Die Contaflex III erschien 1956 als höherwertige Version mit fokussierbarem Tessar-Objektiv und austauschbarem Frontlinsensystem („Pro-Tessar“).
Daher wird der damalige Neupreis der Contaflex III üblicherweise auf etwa 500–550 DM geschätzt. Das entsprach in den 1950er-Jahren einem sehr hochwertigen Fotoapparat im gehobenen Amateur- bzw. semiprofessionellen Segment. 500–600 DM entsprachen Ende der 1950er Jahre ungefähr einem bis anderthalb durchschnittlichen Monatsgehältern in Westdeutschland. Je nach Berechnungsmethode (Inflation oder Anteil am Durchschnittseinkommen) – grob etwa 1.500 bis 2.500 Euro heutiger Kaufkraft. Eine Contaflex war also ein erheblicher Kauf.
Ralf Jannke, August 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 9.08.2026 |












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