Gute alte Digitalzeit – 20 Jahre Olympus Camedia: C-800 L, D-300 L

Man kann es drehen und wenden wie man will, die Zeit von 1995 bis 2000 war am interessantesten, was die Entwicklung von Digitalkameras angeht. 2000 bis 2005 geht auch noch in Ordnung, aber danach wird es mehr oder weniger langweilig. Ausnahmen bestätigen die Regel. Hier jetzt eine frühe Digitalkamera aus 1996, die US-Ausführung der Olympus Camedia D-300 L in Europa als C-800 L auf dem Markt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA D-800 L, "fotografiert" von ihrer amerikanischen Schwester OLYMPUS DIGITAL CAMERA D-300 L

Die europäische Version C-800 L war 1996 meine erste, „anständige“ Digitalkamera, die mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel deutlich über der damaligen 640 x 480 Pixel VGA Klasse lag. Diese Auflösung war allerdings auf 30 Aufnahmen beschränkt, dann war der Speicher der C-800 L voll, und die „Oly“ musste zur Bildübertragung an den Rechner. Immerhin ließen sich vor Ort gezielt einzelne Fotos löschen, um Platz zu gewinnen oder die Auflösung in der Kamera auf 512 x 384 Pixel reduzieren. Damit passten 120 Fotos in den Speicher. Im Beispiel oben wurde nach einem Foto mit 1024 x 768 Pixel Auflösung auf die niedrige Auflösung von 512 x 384 Pixel umgeschaltet. Resultat: 104 Rest-Aufnahmen. Dazu noch Zuschaltung des Blitz' mit "Rote-Augen-Reduktion" (Augen-Symbol) und Makro (Blümchen-) Einstellung...

Mit 1024 x 768 Pixel wurden die damaligen 15 Zoll Röhren-Monitor oder die ersten 15 - 17 Zoll Flachbildschirme mit dieser Auflösung komplett gefüllt. Ohne 1996 von Druckauflösungen und -größen Ahnung zu haben, war es ein Erlebnis, die 1024 x 768 Pixel in 19,5 x 26 cm Größe auf ein DIN A4-Blatt zu drucken.

Die eingeschränkten Möglichkeiten der ersten "anständigen" Digitalkamera haben mich nicht davon abgehalten, statt der bestens ausgestatteten und turmhoch überlegenen Spiegelreflex immer wieder zur faszinierenden Olympus "SOFORTBILD"-Digitalkamera zu greifen. Im Gegenteil, mit nur ungefähr einer 36-Aufnahmen-Kleinbidfilmlänge gab man sich nur 30 Aufnahmen lang mit der festen 35 mm Brennweite der Olympus noch viel mehr Mühe beim Fotografieren! All das können Sie hier nachlesen. Nachdem dieser verlinkte Artikel fertig war, gingen mir auch die hier gezeigte Olympus C-800 L und deren US-Variante D-300 L "ins Netz". 

Auch Boris Jakubaschk hat die Olympus C-800 L gewürdigt und alle technischen Angaben gelistet!

Ralf Jannke

Fotorundgang 2016 mit der „neuen“ 20 Jahre alten Olympus Camedia D-300 L

Bei der "Sachaufnahme" Kamera (Olympus Camedia C-800L) schneidet die US-Version der Olympus D-300L noch ordentlich ab. Beim Baugerüst geht sie dann schon etwas in die Knie, wenn man sich schräge Motivkanten genau ansieht. Und doch: Für 1996 2000 DM gab es 1024 x 768 Bildpunkte. Für die rund 1500 x 1000 Punkte aus einer DSLR mit Nikon- oder Canon-Analogbody auf einem entsprechenden Kodak-Rückteil mussten Größenordnung 20000 DM angefasst werden – das 10-fache!!

Beim Rundgang durchs Insustriegebiet mit der Olympus D-300L "mitgenommen"... Versuchsweise in SW konvertiert und dramatisiert. Einfach auf die Bildchen klicken oder tippen. 

Ja, mit auch der 20 Jahre alten Olympus D-300L kann man heute noch ein paar Fotos knipsen...

Kommentare (2)

  • Fields
    Fields
    am 11.06.2019
    Hi!

    This might be a long shot considering the article is a couple of years old. How does the connection to PC work? I believe you need a couple of adapter cables, but how about software? Found a deal on this camera but i'm still not sure if i can get it to work on a modern OS.
  • Ralf Jannke
    Ralf Jannke
    am 12.06.2019
    Wie der Kommentator bereits richtig vermutet:

    Um Fotos aus alte Digitalkameras, die über keinen Wechselspeicher (CompactFlash, SmartMedia, SD, xD) verfügen in den Rechner zu bekommen, ist das benötigte serielle Kabel zum Anschluss an die serielle COM-Schnittstelle des PCs/Macs zwingend. Was gewöhnlich einen entsprechend alten Rechner erfordert, der diese Schnittstelle noch hat. Es gibt Adapter, die von Seriell-auf-USB gehen, mit denen ich schon Glück hatte. Neben dieser Hardware muss das Betriebssystem mitspielen. Idealerweise ein Windows 95/98/2000 oder XP. Oder Mac OS bis Version 9. Von den genannten Windows-Versionen laufen bei mir ein 2000, XP und 7 in der kostenlosen VirtualBox
    https://www.virtualbox.org/
    unter Mac OS 10.x. Zuletzt muss dann noch die Kamerahersteller-Software der 1990er Jahre her. Wobei es Überschneidungen gibt. So lässt sich beispielsweise die AGFA ePhoto 307 problemlos mit Olympus-Software auslesen. Es existiert sogar noch das DOS-Programm CAMWORK
    http://www.tawbaware.com/camwork.htm
    , das bestimmte AGFA-, Olympus- und Epson-Kameras liest.

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