Eine ganz spezielle DSLR: Sony Alpha SLT-A33

Die von 1989 bis 1992 produzierte Canon EOS RT und die digitale Sony Alpha SLT-A33 von 2010 haben eine interessante Gemeinsamkeit: Beide Kameras besitzen einen starren, teildurchlässigen Spiegel. Das einfallende Licht wird geteilt! 1/3 des Lichts wird in den EOS RT-Sucher gespiegelt und in der SLT-A33 auf das Phasendetektions-AF-Modul. 2/3 des Lichts gelangen auf den Film bzw. Sensor.

Evolution: DSLR - DSLT - DSLM

Von links nach rechts: Sony DSLR Alpha 200, Sony DSLT Alpha SLT-S33, Sony DSLM Alpha NEX3 (ohne E-Sucher), Sony DSLM Alpha 3000 (mit E-Sucher)

Und das macht sie zu etwas Besonderem! Die SLT-A33 dürfte auch mit ziemlicher Sicherheit die letzte digitale Spiegelreflexkamera sein, die ich für meine Digitalkamerasammlung erworben habe. Für alle Hersteller sind nicht nur historische, sondern auch heute immer noch brauchbare Beispiele da. Es gibt keinen wirklichen Grund, weitere DSLRs an Bord zu nehmen.

Als DSLT ist die 2010 vorgestellte Sony Alpha SLT-A33 so etwas wie das Bindeglied zwischen DSLR und DSLM

In der Alpha SLT-A33 ist der Spiegel noch vorhanden, aber er ist starr und teildurchlässig, transluzent. Was auch die Bezeichnung der Kamera erklärt! (D)SLT steht für (Digital)SingleLensTranslucent. Die SLT-A33 bietet einen 3 Zoll Liveview-Monitor mit fast 1 MP Auflösung, was so noch nichts besonderes ist. Wird eine entsprechende DSLR in den Liveview-Modus geschaltet, klappt der Spiegel hoch und der rückseitige Monitor wird zum Sucher. Die Benutzung des SLR-Suchers ist dann aber nicht mehr möglich. Nicht so bei der SLT-A33. Sie hat einen über 1 Millionen Bildpunkte hochauflösenden E-Sucher (EVF), der unter anderem den Bildausschnitt zu 100 Prozent zeigt. Und im permanenten Liveview-Modus der Kamera auch die für bewegte Motive deutlich bessere Phasendetektion des Autofokus' bietet. Die Mehrzahl DSLRs mit Liveview bei hochgeklapptem Spiegel bietet dann nur den für unbewegte Motive zwar hochgenauen Kontrast-Autofokus, dem bei mobilen Motiven aber schnell die Luft ausgeht.

Die Sony SLT-A33 hat gegenüber der oben gezeigten Canon EOS RT einen großen Vorteil. 1/3 Licht für den Kamerasucher sind nicht viel. Heißt das analoge Sucherbild ist durch den teildurchlässigen Spiegel deutlich dunkler als beim konventionellen Spiegel, der alles ins Pentaprisma der SLR reflektiert. Bei der Sony wird das Bild direkt vom Sensor "abgegriffen" und nicht nur auf dem großen Kameramonitor als Liveview gezeigt, sondern zusätzlich im elektronischen Sucher. Der so viel heller ist als das analoge Bild im Prismensucher die Canon EOS RT.

Die spiegellose Sony NEX3 und die SLT-A33 aus dem gleichen Vorstellungsjahr 2010 dürften über den gleichen 14 Megapixel Sensor und Verschluss verfügen. Das Auslösegeräusch ist fast identisch! 

Sony Alpha SLT-A33

Statt mit dem braven 3,5-5,6/18-55 mm "Plastik"-Kit-Zoom wurde die SLT-A33 für den ersten Trip mit einem viel interessanteren Kitzoom bestückt. Das wunderbare 4/35-70 mm gab es 1985 zur ersten wirklich komplett durchdachten und praxistauglichen AF-SLR der Welt: Minolta 7000 AF. Auf der APS-C Sony wird das 2020 dann 35 Jahre alte Zoom zum 4/53-105 mm. Im Blogbeitrag bereits kurz vorgestellt, jetzt ein paar mehr Informtionen zur 2010 vorgestellten Sony Alpha SLT-A33 und Beispielfotos!

Funktionsprinzip

Wie Sonys erste spiegellose DSLMs, die im gleichen Jahr vorgestellten Modelle NEX3 und NEX5, verfügt die SLT-A33 über den vermutlich gleichen 14 MP-Sensor und Verschluss. Die Auslösegeräusche meiner NEX3 und der SLT-A33 sind fast identisch.

Was die typische Arbeitsweise eines Spiegels in einer Spiegel-Reflexkamera angeht, ist der Spiegel der SLT-A33 nicht komplett starr. Er lässt sich entriegeln, um beispielsweise den Bildsensor reinigen zu können, wenn sich dort doch Staub oder was auch immer angesamelt haben sollte.

Deutsche Bedienungsanelitung zur Sony Alpha SLT-A33 mit allen Details

Firmware

Es erstaunt mich immer wieder, wie groß die Angst sein muss die Steuersoftware einer Kamera auf den neuesten Stand zu bringen. In der frisch erworbenen SLT-A33 werkelte die Urversion Firmware 1.0. Die ich umgehend auf die höchst mögliche Version 2.0 upgedated habe. Download für die Firmware samt Anleitung hier.

Liveview

Selfie-Vlogging

Den Monitor noch weiter nach unten geschwenkt und gedreht, wird die Sony SLT-A33 sogar "Vlogging-fähig" (Vlogging = Video plus Blogging) – fast. Solange sie nicht auf einem Stativ steht :-( Siehe das einmontierte Bildchen, wo sich die SLT-A33 selbst filmte… Um vom Stativ als Selfie-Monitor zu funktionieren, müsste der Bildschirm seitlich angeschlagen sein.

Sony SLT-A33 14 Megapixel

2 Megapixel

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Nachdem ich im Sommer "meinen" Autowaldfriedhof nicht besucht habe, ging es jetzt bei "viel besserem" Wetter an einem wirklich grauen und feuchten Herbsttag in den Wald. Eine gute Entscheidung, denn es hatte das viel, viel interessantere Licht! 

Und durchaus "Arbeit" für die Sony von 2010. Eigentlich wären ISO 1600 noch angesagter gewesen, aber ich habe es bei ISO 800 belassen. Alle Fotos mit der bewussten Brennweiten-Einschränkung durch das 4/35-70 mm Minolta Zoom, das auf der SLT-A33 zum 53-105 mm Zoom wird. Fotografiert wurde mit Zeitautomatik zwischen Blende 4 und 8. Speicherung im Sony Rohdatenformat, Entwickeln mit Adobe Lightroom 5.7.1. Dabei wurde entsprechend geschärft und entrauscht. Und, weil es mir gefiel, wurde eine künstliche Vignettierung beigefügt. 

Als nicht mehr ganz DSLR - der analoge Prismensucher fehlt - und Dank des immer noch vorhandenen Spiegels trotz E-Sucher keine DSLM, hat die SLT-A33 dennoch so viel Spaß gemacht, dass sie sich die Aufnahme in meinen Kanon der Lieblingskameras wirklich verdient hat!

Und einen weiteren Gang gibt es in absehbarer Zeit. Ich hatte das Gefühl, dass das 4/35-70 mm Minolta auf der Sony SLT-A33 nicht so gut "performt", wie auf der 10 Megapixel Sony Alpha 100. Ist mit 10 MP für das 34 Jahre alte Zoom die Grenze erreicht? Dass man die 14 Megapixel merkt? Umso interessanter wird ein zukünftiger Gang mit dem 1,7/50 mm Minolta auf der SLT-A33.

Nachgereicht…

Das ist definitiv NICHT der geeignete Einsatz für die Sony Alpha SLT-A33

ISO 800, Kunstlicht = verstärktes Rauschen, schnelle Motive, altes (*) Objektiv. Da nutzt der Phasendetektions-AF der SLT-A33 auch nichts. Mit "altes Objektiv" ist der Antrieb des AF im 1,7/50 mm Minolta A gemeint, der über eine Welle ("Stangen-AF") von einem möglicherweise zu kleinen (schwachen) Motor im Kameragehäuse angetrieben wird. Die drei Bildchen waren leidlich scharf…

Ganz sicher werde ich keinen Euro in das sterbende Minolta A-Bajonett investieren und ein Objektiv mit AF-Antriebsmotor im Objektiv erwerben. Dennoch halte ich das 1,7/50 mm Minolta A für ein gutes Objektiv! Auf der 10 MP Sony DLSR A200 zeigte es eine gute bis sehr gute Leistung. Ich werde es auf jeden Fall noch auf einen Rundgang auf der 14 MP SLT-A33 mitnehmen. 

Ralf Jannke, Oktober 2019

 

Kommentare (1)

  • Werner Busse
    Werner Busse
    vor 2 Wochen
    Interessanter Bericht für mich als Umsteiger von NIKON (analog) auf SONY (digital). Die Qualität der Aufnahmen mit dem Minolta Zoom vom Autofriedhof bei ISO 800 ist auch in Originalgröße exzellent (lightroom kann schließlich auch nicht zaubern und Danke für die Details). Auch hat sich das Warten auf die besonderen Lichtverhältnisse wirklich gelohnt! Die Sportmotive sind auf der Ansichtsseite durchaus akzeptabel und schwächeln lediglich bei Vergrößerung. Zum Hinweis auf das Rauschen bei Kunstlicht würde ich noch anmerken wollen, dass nach meiner Erfahrung sich auch der AF (meiner Sony) bei Kunstlicht recht schwer tut und ich trotz "schneller" Belichtungszeiten unscharfe Bilder kassiere. Zwar besitze ich noch einen alten Soligor-Blitz MK-10A (Leitzahl 38), setze ihn aber nie ein. Bin halt ein "available light fan".

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