APS Kamera-/Film Vor-Finale

In Schweden habe ich jetzt noch zwei APS-Filme vom Flohmarkt. Originalverpackt geschützt in den einigermaßen dichten Patronen im Doppelpack für zusammen 1 Euro.

Was tun?

Die beiden Filme einfach zu entsorgen, widerstrebt mir. Ich verspüre aber auch wenig Lust, dafür die erfolgreich erprobte Minolta VECTIS S-1 oder nochmal die Canon EOS IX mit in die Herbstferien zu nehmen.

Die oben gezeigte Minolta Vectis S-100 kostete samt Objektiv 5 Euro, die durchaus stylishe Pentax Efina PQI IX kam für 10 Euro ins Haus. Vertretbare Beträge …

Warnung vor teilbelichteten Filmen, die in einer Kamera stecken – wo eigentlich noch etliche Aufnahmen möglich wären

Ob Kleinbild oder APS

Wenn auf den Filmen etwas Interessantes drauf sein könnte – persönliche Familienerinnerungen oder Filme aus einer spannende Zeit wie den 1968ern oder den Nachkriegsjahren – kann ein Entwicklungsversuch nicht schaden. Könnte der Filminhalt, die Fotos tatsächlich wertvoll sein, nur einen kleinen Abschnitt selbst probeentwickeln. Wenn nichts drauf war – Entsorgen, fertig. Auf keinen aber Fall die verbleibenden Fotos belichten! Nach meinen bisherigen Erfahrungen waren diese teilbelichteten, noch in den Kameras steckenden Filme allesamt hinüber! Meistens waren auch die bereits belichteten Aufnahmen nicht mehr zu retten.

Nicht besser sieht es mit "offenen" Filmen vom Flohmarkt oder auf Fotobörsen aus. Mit "offen" ist die nackte, ungeschützte Patrone gemeint. Eine gewisse Chance besteht, wenn die Filme in ihrem relativ luftdichten PE-Behälter stecken. Wie die oben erwähnten zwei APS-Filme vom schwedischen Flohmarkt …

Zur Efina noch eine Bemerkung

Ohne Internet geht es nicht! Dass die in der Efina steckende, zum Glück nicht ausgelaufene Li-Batterie leer war, war ja keine Überraschung. Mit der neu eingelegten gab es die Meldung HR. Allzuoft ein Mechanik-Totalschaden, wenn das Objektiv nicht mehr ausfährt. Zum Glück stellte sich bei der weiteren Suche heraus, dass die Efina sehr empfindlich auf Batterien reagiert. Sie läuft nur mit genügend frischen Li-Batterien. Nach dem probeweisen Einlegen einer frischen Batterie aus der Minolta Vectis S-100 funktionierte die Efina ordnungsgemäß!

Was das Entwickeln betrifft

Per 3D-Druck hergestellte Spiralen für den APS-Film, die in die gewöhnliche Entwicklungsdose passen, werden für horrende Preise jenseits der 40 Euro inkl. Porto angeboten. Es geht viel preiswerter – siehe oben. Ich habe genügend Spiralen, von denen eine für den schmaleren APS-Film passend eingekürzt wurde. Um die richtige Position zu finden, wurde ein Dummy-APS-Film eingespult.

Bevor es weitergeht

Der Beitrag: "Minolta Dimâge RD 3000 Nummer Zwei plus Blitz und Objektive als Spende ans Digicammusem.de — von Christian Zahn, Ralf Jannke und Boris Jakubaschk, Mini-Update" startete mit dem Hinweis von Dirk Münchgesang, der kommentierte:  >> Hallo, ich möchte anmerken, dass das V 17 mm f/3.5 RD sehr wohl an allen Vectis S1, die ich habe problemlos damit gearbeitet. <<

In der Zwischenzeit sind noch ein halbes Dutzend APS-Fotos von ihm eingetrudelt. Ich habe sie noch ein wenig aufgehübscht …

Dirk Münchgesang schrieb: „Anbei ein paar Fotos mit der Minolta Vectis S1 und dem 17mm WW. Ich habe immer einen Spiegel mit ins Bild gehalten, damit man das Objektiv sieht.“ Ich hätte es ihm auch so geglaubt ;-) Und weiter: „Die Scans sind hier auf dem Flachbett nicht dolle. Die Originalabzüge von Rossman sehen ganz gut aus. Zur Zeit habe ich mehrere Patronen des seltenen Fujichrome 100ix im APS-Format. Ebenfalls mit der Vectis S1 frisch belichtet. Mal sehen wer die mir komplett in E6 zum Dia entwickelt. Viele Grüße“

Nun ja, für den Herbsttrip habe ich der Vectis 100 die MINOLTA V LENS 25-150 mm 1:4.5(22)-6.3 montiert. KB-äquivalent ein 37,5 - 225 mm Zoom.

Zu diesem Herbsttrip mit der Minolta wird es aber nicht mehr kommen, ich habe den Film in Bonn verknipst. Mehr dazu weiter unten.

APS Anspruch und Wirklichkeit

Auf einen besonderen Punkt möchte ich noch hinweisen. Zum APS-Film wurde besonders herausgehoben, wie einfach es wäre teilbelichte APS-Filme zurückzuspulen und zu entnehmen. Beispielsweise, um mit einem höher empfindlichen Film ohne Verwacklungsgefahr weiterzufotografieren. Um anschließend wieder den teilbelichteten niedriger empfindlichen Film einzulegen. Die Kamera würde sich merken, bzw. der Film wird auf seinem Magnetstreifen so markiert, dass er ihn bis zum belichteten Teil plus ein Foto vorspult. Zum weiteren Fotografieren, bis er voll ist.

Das mag bei besseren APS-Kameras tatsächlich funktioniert haben. Vergessen konnte ich es jetzt bei Entnahme des Kodak APS 200/25 aus der Pentax Efina. Ich hatte den Film nach 11 Fotos zurückgespult, um die restlichen 14 Fotos mit der Minolta Vectis S-100 aufzunehmen. Dachte ich. Nix da! Die Patrone signalisierte Fenster 3 "X" = Film vollständig belichtet. Von wegen teilbelichtet.

Es nützte auch nichts, die Anzeige per Schraubendreher wieder auf 2 "teilbelichtet" zu zwingen. Es muss die falsche Kodierung auf dem Magnetstreifen sein … Entsprechend konnte die S-100 mit diesem Film auch nichts mehr anfangen :-( 14 Aufnahmen verschenkt. Auch die Efina weigerte sich nach erneutem Einlegen bis Bild 12 vorzuspulen. Wirklich, tolle Kameras, ein tolles Konzept!

Gut dass auch die Restbestände dieses Film-Krüppels vom Markt bald verschwunden sind!

Nach Rücksprache mit Kollegen Christian Zahn gelang es nach mehreren Versuchen den teilbelichteten Film aus der Pentax zu nullen. Mit der Efina habe ich dann nichts mehr probiert, sondern den Film gleich in die Minolta Vectis S-100 gegeben. Und tatsächlich! Keine Fehlermeldung, der Film wurde komplett bis Aufnahme 25 eingespult. Die 11 belichteten Fotos wurden aber auch hier nicht registriert. Die Idee es mit 11 Leeraufnahmen zu versuchen funktionierte nicht. Die Einsteiger SLR Vectis ermöglicht keine manuelle Belichtung. Um dann einfach die kleinste Blende und die schnellste Verschlusszeit zu wählen und so 11 Aufnahmen ins Dunkle zu fotografieren. Da ich ja wusste, dass die Efina 11 Fotos belichtet hat – wenn sie denn noch funktioniert – habe ich einfach 11 x ausgelöst, was natürlich sinnlose Doppelbelichtuungen prodzuierte :-( 

Christin Zahns sinnvoller Tipp, den Auslöser halb anzudrücken, wo die Kamera Schärfe und Belichtungszeit speichert und dann Objektivdeckel drauf, Auslösen, kam leider zu spät. Ist kein Drama, die Doppelbelichtungen. Ab Bild 12 fotografiere ich den Film dann in der S-100 voll.

Zu diesem Film kommen dann noch ein KODAK advantix 400 ASA/25 und die beiden Filme vom Flohmarkt.

Einen Film habe ich noch mit der S-100 fertigbelichtet. Um dann den ISO 400 Film einzulegen. Der nach 5 Fotos dann zurückgespult wurde, um in die FUJIFILM nexia Q1 gelegt zu werden. Was nicht funktionierte, da der ISO 400 Film, genauer die Kassette eine "Nase" hat, die das Einlegen in untaugliche Kameras verhindert. Also: Die Fuji nexia Q1 kann offensichtlich nur ISO 200. Ein Versuch, die Nase auf der APS-Filmpatrone wegzuschleifen, blieb erfolglos … O.K. dann eben zurück in die S-100. Mit dem Ergebnis, dass nach 5 Aufnahmen mit der S-100 auf genau diesen Film im APS-Patronengenszer unbeirrt eine 3 signalisierte, dass der Film voll wäre.

Die zwei übriggebliebenen Filme verteile ich in den Herbstferien auf die FUJIFILM nexis Q1 und die Nikon Nuvis 300.

Nichts kann denn Zustand des verkorksten APS-Filmformats 2026 besser symbolisieren, als diese Aufnahme eines Haufen Unrats irgendwo in einer Bonner Schmuddelecke auf abgelaufenen, überlagerten APS-Film.

Mehr davon? Bittesehr …

Mit welcher Unwissenheit oder einfach nur Dreistigkeit die Restbestände der lange abgelaufenen APS-Filme zu haarsträubenden Wucherpreisen immer weiter angeboten werden.

Oder ist das am Ende gar Kunst und nur ich habe das nicht verstanden?

Damit bin ich mit dem Thema APS-Kameras, APS-Filme fast am Ende

Im Unterschied zum wieder frisch verfügbarem Pocketfilm oder mit gewöhnlichem Kleinbildfilm wieder befüllbaren Kodak Instamatic Kassetten, verschwindet der APS-Film zurecht!

Es gibt keine praktikable Möglichkeit APS-Filmkassetten mit frischem Film zu befüllen. Wozu auch? Schlechtere Qualität als Kleinbild?! Dazu uninteressante, wertlos gewordene Kameras …

Das "finale Finale" gibt es zur zweiten Oktoberhälfte. Ich habe noch einen Doppelpack APS-Film, der für umgerechnet 1 Euro von einem Flohmarkt kam. Und zwei dazu passende APS-Kameras. Spätestens der erste Film — "Ist was drauf oder nicht?" — entscheidet über das Schicksal des zweiten, letzten Films … Die Gerätschaften gehen anschließend in Christian Zahns Optiksammlung …

Ralf Jannke, Oktober 2026

Schlussbemerkung

Ich werde das Gefühl nicht los, dass APS-Filme weniger auf lange Haltbarkeit produziert wurden, als Kleinbildfilme. Ich kann mich nicht an derartige Totalausfälle erinnern. Wo auf dem seit Jahren/Jahrzehnten abgelaufenen, total überlagerten Film absolut gar nichts drauf war!

Dass es auch anders möglich ist, zeigte der mir freundlicherweise von Christian Zahn überlassene AGFA HDC plus PAK 200/24, Ablaufdatum 2003. Nach 23 Jahren sahen die Negative/fertigen Fotos entsprechend miserabel aus.

ABER ES WAR WAS DRAUF!!!

 

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