Nikon Z6, Z50 SIGMA 100-400mm F5-6,3 DG OS HSM (C-Contemporary)

Alles was geht, kann man das Foto betiteln. Das Sigma verlängert per Nikon TC-17E II, adaptiert per FTz auf der "kleinen" Nikon Z50. Mehr darüber jetzt im Praxisbericht

Man kann für rund 3000 Euro ein Nikon NIKKOR Z 100-400 f/4.5-5.6 VR S Telezoom mit Lieferzeiten je nach Anbieterangabe zwischen 1, 3 und 6 Monaten Lieferzeit bestellen oder direkt mit einer Alternative zum großzügig gerundet 1/4 Preis (genau 780 Euro) losfotografieren und damit vollkommen zufrieden sein. Und das bin ich, mit dem 5-6,3/100-400 mm Sigma DG OS HSM. OS steht für OpticStabilisation, HSM für HyperSonicMotor - Ultraschallmotor-Antrieb. Die etwas geringere Lichtstärke gegenüber dem f/4,5-5,6 Nikkor kann getrost vernachlässigt werden. Die geringere Naheinstellung des Nikkors – bei 400 mm 98 cm – kann ich verschmerzen. Das Sigma geht nur bis 1,6 m ran. Was die Objektivstabilisierung angeht, gibt Sigma 3-4 Belichtungsstufen Stabilisierung an, Nikon 5,5. Sicher ist das Nikkor insgesamt professioneller … Für 3000 Euro eben. 

In den zwei Blogbeträgen "Einsparmöglichkeiten" und "Einsparmöglichkeiten II" habe ich mich ja bereits über Nikons Modell-, Liefer-  und Preispolitik ausgelassen. Jetzt zur Sommerurlaubszeit reicht Nikon ein weiteres, lächerliches Kapitel an Peinlichkeit nach. In einer "Summer Promotion" bieten diverse (deutsche) Händler Rabatte von 100-400 Euro auf ausgewählte Nikon-Kameras und Objektive an. Nachdem Nikon zuvor einige Preise angehoben hatte …

Über den heimlichen Wachwechsel hatte ich schon geschrieben. Ging das lichtstarke 2,8/80-200 AF-S Nikkor noch lange mit in die Basketballhalle, wurde es zunächst gar nicht richtig realisiert, aber dann vollständig vom zunächst nur versuchsweise ein paarmal mitgenommenen Nikon VR ED AF-P NIKKOR 70-300 mm 1:4,5-5,6E verdrängt!

Das funktioniert natürlich nur in einer so gut beleuchteten Sporthalle wie beim Bonner Basketball-Erstligisten — ein Zoom mit nur f/4,5-5,6 Lichtstärke! Auf der anderen Rheinseite in der scherzhaft "Drachenhöhle" genannten Halle des Bonner Kooperationspartners sind Festbrennweiten mit f/1,8 oder f/2 angesagt … Dafür habe ich mein 1,8/85 mm Viltrox mit Z-Bajonett!

Mit ein Grund für den Wechsel war auch meine lädierte rechte Schulter. Das Nikon ED AF-S NIKKOR 80-200mm 1:2.8 D wiegt 1,86 kg, das 70-300  mm nur 680 g, ganz großzügig gerundet ein Drittel! Letzten Ausschlag gaben ein paar Autofokus Ansprech-/Schnelligkeitstests. Durch den Puls-, Schritt- oder auch Stepmotor-Fokusantrieb des 70-300 AF-P(ulse!) fokussiert das 70-300 mm Zoom schneller als mein betagtes 2,8/80-200 mm aus dem Vorstellungsjahr 1998. Auch im 1,8/85 mm Viltrox wird der Fokus durch einen schnellen STM — ST(ep)M(otor) verstellt!

Bei der Gelegenheit: Mit Müh und Not bekam ich das 2,8/80-200 mm Zoom nur noch für 285 Euro verkauft. Alles was da drüber auch vom Profi mit Käufer-Rückgabemöglichkeit für ca. 400 Euro angeboten wird, liegt wie Blei. Etwas besser geht es wohl nur den stabilisierten 2,8/70-200 VR Nachfolge-Versionen. Offensichtlich hält auch in der Profifotografie die spiegellose Nikon Einzug. Abgeschriebene 2,8/70-200 mm Zooms mit Nikon F-Bajonett werden gleich durch die Z-Version ersetzt! Und bei Aufkauf zu hoch verrechnet.

Letzte Bemerkung zum Nikon VR ED AF-P NIKKOR 70-300 mm 1:4,5-5,6E

Das Zoom hat mir (für meine Ansprüche) auch in der Naturfotografie prima geliefert!

Aber wie im Blogbeitrag schon geschrieben und erläutert, sollten doch noch noch ein paar mehr Millimeter Brennweite her. Unter Beobachtung von Gewicht und Preis!

Und da fiel die — leichte — Wahl auf das 5-6,3/100-400 mm Sigma DG OS HSM. Im Vergleich mit seinem direkten 100-400 mm Mitbewerber Tamron soll dessen Zoom beim kurzen Brennweitenende (100 mm) von der Abbildungsleistung besser abschneiden, dafür das Sigma am langen Brennweitenende — 400 mm — die bessere Leistung bringen. Und darauf kam es mir schließlich an!

Gleich nach dem "Unboxing" … 24 MP aus der Vollformat Z6 (ausnahmsweise)

Belanglos, aber genau die erhoffte Abbildungsqualität bei Offenblende f/6,3 und 400 mm auf der 24 Megapixel Nikon Z6. Foto aus der Hand! NEF/RAW nach JPEG, keine EBV

Und weiter nach dem Auspacken … Test, Test, Test mit der Vollformat Z6

1:1 Crops aus den 24 MP der Z6. NEF/RAW nach JPEG, keine EBV. Spätestens da war klar, dass von der Abbildungsqualität des 100-400 mm Sigmas nichts schiefgehen kann!

Weitere Spielereien 400mm auf der Nikon Z50 (Crop 1,5) = 600 mm, Offenblende f/6,3, aus der Hand

Auf die Spitze getrieben: 400 mm x Crop 1,5 x TC-17E II = 1020 mm Brennweite, Offenblende f/11, aus der Hand!

Einziger, für mich zu verschmerzender Schwachpunkt: Der TC-17E II und die entsprechend anderen Brennweiten-/Belichtungsdaten werden nicht in die Exif geschrieben …

Ein Versuch, ob es am Kamerasystem liegt, brachte diese Erkenntnis: Sobald der TC-17E II auf der digitalen Vollformat-Spiegelreflexkamera Nikon D4 zwischen 100-400 mm Sigma und D4 montiert wird, dasselbe Ergebnis: Weder Kamera noch Exif erkennen, "finden" den Telekonverter. Immerhin muss es aber intern funktionieren, denn die Belichtung ohne und mit TC-17E II ist einwandfrei.

Und es gab noch eine — nicht neue — Erkenntnis!

Während die Nikon Z50 das 100-400 mm Sigma auch bei 400 mm Brennweite mit dem TC-17E II problemlos fokussiert, hisst die D4 die weiße Flagge. Die Lichtstärke aus Zoom und Konverter geht bei 400 mm auf f/6,3 x 1,7 = f/11 zurück. Die vom Autofokus der D4 NICHT mehr fokussiert werden!

Aufwändig aufgebaut!

So eine Konstruktion darf, nein muss man heute erwarten! Alle technischen Daten des 100-400 mm Zooms sind auf der Sigma-Internetseite zu finden.

Was jetzt noch ausstand, war der Sigma Test auf schnell und unregelmäßig bewegte Motive, heißt Basektball.

Die Kür! Das SIGMA 100-400mm F5-6,3 DG OS HSM C, adaptiert per FTZ auf der Vollformat Nikon Z6

Über die Abbildungsqualität bei 400 mm Brennweite gibt es absolut nichts zu meckern! Natürlich sieht man in 1:1/100 Prozent Monitorbildbetrachtung die ISO 10.000. Und?

Und Action … Crops, reduziert auf ca. 2 MP, zusammengefasst in diesem Tableau

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

BESTANDEN!

OpticaLLimits hat das Sigma 100-400mm f/5-6.3 HSM DG OS Contemporary getestet – allerdings in Canon Version. Ein Blick auf die MTF-Zahlen zeigt dennoch sehr schnell: Egal welche Brennweite – das Zoom sollte man konsequent bei Offenblende bzw. maximal auf f/8 abgeblendet einsetzen. Das dürfte sich 1:1 auf die Nikon Version übertragen lassen! Dem wird man trotz Objektiv- und Kamerasensor-Stabilisierung zugunsten schneller Verschlusszeiten und möglichst niedrigerer ISOs sowieso immer Folge leisten. 

Das Einzige, was beim Sigma albern ist, das ist die Deklaration Dreh-Schiebezoom. Es gibt sicher etliche Zooms bei denen ich die Brennweite durch Ziehen oder Schieben an der Objektivfront (Filtergewinde) oder Gegenlichtblende verändern kann. Davon halte ich bei diesen Zooms wie auch beim 100-400 mm Sigma aber aus mechanischer Vorsicht lieber Abstand …

Fertig getestet …

Nachdem die Bonner Basketballer im Playoff-Halbfinale 0:2 zurückliegen, und die nächsten zwei Spiele beim FC Bayern in München sind, dürfte der FC "den Sack zumachen". Wer dreimal gewinnt, ist im Finale. Und Bayern hat jetzt zwei Matchbälle …

Gut, dass ich das SIGMA 100-400mm F5-6,3 DG OS HSM (C-Contemporary) in den zwei Bonner Heimspielen intensiv ausprobieren konnte. Es ist für mich genau das gewünschte Telezoom. Im Gegensatz zu 100/150/200-500/600 mm Zooms noch trag- und bezahlbar ;-) Aber wohl doch eher für draußen. Die 400 mm werden in der Basketballhalle nicht zwingend gebraucht, und untenrum hätte ich es gerne etwas kürzer als 100 mm. Wozu ein Griff ins Regal zum stabilisierten 4,5-5,6/70-300 mm AF-P Nikkor genügt.

Umso gespannter bin ich im Skandinavien-Sommer, ob/wie sich das eine oder andere Tier damit "einfangen" lässt. Und dann gerne auch mit dem Nikon TC-17E II verlängert und bei Bedarf auch auf der Z50. Mit dann veritablen 1020 mm stabilisierter Brennweite!

Dafür bleibt das 70-300 Nikkor im Sommerurlaub zu Hause. Denn dem 100-400 mm Sigma wird im Urlaub das bewährte und "federleichte" 50-250 mm Z an die Seite gestellt. Das lange Zoom samt TC-17E II Telekonverter im Rucksack, das 50-250 auf der Z50 …

Die Frage nach dem USB-Dock hat sich durch Kauf für 30 Euro erübrigt. Was aber mehr meinem Spieltrieb geschuldet ist ;-) Darüber werde ich noch kurz berichten, sobald das Teil eingetroffen ist. Warum Sigma nicht einfach wie beim Viltrox 1,8/85 mm eine USB-Buchse ins Bajonett integriert, kann man allerdings fragen …

Interessante Beobachtung am Rande des Basketballspiels: Neben einer Nikon Z9 waren inklusive meiner beiden spiegellosen Z-Nikons noch zwei weitere Nikon Z6 II im Einsatz. Und gerne werden auch dort per FTZ Objektive mit Nikon F-Bajonett adaptiert!

Ralf Jannke

 

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben