Canon ION RC260

Canon ION zum Zweiten...

Im März 2015 noch für google+ geschrieben, ist in „Canon ION RC-560 Stillbildvideokamera, Filmlose Fotografie in der Vordigitalzeit, Stationen filmloser Bildaufnahme und papierloser Bildversendung“ unter anderem dieses zu lesen:

„ (...) trotz Studium der Bedienungsanleitung, Einsatz mehrerer Video-Disketten, einschließlich einer neuverpackten und mehrfacher Löschversuche der Disketten (ließ sich) mit der ION 560 immer nur ein Bild aufnehmen. Danach gab es eine Error-Meldung.“

und

„Sollte ein Leser (...) ein paar Original Canon ION-Dateien haben/finden, die würde ich gerne mal sehen.“

Mittlerweile verfügt das digicammuseum über mehrere funktionierende ION-Modelle und reichlich Video-Disketten. Ein guter Grund, nochmal über diese Kameras zu schreiben. Zu den häufiger zu findenden Modellen ION RC 260 und 560 gesellen sich mittlerweile noch eine RC 251 sowie die RC 470.

Wenn Sie sich für eine Canon ION Stillvideokamera interessieren, sollten Sie diese Textpassage aufmerksam lesen:

Problem der möglicherweise ganzen Canon ION-Line ist das bereits von mir weiter oben beschriebene Fehlverhalten und auch Boris Jakubaschk schreibt in „Info zu Reparaturen – Fehler bei der Bildwiedergabe“: Meine Ion-Modelle zeigen alle den gleichen Fehler: Möchte man den Inhalt einer Diskette anschauen, wird das erste Bild am Videoausgang ausgegeben. Man kann nun durch die Bilder blättern, die Nummern werden im Display angezeigt und das Laufwerk klickt ? Es ist aber immer nur das erste Bild zu sehen. Kann jemand Hinweise zu diesem Fehler geben?

Ich vermute, dass es an den Schreib-/Leseköpfen der Videofloppy-Diskettenlaufwerke liegt. Dazu muss die Kamera gar nicht hart angestoßen worden oder runtergefallen sein, was zu einer Dejustierung der Schreib-/Leseköpfe führen könnte. Es könnte sich um eine Art Alterung zu handeln. Weil man nicht dran kommt, habe ich nicht nachgesehen, ob die Köpfe „rostig“ oder voll Belag (Abrieb) sind. Vielleicht irgendwelche Ent-Magnetisierungseffekte? Natürlich altern auch die Video-Floppydisketten. 

ABER: In einer funktionierenden ION lassen sich auf uralten Floppys oft noch Fotos finden und diese Floppys lassen sich auch löschen (formatieren). Anschließend können sie meist neu beschrieben werden. Originalverpackte und noch eingeschweisste (!) Floppydisks laufen ebenfalls problemlos – auf/in einer funktionierenden ION. Eine ION RC260/560, die nicht mehr funktioniert, lässt sich mit formatierter oder originalverpackter, eben geöffneter und eingelegter Video-Floppy genau ein mal auslösen. Statt dann auf Bild 2 zu springen, läuft der Bild-, genauer Video-Floppy-Disk-Spurenzähler durch bis zur 50, und dann blinkt das Ganze, zusätzlich mit einer Error-Meldung versehen.

Eine ION kauft man nur zum Flohmarkt-Preis oder mit vollem Rückgaberecht, wenn dafür richtig Geld verlangt wird. Vorsicht bei den sog. Dachboden- und Kellerfunden. Akkus sind übrigens kaum zu bekommen. Ein absolutes Plus in einer Verkaufsanzeige ist das externe Batterieteil (POWER PACK PP-A8), das mit gewöhnlichen 1,5/1,2 V Batterien/Akkus der Größe AA bestückt werden kann. Übrigens: Die Canon ION RC260 gab es auch als baugleiche Bauer S10!

Im Foto sehen Sie eine komplette ION RC 260 Ausrüstung. Mit Weitwinkel- und Televorsätzen (WIDE CONVERTER WC-C2635, TELE CONVERTER WC-C2670) für die festbrennweitige ION RC260, der Einheit zum Einlesen – genauer Abfotografieren – von Dias und Farbnegativen (FILM ADAPTER FA-C26), dem Netzteil (BATTERY CHARGER BA-24P), den notwendigen Kabeln plus AC COUPLER AR-260, sowie dem externen Batterieteil (POWER PACK PP-A8). Inklusive zweier Video-Floppy-Disketten. Nicht auf dem Foto, gibt es noch den TRIPOD (Stativ) ADAPTER TA-C26.

Canon ION RC260 mit TELE CONVERTER WC-C2670 und WIDE CONVERTER WC-C2635. Die kleinbildformatentsprechenden Brennweiten stecken in der Konverterbezeichnung: WC-C2635 für 35 mm und entsprechend WC-C2670 für 70 mm. Das 2,4/9,5 mm Objektiv der RC260 entspricht etwa 50 mm Kleinbildformatbrennweite. Die Belichtung wird durch eine Programmautomatik gesteuert. Die Blenden bewegen sich zwischen f/2,4 und f/22, der Verschluss bildet Zeiten zwischen 1/30 und 1/500 s. Probleme habe ich mit den Auflösungsangaben der RC260. 230000 Bildpunkte soll der Sensor auflösen.

Kalkuliere ich mit diesen 230000 Bildpunkten, die für die ION RC260 genannt werden, bekäme ich bei vertikal 625 sichtbaren Zeilen horizontal nur 368 Punkte. Das passt vom Seitenverhältnis 625/368 = 1,7 aber nicht. Das Seitenverhältnis muss 4:3 = 1,33 betragen... Das ergäbe 625 : 1,33 = 469. Oder 368 x 1,33 = 489. OK, bei der Digitalisierung des analogen ION-Videosignals durch einen einfachen Digitizer im USB-Stick-Format habe ich mit 320 x 240 und 640 x 480 Pixel experimentiert. Irgendwo dazwischen wird die Auflösung der RC260 wohl liegen. Gefühlt ist bei 640 x 480 Pixel schon die Grenze erreicht, 320 x 240 Pixel wirken natürlich schon aufgrund der der geringeren Größe schärfer. Nach den Sommerferien wird die ION RC260 mal an die Original Canon Digitizer-Karte gehängt, die im uralten Windows 98 PC sitzt. Mal sehen, was dabei herauskommt... Obwohl der Mini-USB-Digitalisierer einen S-VHS-Eingang besitzt, war eine Übertragung dieses technisch besseren Signals aus der ION nicht möglich. Also nach den Sommerferien, irgendwann im August...

Dann wird es auch Zeit sein, die mit 470000 Bildpunkten deutlich höher auflösende ION RC560 noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was konnte/kann man mit der Dia-/Negativeinheit (FILM ADAPTER FA-C26) der ION RC260 anstellen?

Auch wenn es zeitlich nicht passt – die beiden Bildchen wurden Anfang der 1980er Jahre aufgenommen –, wollte ich ein Motiv von Tageszeitungscharakter. So etwas noch kurz vor Redaktionsschluss als ca. 5,5 cm breiter Einspalter ins Blatt gebaut, konnte es dann einfach mit dem Hinweis versehen werden: "Ausführliche Berichterstattung mit großen Fotos in der nächsten Ausgabe." Oder so ähnlich... Der SW-Film war in Minuten entwickelt. Zur Not nur kurz oder gar nicht fixiert, getrocknet und dann per Canon ION-Einheit in den Rechner überführt. Gut, wenn der Fotograf dann hinterher nicht vergaß, den Film ordentlich zu fixieren ;-) DAS hätte auch Anfang der 1990er Jahre funktioniert!

Das selbe traf natürlich auch für Sportfotos zu. Ein kleines Bildchen in der Abendausgabe, der große Bericht am nächsten Tag. Online-Ausgabe? Mitte der 1980er Jahre? "Gescannt", besser abfotografiert wurde mit den oben gezeigten Canon-"Zutaten" vom SW-Film. Das analoge Videosignal der ION RC260 wurde dann per externem Digitizer in USB-Stick-Größe in den Rechner überführt und in 320 x 240/640 x 480 Pixel Größe gespeichert. Unabhängig davon, dass die RC260 nur 230000 Pixel liefert. Das Ausgangsbild der SW-Negativfilme ist übrigens rot. Die ION-Einheit kann nur zwischen Dia- und (orange/rot maskiertem) Farbnegativfilm wählen. Den Rest besorgte die Bildbearbeitung.

Fotografiert wurde mit dem ehrwürdigen 4,5/50-300 mm Nikkor. Erstmals 1967 von Nikon präsentiert. Das steckte vermutlich auf der Nikon F2. Alles noch echte "Handarbeit" ;-)

Farbe ging auch...

Ralf Jannke

UPDATE zum typischen Canon ION-Fehler und seine Behebung/Reparatur!

In zahlreichen Berichten zu den Canon ION Stillvideokamera-Modellen wird ein immer wiederkehrender Fehler/Defekt beschrieben, der die ION lahmlegt/unbrauchbar macht.

Eine ausführliche Reparaturanleitung des Defekts hat unser Leser Dirk Münchgesang geschrieben. Detailliert bebildert und mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung, wie die betroffene ION selbst repariert werden kann.

Hier ist der LINK:

https://www.digicammuseum.de/geschichten/erfahrungsberichte/canon-ion-stillvideo-rc-260-reparatur-komplett-gastbeitrag/

Kommentare (1)

  • WLS
    WLS
    am 21.06.2018
    Sehr guter Beitrag. Wie ich an anderer Stelle Ihrer Homepage schon den Fehler an meiner ION 260 beschrieben habe, war ich sehr überrascht, dass der gleiche Fehler auch bei Ihnen aufgetreten ist.
    Das Digitalkamera-Museum ist für mich eine Quelle für Informationen, die man woanders nur schwer oder gar nicht finden kann. Bewertung XXXXX (5/5 Sterne).

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