Ein astronomisches Jahrhundertereignis,

was der Wettergott leider vergessen hatte in seinem Kalender rot anzukreuzen :-(

Tagelang, wochenlang vor der totalen Mondfinsternis am 27. Juli 2018 gab es einen wolkenlosen Tages- wie Nachthimmel. Donnerstag Spätabend/beginnende Nacht wurde eine geeignete Position zur Dokumentation des Ereignis’ mit freier Sicht gesucht und gefunden:

Über die KonicaMinolta DiMAGE A1 wird es im Digicammuseum.de noch einen ausführlichen Bericht geben.

Und dann am Freitag, 27. Juli: ganz: laaaange Gesichter :-(

Offensichtlich nicht nur in Südschweden. Alles im dichten Dunst versteckt. So gegen 22.30 glaubte der eine oder andere Zuschauer etwas zu erkennen. Da ist was, was der Mond sein könnte. Kontrolle der Position mit Hilfe von Kompass- und Mondphasen-App: BINGO, es war wirklich der Mond. Aber hinter dem Dunst so schwach, dass die hunderte Smartphones weggesteckt werden konnten. Ich habe es dann trotzdem versucht. Wenigstens ein Belegfoto musste es sein.

Aufgenommen mit der Olympus OM-D E-M10 mit dem per Nikon F-/mFT-Adapter montierten 5,6/400 mm ED Nikkor, dank mFT-Cropfaktor 2 also 800 mm Brennweite entsprechend.

Mehr als 900 Pixel Breite möchte ich aber niemandem zumuten. Wie gesagt: Belegfoto, ich war da…

Mit dem Smartphone vom OM-D Monitor…

Aber immerhin: Als ich mir die Ergebnisse auf dem Kameramonitor formatfüllend vergrößert anschaute, wurde ich mehrfach höflich gefragt, ob man meinen Kameramonitor mit dem Smartphone mal abfotografieren dürfe. Ich hätte einen Klingelbeutel aufstellen sollen ;-)

Begleitet vom Mars wandert der Mond aus dem Erdschatten, Canon EOS 350D

Zeitraffer/Timelapse-Aufnahmen mit der Canon EOS 350D

Die für Zeitrafferfotos zunächst eingeplante KonicaMinolta DiMAGE A1, die sich mit ISO 800 doch sehr abmühte, musste einer viel besseren Lösung weichen. In Form der ausgelagerten Canon EOS 350D, „aufgebohrt“, „gepimpt“ mit dem CHDK-Firmwareaufsatz.

CHDK bietet die benötigte, bisher gar nicht registrierte Timelapse-/(Zeitraffer-)Funktion, die die serienmäßige EOS 350D nicht hat. Damit war klar, wie die Einzelbilder, aus denen das spätere Zeitraffervideo zusammengerechnet wird, aufgenommen werden. Objektiv war ein altes 3,5-4,5/35-70 mm EF Canon Zoom, ISO 3200 (dank CHDK, die 350D kann sonst "nur" ISO 1600), manuelle Belichtung bei Blende 8 und 5 s Belichtungszeit. Speichern im Canon Rohdatenformat. Derartige Bilder kann man also erfolgreich auch mit einer 55 Euro Flohmarktkamera aufnehmen, es braucht kein Profi-Equipment im hohen vierstelligen Eurobereich… 

Olympus OM-D E-M10, 400 mm Nikkor = 800 mm Brennweite

Zeitraffer-/Timelapse-Aufnahmen mit der Olympus OM-D E-M10

Die Olympus bietet die Funktion serienmäßig! Verschiedene Einstellungen, alle 10 bis 30 s ein Foto. ISO 10.000 bis 16.000 (der rote Mond). 5,6/400 mm Nikkor bei Offenblende, 1/8 s. Alles natürlich vom Stativ.

Und auch hier: Kosten der Ausrüstung (ohne das lange bezahlte Stativ) ganz ohne Rennomier-DSLR unter 500 Euro!

Das Ganze wirkt in bewegten Bildern natürlich noch dramatischer

In das von meiner Schwester per Smartphone gemachte Bildchen einmontiert, die SMHI-Wettervorhersage. Die von Wetter/Wolken und Uhrzeiten zum Glück am Ende stimmten! "Lör" für Lördag, schwedisch Samstag. Die Wettersymbole sprechen für sich. Zwischen 23.00 und 00.00 Uhr wurde es tatsächlich etwas klarer.

Wer Lust hat, findet das aus rund 115 Einzelbildern errechnete Canon EOS 350D Timelapse-/Zeitraffer-Video hier. Die EOS hat fast eine Stunde diese Serie automatisch gemacht. Und hier liegt das aus 30 Einzelbildern bestehende Olympus OM-D E-M10 Video. Die Anzahl Bilder, die der Mond von links unten nach rechts weiter oben durchs Bildfeld wanderte. Nach 30 Bildern hatte ich den OM-D Timer abgestellt.

Über die Olympus OM-D E-M10 gibt es im Sommer noch einen großen, eigenen Praxisbericht.

Ralf Jannke, Juli 2018

PS.: Im Blogbeitrag angekündigt, habe ich den Versuch mit drei Kameras zu fotografieren, ganz schnell sein gelassen. Nicht verzetteln, sondern aus der Situation das Beste rausholen!

 

 

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  1. Ludger Konopka
    Ludger Konopka am 29.07.2018
    Hi Ralf,
    super ausführlicher Bericht. Hast alles gegeben. Hut ab!
    Einen schönen Urlaub noch in Schweden.
    Bis denne
    Ludger

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