Nikon Coolpix 8400: Die ausbaufähige Pro(fessional)(Con)sumer-Kamera

Was hat die Nikon-Konstrukteure, Marketingleute geritten, als für diese 2004 vorgestellte 8 Megapixel Kamera den Akku EN-EL7 kreierten?

Einen Akku, der mit nur einer weiteren Kamera (Coolpix 8800) im Nikon-System kompatibel ist? Einen Akku, für den in GB/USA mit Porto bis weit über 100 Euro investiert werden müssen. Einen so exotischen Akku, für den selbst schwer zu findende Nachbauten 50 Euro kosten!

In der Olympus Camedia C-5060/8080 Wide Zoom, den Olympus FT DSLRs E1, E300, E330, E500 steckt der gleiche Akku, den ich reichlich habe, der im Fall leicht als Nachbau preiswert zu erwerben ist. Auch KonicaMinolta A-Bridgekameras und die DSLRs Dynax 5D/7D verwenden den gleichen Akku!

Die in meiner Sammlung vorhandenen Coolpix Modelle Nikon Coolpix 775, 995, 4300, 4500 und 5000 verwenden alle den Nikon-Akku EN-EL1. Von dem ich genügend habe, Original wie Nachbauten…

Die Idee, sich mit dem Batterieteil MB-CP10 helfen zu können, das preiswerte Akkus der Größe AA aufnimmt, erweist sich ebenfalls als Trugschluss. Das Batterieteil kostet mit Porto in GB/USA 300 – DREIHUNDERT – Euro!

Die eigentlich sehr sinnvolle Gegenlichtblende Nikon HN-CP12 Lens Hood kostet Größenordnung 50 Euro. Die für Fisheye-, Weitwinkel- und Televorsätze benötigten Adapter  UR-14/15/16 und die dazugehörigen Vorsätze FC-E9, WC-E75 und TC-E3D gehen je nach Kombination bis über 300 Euro. Ich frage mich wie lange die Anbieter glauben/hoffen das immer älter werdende Zeug 14 Jahre nach Kameravorstellung 2018 versilbern zu können… So ist meine Coolpix 8400 eben eine Nikon ohne System!

Boris hat die Nikon Coolpix 8400 mit allen technischen Daten gelistet und ein paar Beispielfotos gezeigt. Er taxiert die Coolpix 8400 auf 53 Euro Gebauchs-/Sammelwert.

Ich habe inkl. Porto 30 Euro für meine Coolpix 8400 gegeben. Komplett im Original-Karton, in sehr gutem Zustand mit allen Papieren, Kabeln, Software, Akku, Ladegerät und zwei CompactFlash-Speicherkarten. In Anbetracht der Folgekosten für einen im schlimmsten Fall defekten, altersschwachen oder einfach nur zweiten Ersatzakkus, darf man auf keinen Fall mehr investieren! Was dann auch auf die Nikon Coolpix 8800 zutrifft.

Firmware-Update

Also wie immer: Firmwareupdate Zip-Datei runterladen, entpacken, die firmware.bin ins Hauptverzeichnis der Speicherkarte kopieren und los geht es, dachte ich. War aber nichts. Also nochmal die ganze Prozedur, wieder nichts. OK, den beim Ent-Zippen entstandenen Ordner mit der neuen Firmware ins Hauptverzeichnis der CompactFlash kopieren, selbige in die Coolpix stecken und Firmwareupdate starten. Wieder nichts :-( Erst nach kopieren des Ordners "Firmware" ins Hauptverzeichnis der CF-Karte funktionierte das Ganze. Wirklich "idiotensicher" so ein Firmwareupdate...

VORSICHT!

Beim Kauf dieses seltenen Akkus über einen vermeintlich deutsche Anbieter, wo die Paypal-Bezahlung dann auf einen in Honkong ansässigen – ich nenne ihn mal – „Siegfried Mustermann“ umgeleitet wird. Am 29 Juni wurde bezahlt, jetzt haben wir Oktober… Den Akku sehe ich nie :-( 50 Euro in den Sand gesetzt…

Zur Hilfe eilte dann ein Sammlerkollege, der mir freundlicherweise zwei Akkus überließ, weil er dank einer "tote" Nikon Coolpix 8700 keiner Verwendung mehr dafür hat. So muss ich beim Rundgang mit der Coolpix 8400 und nur einem Akku nicht dauernd die Kamera aus- und wieder einschalten, um eigentlich Strom zu sparen, was aber auch wieder auch unnütz Strom kostet.

Die von mir sehr geschätzte Olympus CAMEDIA C-8080 Wide Zoom hat sich nicht nur ihre verdiente Aufnahme in meinen erweiterten Kanon der Lieblings-Digitalkameras verdient, sondern hat jetzt ihr Nikon Pendant in Form einer hochwertigen Nikon Coolpix 8400 bekommen.

Gegenüber der Olympus Camedia C-8080 Wide Zoom hat die Coolpix 8400 mit 85 mm (@KB) deutlich weniger weniger Telebrennweite als die Camedia, die 140 mm (@KB) mitbringt. Dafür glänzt die Coolpix aber mit viel Bildwinkel in Form von 24 mm (@KB) Anfangsbrennweite!

Neben der Möglichkeit im Nikon NEF-Rohdatenformat (RAW) und TIFF (unsinnig!) zu speichern, bietet er fürs komprimierte JPEG-Format neben BASIC (16:1), NORM (8:1) und FINE (4:1) noch EXTRA (2:1). 2:1 ist ein Alleinstellungsmerkmal!

Wie oben beschrieben, kann man die Coolpix 8400 aber nur in ihrer "Rohform" benutzen. Denn das Zubehör ist derart überteuert, dass es sinnlos ist, darüber nachzudenken. Um nicht unfair zu sein: Das trifft für jeden Kamerahersteller zu! Nur ganz selten lässt sich mal ein Zubehör zu einem moderaten Preis "fangen". Oder mit ganz viel Geduld und Zeit, wie die Objektiv-Vorsätze für andere Nikon Coolpix Kameras. Die natürlich fast alle untereinander inkompatibel sind…

Schloss Kalmar und Öland

Wikipedia schreibt: "Schloss Kalmar in der schwedischen Stadt Kalmar ist einer der besterhaltenen Renaissanceschlösser in Nordeuropa. (Zeitalter der Renaissance 15. und 16. Jahrhundert.) Durch seine Lage an der einstigen Grenze zu Dänemark spielte die einstige Burg eine wichtige Rolle in der schwedischen Geschichte. Das Schloss steht auf einer kleinen Halbinsel an der Ostseeküste und ist durch einen Burggraben von Festland getrennt. Es ist seit 1935 als Baudenkmal eingestuft."

Zum Zeitpunkt des Besuchs beherbergte Schloss Kalmar eine Ausstellung des italienischen Universal-Genies Leonardo da Vinci (1452 – 1519).

Öland ist die 137 km lange und maximal 16 km Breite direkt gegenüber Kalmar gelegene Ostseeinsel, die seit 1972 über eine 6 km lange Brücke erreicht wird. 

8 Megapixel

2 Megapixel

Qualitätseindruck

Um das Maximum aus der Coolpix zu holen, wurde im Nikon-Rohdatenformat NEF gespeichert und mit Adobe Lightroom 5.7.1 entwickelt. Denn bei den bewusst gewählten Bedingungen bei Innenaufnahmen im Kalmar Schloss, mussten Weißabgleich und Kontraste teilweise heftig korrigiert werden. Sicher kein Fehler der Coolpix 8400, aber NEF bot eben genau das. Holte zum Beispiel Zeichnung in hellen Bereichen, die scheinbar weg waren!

Aber auch bei Außenaufnahmen verbesserte die Nachbearbeitung das Ergebnis. Und das fand ich nicht restlos überzeugend. Die Aufnahmen hätten auch als Rohdatei out-of-the-cam einfach besser sein müssen. Der Fairnis halber muss gesagt sein, dass zum Vergleich eben keine direkt in der CP 8400 generierte JPEGs vorlagen. Ist aber für mich müßig, wenn ich mir Fotos, aufgenommen und direkt in der Kamera als JPEG gespeichert, mit der ebenfalls 8 MP auflösenden Olympus Camedia C-8080 Wide Zoom ansehe.

Die Schärfe des 24-85 mm Nikon-Zooms der Coolpix 8400 ist mindestens gut! Da gibt es nichts auszusetzen. Anstrengend fand aber ich die Dreh- und Tippschalterbelegung und die Menüsteuerung der CP 8400. Und deshalb würde ich mich, wenn ich in Zukunft zwischen der Nikon Coolpix 8400 und der Olympus Camedia C-8080 Wide Zoom wählen soll, für die gleichauflösende Olympus entscheiden! Zumal es für die auch preiswerte Akku-Nachbauten gibt.

Ralf Jannke, Herbst 2018

 

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