Pentax *ist D L2 mit 2,8-4/35-70 mm Sigma MF

Im Blog bereits angekündigt, jetzt aus dem Depot geholt, die 6 Megapixel Pentax *ist D L2, um das 1980 vorgestellte 2,8-4/35-70 mm Sigma mal auszuprobieren. Nach dem 3,5-4/21-35 mm Super-WW-Zoom mein zweites, manuell zu fokussierendes Objektiv von Sigma mit dem universellen Pentax K-Bajonett. 

Was mich dabei nachdenklich stimmt

Warum wurden die Lichtstärken für vergleichbare - nennen wir sie einfach - Kitzooms immer schlechter? Die optisch guten, aber gräßlichen 18-55 mm Plastikbomben, die die Hersteller ihren Kunden zumuten. Mit Lichtschwäche 3,5-5,6 oder gar 3,5-6,3. Sogar Sony bietet zur Vollformat DSLM ein 3,5-5,6/28-70 mm an. Auch wenn die Bildsensoren keine Probleme mit ISO 400 und mehr haben, muss das sein? Warum nicht wie das 1982 vorgestellte Sigma f/2,8-4? Das hier vorgestellte 35-70 mm Sigma ist für ein Vollformat-Objektiv wirklich kompakt. OK, es ist sehr schwer, aber das hätte sich anno 2000 aufwärts ja mit Einsatz von Hochleistungskunststoff - ich spreche nicht von Plastik (!) - regeln lassen. Auch mit Autofokus, ggf. ohne USM-Ringmotor, dann eben mit einem konventionellen Mikromotor im Objektiv. OK, Sigma selbst hat(te) immerhin ein 2,8-4,5/18-50 im Angebot. Aber eben nur für die kleinen 15x23 mm APS-C Sensor-DSLRs. Genug lamentiert.

Zum privaten zweijährigen Pentax-Jubiläum jetzt das 2,8-4/35-70 mm Sigma, denn es war Herbst 2016, als ich die Pentax *ist D L2 mit dem 21-35 mm Sigma in die Ferien mitgenommen habe... Auf der Pentax habe ich wie beim schon vorgestellten 4/35-70 mm Minolta auf der Sony Alpha 100 ein 2,8-4/52,5-105 mm Zoom. Beim Start mit der Brennweite des oft verpönten Normalobjektivs von früher, das eben feste 50 mm Brennweite hat, muss man sich bei der Motivfindung schon etwas mehr Mühe geben, aber es geht. Reine Übungssache, das (Super-)Weitwinkel für eine Weile aus dem Kopf zu verbannen.

Sigma Objektiv-Timeline

Handling

Irgendwie indifferent. Ich bin mir sicher das 3,5-4/21-35 mm Sigma auf der Pentax *ist D L2 mit Zeitautomatik betrieben zu haben. Beim ersten Fotografieren mit dem 2,8-4/35-70 mm in der Betriebsart Zeitautomatik gab es überbelichtete Aufnahmen – die Blende hat sich nicht auf den eingestellten Wert geschlossen. Erst nach Wechsel auf M-Betrieb schließt sich die Blende auf den eingestellten Wert!

An einen Defekt kann ich nicht glauben, da die Blende im M(anuellbelichtungs)-Modus ja einwandfrei verstellt/geschlossen wird. Auch eine Inkompatibilität kann eigentlich ausgeschlossen werden, ist das 2,8-4/35-70 doch drei Jahre jünger als das anders = richtig reagierende 3,5-4/21-35 mit Pentax K-Bajonett. Egal, ich habe das lichtstarke Standardzoom einfach mal benutzt.

Fokussierung

Hatte ich im Beitrag zum 21-35 mm Sigma auf der Pentax *ist D L2 geschrieben, dass es keine elektronische Scharfeinstellhilfe gibt, ist das schlicht falsch. Es gibt diese Hilfe, die mir aber nicht hundertprozentig zuverlässig zu sein scheint. Warum auch immer. Ich habe beides versucht – visuelles Scharfstellen und mit der Pentax-Hilfe.

Zwei Beispielfotos, aufgenommen mit dem 2,8-4/35-70 Sigma auf der Pentax, 6 Megapixel

Nur zwei Beispielfotos?

Ja, denn das 2,8-4/35-70 mm Sigma muss (doch) einen Defekt haben :-(

Die unter dem Kamerafoto liegende zweite Aufnahme ist der kümmerliche Rest eines kurzen Fototrips mit der Pentax und dem Sigma. Und das Foto zeigt ein recht merkwürdiges Bokeh im Vordergrund. Auf dem Trip gab es reichlich Fotos mit Blende 8 bis 16, die eine völlig unerklärliche Gesamt-Unschärfe zeigen. Der vor Ort mit dem Minimonitor trotz Zoom-Funktion nicht zu erkennen war. Nach visuellem Eindruck und mit Pentax-Einstellhilfe fokussiert, mit schnellen Verschlusszeiten, nicht verwackelt und trotzdem unscharf. Mit dem Zoom ziehe ich sicher nicht mehr los!

Kamerakontrolle

Wieder zu Hause wurde der *ist D L2 zur Kontrolle das 4-5,6/35-80 AF aufgesetzt. Egal welche Blende, Brennweite, Entfernung eingestellt war: Alle Testfotos einwandfrei. Also hat das lichtstarke 2,8-4/35-70 mm Sigma definitiv eine Macke :-( 

Zur "Makro-Aufnahme" der VEST POCKET KODAK SERIES III

Theorie

Pixelabstand auf dem Bildsensor (Pixelpitch) in µm x 2 = förderliche Blende. Über das Produkt, das bei dieser Multiplikation als Blendenwert herauskommt, soll man nicht weiter abblenden, weil bei weiterem Schließen der Blende die Schärfentiefe zwar noch größer, die Gesamtschärfe aber durch so genannte Beugung immer schlechter wird. Die Pentax *ist D L2 hat einen Pixelpitch von 7,8 µm, heißt eine förderliche Blende von 7,8 x 2 = 15,6. Mit der bei dieser "Makro"-Aufnahme gewählten Blende 22 lag ich noch im sicheren Bereich.

Makro? Wieso? Steht doch auf dem Sigma – Macro 1:6,7 ;-) OK, einigen wir uns auf Nahaufnahme, und da gestattet das 2,8-4/35-70 mm eine minimale Distanz von 50 cm, was bei 70 mm Brennweite ordentlich ist! Bei diesem Foto alles OK, sonst aber unzuverlässig bis defekt. Ob im Inneren eine Linse/Linsengruppe lose ist? Schade, aber die 10 Euro, die das Sigma gekostet hat, sind zu verkraften…

Ralf Jannke, Herbst 2018

 

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