Ricoh RDC-6000

Diese Kamera „glänzt“ mit einer völlig falschen Modellbezeichnung. Könnte man bei „6000“ auf 6 Megapixel schließen, löst die RDC-6000 physikalisch „nur“ 1.600 x 1.200 Bildpunkte auf, 2 Megapixel. Ansonsten ist die im Gegensatz zur Verpackung unscheinbare, 110 x 67 x 40 mm große und 260 g schwere RDC-6000 aus dem Vorstellungsjahr 2000 ordentlich ausgestattet, wenn man vom fehlenden Zoom-Objektiv absieht. Das Motiv kann stromsparend über einen optischen Sucher oder per Liveview auf dem 1,8" TFT LCD Monitor mit 71.760 Bildpunkten erfasst werden. Die Menüsteuerung läuft über den Monitor.

Bei einem 2,8/8 mm Objektiv muss man sich schon fleißig bewegen, um der umgerechnet auf Kleinbild umgerechneten Brennweite von 40 mm ein paar Bilder abzuringen. Etwas im Menü versteckt, gestattet die RDC-6000 die Wahl zwischen Programm- und Zeitautomatik bei Vorwahl der vier Blenden f/2,8, f/4, f/6,5 und f/13. Belichtungszeiten 1 bis 1/500 s. Selbstauslöser mit 10 s Vorlaufzeit. Belichtungskorrekturmöglichkeit +/- 2 EV in 1/4 EV-Schritten. Der eingebaute Blitz bietet die bekannten Funktionen: ein/aus, Automatik, Langzeitsynchronisation, Rote-Augen-Reduktion. Automatischer Weißabgleich oder Wolken, Sonne, Leuchtstofflampe, Glühlampenlicht.

Die Empfindlichkeit der RDC-6000 lässt sich von ISO 100 auf ISO 200 und weiter ISO 400 verstärken. Und schließlich kann die Ricoh bereits im Gehäuse aus 1.600 x 1.200 Bildpunkten 2.000 x 1.480 Pixel, 3 Megapixel interpolieren. Oben im Foto im roten Kreis markiert: IMAGE ENLARGEMENT (ON: PIC 2000) – BILDVERGRÖSSERUNG (EIN: 2000)

Gespeichert wird auf SmartMedia-Karten bis 64 MB Volumen, die 67 2 Megapixel Fotos im F(ine Modus) oder 43 3 Megapixel Fotos im F-Modus aufnehmen. Bei Bedarf kann die RDC-6000 gleich in SW fotografieren. Der Autofokus kann für außermittige wichtige Motivdetails aus 5 x 5 = 25 markierten Feldern fast ganz nach Wunsch im Bildfeld platziert werden. Damit sich die Kamera gewünschte Einstellungen merkt, sind volle Akkus nötig und die Menüeinstellung im Setup: „Keep Settings“. Energieversorgung über Li-Ionen-Akku Ricoh DB-20 oder Toshiba PDR-BT1 und Nachbauten. Die RDC-6000 hat 7,79 Euro gekostet. Abzüglich 6,79 Euro Porto…

Boris hat die RDC-6000 ebenfalls gewürdigt und auf 14 Euro Sammelwert taxiert

Englisches Manual  zur Ricoh RDC-6000

Durch Boris' Einschätzung der mit der Ricoh RDC-6000 zu erwartenden Bildqualität aufgeschreckt, muss der Rundgang durch den naheliegenden Stadtteil reichen. Als Urlaubskameras um den Jahrtausendwechsel gerne als handlich und unauffällig eingesetzt, kann ich beurteilen, was Nikon Coolpix 700/950 (2 Megapixel) und Coolpix 990 (3 Megapixel) leisteten. Auch bei wenig Licht und ISO 400. Wie die Ricoh RDC-6000 aus dem gleichen Zeitraum, hat auch die Coolpix 700 nur eine Festbrennweite.

Die RDC-6000 wurde im interpolierten 3 Megapixel betrieben. Das ist dabei herausgekommen:

Beispielfotos, aufgenommen mit der Ricoh RDC-6000 im interpolierten 3 Megapixelmodus

Bis aufs Drehen ins Hochformat out-of-the-cam, keine EBV. Im 3 MP-Modus stößt die Ricoh RDC-6000 je nach Motiv sichtlich an ihre Grenzen. Besonders die in Rot-Tönen gehaltenen Ziegel des zweiten Fotos der unteren Reihe konnte die RDC-6000 nicht mehr auflösen! Ob das bei der "nativen" Auflösung von 1.600 x 1.200, 2 Megapixel besser wäre habe ich nicht probiert. Dafür gibt es zu viele Kameras mit 2 oder 3 Megapixel, die deutlich Besseres liefern.

Ich hatte mehr mit Akkuwechseln zu tun, die bei 7 Grad nicht lange durchhielten. Von den mitgenommenen alle zuvor geladenen fünf Akkus habe ich zu Hause gleich zwei entsorgt. Auf die nach Akkuwechsel fällige Neueingabe des Datums habe ich verzichtet. Stattdessen jedesmal die 3 Megapixeleinstellung neu angewählt…

Ralf Jannke, Januar/Februar 2018

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