1,8/50 mm Yongnuo mit Canon EF Bajonett

„Ich konnte mich noch nicht durchringen, das 1,8/50 mm Yongnuo auszuprobieren,“ begann das „PS“ des Erfahrungsberichts zur Canon EOS 350D.

Sommerzeit, Urlaubszeit, Mußezeit

Also wanderte die kompakte Canon EOS 350D samt 1,8/50 mm Yongnuo mit ins Urlaubsgepäck. Auf der EOS 350D mit der scheinbaren Brennweitenverlängerung, neudeutsch „Cropfaktor“ von 1,6 durch den ca. 15 x 23 mm APS-C-Bildsensor ein 50 mm x 1,6 = 80 mm Kurztele. Mit einer Schärfentiefe bei Offenblende f/1,8, die 1,8 x 1,6 (Cropfaktor) = f/2,9 entspricht. Dabei sollte auch mit großen Blenden/kleinen Blendenzahlen fotografiert werden. Und natürlich auch den einen oder anderen Test bei verschiedenen Blenden, um selbst auszuprobieren, was der chinesische „Pirat“ leistet.

Der bekannten Testseite photozone.de war sowohl das 1,8/50 mm Yongnuo mit Canon-Anschluss als auch die weiteren vorhandenen Objektive auch mit Nikon-Anschluss bis jetzt (Stand Juli 2017) wohl zu "igitt". Ein Test zum 1,8/50 mm Yongnuo/Canon EF fand sich aber im Internet.

Und das Objektiv, das mich am meisten interessiert, das 2/100 mm Yongnuo/"Canon". Auf Polnisch, was Google Translate wirklich ordentlich automatisch übersetzt!

Wenn Yongnuo die Qualität in die Nikon-Version überträgt, besteht Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Wenn ein derartiger Fehler noch abgestellt wird:

"(...) Während im Inneren finden wir einen Autofokus-Motor, der in der Regel einwandfrei funktioniert. Leider passiert ein paar Mal während des Testens und Außenaufnahmen er zu sperren. Als Ergebnis reagierte die Linse überhaupt nicht - die Kommunikation mit der Kamera unterbrochen wurde. (...) Der einzige Weg, deaktivieren und auf der Kamera. Durch diesen Fehler verloren wir einige interessante Aufnahmen." Lesen Sie bitte selbst.

Durch Kauf im YN-Outlet mit Rückgabemöglichkeit ein geringes Risiko, wenn das 2/100 mit Nikon-Anschluss verfügbar wird. Jetzt aber zurück zum 1,8/50 mm Yongnuo/"Canon" EF…

Inkompatibel…

Auf Canons erster Einsteiger-DSLR, der EOS D30, läuft das 1,8/50 mm Yongnuo nicht! Und das dürfte vermutlich nicht die einzige Canon DSLR sein, die mit dem Nachbau nichts anfangen kann!

1,8/50 mm Yongnuo auf der Canon EOS 350D

Vielleicht nicht unbedingt für den Nahbereich gerechnet, macht der "chinesische Pirat" einen guten Eindruck.

Testmotiv…

… war die AGFA AMBI SILETTE, vermutlich das Modell SL aus den Anfang der 1960er Jahre mit dem vierlinsigen 2,8/50 mm AGFA-COLOR SOLINAR. Bei der SILETTE handelt es sich um eine Mess-Sucherkamera, für die drei wechselbare Objektive zur Verfügung standen. Neben dem 50 mm Normalobjektiv noch ein 35 mm Weitwinkel und ein kurzes 90 mm Porträt-Tele. Einstellbar per Schiebeschalter auf der Kameraoberseite.

Volle Auflösung, 8 Megapixel, bitte aufs Bild klicken.

ISO 100/125 (CHDK hat die im Kameramenü eingestellte Empfindlichkeit von ISO 100 auf ISO 125 überschrieben), Blende f/16, Zeitautomatik, plus 1/3 EV Belichtungskorrektur. Canon Rohformat *.cr2. Entwickelt mit Adobe Lightroom 5.7.x, Lightroom-Schärfung auf Null! Umgewandelt in JPEG Photoshop Q-Stufe 10. Um auch das demontierte AGFA-Objektiv in der Schärfezone zu haben, hätte noch weiter abgeblendet werden müssen.

Der Abstand der einzelnen Fotodioden ("Pixelpitch") auf dem 8 MP-Sensor der EOS 350D ist mit 6,5 µm angegeben. Faustregel: Pixelpitch x 2 = förderliche Blende. Im Fall der EOS 350D 6,5 (µm) x 2 = 13. Deutlich über Blende 13 sollte man nicht abblenden, weil dann die Gesamtschärfe durch Beugung wieder nachlässt. Bei der gewählten Blende f/16 lag ich dann im Grenzbereich. Das YONGNUO LENS EF 50mm 1:1.8 lässt sich bis auf f/22 abblenden. Habe ich nicht gemacht…

Blendenreihe, 8 MP Auflösung

Volle Auflösung, 8 Megapixel, bitte aufs Bild klicken. ISO 100/125 (CHDK hat die im Kameramenü eingestellte Empfindlichkeit von ISO 100 auf ISO 125 überschrieben), Blendenreihe, wie in die Bildchen geschrieben, Zeitautomatik, plus 1/3 EV Belichtungskorrektur. Canon Rohformat *.cr2. Entwickelt mit Adobe Lightroom 5, Lightroom-Schärfung auf Null! Umgewandelt in JPEG Photoshop Q-Stufe 10.

Musiker

Das ist eine Montage, bestehend aus Ausschnitten, alle aufgenommen mit dem 1,8/50 mm Yongnuo bei Blende f/2,2 bis f/2,5, bei ISO 2000/2500. Canon EOS 350D Aufnahmeformat RAW (*.cr2). Entwickelt und editiert mit Adobe Lightroom 5.7.x. Schärferegler auf 25 bis 30 Prozent, Luminanzrauschen auf ca. 20. Mehr Glättung kostet Schärfe! Das obere Querformat der Montage hat 3.455 Pixel Breite, praktisch die komplette Breite der 8 Megapixel aus der EOS 350D. Bitte aufs Bild klicken.

Eigentlich sollte es etwas geruhsamer sein, aber der "Test" des 1,8/50 mm Yongnuo artete dann fast in Arbeit aus... Auch wenn es eher typisch schwedische, "getragene" Spielmannsmusik, mehr Polka als "Folk-Rock" war, wurde selbige in einer Kirche geboten, wo wiederum ich gebeten wurde doch auch ein paar Bildchen zu machen. Weil die übrigen "Kameraausrüstungen" nur aus Smartphones bestanden...

Es überrascht immer wieder, wie schnell sich das Auge an die eben nicht vorhandene Helligkeit in eine Kirche gewöhnt, und was der Belichtungsmesser dann zeigt, wenn es ans Fotografieren gehen soll. Das war eine Situation, die eine Vollformat-DSLR verlangt, die ohne Blitz (!) auch bei ISO 3200/6400 noch brauch- und druckbare Bilder liefert. Ich hatte aber "nur" die Canon EOS 350D und zwei Objektive mit. Das von meiner Schwester längst in Vergessenheit geratene 3,5-4,5/35-70 mm Canon EF und eben das 1,8/50 mm Yongnuo. Geht nicht, gibt es bei mir aber nicht. Außerdem war die EOS 350D wie im großen Erfahrungsbericht ausführlich beschrieben "getunt", die ISO-Werte in 1/3 Stufen wählbar und die ISO-Grenze auf 3200 erweitert.

Erfahrungsgemäß lohnt es sich in Grenzbereichen um jede Drittel EV-Stufe zu kämpfen, also wurde maximal ISO 2500 gewählt. Beim 3,5-4,5/35-70 mm gab es nichts zu überlegen: Offenblende. Aber das 1,8/50 mm Yongnuo? Ohne intensiv getestet zu haben, wurde aus dem Bauchgefühl heraus auf keinen Fall die Offenblende gewählt, sondern leicht auf f/2,2 bis f/2,5 abgeblendet. Das hat gepasst! Wobei es sich lohnt noch mal genauer hinzuschauen, wie sich die Schärfe von Offenblende f/1,8 über f/2, f/2,2 und f/2,5 entwickelt. Manchmal genügt ein Hauch von Abblenden, um eine sichtbare Leistungssteigerung zu bekommen. Stark abgebelendet, wird das lichtstarke Objektiv ja unsinnig!

Natürlich steckte das 50 mm Yongnuo hier nur auf dem kleinen ca. 15x23 mm APS-C Sensor. Aber für genau diese Sensor-Größe möchte ich auch das in den nächsten Wochen lieferbare 2/100 mm YONGNUO mit Nikon F-Bajonett verwenden. Wenn das 100er bei f/2,2 in der Mitte gute Schärfe liefert, wird es meins! Sind diese Drittel-Blenden Erbsenzählerei? Scheint so, es lohnt aber beim Kampf um Qualität in Grenzbereichen.

Erbsenzählerei?

Das Bauchgefühl hat gepasst!

Auch wenn man es eher nicht glaubt, aber das winzige Abblenden des 1,8/50 mm Yongnuo auf Blende 2 bringt eine kleine Verbesserung. Und Blende 2,2 ist noch mal einen Hauch besser. Blende 2 oder 2,2 würde ich jetzt nur noch von der Verschlusszeit abhängig machen, die dabei herausspringt – in Grenzbereichen. Wenn Licht und schnelle Verschlusszeit keinThema sind, aber so stark wie möglich bei maximaler Schärfe freigestellt werden soll, würde ich eben f/2,2 oder die hier nicht gezeigten f/2,5 oder f/2,8 wählen. Wobei man nicht vergessen sollte, dass das 50 mm auf der EOS 350D dank Cropfaktor 1,6 (Sensor ca. 15 x 23 mm) vom Ausschnitt einem 80 mm Porträt-Tele im 24 x 36 mm Kleinbildformat entspricht. Was bei Offenblende, wenn man großzügig rundet, eine Tiefenschärfe von Blende 2 x 1,4 = f/2,8 hat. Oder bei Blende f/4 entspricht die Tiefenschärfe f/5,6.

Noch ein paar Fotos, reduziert von 8 auf 4 Megapixel

Bei einem Preis von 55 Euro inkl. Porto vom YN-Outlet mit Rückgabemöglichkeit ist das 1,8/50 mm kein Risiko! Aber Arbeit ;-)

Ich hatte glatt/fast vergessen, verlernt (?), wie man mit nur einem 50/80 mm Objektiv fotografiert… Nicht einfach nur am Zoomring drehen, sondern sich selbst bewegen. Ein echtes "Turnschuhzoom" ;-)

Wie sich das 50er auf der 13,5 Megapixel Vollformat Kodak DCS ProSLR/c schärfemäßig verhält, muss ich bei einer späteren Gelegenheit ausprobieren. Denn auf dem 24x36 mm Sensor bleibt keine Schwäche verborgen! Wenn das 50 mm Yongnuo denn auf der Kodak ohne Kommunikationsprobleme von der Kamera-/Objektivcomputerseite her läuft! Die hervorragende Canon EOS 350D leistet jetzt der Nikon D50 Gesellschaft, die bereits als "Top-Not-DSLR" mit drei in Bonn nicht benötigten Objektiven nach Schweden ausgelagert wurde...

Ralf Jannke, August 2017

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