Nikon Fujix E2S und E2N Reparatur und Inbetriebnahme von Christian Zahn
Hier stelle ich zwei sehr frühe digitale Nikon-Spiegelreflexkameras vor. Sie stammen aus der Kooperation zwischen Nikon und Fujifilm. Beide DLSRs kommen von Ralf Jannke, der beide Modelle hier mehrfach gezeigt hat, als sie noch einwandfrei funktionierten:
- 2015/2017: FUJIFILM Nikon FUJIX DIGITAL CAMERA DS-560
- 2019: FUJIX Nikon E2N, die "Vollformat-DSLR" von 1995
- 2019: Die FUJIFILM/FUJIX/Nikon DSLR-Klasse hat Zuwachs bekommen!
Beide Kameras sind technisch recht ähnlich, darum handele ich beide gemeinsam ab und führe die Unterschiede auf.
Spezifikation Nikon E2S / Fuji DS-515
- Die 1995 vorgestellte Nikon E2S ist 164 x 160 x 120 mm groß und wiegt 1720 Gramm.
- Der 1/2,3“ große CCD-Sensor (9,3x7,3 mm) löst maximal 1280 x 1000 Pixel (1,3 MP) auf. Der Pixelpitch beträgt 7,2µm. Manuell sind 800 und 3200 ASA möglich. Die Bilder werden als JPEG oder TIFF auf PCMCIA-Karten (max. ca. 64 MB) gespeichert.
- Das Objektiv-Bajonett ist das Nikon-AF-Bajonett
- Das Motiv wird über einen Spiegelreflexsucher mit superheller Mattscheibe angezeigt. Zur Bildkontrolle ist kein Monitor vorhanden, es gibt nur ein SW-LCD-Schulterdisplay zur Anzeige wichtiger Aufnahme- und Kameraparameter. Live-View bzw. Videos sind nicht möglich.
- Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S), kontinuierlicher Autofokus (AF-C) oder manuelle Scharfstellung, Ermittlung durch Phasenkontrastsensor im Spiegelkasten, mittels teildurchlässigem Hauptspiegel und Hilfsspiegel abgegriffen, 1 Kreuzsensor
- Belichtungssteuerung durch Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik oder manuelle Nachführmessung, 3D-Matrixmessung, mittenbetont integrale oder Spotmessung. Belichtungszeiten 1/8 bis 1/8000 sek.
- Norm-Blitzschuh mit TTL-Zusatzkontakten
- Weißabgleich automatisch oder manuell
- keine Bildstabilisierung, Objektive mit eingebauter eigener Bildstabilisation und eigenem A Fokusmotor werden unterstützt
- bis zu 3 Bilder pro Sekunde (maximal 7 in Folge)
- Energieversorgung durch NiMH-Akku
Spezifikation Nikon E2N / Fuji DS-505A:
- Die 1996 vorgestellte Nikon E2S ist 164 x 140 x 120 mm groß und wiegt 1720 Gramm.
- Aufnahmefrequenz 1 Bild/Sekunde
- Videoausgang für PAL und NTSCweitere technische Daten wie obenstehend
Besonderheiten E2S
Die E2S erschien 1995, technisch ist sie weitgehend mit der 1994 präsentierten E2 baugleich. Das „S“ in der Bezeichnung weist auf eine Kamera hin, die auf „Speed“ = Geschwindigkeit hin konzipiert wurde. Der Bildpuffer ist größer als bei der E2, deshalb schafft die Kamera die damals als schnell bezeichnete Bildfolge von 3 Aufnahmen pro Sekunde, in den Bildpuffer passen insgesamt 7 Aufnahmen, erst dann muß eine Pause eingelegt werden, bis die Kamera die Bilder „weggeschrieben“ hat.
Die Kamera hat „untenrum“ einen „Höcker“, der von außen keine erkennbare technische Funktion hat. Jedoch diente er bei einigen anderen Modellen der E-Serie als Platz für einen schnellen SCSI-Anschluß, über den die entsprechenden Modelle vom Rechner ferngesteuert werden konnten und die Bilder ohne Umweg über die Speicherkarte auf die Computerfestplatte gesichert werden konnten.
Besonderheiten E2N
Die E2N erschien 1996, auch sie ist technisch ist sie weitgehend mit der 1994 präsentierten E2 baugleich. Das „N“ in der Bezeichnung weist auf eine Kamera hin, die überarbeitet wurde. „New“ = Neu war der nun auf PAL und NTSC umschaltbare Videoausgang und die höhere maximale Empfindlichkeit. Dafür ist die Kamera langsamer als die E2S.
Gemeinsame Besonderheiten
Beide Kameras basieren auf der analogen Nikon F4, die jedoch „mächtig gewaltig“ vergrößert werden mußte, um die Technik unterzubringen (1,7 Kg Lebendgewicht ohne Objektiv und Akku!). Fujifilm steuerte das Wissen um die digitale Bildtechnik bei, Nikon die mechanische und optische Kameratechnik. Wer die Kamera gebaut hat, ist nicht genau bekannt, möglicherweise entstand sie im Nikon-Werk oder Fuji fertigte die Elektronik selbst und Nikon baute seine Baugruppen mit diesen zugelieferten Bauteilen zur Kamera zusammen.
Weil es damals noch keine großen CCD-Bildsensoren gab, mußte das Bild des Objektivs über eine Relaisoptik reduziert werden, um den winzigen 1/2,3“-Sensor abzudecken. Das hat zur Folge, daß alle eingesetzten Objektive auf Offenblende 1:6,7 reduziert werden, egal welche Lichtstärke sie aufweisen und Abblenden kaum möglich ist, die E2-Kameras scheinen maximal eine Blendenstufe abzublenden, was 1:13 entspricht. Der Weg des Blendenantriebshebels in der Kamera ist entsprechend verkürzt.
Das Bajonett der F4 wurde etwas vereinfacht, der Abtaststift zur Unterscheidung zwischen manuell zu fokussierenden Ai/AiS-Objektiven fehlt, ebenso der Blendenmitnehmer für diese Objektive, da Objektive sowieso fast nur mit Offenblende betrieben werden. Der Umschaltstift für die Erkennung von manuellen Teleobjektiven ist allerdings vorhanden, ebenso die Abtastung des Offenblendenwertes von AiS-Objektiven. Ob sie allerdings überhaupt ausgewertet werden?
Die Relaisoptik konzentriert das Licht des Vollformatobjektivs auf eine wesentlich kleinere Fläche (ca. 1/12 von KB), daraus resultiert eine höhere scheinbare Lichtempfindlichkeit, als sie der Sensor eigentlich hat.
Relaisoptik
Technisch ist das ganze so realisiert, daß eine Optik aus mehreren Linsen hinter dem Spiegel eingebaut ist, der das Licht auf den Sensor wirft.
Die Relaisoptik hat leider einen Nebeneffekt: je nach eingesetztem Objektiv kann es zu Abschattungen oder Farbverfälschungen in den Bildecken kommen. Nikon hat damals eine Tabelle veröffentlicht, welches Objektiv gut funktioniert und welches schlechter.
Natürlich sind dort keinerlei DX-Nikkore aufgeführt, diese gab es 1995 ja noch gar nicht. Trotzdem funktionieren einige wenige der für den kleinen DX-Bildkreis gerechneten Objektive an der E2N, beispielsweise das 2,8/40 Mikro Nikkor, wenn es im Nahbereich genutzt wird oder manches Zoom, wenn es in Telestellung betrieben wird.
Einen eingebauten Monitor zur Bildkontrolle gibt es bei beiden Kameras nicht, lediglich einen Videoausgang zum Anschluß eines externen PAL/NTSC-Monitors, der natürlich nur im Studiobetrieb nutzbar ist.
Mit Schnittstellen ist die Kamera noch nicht allzugut ausgestattet, zwar ist eine serielle Schnittstelle hinter einer Gummiabdeckung verbaut, diese ist aber nur im jeweiligem Fujix-Schwestermodell nutzbar. Dem Nikon-Fotografen bleibt nur die Möglichkeit, die PCMCIA-Karte in einen Lesegerät am Computer zu stecken und die Bilder damit zu transferieren.
Die E2S ist extrem „mäkelig“, was die Speicherkarte angeht, es funktionieren nur wenige Modelle mit geringer Kapazität. Die gezeigte 40MB-Karte bemängelt sie mit „Card Protectet“ und will sie auch nicht formatieren. Ob sie ggf. schon zu groß ist? Meine 170MB-PCMCIA-Festplatte kann ich nicht probieren, weil sie zu dick für die Kamera ist. Laut Ralf Jannke akzeptieren E2N/E2S auch keine CF-Karten in einem PCMCIA-Adapter. Vielleicht erwarten sie ein spezielles „Magic Bit“ in der Partition Table der Speicherkarte, so daß nur originale Nikon-Karten funktionieren? Ich weiß es leider nicht.
Auch die E2N ist nicht viel besser, was die Akzeptanz der Speicherkarte angeht, sie versteht nur die hier verwendete 40MB-Karte, also auch keine CF-Karten im Adapter.
Die Bedienelemente der Nikon F4 wurden fast alle übernommen, jedoch teilweise umdefiniert und neue hinzugefügt, damit die Kamera komplett ohne Monitor bedient werden kann. Das Moduswahlrad dient auch als Hauptschalter und hat neue Schaltstellungen bekommen. Das Statusdisplay ist erheblich größer und hat Anzeigen, die die F4 nicht benötigt, beispielsweise für die Bildqualität und den Weißabgleich. Für den Belichtungsmodus, die Belichtungsmessung, die Belichtungskorrektur und die Empfindlichkeit sind vier Tasten an der Oberseite hinzugekommen, dafür entfiel die Rückspulkurbel.
Links sitzen hinter einer mit einem kleinem Magneten zugehaltenen Klappe 7 Tasten. Zum Löschen des letzten Bildes oder aller Bilder auf der Karte müssen zur Sicherheit jeweils zwei Tasten gleichzeitig gedrückt werden, Bildqualität, Weißabgleich und das Datum werden gedrückt und mit einem der beiden Bedienräder verstellt. Die Taste „Send Data“ hat wie erwähnt keine Funktion, sie ist nur bei den Fujix-Kameras nutzbar.
AE- und AF-Lock sind mechanisch verriegelbar, ebenso können die seitlichen Tasten mit einer versenkbar angebrachten Taste „CMND-Lock“ per Software verriegelt werden, damit Funktionen nicht aus Versehen verstellt werden.
Die Stromversorgung erfolgt durch einen NiCD-Akku EN-1. Er wird nur in der E-Serie verwendet, bei der D1 stellte Nikon auf NiMH-Akkus um. Im Akkugehäuse sind 6 einzelne Mignonzellen zusammen untergebracht, die Aufladung erfolgt mit einem externem Ladegerät über eine Rundbuchse. Die Akkus dürften heutzutage immer mehr oder minder defekt sein, d. h., die Zellen sind nicht mehr in der Lage, ihre ursprüngliche Kapazität von 1200 mAh zu laden bzw. abzugeben oder ihre Spannung ist auf 0 Volt gesunken, so daß sie gar nicht mehr geladen werden können.
Es ist möglich, das Akku-Gehäuse zu öffnen und heutige NiMH-Akkus einzubauen, aber einfacher ist es, einen 6-fach-Mignonhalter zu nutzen, dessen 6 Zellen jeweils einzeln zu laden und die Ausgangspannung über einen Nikon ES-1 - Dauerstromadapter in die Kamera zu bringen. Nachteil dieser Lösung: man trägt einen Akku in der Tasche herum, der per Kabel an die Kamera angeschlossen sein muß. Auf das muß geachtet werden! Aber da auf die Speicherkarte von 40 MB sowieso nur ca. 50 JPG-Bilder in bester Qualität passen, sind Fotoausflüge recht kurz…
Im Kameragehäuse ist eine vom Benutzer nicht wechselbare Lithiumbatterie vorhanden, die Datum und Uhrzeit puffert, wenn kein Akku eingelegt ist. Laut Anleitung hält die Batterie etwa 10 Jahre, ist sie leer, blinkt nach Akkuwechsel „Clock“ auf dem oberem Statusdisplay. Wechseln konnte sie der Nikonservice, man kann es auch selbst machen, aber dazu muß die Kamera ziemlich weit zerlegt werden und es wird Feinmechanikergeschick benötigt.
Die Kamera hat ein helles und großes Pentaprisma, das Okular ist gegenüber der F4 geändert worden, denn es sitzt weiter vom Spiegel entfernt, so daß es auch zusätzliche Linsen erforderte. Die letzte Okularlinse und die Gummimanschette mit Schutzglas können gedreht und etwas nach hinten gesetzt werden, damit entweder Brillenträger oder Normalsichtige das gesamte Bildfeld komplett einsehen können.
Im Sucher befindet sich unterhalb der eigentlichen Mattscheibe eine grün hinterleuchtete LCD-Anzeige. Dort finden sich Angaben zu Blitz, Belichtungszeit, ASA-Wert, Blende, Lichtwaage, etliche Bildparameter, Fokuskontrolle uvm.
Wie in Nikons Profi-Spiegelreflexkameras üblich, ist kein Blitz eingebaut, sondern nur ein Blitzschuh mit TTL-Zusatzkontakten. Die E-Serie verwendet die von analogen Nikon-AF-Kameras her bekannten Systemblitze, somit können bis einschließlich SB-800 alle TTL-Nikonblitze verwendet werden, ab dem SB-900 hat Nikon das analoge Protokoll nicht mehr in seine Blitze eingebaut, diese jüngeren Blitze arbeiten also nicht TTL mit der E2S/E2N zusammen.
Das Bajonett nimmt fast alle Nikon-Objektive auf, jedoch kann die Kamera nicht mit allen etwas anfangen:
AF-Objektive ohne eingebauten Motor werden unterstützt, da ein AF-Motor in der E-Serie eingebaut ist. AF-S-Objektive mit eingebautem Motor können ebenfalls benutzt werden, AF-G-Objektive ohne Blendenring auch, die neuen AF-P-Objektive mit Pulsmotor können nur ohne Autofokus verwendet werden. Objektive mit eingebautem Bildstabilisator (VR) funktionieren. E-Nikkore mit elektrisch betätigter Blende (z. B. einige Tilt-Shift-Objektive) können nicht benutzt werden. Wie bereits erwähnt, sind die meisten DX-Nikkore aufgrund deren kleinem Bildkreis nicht oder nur sehr eingeschränkt sinnvoll nutzbar.
Alle Schnittstellen sind hinter Abdeckungen verborgen. Der Anschluß für den Fernauslöser erfordert ein Spezialkabel, das Nikon aber für viele Jahre unverändert in etlichen Kameras nutzte, es ist mit der F4 kompatibel, aber nicht mit der F5 und jüngeren Modellen.
Die Schraubdeckel für die Fernsteuerbuchse gehören zu den meistgekauften Ersatzteilen von Nikon; wenn sie nicht sehr fest angezogen werden, lösen sie sich beim Benutzen der Kamera und fallen irgendwann herunter und sind verloren.
Wie viele Kameras Nikon bzw. Fuji gebaut haben, ist nicht genau bekannt. Es dürften aufgrund des hohen Einstandpreises aber nicht allzuviele gewesen sein, erst die späteren digitalen Spiegelreflexkameras der D-Linien verkauften sich mit mit fünf, sechs oder siebenstelligen Stückzahlen.
Die Kamera schreibt kaum Details in die EXIFs, letztlich kann nur Brennweite und Belichtungszeit ausgelesen werden, Brennweite oder Empfindlichkeit muß der Fotograf aufschreiben. Interessanterweise steht auch bei der Nikon als Kamera Hersteller „Fujifilm“ und als Kameramodell „DS5“ in den EXIFs.
Die UVP der Nikon E2S betrug ca. 21.000 DM, die der E2N etwa 15.000 DM. Ich erhielt beide Kamera im Frühjahr 2026 von Ralf Jannke geschenkt, weil er sie inzwischen mehrfach hat, und die funktionierenden Speicherkarten selten geworden sind. Vielen Dank für die beiden „Saurier“ der Digitalkamerazeit!
Reparaturen
Ich bekam beide Kameras ohne funktionsfähigen Akku, aber mit einem Nikon ES-1 Netzteiladapter. Einen passenden Mignon-Halter zum Nutzen von 6 eneloops hatte ich gerade nicht im Bestand, so probierte ich es mit Dauerstromversorgung. Leider erwies sich mein in den 1990ern gekauftes Labornetzteil als „zu langsam“, um den schnell ansteigenden Strombedarf der Kamera zu decken. Laut Typenschild brauchen beide Modelle 8 Volt und 1,6 Ampere, was mein Netzteil locker schaffen sollte. Aber vermutlich sind dessen Elkos nach über 30 Jahren nicht mehr so gut wie früher, so daß die Ausgangsspannung des Netzteils bei stärkerer Stromlast kurzzeitig absinkt, ohne daß man es am Messgerät erkennen kann. Fokussieren funktionierte, Auslösen der Kamera nicht.
Also habe ich ein neues Labornetzteil auf Schaltnetzteilbasis erworben, daß kleiner, leichter, leistungsstärker und preiswerter war als mein vor vielen Jahren erworbenes. Mit einstellbarer Ausgangsspannung bis 30 Volt und begrenzbarem Ausgangsstrom bis 5 Ampere erfüllt es die Anforderungen beider Kameras problemlos.
Die E2S mußte ich öffnen und ausgelaufene Akkusäure von den beiden Akkukontakten entfernen, die E2N hatte ein tiefergehendes Problem, denn sie klappte den Spiegel hoch und das wars. Nach dem Abschrauben der Deckkappe kam ich an die drei aufgelöteten SMD-Sicherungen und stellte fest, daß zwei defekt waren. Der Austausch ist heutzutage etwas umständlich, denn heutige SMD-Auflötsicherungen sind kleiner als die in den 1990ern verbauten Typen.
Nikon warnt mit einem Aufkleber auf einer Platine ausdrücklich davor, andere Typen als die ursprünglichen einzulöten, denn wenn sie nicht schnell genug „durchbrennen“, kann ja die nachgeschaltete Elektronik nicht mehr richtig geschützt werden.
Warum die Sicherungen durchbrannten? Vielleicht weil durch den Versand bedingten Erschütterungen sich etwas beim ersten Auslösen verklemmte und die Motorstromaufnahme höher wurde, als erlaubt? Ich weiß es nicht, nach dem Austausch der beiden Sicherungen arbeitet die E2N wieder ohne Probleme.
Die E2S hatte noch einen anderen Defekt: Die Deckkappe war gebrochen, deshalb ist der Auslöser aus seiner Position gefallen und Ralf hat mir beides getrennt zugesandt. Außerdem hat sich im Lauf der Jahre etwas der Halterungen für den Auslöser in der Deckkappe abgerieben bzw. ist verschlissen. Diese Reparatur war einfach: den Auslöser wieder einsetzen, den Sprung in der Deckkappe mit 2K-Klebstoff sichern, seitdem funktioniert die Kamera wieder wie neu.
Beispielaufnahmen
Alle Aufnahmen entstanden bei „800 ASA“, gespeichert als JPEG, Die Größe wurde nicht verändert, nur ein Rahmen um das Foto gelegt. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde nicht bearbeitet, es sind also fast unveränderte Bilder „Out of the Cam“.
Jede Menge Beispiefotos in den oben verlinkten Beiträgen:
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Das Gehäuse der Nikon „2N/E2S ist größtenteils aus Kunststoff und teilweise mit gummiartiger Kunststoff-Belederung überzogen, lediglich das darunterlegende Chassis ist aus Metall.
Die Handhabung erscheint Nikon-Fotografen nicht sofort vertraut, denn die digitaltypischen Tasten erfordern einen Blick in die Anleitung, um sie nutzen zu können.
Die E2S galt zum Herstellzeitpunkt als „High-ISO-Kamera“, 3200 ASA war geradezu revolutionär. Das Rauschen und die Auflösung waren damaligen auf 3200 ASA gepushten SW-Filmen sicherlich gleichwertig, nur war deren subjektiver Schärfeneindruck etwas besser. Die hohen Einstandpreise der Kamera haben sich für die Anwender sicherlich in recht kurzer Zeit amortisiert, zwar kosteten Film und Entwicklung noch nicht so viel wie im Jahr 2026, aber das Digitalisieren der Negative schon eher. Außerdem war der analoge Prozeß langsam, nach dem Vollknipsen eines KB-Filmes mußte er entwickelt und getrocknet werden, danach gescannt. Das hat damals mehrere Stunden gedauert, die Bilder aus der E2S konnte der Bildreporter sofort per Modem oder Akustikkoppler in die Redaktion senden statt einen Motorradkurier mit dem Film durch die Stadt zu schicken, um den Film zu entwickeln und zu scannen.
Die Kamera gehört zur Klasse der digitalen Profi-Spiegelreflexkameras mit Vollformat, auch wenn der Sensor eigentlich kleiner ist. Eine Beurteilung der Bildqualität unterlasse ich, da man solche alten Kameras nicht mit heutigen Maßstäben messen kann, damals reichte es für Zeitungsfotos im ausreichender Qualität.
Fazit: eine digitalkamerahistorisch wichtige Kamera (mindestens eine der einstelligen Nikon-Profimodelle gehört in jede Digitalkamerasammlung), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen nicht mehr geeignet, die Auflösung ist zu gering und das Auslesen der Bilder erfordert historische Rechentechnik. Aktuelle Computer können mit PCMCIA-Karten schon lange nichts mehr anfangen.
Christian Zahn, August 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 5.08.2026 |























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