Canon EOS D60 (2002)

Genau hinsehen…

Nachdem Canon 2000 mit der 3 Megapixel EOS D30 die erste eigene DSLR vorstellte, folgte 2002 die höherauflösende 6 Megapixel EOS D60. Beide Kameras meine nach der 1,3 MP Kodak/Canon EOS 1n/DCS3c zweite und dritte DSLR. Und wie die EOS D30 hatte auch die D60 „nur“ das EF-Bajonett. Für den kleinen 15x23 mm APS-C Sensor gerechnete Canon Objektive mit EF-S Bajonett passen erst an den zweiten Nachfolger der D60, die EOS 20D. Auf die EOS D30/60 können nur Objektive mit Canon EF-Bajonett montiert werden. Der EOS D30 habe ich schon den Beitrag „Reise 15 Jahre zurück in die Vergangenheit“ und zum Jubiläum „2020: 20 Jahre Canon EOS DIGITAL“ zwei Beiträge gewidmet.

Aus nostalgischen Gründen kam jetzt zur EOS D30 für 68 Euro noch die D60 dazu. Die wichtigste Neuerung gegenüber der D30 ist schnell genannt: Nominelle Verdopplung der Auflösung von 3 auf 6 Megapixel.

Alles weitere zur EOS D60 in der deutschen Bedienungsanleitung. Vor ihrem ersten Einsatz 2020 wurde die Firmware der D60 kontrolliert, um sie ggf. auf die letzte Version upzudaten.

Zurück in die Vergangenheit: Basketball

Bis auf die Jubelszene nach dem Spiel alle Aufnahmen mit dem 2,8/70-200 mm Canon L USM bei der höchsten Empfindlichkeit der EOS D60: ISO 1000. 1:1 Crops aus den jeweiligen 6 MP Dateien.

Aus dem Archiv, 6 Megapixel

2 Megapixel

Polfilter

Unübersehbar kam bei einigen Fotos aus dem herbstlichen Septemper 2002 ein Polfilter zum Einsatz. Montiert auf dem 2,8/17-35 mm Canon L USM. Die restlichen Fotos mit einem (vermutlich) Tamron 3,5-5,6/28-300 mm Zoom.

Basketball Jahresende 2019: Canon EOS D60 "Ausrüstung"

An die "Ur"-Ausrüstung kommt das natürlich nicht ran…

Von Lichtstärke und Autofokus-Geschwindigkeit…

Mein damaliges 2,8/70-200 mm Canon L USM war halt doppelt so lichtstark und hatte den schnellen und starken Ultraschall-Antrieb. Aber Jammern gilt nicht! Also jetzt, was Blende f/4, 70-210 mm Brennweite, ISO 1000, Canon Rohdatenformat und leichte Unterbelichtung, um wenigstens in die Nähe der 1/500 s zu kommen, hergeben... Nicht auf dem Foto, aber kurzerhand noch mitgenommen, das 3,5-5,6/28-80 mm Canon USM. Ein bis auf die Lichtstärke bei längster Brennweite sehr gutes Analog-Zoom, das seine Klasse schon auf der 13,5 Megapixel Vollformat Kodak DCS ProSLR/c bewiesen hat. Beim Basketball im Brennweitenbreich 28-50 mm eingesetzt, um nicht weniger Lichtstärke als f/4,5 zu haben.

2019/2020 aus der Sporthalle, 6 Megapixel

Was nicht passt, wird passend gemacht! – Oder: Vom Canon EF-S zum EF-Bajonett – Eine kleine Umbauanleitung

Ohne diese Bastelarbeit bliebe der EOS D60 (und D30) der Weitwinkelbereich verschlossen! Grund: Erst mit der EOS 300D (2003) und EOS 20D (2004) kam das EF-S Bajonett zu Canon, mit dem kompaktere, für den kleinen 15 x 22,5 mm APS-C Sensor der "kleineren" EOS-Modelle gerechneten Objektive auf die EOS montiert werden können. EOS D30, D60 und 10D haben aber nur das EF-Bajonett. Das mit der EOS 300D eingeführte 3,5-5,6/18-55 mm Canon EF-S ist sicher keine Premium-Optik. Aber der preiswerteste Weg auf dem kleinen Canon APS-C Sensor etwas Weitwinkel zu bekommen. Das Kitzoom steckte auf der 2017 für 55 Euro gekauften Flohmarkt EOS 350D. Die unstabilisierte Erstversion ist mit etwas Geduld für 30 Euro zu haben.

Qualität?

Mir ist noch keins der haptisch grauenhaften Plastik Einsteiger-Kitzooms - egal, welcher Hersteller - durch besonders schlechte Abbildungsqualität negativ aufgefallen! OK, die Licht-"Stärke" f/5,6 bei Endbrennweite ist unterirdisch. Es sind eben Zooms für überwiegende Schönwetterfotografie. Aber es geht auch drinnen, wie der Magdeburg-Trip mit der EOS 350D zeigte! Statt des optisch fast auf Canon "L" Qualitäts-Niveau liegende 3,5-5,6/28-80 mm USM kann zum 18-55 EF-S (EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 @KB) dann das genauso gute 4,5,6/35-135 mm Canon EF USM mit in die Tasche! Umgerechnet 55-216 mm @KB. Der perfekte Anschluss ans 18-55 EF-S!

Umbau des Canon EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 zum Einsatz auf der EOS D60

Das wichtigste Werkzeug neben dem passenden Uhrmacherschraubendreher zum Abmontieren der Kunststoff-Bajonettplatte und Lösen der Kontaktplattenhalterung war die im Haushalt glücklicherweise vor längerer Zeit angeschaffte oszillierende Säge. Die für einen glatten geraden (!) Schnitt ohne die Angst um blutige Finger sorgt. Nach der Sägearbeit wurde die Kante mit einem eher stumpfen Küchenmesser nur noch etwas gebrochen und der modifizierte Bajonettring wieder aufs Objektiv montiert – fertig. Alles funktioniert einwandfrei!

Die Warnung aus einer Umbauanleitung: "Beim Sägen auf die Späne aufpassen, damit sie nicht ins Objektiv fallen…" ist blödsinnig! Wenn man nach dieser Anleitung im Youtube-Video vorgeht, passiert nichts. Das entsprechend gesägte Teil kann problemlos glattgeschliffen und gereinigt werden, bevor es wieder montiert wird. Im Youtube-Video sägt der Umbauer allerdings mit einer kleinen Bügelsäge. Das geht natürlich auch, aber die oszillierende Säge (wenn vorhanden ;-) ist einfach professioneller.

Laaaaangweilig…

Langweilig im positiven Sinn!

Um das modifizierte 3,5-5,6/18-55 mm Canon EF-S auf der EOS D60 zu probieren, ging die Kombination mit auf einen kurzen Rundgang durchs "Dorf", den Stadtteil. Im Hinterkopf die Frage: "Wie mache ich aus Nichts ein paar halbwegs vorzeigbare Fotos?" Vom "altersmilden" Monitor der 2002 vorgestellten EOS D60 nicht irritiert, zeigten sich die aufgenommenen Fotos  zu Hause auf dem Monitor praktisch fertig. Die im Canon Rohdatenformat *.CRW in der D60 gespeicherten Fotos bedürfen praktisch keiner Nachbearbeitung in Adobe Lightroom Classic. Ganz ohne KI - Künstliche-Intelligenz!

Canon EOS D60, Vorstellungsjahr 2002, 6 Megapixel

Qualitäts- und sonstiger Eindruck: Nostalgie pur!

Die oben auf den beiden Canons montierten Objektive blieben im Depot. Das CANON ZOOM LENS EF 35-80mm 1:4-5.6 POWER ZOOM auf der D30 hat sich mehr oder weniger als "Flaschenboden" erwiesen. Und das auf der D60 steckende, lichtstärkere Baujahr 1987 (!) EF 35-105mm f/3.5-4.5 ist schon arg wackelig. Das von der Anmutung furchtbare 18-55 mm Kitzoom hat bewiesen, dass man damit tatsächlich noch fotografieren kann ;-)

Die D60 verdient aber einen weiteren Rundgang – demnächst. Vielleicht belasse ich es da im Bereich Normalobjektiv bis Tele: das 4-5,6/35-135 mm wird auf der D60 dank Cropfaktor 1,6 zum 56-216 mm Zoom. Oder ich nehme endlich mal das vollkommen vernachlässigte 3,5-4,5/35-105 = 56-168 mm…

Ralf Jannke, März 2020

 

 

 

Kommentare (4)

  • R. Weiß
    R. Weiß
    vor 3 Wochen
    Die D30 und auch die D60 akzeptieren auch ältere (für analoge Kameras gebaute) Sigma-Objektive, ohne daß diese umgebaut werden müssen. Für mich ein interessanter Vorteil.
    • Ralf Jannke
      Ralf Jannke
      vor 3 Wochen
      Danke für den wichtigen Hinweis! Ist mir durch die "Lappen gegangen". Sie haben Recht, Sigma & Co entwickelten kein Extra EOS EF-S Bajonett. Auch Objektive für den kleinen 15 x 23 mm APS-C-Sensor haben das gewöhnliche EOS EF-Bajonett.

      Ralf Jannke
  • Oliver Weber
    Oliver Weber
    vor 3 Wochen
    Ich bin ebenfalls stolzer Besitzer von gleich 2x EOS D60. Man weiß ja nie wann dieses Schätzchen komplett vergriffen ist.
    Mit ebenso nostalgischen Optiken beschäftige ich mich - zum Glück - nicht.
    Ich muß aber sagen, daß meine EOS D60 mit einem EF 24-105 f/4 IS L USM wirklich sehr gute Ergebnisse abliefert.
    Man kann diese alte Dame ohne weiteres mit einer durchaus auch heute noch alltag-tauglichen EOS 10D vergleichen, welche ich für private Zwecke weiterhin sehr gerne im Anschlag habe.
    Schade nur, daß die Verlinkung zur letzten Firmware ins Leere läuft / nicht funktioniert. Hätte mich mal interessiert.
    • Ralf Jannke
      Ralf Jannke
      vor 3 Wochen
      Da muss ich Glück gehabt haben, die D60v104.fir noch zu erwischen. Ich weiß aber nicht mehr wo! Wobei ich noch kontrollieren muss, ob sich diese Firmware wirklich installieren ließ, bzw. welche Firmware meine D60 hat… Bei Bedarf kann ich helfen – ohne Gewähr!

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