Olympus Evolt E-500

Olympus E-500, vorgestellt 2005 und hier bestückt mit einem der "feinsten" Objektive, die Olympus je gerechnet hat ;-)

Nicht ganz stilecht, denn das 3,5-5,6/17,5-45 mm Zoom (35-90 mm @KB) kam als Kit-Zoom u.a. 2007 mit der Olympus E-410. Um an dieser Stelle aber gleich ein Lanze für die verpönten Kitplastikzooms zu brechen. Denn die sind viel besser als ihr Ruf! Bis auf die Lichtstärke gibt es an diesen Linsen nichts auszusetzen! Und das trifft auf ALLE Hersteller zu. Das 17,5-45 Olympus besitzt immerhin eine asphärisch geformte Linse und hat eine Nahdistanz von 28 cm.

70 Euro hat die Kombination Olympus E-500 plus 3,5-5,6/17,5-45 mm Zoom gekostet.

Im November 2005 löste die Olympus E-500 die als Einsteigerkamera deklarierte Olympus E-300 ab. Möglicherweise, weil sich die Leute einfach nicht an das ungewöhnliche Design der E-300 gewöhnen konnten? Denn an der Auflösung – 8 MP – hatte sich nichts geändert. 

4:3 – FourThirds/FT (Meine) Philosophie

Durch die beim Basketball in nicht immer gut beleuchteten Hallen notwendigen hohen  Sensorempfindlichkeiten und mit entsprechenden Kameras irgendwann regelrecht verwöhnt, was die Qualität bei ISO 1600 beginnend und durchaus bei ISO 10000 endend angeht, konnte der Versuch mit FourThirds nicht gut gehen. Gegen einen 15 x 23 mm großen APS-C- oder gar einen 24 x 36 mm Vollformat-Sensor, KANN ein 13 x 17 mm kleiner FourThirds-Sensor oder das Folgeformat microFourThirds – mFT – niemals gewinnen. 

Nun findet das Fotoleben ja nicht nur in Sporthallen, sondern auch draußen statt, und da sind moderate Sensor-Empfindlichkeiten bis ISO 400 gewöhnlich ausreichend. Und ISO 400 stellen auch FourThirds-Sensoren nicht vor unüberwindliche Hürden. 

Im Hinterkopf bleiben aber die im Notfall fehlenden Reserven. Die nicht notwendigerweise bei ISO 1600 enden. Nur ein Beispiel: Da wurde im Urlaub eine Art Rock-Café besucht. Nachdem sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hatte, entdeckte es gegenüber einer noch einigermaßen hellen Bar, die mit unzähligen Devotionalien dekoriert war, einen offenen Dachboden, wo die Schnauze eines kompletten PKWs der 1940er Jahre und noch mehr spannende Dinge zu entdecken waren. Stativ und Blitz waren ausgeschlossen. Auf der Vollformat-DSLR ein Zoom mit Bildstabilisierung, beginnend mit 28 mm Brennweite und Lichtstärke 3,5. Das Ganze sollte noch ein wenig auf f/5,6 abgeblendet werden. Um es trotz Bildstabilisator nicht zu verwackeln, wurde schließlich die Empfindlichkeit hochgefahren – auf ISO 25600! Obwohl nur im JPEG-Format gespeichert, war das Bild mit etwas gezielter Nachbearbeitung problemlos auf 32 x 48 cm A3+ Größe druckbar. Mit einer anderen Kamera hätte ich auf das Foto sicher auch versucht, aber mit ungewissem Ausgang.

Genug der High-ISO-Phobie, hin zu FourThirds

Die Behauptung, dass nur sog. telezentrisch konstruierte Objejktive in der Lage sind, auch in den Bildecken Qualität zu liefern, weil nur so die Strahlen auch in den Bildecken senkrecht auf den Sensor treffen, halte ich für reines Marketingsprech. Wenn ich eine 60x90 cm Vergrößerung betrachte, die von einem Foto, aufgenommen mit einem Ultraweitwinkelzoom bei 12 mm Brennweite = 113 Grad Bildwinkel (horizontal) auf der 12 MP Canon EOS 5D mit 24 x 36 mm Vollformatsensor, angefertigt wurde, betrachte, weiß ich, was von der Theorie der „Telezentrik“ zu halten ist. Möglicherweise hatte Olympus nur früher als andere Hersteller erkannt und umgesetzt, wie die Leistung von mäßigen wie guten Objektiven (weiter) zu steigern ist. Durch kamerainterne Software, die Verzeichnung und Randabdunklung einfach rausrechnet – „Chip-Tuning“ sozusagen. Was kein Vorwurf (mehr) ist, denn heute machen es ALLE Hersteller so! Und die sagenhaften Kamerarohdatenformate, wo angeblich nichts von der Software geändert wurde? Was „roh“ ist, bestimmt allein der Kamerahersteller...

Einige Sammler beackern nur den Bereich Mitte der 1980er Jahre, als die ersten analog, aber filmlos aufzeichnenden Still Video Kameras das Licht der Welt erblickten bis 2000. Ich gehe beim Sammeln bis Größenordnung 2005, und dann gehören eben auch digitale Spiegelreflexkameras dazu, die mit 13 x 17 mm FourThirds-Sensoren bestückt sind. In großer Mehrzahl von Olympus, Panasonic begnügte sich mit zwei Gehäusen. FourThirds „lebte“ von 2003 bis 2010, wobei bereits 2009 der Wechsel zu kompakteren und spiegellosen microFourThirds – mFT – Systemkameras erfolgte.

Hier vorgestellt wurden die erste FT-DSLR der Welt, die E-1 von 2003, die Olympus E-300 von 2004 mit ungewöhnlichem Design, die weltweit erste DSLR mit Liveview Olympus E-330 von 2006 und jetzt zum Finale die E-500 von 2005.

Insgesamt gab es von 2003 bis 2010 diese FT Spiegelreflexkameras von Leica, Olympus und Panasonic:

2003 Olympus E-1 Profi-DSLR (*)

2004 Olympus E-300 (*)

2005 Olympus E-500

2006 Leica Digilux 3

2006 Olympus E-330 (*)

2006 Olympus E-400

2006 Panasonic Lumix DMC-L1

2007 Olympus E-3 Profi-DSLR

2007 Olympus E-410

2007 Olympus E-510

2007 Panasonic Lumix DMC-L10

2008 Olympus E-420

2008 Olympus E-520

2008 Olympus E-30 Semiprofi-DSLR

2009 Olympus E-450

2009 Olympus E-600

2009 Olympus E-620

2010 Olympus E-5 Profi-DSLR

Zu den mit (*) markierten Kameras gibt es im digicammuseum.de Erfahrungsberichte.

Bei allen anderen FT-DSLRs führt der Klick auf die Downloadmöglichkeit der jeweiligen deutschen Bedienungsanleitung.

Zur Olympus E-500

Wer die Technik und Möglichkeiten der Olympus E-500 intensiv nachlesen möchte, sollte einfach in die deutsche Bedienungsanleitung der E-500 schauen.

Ale Besonderheit weist die E-500 noch ein Merkmal professioneller Kameras auf, den doppelten Speicherkarten-Einschub. Die E-500 kann auf CompactFlash- und xD-Karten speichern. Was bei meinem Exemplar aber nicht funktioniert, es wird keine meiner xD-Karten von 16 MB bis 1 GB Speichervolumen akzeptiert. Ein Fehler, mit dem ich leben kann, den die CF-Karten laufen störungsfrei.

Was weitere Objektive zu den vorhandenen Olympus FT-DSLR-Gehäuse angeht, sind mir die Preise für ein totes System gewöhnlich viel zu hoch. Ganz ungeachtet der vermuteten Klasse einiger FT-Linsen. Wer ein paar FT-Objektiv-Tests anschauen möchte, wird hier fündig. Neben den Kit-Zoom-Objektiven ging zunächst nur ein weiteres FT-Objektiv in meinen Park. Es ist das 3,5/35 mm Makro-Objektiv, das zwar kontrastautofokusfähig ist, was sich aber nur auf die Liveviewmöglichkeiten späterer Olympus FourThirds DSLRs bezieht. Zum 35 mm Makro kam im Frühsommer der vermisste Superweitwinkelbreich dazu. In Form des 4-5,6/9-18 mm Olympus FT Zooms, das einem 18-36 mm Zoom im 24 x 36 mm Kleinbildformat entspricht. Und dieses FourThirds-Zoom läuft mit dem FT-/mFT-Adapter auch auf der spiegellosen microFourThirds Panasonic Lumix DMC-GH1 – MIT Autofokus! Das interessante, weil auch doppelt so lichtstarke 2,8-3,5/11-22 mm Olympus Zoom fiel aus dem Rennen, weil es nicht kontrastautofokusfähig ist und auf der mFT Kamera mit FT-/mFT-Adapter keinen Autofokus bietet. Vielleicht bei der kurzen Brennweite zu verschmerzen, aber mir zu viel Komfortverzicht!

Zu groß?

Für den kleinen 13x17 mm FourThirds-Sensor ist diese digitale Spiegelreflexkamera einfach zu groß. Die gleich auflösende, mit einem 15x23 mm großen APS-C-Sensor ausgestattete 8 Megapixel Canon EOS 350D wirkt und ist zusammen mit dem vergleichbaren 3,5-5,6/18-55 mm Canon Kitzoom (28-88 mm @KB) kleiner als die Olympus E-500 mit dem ersten Olympus 3,5-5,6/14-45 mm (28-90 mm @KB) Kitzoom.

Da musste seitens Olympus Abhilfe her!

Die kam in Form des 3,5-5,6/14-42 mm, das seine Kompaktheit einer kompletten Neuberechnung unter Verzicht von 3 mm Endbrennweite und Einsatz von ED-Glas verdankt. Damit war der „Schrumpfungsprozess" aber noch lange nicht beendet. Unter Wegfall des DSLR-Spiegels wurde das 14-42/14-45 mm Kit-Zoom in der spiegellosen mFT DSLM-Reihe immer kleiner.

Das 14-42 mm FT Zoom wurde auch deshalb genommen, weil das 14-45 im „Sandstrahlgebläse“ des versunkenen Leuchtturms von Rubjerg Knude, Nord-Jütland/Dänemark im Sommer 2016 schwer gelitten gelitten hat – es knirscht seitdem :-( Die dort eingesetzte Olympus E1 war zum Glück entsprechend abgedichtet!

Groß, aber lichtstark

Wie oben an den 14-45/14-42 mm FT/mFT-Objektiven gezeigt, gibt es auch ungleich kompaktere 40-150 mm Zooms für FT/mFT. Da ich erst mal keine weitere Doppelbstückung wollte, bleibt es beim 3,5-4,5/40-150. Was auch den für mich entscheidenden Vorteil hat bei Endbrennweite mit f/4,5 fast doppelt so lichtstark zu sein wie die kompakten Versionen, die bei f/5,6 enden! Auch ist die Anfangslichtstärke bei 40 mm mit f/3,5 höher als die f/4 der Kompakt-Versionen.

Passt nicht...

Vergleicht man Abmessungen und Aussehen der Olympus FT-DSLR-Reihe der Modelle E-4xx, E-5xx und E-6xx, passt die vergleichsweise kantige E-500 da irgendwie nicht rein. Die 2005 präsentierte Olympus E-500 ist 130 x 94 x 66 mm groß. Nur ein Jahr später ist die E-400 auf  129 x 91 x 53 mm geschrumpft. Die E-410 (2007), E-420 (2008) und die E-450 (2009) haben praktisch identische Abmessungen. Olympus E-510 (2007) und E-520 (2009) sind etwas größer: 136 x 91 x 56 mm bzw. 136 x 91 x 68 mm. Das dürfte an der  gehäuseinternen Verwacklungsreduzierung durch den CCD-Sensor-Shift der E-510/520 liegen, die sicher mehr Platz benötigt. E-600 (2009) und E-620 (2009) liegen ebenfalls mit Sensor-Shift bei ähnlicher Größe: 130 x 94 x 60 mm. Rein vom Aussehen wirkt die Olympus E-500 gegen die genannten Modelle etwas wie „mit heißer Nadel gestrickt“.

Beispielfotos, aufgenommen mit der Olympus E-500, Auflösung 8 bis 4 Megapixel

Alle Aufnahmen mit dem 14-42 Kit Zoom. Bitte wie immer auf die Fotos klicken/tippen...

Das 3,5-5,6/14-42 mm Olympus Kitzoom gehört sicher nicht zur Objektiv-Creme. Aber es tut seinen Dienst. Und ich habe keine Lust zum direkten Vergleich gegen das viel größere 3,5-5,6/14-45 Zoom (siehe oben). Vergleichen Sie bitte die beiden Fotos des Bonner Münsters. Einmal mit auf Null gedrehter Schärfung einmal mit 50 Prozent Stärke. Null wäre mir persönlich zu weich. OK, 50 Prozent ist vielleicht schon etwas zu stark – ganz nach Belieben.

Begeistert hat mich wieder die Farbwiedergabe der Olympus E-500. So muss Sommer sein. Was natürlich auch eine Geschmacksfrage ist. Sicher hat auch die Belichtungskorrektur - 0,3 EV zu den satten Farben beigetragen. Aufnahmeformat Olympus *.orf Rohdaten. Entwickeln mit Adobe Lightroom 5.x. Auch die Kontraste hat die Olympus E-500 gut bewältigt. An dem ersten Foto der zweiten Reihe ist nichts korrigiert. Wie überhaupt bei all den Fotos von oben. Nur Nachschärfung, Konvertieren ins 24 bit JPEG-Dateiformat und speichern.

Gibt es auch was zu meckern? Mir ist es unverständlich, warum die Olympus E-500 bei einer Aufnahme in den Fußgängertunnel trotz aktivierter ISO-Automatik standhaft bei ISO 100 blieb, anstatt die Empfindlichkeit wenigstens maßvoll hochzuziehen. So ist die Gefahr der Verwacklung – unnötig – hoch.

Weitere Fotos mit 8 bis 4 Megapixel Auflösung – Objektiv: 3,5-4,5/40-150 mm Olympus

Wer immer da seinen Schirm auf dem Bahnsteig vergessen hat... Auch der vor der Bonner Hauptpost stehende Beethoven wurde mit dem 3,5-4,5/40-150 mm Olympus aufgenommen.

Olympus E-500 und 9-18 mm Zuiko, volle Auflösung: 8 Megapixel

Superweitwinkelzoom

Eigentlich wollte ich neben meinem Kamerahauptsystem Nikon für die Sammel-DSLRs keine umfangreichen Objektvparks aufbauen. Bei der gerade probierten Olympus habe ich eine Ausnahme gemacht, weil diese Kamera im Gegensatz zur schon vorgestellten Sony Alpha 100 ungleich mehr Freude bereitet. Natürlich passt das 9-18 mm (18-36 mm @KB) auch auf meine in Zukunft wieder nach Lust und Laune einzusetzende Olympus E-1 und E-330. Und noch wichtigerer: Das FourThirds 9-18 mm läuft per Adapter auch auf der spiegellosen microFourThirds DSLM Panasonic Lumix DMC-GH1. In dem Blogbeitrag finden sich auch weitere Informationen zum Olympus 9-18 mm Zoom!

Schloss Egeskov

Schloss Egeskov ist eine Wasserburg auf der Insel Fünen in Dänemark. Das Schloss wurde von Frands Brockenhuus erbaut und im Jahre 1554 vollendet, schreibt Wikipedia. Und weiter Wikipedia: „Das noch mittelalterlich geprägte Bauwerk wandelte sich im Laufe seiner Geschichte von einer äußerlich spätgotischen, innen schon im Stil der Renaissance gestalteten Wasserburg zu einem wohnlichen Landschloss. Das Gebäude ist von umfangreichen Gärten umgeben (nach Angaben der Eigentümer die größte historische Gartenanlage Dänemarks) und auf dem Schlossgelände befinden sich mehrere Museen.“

Weitere Informationen über Schloss Egeskov in deutscher Sprache unter visitfyn.de.

Die Fotos aus dem Schloss wurden zu großen Teilen mit dem 9-18 mm Zoom aufgenommen. Als zweites Objektiv war nur das 17,5-45 mm Kitzoom dabei. Innenaufnahmen bei ISO 640 bis 1000. Gespeichert wurde im Olympus Rohdatenformat, Entwicklung und Bearbeitung mit Adobe Lightroom 5 und Photoshop CS3. Reduzierung der Bildgröße von 8 Megapixel auf 2.400 x 1.800 Pixel. Die 8 Megapixel sind problemlos zu benutzen. Erstaunt hat mich die brauchbare Qualität bei den ISO 640 bis 1000. Das Helligkeitsrauschen hätte man mit dem Lightroom-Regler "Rauschreduzierung – Luminanz" auf jeden Fall noch reduzieren können! Der Regler blieb aber in der Stellung Null.

Nichts Negatives zur Olympus E-500?

Doch. Die vollkommen unsinnige Philosophie, die ISO-Automatik zwar anwählbar, aber inaktiv zu lassen, will sich mir einfach nicht erschließen. Nur im Motivprogramm "Sport" bequemte sich die E-500, die Empfindlichkeit von ISO 100 automatisch auf ISO 400 hochzuziehen. Auch wenn in meiner Testsituation tatsächlich das ISO-Max 1600 angeraten gewesen wäre. Das ist aber das Einzige, was mir an der Olympus E-500 nicht gefällt. Die E-500 verhält sich da wie die Vorgänger E-300/330. Trotzdem bekommt die Olympus E-500 als sonst unproblematisch und gelungen meine Empfehlung!

Ralf Jannke, Juli/August 2017

P(ost)S(criptum)

Es wird im August noch einen kleinen Nachtrag geben, wobei nicht die Olympus E-500 die Hauptrolle spielt, wohl aber das hier rechts abgebildete 3,5/35 mm Olympus FourThirds Makro-Objektv.

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